Liegenschaftsentwässerung

Liegenschaftsentwässerung

Liegenschaftsentwässerung


H. G.
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Sprache
Deutsch
Kategorie
Berufskunde
Stufe
Berufslehre
Erstellt / Aktualisiert
07.11.2026 / 07.11.2026

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Wie lauten die normenschaffenden Fachorganisationen, welche für die
Überarbeitung der SN 592000 zuständig sind? (Abkürzungen und ausgeschrieben)

Suissetec (Schweizerisch – Lichtensteinische Gebäudetechnik Verband
und VSA Verband Schweizer Abwasser- und Gewässerschutzfachleute

Wird in dieser Norm das Thema Baustellenentwässerung behandelt? 

 

1. nein, in dieser Norm wird das Thema Baustellenentwässerung nicht
behandelt.
2. Dieses Thema wird in der SIA 431 (Entwässerung von Baustellen)
behandelt.

3. Zählen Sie den Geltungsbereich (Gegenstand) dieser Norm auf. 

 

1. Diese Norm gilt für:
o Entwässerungsanlagen inner- und ausserhalb von Gebäuden
bis und mit dem Anschluss an eine öffentliche
Entwässerungsanlage oder in ein öffentliches Gewässer
o Abwasserleitungen und -kanäle im Liegenschaftsbereich, in
welchen das Abwasser mittels Schwerkraft abgeleitet wird.
o Abwasserhebeanlagen und die dazugehörigen Rohrleitungen,
die unter Druck betrieben werden.
o Anlagen zur Vorreinigung für die Bewirtschaftung von
Niederschlagswasser.

 

6. Was verstehen Sie unter dem Begriff Abortanlage? 

 

1. Ist der Inbegriff der heutigen WC-Anlagen, und dient zur Verrichtung der
menschlichen Notdurft

7. Wann wurden die ersten Abortanlagen in der Schweiz gebaut? 

 

1. In der Schweiz wurden die ersten Anlagen im 16. Jahrhundert gebaut.

 

8. Woher kommt die Bezeichnung WC? 

 

1. Die oft verwendete Bezeichnung „WC“ kommt vom englischen
„Watercloset“.

 

9. Wann wurden die ersten Leitungen für die Gebäudeentwässerung in Häusern 
installiert?

1. Leitungen für die Gebäudeentwässerung gehen zurück auf das 19.
Jahrhundert. In den vergangenen 50 Jahren sind gewaltige
Anstrengungen unternommen worden, um den Menschen vermehrt
Hygiene und Komfort zu bieten.

10. Erklären Sie den Unterschied zwischen einem natürlichen- und einem künstlichen 
Wasserkreislauf. 

 

1. Der natürliche Kreislauf wird durch die Natur betrieben, wobei die
Sonne der eigentliche Motor ist.
öffentliches Gewässer (See, Fluss, etc) verdunsten Wolken
Niederschlag
2. Der künstliche Kreislauf wird durch den Menschen gesteuert.
öffentliches Gewässer (See, Fluss, etc) Wasserwerk
Verbraucher ARA

11. Zählen Sie 5 Kapitel auf, welche in der SN 592000 behandelt werden? 

 

1. Geltungsbereich 4 
2. Grundsätze 7 
3. Gebäudeentwässerung Schmutzwasser 18 
4. Gebäudeentwässerung Niederschlagswasser 44 
5. Grundleitungen und Grundstückentwässerung 50 
6. Vorbehandlungs- und Abscheideanlagen 71 
7. Bemessung 82 
8. Abwasserhebeanlagen und Rückstauverschlüsse 96 
9. Entwässerung von Liegenschaften ausserhalb von Bauzonen 117
10. Definitionen 121
11. Normative Verweisungen 129
12. Anhang 132

12. Welche 2 Arten der Siedlungsentwässerung kennen Sie? Erklären Sie diese mit Vorund Nachteilen

1. Trennsystem
o Entlastung ARA
o Sehr aufwändig und teuer

2. Mischsystem
o Günstiger
o Gute Durchspülung
o «sauberes» Abwasser wird der ARA zugeführ

13. Wie lautet die Prioritätsreihenfolge bei der Ableitung von nicht verschmutztem 
Abwasser? 

1. 1. Versickerung
a) mit Bodenpassage (oberflächlich)
b) ohne Bodenpassage (unterirdisch)
2. 2. Einleitung in ein oberirdisches Gewässer
3. 3. Einleitung in ein Mischsystem

14. Wer trägt die Verantwortung, dass die gültige SN 592000 eingehalten wird? 

 

1. Die Verantwortung, dass die gesetzlichen Vorgaben und die Regelungen
der gültigen Normen eingehalten werden, liegt beim Bauherrn. Er oder
dessen Vertreter können einen qualifizierten Fachplaner beauftragen.

15. Erklären Sie die Abkürzungen VSA, Suissetec, SIA. 

 

1. VSA = Verband schweizer Abwasser- und Gewässerschutzfachleute
2. SIA = Schweizerischer Ingenieur- und Architektenverein
3. Suissetec = Der schweizerisch- Lichtensteinsische
Gebäudtechnikverband (früher SSIV)

16. Seit wann ist die vorliegende SN 592000 in Kraft? 

 

1. Diese Norm SN 592000–2024; ist seit dem 1. Juli 2024 in Kraft.

1. Auf welcher gesetzlichen Grundlage basiert die vorliegende Abwassernorm? 

 

der gesetzliche Auftrag lautet wie folgt:
Für die Planung und Erstellung der Anlagen der
Siedlungsentwässerung sind die Art. 6, 7, 11 und 12 des
Bundesgesetzes über den Schutz der Gewässer
(Gewässerschutzgesetz, GSchG) und Art. 11 der
Gewässerschutzverordnung (GSchV) massgebend

Darf der Rohrquerschnitt in Flussrichtung reduziert werden? Begründen Sie Ihre 
Antwort.

 Der Strömungsquerschnitt darf in Abflussrichtung nicht reduziert
werden, um Verstopfungen und Rückstau zu vermeiden. Eine
Ausnahme bilden Regenwasser-Vollfüllungssysteme, bei denen der
Planer solche Verengungen in Einzelfällen zur Regulation der Hydraulik
anwenden darf.

5. Welche Abwasserarten werden für die Anwendung unterschieden? Schreiben Sie 
deren Abkürungen dazu. 

Schmutzwasser:
o häusliches Abwasser (WAS-H)
o industrielles Abwasser (WAS-I)
o Abschlämmwasser aus Kreislaufkühlsystemen (WAS-K)
Niederschlagswasser:
o verschmutztes Regenwasser (WAR-S)
o nicht verschmutztes Regenwasser (WAR-R)
Reinwasser:
o Brunnenwasser (WAR-B)
o Sickerwasser (WAR-Si)
o Grund- und Quellwasser (WAR-G)
o Kühlwasser aus Durchlaufsystemen (WAR-K)

6. Was sagt die Norm über die Trennung von Regen- und Schmutzwasser aus? 

 

Regen- und Schmutzwasser müssen getrennt abgeleitet werden. In
Gebieten mit Mischwassersystemen dürfen sie ausserhalb des
Gebäudes in der letzten Inspektionsmöglichkeit oder der
Grundstücksanschlussleitung zusammengeführt werden.

7. Zählen Sie die minimalen, idealen und die maximalen Gefälle der jeweiligen 
liegenden Leitungen auf.

Art der Leitung Gefälle in % 
min. ideal max.
Grund- und Grundstückanschlussleitung für Schmutzwasser ≤ DN 200 2.0 3.0 5.0 
Grund- und Grundstückanschlussleitung für Schmutzwasser > DN 200 1.5 3.0 5.0 
Grund- und Grundstückanschlussleitung für Niederschlagswasser 1.0 3.0 5.0 
Sammelleitung für Schmutz- und Niederschlagswasser 1.0 3.0 5.0 
Anschlussleitung Schmutzwasser 1.0 3.0 5.0 
Anschlussleitung für Niederschlagswasser 0.5 3.0 5.0 
Sickerleitung 0.5 0.5 1.0 
Lüftungsleitung 0.5 3.0 5.0

8. Dürfen Sie in einem Oelheizungsraum ein Bodenablauf installieren? Begründen Sie 
Ihre Antwort.

 

Ölheizungsraum
Alle Ablaufstellen und Schächte müssen ausserhalb oder über dem
Ölauffangbereich platziert sein.

9. Was sagt die Norm über Lagerräume für wassergefährdete Stoffe? 

 

Der Boden in Lagerräumen für wassergefährdende Stoffe ist abflusslos
zu gestalten. Er muss dicht und mediumbeständig sein sowie eine
Schwellenhöhe von minimal 10 cm aufweisen.

10. In welchen Fällen sind bei Sammelleitungen Putzöffnungen vorzusehen? 

 

Putzöffnungen sind an leicht zugänglicher Stelle anzuordnen. Beim
Gebäudeaustritt ist eine Putzöffnung vorzusehen.
Eine Putzöffnung ist in folgenden Fällen vorzusehen:
o bei gerader Leitung alle 40 m
o nach mehreren Richtungsänderungen von zusammen über 180°

11. Welches sind die Grundlagen für einen sachgerechten Betrieb und Unterhalt einer 
Abwasserinstallation? 

Grundlagen für einen sachgerechten Betrieb und Unterhalt bilden die
bereinigten Pläne (revidierter Ausführungsplan) sowie die Betriebs-,
Wartungs- und Bedienungsanleitungen der ausgeführten
Entwässerungsanlagen. Diese sind dem Betreiber abzugeben.

12. Wer ist für den Betrieb und Unterhalt einer Gebäude- und Grundstückentwässerung 
verantwortlich?

Der Betrieb und Unterhalt der Gebäude- und
Grundstücksentwässerungsanlagen ist Sache des Grundeigentümers.

13. Erklären Sie die Abkürzung GEP.

Unter dem GEP versteht man den generellen Entwässerungsplan,
welche durch die zuständige Behörde oder Kommune geführt wird.
Darin sind alle nötigen Angaben enthalten, welche die Art- und Weise
der Entwässerung im Kanalisationsnetz geregelt sind.

14. Was ist ein „Entwässerungskonzept“? 

 

Im Entwässerungskonzept wird aufgezeigt, auf welche Art eine
Liegenschaft entwässert wird (z.B. Aufteilung in innenliegende und
aussenliegende Entwässerungsanlage, und es werden Parameter wie
Abflusskennzahl, Regenspende, Sicherheitsfaktoren usw. sowie die
Abgrenzung der Verantwortlichkeit zwischen den einzelnen Fachplanern
und die Liefergrenzen zwischen den Ausführenden festgelegt

15. In welcher Norm wird die Dachentwässerung geregelt? 

 

Die Dachentwässerung, welche durch Innenliegende Leitungen
entwässert werden, wird in der SN 592000 Kapitel 4
Gebäudeentwässerung Niederschlagswasser geregelt.
Für die aussenliegende Lösung ist eine spez. Norm des Suissetec
zuständig.

 

16. Was ist der Unterschied zwischen einer Kanalisation und einer 
Liegenschaftsentwässerung?

Die Liegenschaftsentwässerung führt bis zum Kanalanschluss, welcher
im öffentlichen Bereich liegt, und ist in der SN 592000 geregelt.
Die Kanalisation ist das öffentliche Entwässerungsnetz, welche das
Abwasser ab der Liegenschaft bis zur ARA regelt. Die
Ausführungsbestimmungen sind in der SIA 190 geregelt

17. Werden Versickerungsanlagen auch in der SN 592000 geregelt? 

 

Nein, nicht mehr. Diese sind in einer sep. Norm geregelt, weil da
grosses geologisches Verständnis gefordert ist.

 

18. Erklären Sie den Unterschied zwischen einem Trenn- und einem Mischsystem. 

 

Beim Trennsystem werden Regen- und Schmutzwasser getrennt
geführt. Beim Mischsystem werden die beiden Abwässer ab der
Grundstückanschlussleitung gemeinsam geführt.

 

19. Welches Siedlungsentwässerungs-System ist grundsätzlich anzustreben? 

 

Trennsystem mit einer Versickerungsanlage.

 

20. Dürfen Sie Industrielles Schmutzwasser (WAS-I) in einem Mischwasserkanal 
(Mischsystem) zuführen? 

Ja, gemäss Tabelle 2.4.11 ist dies sogar zwingend

21. Ist der Einsatz von Küchenabfallzerkleinern in Entwässerungsanlagen zulässig? 

 

Der Einsatz von Küchenabfallzerkleinern sowie von Nassmüllpressen in
Entwässerungsanlagen ist nicht zulässig (SN 592000 6.3 ).

22. Beschreiben Sie die Verantwortlichkeit im Grundsatz der Gebäudeentwässerung. 

 

Für jedes Projekt ist durch den Bauherrn oder dessen Vertreter ein
Fachspezialist zu benennen. Dieser legt das Entwässerungskonzept
einer Liegenschaft fest.

 

23. Dürfen Rückstauverschlüsse eingebaut werden (Begründung)? 

 

Rückstauverschlüsse sind gemäss Art. 2.4.17 zu vermeiden. Ueber
deren Einsatz entscheidet die zuständige Stelle

24. Wie gross ist das minimale Gefälle einer «gelüfteten» Schleifung? 

 

1%.

1. Welche Lüftungssysteme kennen Sie? 

 

Hauptlüftungssystem, Nebenlüftungssystem indirekt, 
Nebenlüftungssystem direkt und belüftete Anschlussleitungen 
(Umlüftung).

2. Welche Aufgabe erfüllt ein Geruchsverschluss, und wie hoch ist die minimale 
Wasserstandshöhe? 

Der Geruchsverschluss (GV) verhindert das Austreten von Gasen, und 
dessen minimale Wassertandshöhe beträgt 50mm. 

 

3. Wie gross ist die Leistung eines Filter 1 ¼“ beim Rückspülen und wie gross wird die 
Anschlussleitung für die Entwässerung des Abwassers?

Die Wasserleistung beträgt ca. 1,5 l/s und somit wird die 
Anschlussleitung DN 70.

4. Umschreiben Sie den Begriff Sturzstrecke

Ein Teilstück einer Anschlussleitung, das mit mehr als 10% oder 5,8
Gefälle verlegt wird, gilt als Sturzstrecke. 
Die Höhe der Sturzstrecke beträgt min. 20 cm und max. 1,0 m. 

Étudier