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Erstellt / Aktualisiert 02.02.2013 / 22.01.2017
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Meister Eckehart: Reden der Unterweisung

Religion: Meister Eckehart und die Mystik. Was ist das Wesen der Mystik? Wie funktioniert der mystische Glaube?

Meister Eckehart lebt von 1260 bis 1327, wird von der Kirche als Ketzer angeklagt (Inqusition), stirbt noch vor dem Urteil.

Die Mystik strebt nach der Schau des Göttlichen in der meditativen Versunkenheit. Bedingung dafür ist die Bereitschaft, sich selbst „zu lassen“ wie Eckehart sagt. Eine gute Übung dazu bietet der religiöse Gehorsam, der in den Klöstern praktiziert wird: Die Hingabe an die Klösterliche Ordnung, der Verzicht auf freien Willen befreit das Selbst vom Drängen des Ich. Und wo der Mensch sich hingibt, da nimmt Gott von ihm Besitz.

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Martin Luther

Wer ist Martin Luther? 

In welcher Tradition steht er?

Luther ist ein Mönch, der als Übersetzer an den Humanismus anknüpft, den er allerdings in einer eher grobschlächtigen Form umsetzt. Nach einer religiösen Vision sieht er sich zum Erneuerer des katholischen Glaubens berufen und greift die Missstände der Kirche mit grosser Vehemenz an.

Kritiker sehen in ihm einen Dogmatiker, der sich kaum scheute, mit ähnlicher Heftigkeit gegen Andersdenkende vorzugehen, wie dies die Katholische Kirche tat. 

Für den Protestantismus ist er ein Reformer, der die Kirche von Menschwerk und Missbräuchen gereinigt hat.

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Martin Luther

Was ist die bleibende Leistung Luthers?

Seine Bibelübersetzung setzt die Grundlage für das moderne Deutsch. Die Reformation macht den Anfang einer Jahrhunderte währenden innerkirchlichen Bewegung und schafft den Anlass für eine bis heute nicht abbrechende Serie von religiösen Konflikten.

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Martin Luther

Bedeutung der Reformation?

In der Reformation spalten sich die Reformierten Kirchen von der Katholischen ab. Führende Reformatoren sind Luther, Zwingli und Calvin. Luther kritisiert den Ablasshandel der katholischen Kirche und entwirft das Gegenbild eines Glaubens, der sich allein auf die Heilige Schrift stützt (Sola Scriptura). Er gesteht nur Gott zu, den Menschen die Sünden zu vergeben – und zwar nur aus Gnade (Sola Gratia).

Die Reformation hat einen machtpolitischen Hintergrund: Deutsche Fürsten wollen sich von der Herrschaft des Kaisers, der den Papst unterstützt, lösen. Im Alltag neigt der Protestantismus eher zu einer strengen Auffassung von Tugend und gibt der Arbeit einen höheren Wert, weil sich im Erfolg der Arbeit das Wohlgefallen Gottes spiegelt. Als Katholik begreift man das Leben als ein Schwanken zwischen Sünde, Reue und Vergebung.

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Was ist der Ablass?

- ausstehend -

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Epochenbild: Welche Alltagserfahrungen prägen das Lebensgefühl der Menschen um 1500?

Um 1500 sind Leben und Sterben nahe beieinander – der Friedhof ist ein Ort, wo sich die ganze Familie trifft: In und über den Gräbern. Der Gedanke an das Jenseits ist allgegenwärtig und selbstverständlich ist die Annahme, dass es nach dem harten Erdenleben ein ewiges Leben gibt. Das Berner Münster zeigt über dem Portal eine Darstellung des Jüngsten Gerichtes. Die Sünder wandern in die Hölle und werden an den Gliedmassen gezwackt, mit denen sie gelästert und gesündigt haben. Im Gebälk von gedeckten Brücken und an vielen anderen Stellen hängen Bilder vom Jenseits und Totentänze. Letztere zeigen, wie der Tod vom Bettler bis zum Fürsten, vom kleinen Mönch bis zum Papst alle Menschen zum Tanz bittet.

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Geben Sie in wenigen Sätzen an, wer, wann, warum und mit welchen Folgen die Reformation ausgelöst hat.

1517 schlägt Martin Luther an der Kirche zu Wittenberg seine 95 Thesen an, mit denen er sich gegen die Missbräuche in der katholischen Kirche wendet. Ablasshandel, Päpstliche Anmassung und die Bereicherung der Kirche sind ihm ein Dorn im Auge. Unterstützt wird Luther von Deutschen Fürsten, die sich gegen die Vorherrschaft des Kaisers und des Papstes stellen wollen.

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Wie verbreiteten die Reformatoren ihre Kritik?

Illustrierte Flugschriften, die dank dem frisch erfundenen Buchdruck hergestellt und in Umlauf gebracht werden können.

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Inwiefern könnte man von einer Medienrevolution sprechen?

Buchdruck als neues Medium verbindet sich mit der Reformation als Botschaft und wird zum durchschlagenden Erfolg.

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Richtet sich die Reformation gegen die Religion?

Nein: Luther ist ein frommer Mann, der sich nicht gegen die Kirche, sondern gegen die Missbräuche in ihr richtet.

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Welches Gegenmodell von Kirche entwerfen die Reformatoren?

Die reformierte Kirche kennt nicht mehr die strikte Hierarchie und Autorität eines Führers. Im Idealfall ist es die Gemeinde, die in Gemeinsamer Auslegung der Bibel den Weg zu Gott und dem richtigen Glauben findet.

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Gotthold Ephraim Lessing: Nathan der Weise (1779)

Ringparabel

Der Sultan Saladin fragt den Juden Nathan nach dem richtigen Glauben. In seiner Verlegenheit behilft sich Nathan mit der Ringparabel, einer Geschichte, die von einem Ring handelt, der den Menschen, der ihn trägt allen anderen angenehm macht. Er geht vom Vater jeweils auf den Lieblingssohn, bis ein Vater sich nicht entscheiden kann, welchem seiner drei Söhne er den Ring geben will. Er fertigt zwei Duplikate an, segnet seine Söhne und stirbt glücklich. Unter den Söhnen aber kommt es zu Streit, wer den richtigen habe. 

Der Richter erklärt in seinem Richtspruch alle drei Söhne als betrogene Betrüger – denn zwischen ihnen herrscht nur Zank und Neid. Keiner erweist sich Kraft des Ringes als der Angenehmste der dreien.

In seinem Ratschlag ermuntert er die drei Söhne, ein jeder für sich solle der Wirkung des Ringes nachstreben: 

Es strebe von euch um die Wette,

Die Kraft des Steins in seinem Ring' an Tag

Zu legen! komme dieser Kraft mit Sanftmut

Mit herzlicher Verträglichkeit, mit Wohltun,

Mit innigster Ergebenheit in Gott

Zu Hilf'!

 

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Gotthold Ephraim Lessing: Nathan der Weise (1779)

Bedeutung

Die Parabel lässt sich auf das Verhältnis der drei grossen Religionen Judentum, Christentum und Islam übertragen. Alle drei sind von ihrem Ursprung her verwandt; welche die richtige sei, ist schwer zu entscheiden.

Nach dem Rat des Richters sollen sich die Religionen gegenseitig respektieren und anerkennen, dass sie als Traditionen zur Geschichte ihrer Völker gehören. Es soll aber keine Religion sich über die andere stellen und es soll zwischen ihnen kein Krieg sein.

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Immanuel Kant: Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung? (1784)

Definition der Aufklärung

Immanuel Kant definiert die Aufklärung als „Ausgang des Menschen aus einer selbstverschuldeten Unmündigkeit.“ Er appelliert an den Mut der Menschen, ihren Verstand zu gebrauchen.

Hindernisse in der Aufklärung sieht Kant nicht in erster Linie in der Unterdrückung durch die Obrigkeit, sondern zuallererst in der Faulheit der Menschen, selbst zu denken und zu entscheiden – auch auf die Gefahr hin, einmal zu stolpern.

Bedingung für den Fortschritt der Aufklärung ist die Freiheit der Gedanken

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Immanuel Kant: Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung? (1784)

Bedeutung

Kant umschreibt damit das Programm einer Bewegung, die sich zuallererst von den selbst auferlegten Fesseln befreit.

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Tom Waits besingt in „Make it Rain“ die Pein eines von seiner Frau verlassenen Mannes. Wie veranschaulicht er die Gefühle des Mannes?

Waits verwendet Bilder aus der biblischen Überlieferung: Die Sintflut (Make it rain) soll alle Sünden wegwaschen. Er sieht sich in der Rolle des Kain, dessen Opfer (Liebe) verschmäht wird; er hängt am Gitter vor dem Himmel, er ist, wie Kain, ein verstossener, ein trauriger Gast auf dieser finsteren Erde.

Der Song macht sichtbar, wie stark die durch Mythen überlieferten Bilder noch heute zu unserem kulturellen (Unter-)Bewusstsein gehören.

[Ob er auch Goethe gelesen hat?:

 

Und solang du das nicht hast,

Dieses: Stirb und werde!

Bist du nur ein trüber Gast

Auf der dunklen Erde.

«Selige Sehnsucht» aus dem West-östlichen Divan von Goethe

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Was bezeichnet der Begriff „Archetypen“?

C.G. Jung verwendet ihn für die „Urbilder“ die der Seele eingeschrieben sind. Er steht allgemeiner auch für Urstoffe, die von den Kulturen überliefert sind.

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Kain und Abel; 1. Mose - Kapitel 4

Inhalt

Die Geschichte schildert, wie Kain seinen Bruder Abel erschlägt, aus Zorn darüber, dass Gott sein Opfer verschmäht hat. Gott bestraft ihn damit, dass er für immer verstossen wird; das Kainsmal zeichnet ihn als Verbrecher, aber es schützt ihn auch vor der Verfolgung durch andere.

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Kain und Abel; 1. Mose - Kapitel 4

Themen und Deutung

Gott wird in dieser Geschichte als ein willkürlicher Herrscher dargestellt, der Kain sogar noch in seiner Wut anstachelt („Wenn du Fromm bist, so bist du angenehm“.)

Die Geschichte führt den Begriff der Sünde ein: Der Mensch wird, wenn er unrecht begeht, vor Gott zum Sünder. Gott kann verzeihen oder strafen.

Sünde, Strafe und Vergebung sind reliogiöse Begriffe für den Weltlichen Begriff der Schuld, die von einem Gericht festgehalten wird.

Religiöse Gesellschaften eliten die Normen des Zusammenlebens von Gott ab und sie halten sie in religiöser Überlieferung fest.

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Wie funktioniert eine Metapher

Nach Aristoteles besteht sie in der Übertragung eines Wortes auf einen Gegenstand, den es normalerweise nicht bezeichnet.

«Die Stimme des Bluts deines Bruders schreit zu mir von der Erde.»

Die Stimme des Bluts „schreit“. Schreien kann ein Kind, ein Mensch, der klagt und leidet. Durch die Übertragung erhalten das Blut und der Acker menschliche Eigenschaften, sie werden zum anklagenden Zeugen.

Weitere Beispiele: Computer-«Virus»; Hans ist ein «Bulle». Der Wind tobt.

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Die Sintflut; 1. Mose - Kapitel 6

Inhalt

Gott sieht, dass sich die Kinder von Adam und Eva der Sünde hingeben. (Sie heiraten, wen sie wollen und vermischen sich mit den Menschentöchtern). Er beschliesst, sie  zu «vertilgen von der Erde, vom Menschen an bis auf das Vieh und bis auf das Gewürm und bis auf die Vögel unter dem Himmel; denn es reut mich, dass ich sie gemacht habe.»

Einzig Noah hat sich bewährt und wird verschont. Gott heisst ihn, eine Arche zu bauen und sich, seine Familie sowie von jedem Tier eines zu retten.

Adam gehorcht und wird verschont.

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Die Sintflut; 1. Mose - Kapitel 6

Theme und Deutung

Auch diese Erzählung thematisiert das Verhältnis zwischen Gott und Mensch. Wo der Mensch nicht mehr gehorcht, fällt er in Sünde und wird bestraft.

Ein zweites Thema ist die Vermischung mit anderen Völkern, der zum Anlass der Strafe wird. Gott will sein Volk «rein» halten. Solche Tabus hat es immer wieder gegeben. (Das Gegenstück dazu ist der Ödipus-Mythos).

Der Mythos zeigt aber auch, dass wir – wie Noah – in Gottes Hand selbst die Sintflut überstehen. Sie kann als Bild für alles gesehen werden, was uns überflutet und zu verschlingen droht: Uferlose, Ansprüche, Arbeit, Gefühle, das Rauschhafte. Gott hilft uns darüber hinweg.

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Das erste Buch Mose: Genesis

Inhalt und Einordnung

Gott erschafft in 6 Tagen die Welt und den Menschen «ihm zu Bilde … als Mann und Frau». Er übergibt ihm die Schöpfung mit dem Auftrag «seid fruchtbar und mehret euch und füllt die Erde und macht sie euch untertan».

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Das erste Buch Mose: Genesis

Themen und Deutung

Dieser Mythos führt den Ursprung der Welt auf den Willen eines Schöpfers zurück. Der Mensch ist von ihm gewollt und erschaffen und er erhält seinen Platz im Ganzen des Kosmos.

Der gläubige Mensch sieht sich also in einem Sinnzusammenhang, der dem «Urknallmenschen» entgeht. Er kann sich kaum als gewollt empfinden. Höchstens als Folge eines Prozesses. („Er sah, dass es gut war“)

Die 6 Schöpfungstage spiegeln ein evolutionäres Verständnis des kosmischen Werdens, das beim Licht und bei der ersten Materie beginnt und mit den höchsten Lebewesen endet. (Ein Gegenmodell wäre ein Denken in Wiederkehr.)

Grundlage fundamentalistischen Denkens, sofern die Erzählung wörtlich genommen wird (Kreationismus).

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Beschreibe die Welt als Uhr über das ganze Jahr

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Beschreibe die Welt als Uhr im Monat Dezember

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Das erste Buch Mose: Genesis - Kapitel 2 - Die Erschaffung des Menschen

Inhalt

Am siebten Tage ruht Gott – und erschafft den Menschen (ein zweites Mal, wie kritische Leser einwenden mögen). Er formt ihn aus Erde und haucht ihm seinen Geist ein und gibt ihm den Garten Eden zum Wohnen. Damit er nicht alleine sei, gibt er ihm Eva als «Gehilfin» zur Seite, die er aus seiner Rippe erschafft.

 

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Das erste Buch Mose: Genesis - Kapitel 2 - Die Erschaffung des Menschen

Themen und Deutung

Der Paradiesmythos setzt einen vollkommenen Anfang an die Geschichte des Menschen: Gott hat ihm einen fruchtbaren Garten zugewiesen.

Erschaffung des Menschen aus Erde und göttlichen Odem. Der göttliche Odem bildet sich in der Seele des Menschen ab; als beseelte Wesen unterscheiden sie sich von den anderen Wesen.

Gott lässt dem Menschen die Wahl (zur Sünde). Der Freie Wille und die Möglichkeit der Schuld hängen zusammen.

Auftrag des Menschen: Über die Erde zu herrschen.

Adam und Eva sind das Urpaar und Modell für das Zusammenleben von Mann und Frau.

Die Frau wird als «Gehilfin des Mannes» dargestellt;  Mann und Frau sind «ein Fleisch» und ihre Bindung ist stärker als die zu Vater  und Mutter, 

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Das erste Buch Mose: Genesis - Kapitel 3 - Der Sündenfall

Inhalt

Gott hat den Garten Eden geschaffen, darin den Baum der Erkenntnis. Von ihm zu essen hat er Adam und Eva verboten. Eva lässt von der Schlange verführen und verführt Adam. 

Gott sucht Adam und stellt ihn zur Rede.

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Das erste Buch Mose: Genesis - Kapitel 3 - Der Sündenfall

Themen und Deutung

Die Frau wird von der Gehilfin zur Untertanin des Mannes. Sie muss ihm gehorchen.

Auch die Rolle des Mannes wird definiert: Er muss auf dem Acker im Schweisse seines Angesichts arbeiten.

Jetzt wissen sie, was Scham ist und was Gut und Böse ist.

Warum gibt es das böse, wenn es doch einen allgütigen und allmächtigen Gott haben?

Das Paradies war das Angebot einer guten Welt – der Mensch hat es ausgeschlagen.