Liegenschaftsentwässerung
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Lernkarten
9. Was verstehen Sie unter einer Rückstauschleife für eine Pumpendruckleitung?
Erstellen Sie eine Skizze dazu.
Die Rückstauschleife dient zum Schutz gegen den Rückstau. Die
Sohle der Rückstauschleife muss mindestens 10 cm über der
Rückstauebene liegen (SN592000, Punkt 8.5.2).
10. Ein Kunde von Ihnen versteht nicht, warum Sie eine Wasserentnahmestelle
neben der Abwasserhebeanlage installieren wollen. Erklären Sie den Sinn und
Zweck dieser Wasserentnahmestelle.
Es ist ein Schlauchventil für den Unterhalt und Revisionen der
Abwasserhebeanlage zu montieren (SN 592000, Punkt 8.6.5).
11. Dürfen Sie eine Abwasserhebeanlage zur begrenzten Verwendung oberhalb der
Rückstauebene einbauen?
Art. 8.9.1; Nein, diese Anlage darf in jedem Fall nur unterhalb der
Rückstauebene eingebaut werden.
12. Erklären Sie einem Bauherrn den Unterschied zwischen einer Tauchpumpe und
einer Abwasserpumpe mit Trockenschachtaufstellung.
Bei einer Tauchpumpe (Art. 8.4.1) ist die ganze
Abwasserpumpanlage im Sammelbehälter eingebaut, d.h. der Motor
ist überflutet.
Bei der Tauchpumpe (Art. 8.4.3) mit Trockenschachtaufstellung ist
die ganze Abwasserpumpanlage neben dem Sammelbehälter im
Aufstellungsraum aufgestellt, und somit nicht überflutet. Der Motor
und die Pumpe werden luftgekühlt.
13. Dürfen Belüftungsventile in Pumpendruckleitungen eingebaut werden?
Begründen Sie Ihre Antwort.
Art. 8.5.1; nein
In der Pumpendruckleitung entsteht sowohl ein Über- sowie auch ein
Unterdruck.
Das Belüftungsventil wirkt aber nur wenn ein Unterdruck im System
entsteht.
14. Darf ein Abwasseranfall, welcher über der Rückstauebene anfällt über eine
Abwasserhebeanlage geführt werden? Begründen Sie Ihre Antwort.
Art. 8.1.2; nein.
Dieses Abwasser ist mittels Schwerkraft der Entwässerungsanlage
zu zuführen.
15. Müssen Sammelschächte gelüftet werden? Begründen Sie Ihre Antwort.
Art. 8.2.7; nur wenn die zuführende Leitung (Grund- oder
Anschlussleitung) nicht gelüftet ist, muss der Schacht mit DN 56
gelüftet werden.
Der Anschluss hat gemäss Art. 3.6.10 in eine Fall-, oder
Sammelleitung zu erfolgen.
16. Was sehen Sie vor, wenn Sie schwere Abwasserpumpen mit über 30 kg
montieren müssen?
Art. 8.6.4; für schwere Pumpen (über 25 kg) ist ein Deckenhacken zu
montieren. Dieser soll im Lot über der Einbring- bzw. der
Revisionsöffnung angebracht werden.
1. Was verstehen Sie unter dem Begriff «Sanierungsleitungen» im Sinne der SN
592000?
Art. 9; Sanierungsleitungen sind Leitungen für abgelegene
Liegenschaften ausserhalb der Bauzone, welche mit vereinfachten
Freispiegelleitungen erschlossen werden.
2. Sie müssen eine Sanierungsleitung für abgelegene Liegenschaften erstellen,
welche in das Kanalisationsnetz führt. In welchem System führen Sie diese aus?
Art. 9.1.1; Die Entwässerung von Liegenschaften, welche mittels
einer Sanierungsleitung an die öffentliche Kanalisation
angeschlossen werden, hat im Trennsystem zu erfolgen.
Ausnahmen sind nur in begründeten Fällen und im Einvernehmen
mit der zuständigen Stelle zulässig.
3. Müssen Sanierungsleitungen für abgelegene Liegenschaften speziell gelüftet
werden?
Art. 9.2.11; Nein, im Normalfall genügt die Lüftung über die
Gebäudeentwässerung. Lange Leitungen mit möglichen
Fettausscheidungen (z.B. bei niedrigen Umgebungstemperaturen)
sollen nicht separat belüftet werden.
4. Was ist rechtlich bei Sanierungsleitungen für abgelegene Liegenschaften zu
beachten?
Art. 9.1.7; Die Rechtsverhältnisse in Bezug auf Eigentum,
Benutzung, Durchleitung, Erstellung, Betrieb und Unterhalt sind
vertraglich zu regeln.
Die Vereinbarungen sind im Grundbuch einzutragen.
. Ist eine regelmässige Zustandskontrolle während der Nutzungsdauer von
Entwässerungsanlagen notwendig?
Art. 9.2.13; ja, während der Nutzungsdauer ist eine regelmässige
Kontrolle der Funktion und des baulichen Zustandes der
Entwässerungsanlagen erforderlich. Diese kann mittels
Kanalfernsehen vorgenommen werden. Bei unklarem Ergebnis
oder in ausserordentlichen Fällen sind Dichtheitsprüfungen
anzuordnen.
In Grundwasserschutzzonen sind die Auflagen der örtlichen
Schutzzonen Reglemente zu erfüllen.
6. Wie viel beträgt das minimale Gefälle von Sanierungsleitungen für abgelegene
Liegenschaften?
Art. 9.2.4; Ein minimales Leitungsgefälle von 3% soll nicht
unterschritten werden. Ausnahmsweise und auf kurze Strecken
können 1% gestattet werden. Bei kleinem Gefälle ist die
Rohrverlegung besonders sorgfältig auszuführen, um die
vorgeschriebenen Gefälle nicht zu unterschreiten.
7. Wie gross ist die minimale Rohrweite für Sanierungsleitungen für abgelegene
Liegenschaften?
Art. 9.2.3; Die Bemessung hat nach dem Abwasseranfall und den
Grundsätzen der Norm 592000 (Art. 7.4 und 7.5.) zu erfolgen.
Vereinfachte Freispiegelleitungen haben eine Nennweite von DN
125 bis DN 200
8. Müssen Sanierungsleitungen auf Dichtheit geprüft werden?
Art. 9.2.12; Sanierungsleitungen sind auf Dichtheit zu prüfen.
Anforderungen und Durchführung sind in der Norm SIA 190 und
der VSA-Richtlinie «Dichtheitsprüfungen an Abwasseranlagen»
festgelegt.
Siehe auch Ziffer 5.13.
9. Welche Norm ist zuständig für die Planung, Ausführung und den Betrieb von
Baustellenentwässerungen?
Für die Planung, die Ausführung und den Betrieb der
Baustellenentwässerung gilt die SIA/VSA-Empfehlung
„Entwässerung von Baustellen“ (Empfehlung SIA 431).