Kurs 03414: Motivation, Volition, Emotion, Handlung II. Motivation
Kurs 03414: Motivation, Volition, Emotion, Handlung II. Motivation
Kurs 03414: Motivation, Volition, Emotion, Handlung II. Motivation
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Lernkarten
Implizite und explizite Motive
Implizite und explizite Motive
- Implizite Motive: subtile Verhaltenslenker im Sinne der Affektantizipation, die sich auf Dauer und Intensität des Verhaltens auswirken
- Explizite Motive: Repräsentation bewusster Bedürfnisse und Verpflichtungen, wichtig bei der Entscheidungsfindung
Zwei Verfahrensarten der Motivationsforschung:
Zwei Verfahrensarten der Motivationsforschung:
- Projektive Verfahren, z.B. TAR / Thematischer Apperzeptionstest: messen implizite Motive
- Fragebögen, z.B. SELLMO: messen explizite Motive
Biogene Motive
Biogene Motive
- bereits angeborenm implizit
- Regen zum Selbsterhalt und zur Fortpflanzung an
- Nicht frei von Lernerfahrungen: z.B. können Geschmack etc. in Verbindung mit Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme den erlebten Hunger und Durst modifizieren
Soziogene Motive
Soziogene Motive
- implizit
- Haben auch biologische Einflüsse
- Beispiel: Macht- und Dominanzstreben soziales Motiv, aber früher eng mit dem Fortpflanzungserfolg verbunden
Anschluss und Intimität
Anschluss und Intimität
- Anschlussmotiv zur Minimierung negativer Affekte durch Zurückweisung und Isolation
- Intimitätsmotiv zur Maximierung positiver Affekte durch den Kontakt zu anderen Menschen
- Aus evolutionärer Sicht: beide scheinen die Bindung zur Gruppe anzuregen → mehr Sicherheit
Macht und Dominanz
Macht und Dominanz
- Es geht um soziale Rangordnung, Wunsch nach Einfluss, Überlegenheit, Stärke, Sichtbarkeit werden durch Machtmotiv bestimmt
- Evolutionär: höherer Status erlaubt einfacheren Zugang zu Ressourcen
Leistung (Kompetenz, Neugier)
Leistung (Kompetenz, Neugier)
- Ehrgeiz ist nicht Streben nach Ehre
- Zweck des Leistungsmotivs: Ausbau eigener Kompetenzen, Standards erreichen und übertreffen
- Überschneidungen mit Machtmotiv, doch beim Leistungsmotiv ist der Fokus auf der Verbesserung des Gütemaßstabs selbst und nicht etwaige Statusverbesserung
- Atkinsons Komponenten „Streben nach Erfolg“ und „Vermeiden von Misserfolg“: beide Komponenten des Leistungsmotivs
- White: Leistungsmotiv als Kompetenzmotiv → Ausrichtung auf den Erwerb von Wissen und Fähigkeiten, auch Neugiertendenzen zählen dazu
- Anregungen des Leistungsmotivs durch Rückmeldung zur eigenen Leistung
Motivation durch Zielsetzung
Motivation durch Zielsetzung
- Affektantizipation: betrachtet implizite Ziele
- Zielsetzung: betrachtet explizite Ziele
Zielhierarchien
Zielhierarchien
- großes Ziele werden in Unterziele aufgeteilt
Zielbindung/Commitment
Zielbindung/Commitment
- bei Zielen die über einen langen Zeitraum verfolgt werden führen zur Ausbildung von commitment
- Ziel wird in das Selbstkonzept einer Person mit eingebunden
- -> andererseits entwickeln gerade die Ziele eine hohe Zielbindung, die zum Selbstkonzept der Person passen
- Auswirkungen auf kognitive Prozesse und Strukturen: Ausrichtung der Aufmerksamkeit auf zielrelevante Reize, Besseres Abrufen von zielrelevanten Gedächtnisinhalten
- Ziel der kognitiven Veränderung: Vereinfachung der Zielverfolgung und -verwirklichung
- Commitment somit die beste Vorhersage bezüglich der Zielerreichung
Selbstwirksamkeit
Selbstwirksamkeit
- Motivation kann durch die Wahrneh- mung einer Diskrepanz zwischen Anspruch und derzeitigem Zustand entstehen, wenn man selbst davon überzeugt ist, diese Diskrepanz vermindern zu können.
- Bandura -> „Selbstwirksamkeit“- Ziele beeinflussen Handlung und Motivation nicht direkt, sondern über Prozesse der Selbstbewertung
- Selbstwirksamkeit ist die Überzeugung, dass man selbst die Zielerreichung beeinflussen kann und über die nötigen Fähigkeiten verfügt, dies zu tun
- Dabei wird die Selbstwirksamkeit zum Motivationsanreiz – sie erhöht sich mit jedem erreichten Ziel – umgekehrtes trifft ebenfalls zu
Unterschiedliche Kontrollebenen von Zielen
Unterschiedliche Kontrollebenen von Zielen
- External kontrollierte Ziele
- Introjektive Ziele
- Identifikative Ziele
- Integrative Ziele
- Intrinsische Ziele
- Art des Ziels hat große Auswirkungen auf Persistez und Wiederaufnahme der Zielverfolgung
- Es gilt: je selbstbestimmter ein Ziel, deso besser sind alle drei Aspekte ausgeprägt, desto mehr ist eine Person bereit in die Zielverfolgung zu investieren
External kontrollierte Ziele
External kontrollierte Ziele
- werden nicht aus eigenem Antrieb verfolgt, sondern entweder um Bestrafungen zu entgehen (z.B. Steuern zu zahlen), oder um extrinsische Belohnungen zu erlangen (z.B. einen unbeliebten, aber gut bezahlten Beruf ergreifen).
Introjektive Ziele
Introjektive Ziele
- werden verfolgt, um Schuld- und Schamgefühle zu vermeiden, oder es anderen recht zu machen
- Es sind externale Ziele, die internalisiert wurden, aber weder von der eigenen Person stammen noch mit dieser übereinstimmen
Identifikative Ziele
Identifikative Ziele
- werden verfolgt, weil sie den grundlegenden Werten und Überzeugungen einer Person entsprechen, unabhängig davon, aus welcher Quelle (externale oder internale) sie stammen.
Integrative Ziele
Integrative Ziele
- sind bereits sehr stark selbstbestimmt. Ein Ziel wird ergriffen, weil es in den eigenen Lebensplan passt, also in den eigenen Lebensweg integriert werden kann oder soll.
Intrinsische Ziele
Intrinsische Ziele
- wird nachgegangen weil sie einem selbst Spaß machen, den eigenen Interessen und Bedürfnissen entsprechen
Asynchronität von Motiv und Handlung
Asynchronität von Motiv und Handlung
- Motive und Handlung sind im Alltag oft asynchron – Menschen verfolgen Ziele die nicht zu ihrer Motivlage passen
- -> nicht ohne Folgen – sind Ziele und Motive kongruent gelingt Zielerreichung öfter und effizienter – fehlt zum Ziel passendes Motiv müssen Prozesse bewusst in Gang gesetzt werden – geht mit Effizienzminderung, geringerer Persistenz und Commitment einhergeht
- Ziele die auf Grund von Träumen gewählt wurden sind motivkongruenter
- Schultheis: Visualisierung von Zielen hilft, dazu passende Motive zu finden
Motivationssystem und Zielsystem
Motivationssystem und Zielsystem
- haben unterschiedliche Funktionen, können sich ergänzen oder gegeneinander wirken
- Motivsystem ist evolutionär älter und insbesondere auf die Gegenwart und nahe Zukunft gerichtet
- Zielsystem: langfristige Handlungsplanung und -ausführung
- Motive unterstützen langfristige Zielverfolgung durch emotionale Aufladung der Gegenwart
Übergang zur Volition/Motivation und Wille
Übergang zur Volition/Motivation und Wille
- Sobald eine Handlung von Motiven getragen wird, braucht es keine Willensanstrengung, um sie auszuführen
- Ziele ohne Motive zu verfolgen hingegen brauchen einen Willenseinsatz
Squentielle und imperative Modelle
Squentielle und imperative Modelle
- beschreiben Zusammenhang zwischen Willen, Motivation und Zielen
- Sequenzielle Modelle: Beschreibung, wie Ziele gewählt werden und die damit verbundenen Phasen, sind wichtig, wenn Ziele nicht unmittelbar aus Motiven abgeleitet werden
- Imperative Modelle: Beschreibung von Willensvorgängen, die Motivanreize zur Zielverfolgung substituieren, erklären Handlungen, die nicht durch Motivation alleine realisiert werden
Sequentielle Modelle
Sequentielle Modelle
- Klassischer Vertreter ist Rubikonmodell
- -> Erklärung des Wechselns der Motivationslage, sobald ein Ziel (im Modell Intention) gefasst ist
- Dieser Zielentschluss ist der namensgebende Moment, in welchem der Rubikon überschritten wird
- Ausgangsmotivationslage ist die Abwägensphase – in der Phase vor der Zielwahl werden Ziele auch auf die zu erwartenden Emotionen geprüft
- Änderung des Motivationszustandes nach Zielentschluss zu einer der Realisation dienlichen Affektantizipation, d.h. die Effekte der Ziel-Habens kommen zum tragen
Motivationale vs. Volitionale Steuerung - Zielbildung
Motivationale vs. Volitionale Steuerung - Zielbildung
- Motivationale Steuerung: Durch Motive und Anreize
- Volitionale Stueerung: Durch Vorstellungen
Motivationale vs. Volitionale Steuerung - Aufmerksamkeit
Motivationale vs. Volitionale Steuerung - Aufmerksamkeit
- M: Unwillkürlich, kaum ablenkbar
- V: Kontrolliert, ablenkbar
Motivationale vs. Volitionale Steuerung - Energetisierung
Motivationale vs. Volitionale Steuerung - Energetisierung
- M: Unwillkürlich
- V: Kontrolliert
Motivationale vs. Volitionale Steuerung - Emotion
Motivationale vs. Volitionale Steuerung - Emotion
- M: Förderlich, handlungszentriert
- V: Störend, ergebniszentriert
Motivationale vs. Volitionale Steuerung - Kognition
Motivationale vs. Volitionale Steuerung - Kognition
- M: Förderlich, handlungszentriert
- V: Störend, ergebniszentriert
Motivationale vs. Volitionale Steuerung - Sub. Anstrengung
Motivationale vs. Volitionale Steuerung - Sub. Anstrengung
- M: Niedrig
- V: hoch
Motivationale vs. Volitionale Steuerung - Bei Ablenkung
Motivationale vs. Volitionale Steuerung - Bei Ablenkung
- M: Unwillkürliche Adjustierung
- V: Zusätzliche Kontrollvorgänge
Motivationale vs. Volitionale Steuerung - Zeiterleben
Motivationale vs. Volitionale Steuerung - Zeiterleben
- M: Schnell
- V: langsam