Liegenschaftsentwässerung
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Cartes-fiches
5. Warum soll eine Fallstrecke nicht unter 20 cm senkrechte Höhe ausgeführt werden?
Weil sonst im zweiten Bogen eine Vollfüllung entstehen könnte, welche
dann zu Absaugungen im Sifon führen könnte.
6. Wie lange kann eine Anschlussleitung ohne Lüftung max. sein?
Für 1 Apparat (ohne WC) 10 m, wobei die Anschlussleitung 1 Rohrweite
grösser wird als normal.
Bei 2 oder mehreren Apparaten max. 4m
7. Wie gross wird eine Anschlussleitungslüftung mit insgesamt 20 DU, wobei 3 WC
dabei sind?
Die Umlüftung wird gemäss SN 592000, Punkt 7.2.9 DN 56
8. Dürfen Sie ein WC im EG direkt an die Grundleitung (Höhe 3m) ohne Lüftung
anschliessen?
Ja, gemäss SN 592000 Punkt 3.4.21
9. Unter welchen Umständen dürfen Sie Belüftungsventile einbauen?
Einsatz nur unter speziellen Umständen (Niedrigenergiehäuser, oder
Lüftungsleitungsende unter einer Terrasse), min. 1 Fallleitung über
Dach gelüftet und die Zustimmung der zuständigen
Bewilligungsbehörde.
10. Dürfen Sie ein WC an einer Grundleitung DN 100 ohne Lüftungsleitung
anschliessen, wenn diese 7 m lang ist?
Ja, einzelne Apparate können bis zu 10 m langen Grundleitung ohne
Lüftungsleitung angeschlossen werden (SN 592000 Punkt 3.6.4).
11. Eine Grundleitungsanschlussleitung, welche 3 Apparate (inkl. WC) im UGEntwässert ist zu lüften. Wie gross müssen Sie die Lüftungsleitung ausführen?
Die Lüftungsleitung wird DN 56 (SN 592000 Punkt 3.6.4).
12. Umschreiben Sie eine „Grundleitung“.
Eine Grundleitung ist unter dem Kellerboden im Fundamentbereich, (in
der Bodenplatte oder im Erdreich), verlegt. Sie führt das Abwasser der
Grundstückanschlussleitung zu. Diese wiederum leitet das
Schmutzwasser in die Kanalisation.
13. Wie gross ist die max. Schachtdistanz einer Grundleitung?
Die max. Distanz beträgt. 40 m.
14. Wie gross ist die minimale Rohrweite für eine Grundleitung?
Die minimale Rohrweite für eine Grundleitung beträgt DN 100.
Ausnahme unbelüftete Anschlussleitung in der Bodenplatte bis zu einer
Gesamtlänge von 4 m dürfen, wie normale Anschlussleitungen nach der
Tabelle unter Ziffer 7.2.6 dimensioniert werden (SN 592000 Punkt 5.2.10).
15. Dürfen Sie einzelne Apparate mit Bogen 88,5 an die Grundleitung anschliessen?
Ja, allerdings sind dazu Bogen mit einem Radius r gleich oder grösser 2
ID zu verwenden, oder noch besser Umlenkbogen mit 2 x 45
verwenden.
16. Wie können Sie den Wassereintritt bei einer Grundleitung verhindern? Erstellen Sie
dazu eine Skizze
Sofern die Gefahr besteht, dass Wasser in das Gebäude eindringen kann
(Grundwasser, Hangwasser usw.), ist eine wasserdichte
Leitungsdurchführung vorzusehen. Je nach Werkstoff sind die detaillierten
Angaben des Herstellers zu beachten.
17. Dürfen Sie einen Speiseschrank fest an die Gebäudeentwässerung anschliessen?
Nein, der Speiseschrank muss über einen Trichter angeschlossen
werden (SN 592000, Punkt 3.8.3)
18. Besteht eine Kontroll- und Abnahmepflicht?
Ja, die Anlage muss durch die Bauleitung kontrolliert und abgenommen
werden. Zusätzlich wird eine Abnahme durch die zuständige Stelle
empfohlen (SN 592000, Punkt 3.9).
19. Welche Werkstoffe werden für die Grundleitungen verwendet?
Polyethylen (HDPE), Polyvinylchlorid (PVC), Polypropylen (PP),
Steinzeug, Spezialbeton (für grössere Durchmesser).
20. Wie lange darf eine Anschluss-Teilstrecke ohne Gefälle ausgeführt werden?
Max. 35 cm (SN 592000, Punkt 3.4.4).
21. Dürfen Geruchsverschlüsse in der Baukonstruktion verdeckt eingebaut werden?
Begründen Sie Ihre Antwort.
Wird der Geruchsverschluss in der Baukonstruktion verdeckt
eingebaut, ist mit Ausnahme von Dusche und Badewanne die
Reinigungsmöglichkeit durch Revisionsdeckel oder durch eine
Putzöffnung in der Leitung zu gewährleisten.
22. Dürfen verschiedene Wohnungen an die gleiche Anschlussleitung angeschlossen
werden?
Gemäss Art. 3.4.1. (Grundsatz), ist pro Wohnung eine separate
Anschlussleitung in die Fall-, Sammel- oder Grundleitung zu führen
23. Wie müssen 2 Anschlussleitungen zusammengeführt werden?
Die Zusammenführung von zwei Anschlussleitungen hat mit einem
Formstück bis 45° zu erfolgen. Der Einsatz von Doppelabzweigen ist
nicht zulässig.
. Kann eine Anschlussleitung an eine Fallleitung mit einem 45°
Abzweig
angeschlossen werden? Begründen Sie Ihre Antwort.
Ein einzelner Entwässerungsgegenstand kann mit einer geraden
Sturzstrecke 45°– 60° an die Fallleitung angeschlossen werden.
Unterhalb dieser Einführung ist der verbotene Anschlussbereich 0,5 m.
25. Wie lautet der Grundsatz einer Fallleitung?
Jede Fallleitung ist zu lüften und ohne Verkleinerung des Querschnittes
möglichst geradlinig durch die Geschosse zu führen. Bei
Richtungsänderungen sind allfällige Geräuschemissionen zu beachten.
26. Dürfen 2 Fallleitungslüftungen zusammengeführt werden? Begründung
In der Regel ist jede Fallleitung separat zu lüften (Ausnahme siehe Ziffer
3.6.9). Die Lüftung der Fallleitung ist mindestens in der gleichen
Rohrweite bis über Dach zu führen, wobei die Höhe über Dach den
örtlichen Verhältnissen anzupassen ist (Ausnahme siehe Ziffer 3.5.11).
27. Was verstehen Sie unter einer „Schleifung“?
Eine Schleifung ist die liegende Verbindung zweier Fallleitungsteile. Ist
eine Schleifung nicht zu vermeiden, hat die Einführung von belüfteten
oder unbelüfteten Anschlussleitungen ausserhalb des verbotenen
Anschlussbereiches zu erfolgen. Schleifungen ≥ 4 m unterbrechen die
Berechnung der Höhe.
28. Zwei Fallleitungen (je DN 100) werden mittels einer Sammelleitung (DN 125)
zusammengeführt. Wie gross müssen nun die Lüftungen der beiden Fallleitungen
über Dach entlüftet werden?
Wird eine Sammelleitung zu einer Fallleitung, ist sie durch die
angeschlossenen Fallleitungen belüftet. Die Lüftungen sind in den
Rohrweiten der angeschlossenen Fallleitungen über Dach zu führen.
29. Wie lautet der allgemeine Verlege Grundsatz von Sammel- und Grundleitungen?
Die Sammel- und Grundleitungen sind möglichst geradlinig zu verlegen.
Auf Grundleitungen unter der Bodenplatte ist, wenn möglich zu
verzichten.
30. Dürfen zentrische Reduktionsformstücke in Grundleitungen eingesetzt werden?
Es kann eine exzentrische Reduktion, wenn möglich scheitelbündig,
oder eine zentrische Reduktion eingebaut werden. Zeichnung siehe
Ziffer 3.4.8
. Warum sollte Regenwasser grundsätzlich nicht der Kanalisation zugeleitet
werden?
Weil das „saubere“ Regenwasser dann in ARA unter grossem
Aufwand mit dem Schmutzwasser wieder gereinigt werden muss.
2. Welche Aufgaben haben die Notüberläufe, und wie sind diese zu
dimensionieren?
Bei verstopften Regenwasserleitungen kann Regenwasser in die
Dachkonstruktion eindringen. Damit dies nicht geschieht, sind an gut
sichtbarer Stelle richtig bemessene Notüberläufe einzubauen.
Die Rohrweite muss auf die anfallende Regenwassermenge
abgestimmt sein.
Die Berechnung der Entwässerung erfolgt gemäss Art. 4.1.12 nach der
Ziffer 7.3.2 (Qnot = A x r5,100 – QR)
3. Dürfen Sie Dachflächen verschiedener Höhenlagen mit einer
Regenwasserfallleitung entwässern?
Grundsätzlich sollte für jede Höhenlage eine separate
Regenwasserfallleitung erstellt werden. Sollte dies nicht möglich
sein, sind folgende nötig (SN 592000 Punkt 4.1.10):
o Anzahl der Niederschlagswassereinläufe erhöhen
o Anzahl der Fallleitungen für die Dachflächen verschiedener
Höhenlagen vergrössern
o Entsprechende Notentwässerung anordnen
4. Umschreiben Sie den Begriff Retention.
Unter Retention versteht man „Zurückhaltung“ des Regenwassers.
Damit sollen die Zuflussspitzen zu Versickerungsanlagen,
Fliessgewässern oder Kanalisation vermindert werden
5. Zählen Sie mögliche Retentionslösungen auf.
Mögliche Lösungen:
o Begrünung von Dachflächen,
o Geländemulden werden vorübergehend überflutet,
o Parkflächen werden beschränkt staubar gemacht,
o Das Regenwasser wird in Rückhaltebecken mit dosierter
Abflussleistung geleitet,
o Das Dach wird so gebaut, dass ein Rückbehalt darauf
möglich ist (gedrosselte Abflussleistung via
Unterdrucksystem Pluvia).
6. Dürfen Sie Regenwasser in Sickerleitungen leiten?
Nein, Regenwasser darf nicht in Sickerleitungen geleitet werden
(SN 592000, Punkt 4.1.1).
7. Wo liegt die Liefer- bzw. Verantwortlichkeitsgrenze bei einer
Regenwasseranlage?
Die Liefer- und Verantwortlichkeitsgrenze zwischen
Bauunternehmer, Sanitärinstallateur und Spengler ist entsprechend
der Nutzungsvereinbarung (siehe Ziffer 2.4.2) festzulegen und durch
den verantwortlichen Planer schriftlich festzuhalten. (SN 592000
Punkt 4.1.4).
8. Wie sind Loggien zu entwässern?
Balkone und Loggien sind in erster Priorität oberflächlich über die
Bodenpassage zu versickern. Die Zulässigkeit ist zu prüfen gemäss
VSA-Richtlinie «Regenwasserentsorgung». Wo sie an das
Schmutzwasser angeschlossen werden, hat dies mit einer separaten
Fallleitung und frostsicher angeordnetem Geruchsverschluss zu
erfolgen. (SN 592000, Punkt 4.1.7).
9. Wie gross ist die minimale Rohrweite nach „Empfehlung“ Schweiz für Balkone?
Für Balkone mit Überdachung der Grundfläche DN 60
Für Balkone ohne Überdachung der Grundfläche DN 70
für alle restlichen Entwässerungssituationen DN 90
10. Erklären Sie den Unterschied zwischen einer Achsverschiebung und einer
Schleifung?
Eine Achsverschiebung die mit Bogen 80 ausgeführt wird,
erfordert bei der Bemessung keine spezielle Berechnung.
Eine Schleifung der Fallleitung, die mit Bogen 80 ausgeführt
werden soll, bedingt in der Regel eine Querschnittsvergrösserung.
Eine solche Schleifung ist wie eine Sammel- oder Grundleitung zu
bemessen.
11. Welche Angaben sind für die Bemessung der Regenwasserleitung notwendig?
QR = Niederschlagsabwasserabfluss pro Teil- oder Gesamtfläche in l/s
A = wirksame beregnete Fläche (Horizontalprojektion) in m2
r = Regenspende in l/s.m2
t = Regendauer in Minuten
T = Wiederkehrperiode (Jahre)
CS= Spitzenabflussbeiwert
12. Umschreiben Sie kurz das Regenwasser-Vollfüllungssystem?
Beim Vollfüllungssystem wird gezielt die Vollfüllung des
Leitungssystem und somit eine Selbstabsaugung durch eine
Unterdruckbildung angestrebt. Diese Vollfüllung wird mittels
spezieller Dachwassereinläufe und durch den hydraulischen
Abgleich der Regenwasserleitung erreicht
13. Was sind die Vorteile eines Regenwasser-Vollfüllungssystems?
Es müssen weniger Einlaufstellen vorgesehen werden, die
Rohrweiten der Leitungen werden kleiner, liegende Leitungen
werden ohne Gefälle verlegt. Durch die höheren
Abflussgeschwindigkeiten entsteht zudem eine Selbstreinigung der
Leitungen.
14. Dürfen Sie Regenwasserleitungen in Decken einbetonieren? (Begründen Sie
Ihre Antwort)
Die in Decken eingelegten Regenwasserleitungen sollten möglichst
kurz sein, müssen jedoch nicht zugänglich sein (SN 592000, Punkt
4.3.2).