Krebstherapeutika

Alkylanzien, Interkalierende WS, ...

Alkylanzien, Interkalierende WS, ...


N. K.
Diese Lernkarten behandeln die Grundlagen und Anwendungen von Krebstherapeutika auf Universitätsniveau. Sie konzentrieren sich auf Mechanismen wie DNA-Schäden, Zellzyklushemmung und Signaltransduktion, wobei Substanzen wie Proteasom-Inhibitoren, Tyrosinkinase-Inhibitoren und Antimetabolite im Mittelpunkt stehen. Die Karteikarten eignen sich für Medizinstudenten und Fachkräfte, die sich mit der Wirkungsweise und Indikation von Zytostatika vertraut machen möchten.
Karten
203
Lernende
2
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
26.07.2016 / 13.05.2021

Lernkarten

GnRH-Rezeptorantagonisten

Starke Modifikation des N-Terminus Cetorelix und Ganirelix zur Behandlung von Fruchtbarkeitsstörungen bei Frauen → ovarielle Stimulation

Wobei werden Antiestrogene (Estrogen-Rezeptor-Antagonisten) verwendet? Bsp.

•Beim Estrogenabhängigen Mammakarzinom:

•Tamoxifen und Toremifen.

Wobei werden Gestagene (Gestagen-Rezeptor-Agonisten) verwendet? Bsp.

• Fortgeschrittene Mamma- und Uterus-Karzinome:

•Megestrolacetat und Medroxyprogesteronacetat

Wobei werden Antiandrogene (Androgen-RezeptorAntagonisten) verwendet? Bsp.

• Prostata-Karzinom: •Cyproteron (steroidal) •Flutamid und Bicalutamid

Aromatase: Funktion, Hemmer, Indikation

•Umwandlung von Androstendion zum Estron

•Enzymkomplex: CYP19 und CYP-Reduktase (mit NADPH als Cofaktor)

•Oxidative Eliminierung der C(19)-Methylgruppe am C(10) und Aromatisierung des Ringes A
•Starke Expression in der Placenta und ovariellen Folikeln

•Hemmstoffe:

A) Exemestan (steroidal)

B) Letrozol, Anastrazol (nicht-steroidal)
Zur Behandlung des hormonabhängigen Mammakarzinoms

Exemestan

Zytostatikum: Steroidaler Aromatase-Inhibitor

• Potent!
•Kaum Wirkung auf Glucocorticoid- und Aldosteron-Biosynthese

• Irreversibler Inhibitor!

•Bindung an Androstendion-Bindungsstelle und Umwandlung durch Aromatase zu alkylierenden Zwischenprodukten, welche kovalent an Aromatase binden.

Letrozol

Zytostatikum: Nicht-steroidaler Aromatase-Inhibitor

• Selektive, potente, kompetitive Aromataseinhibitoren

•Binden via Triazolring an Häm der Aromatase (Vgl. Antimykotika: Azole binden an Häm der 14α-Demethylase)

• Perorale Applikation, gute BV, lange HWZ

Anastrozol

Zytostatikum: Nicht-steroidaler Aromatase-Inhibitor

• Selektive, potente, kompetitive Aromataseinhibitoren

•Binden via Triazolring an Häm der Aromatase (Vgl. Antimykotika: Azole binden an Häm der 14α-Demethylase)

• Perorale Applikation, gute BV, lange HWZ

 5α-Reduktase Funktion, Schaubild, Lokalisation

Umwandlung (Reduktion) von Testosteron zu 5α-Dihydrotestosteron

 

•Zwei Isoenzyme:

5α-Reduktase-Typ 1: dominiert in den Haarfolikeln

5α-Reduktase-Typ 2: dom. im Genitalgewebe und Prostata

Finasterid: Funktion, Indikation, HWZ

Zytostatikum:  5α-Reduktase-Hemmer des Typ 2

•hemmt Typ 2: zur Behandlung der BPH und der androgenen Alopezie

• HWZ von Finasterid im Komplex mit Typ 2: 1 Monat (HWZ: 6-8 Wochen)

Dutasterid

Zytostatikum:  5α-Reduktase-Hemmer des Typ 1 und 2

•rasche Wirkung; HWZ: 5 Wochen

• Therapie der BPH

5-alpha-Reduktase hydriert Testosteron an 4,5 , durch NH an Dutasterid erfolgt Hemmung

Modulatoren der zellulären Signaltransduktion, Untergruppen


Prinzip:

a) Hemmung der Transduktion (Weiterleitung) von Wachstumssignalen durch Inhibition von Tyrosinkinasen
b) Wiederherstellung der Zelldifferenzierung

4.1. Tyrosinkinase-Inhibitoren

4.2. Thalidomid-Analoga

4.3. mTOR-Inhibitoren

4.4. Retinoide und Arsentrioxid

4.5. Monoklonale Antikörper

Wieviele Proteinkinasen hat in etwa der Körper, welche Typen sind es hauptsächlich?

518 Proteinkinasen: Ser/Thr-Kinasen (viele) und Tyr-Kinasen (wenige)

Angriffspunkt von Tyrosinkinase-Inhibitoren (Schaubild)

Übersicht Tyrosinkinasen und Beteiligung an Krebsarten

ATP Bindungstasche von Proteinkinasen: Zielstruktur für Kinaseinhibitoren!

Inhibitoren konkurrieren kompetitiv zu ATP an ATP-Bindungsstelle

•bei allen PK sehr ähnlich aufgebaut
•geringe Unterschiede in der AS-Sequenz lassen selektive Inhibition zu
•Gelenkregion: H-Brücken mit Adenin
•Ribose-Bindungstasche: an der Kinaseoberfläche
•Hydrophobe Seitentasche: wenig konserviert; keine ATPBindung, aber Bindung von Inhibitoren

Wie nutzen Proteinkinasen ATP?

•nutzen ATP als Phosphatquelle

• übertragen γ-Phosphat des ATP auf Substratprotein

Imatinib

Zytostatikum: Tyrosinkinase-Inhibitor

• Erster Tyrosinkinase-Inhibitor

• zur Therapie der Chronisch Myeloischen Leukämie (CML)

• perorale Applikation

•Angriff an Bcr-Abl (Produkt der Chromosoemntranslokation 9 und 22)

• nicht selektiv: hemmt auch Abl, cKit und PDGFR

• Resistenzen: Mutationen in der ATP-Bindungstasche

•durch CYP3A4 metabolisiert

blau: Hemmung von Tyrosinkinasen

grün: Selektivität gegenüber Proteinkinase C

Nilotinib

Zytostatikum: Tyrosinkinase-Inhibitor

•„umgedrehtes Amid“
•geringe Resistenzentwicklung

• hoch affin zu Bcr-Abl

• starker Metabolismus durch CYP3A4, 2C8, 2C9, 2D6

•Therapie der CML (Chronische myeloische Leukämie)

Dasatinib

Zytostatikum: Tyrosinkinase-Inhibitor

•hemmt Bcr-Abl und Src-Kinase

•erkennt im Gegensatz zu Imatinib auch die aktive Konformation von Bcr-Abl

•Therapie der CML

Sorafenib: Wirkung, Indikation

Zytostatikum: Multikinase-Inhibitor

• Multikinase-Inhibitor!

•hemmt wie Sunitinib PDGFR, VEGFR, und cKit, aber auch Raf-Kinasen!
•RAF-Kinasen (Ser/Thr-Kinasen) sind in 30% aller Krebsarten stark aktiv

• zur Therapie von Nierenzell- und Leberzellkarzinomen

Sunitinib: Wirkung, SAR, Indikation

Zytostatikum: Tyrosinkinase-Inhibitor

• unselektiv: hemmt PDGFR, VEGFR und cKit

•anderer Bindungsmodus als Imatinib: Substituent an C(3) ragt in hydrophobe Seitentasche
•rigide Struktur durch intramolekulare H-Brücke

• zur Therapie gastrointestinaler Stromatumoren

EGFR-Aktivität ist in vielen soliden Tumoren wodurch erhöht?

1. Überexpression des Rezeptors

2. Hochregulation der Rezeptor-induzierten Signaltransduktion

3. Mutationen, die Rezeptor aktivieren

4. Erhöhte Ligand-Konzentration

Was für Heterodimere kann EGFR bilden?

HER2 - HER4

Lapatinib

Zytostatikum: EGFR-Tyrosinkinase-Inhibitoren (4-Phenylamino-chinazoline)

1. dualer EGFR und HER2-Tyrsosinkinase-Inhibitor

2. HER2-positives Mammakarzinom

Gefetinib

Zytostatikum: EGFR-Tyrosinkinase-Inhibitoren (4-Phenylamino-chinazoline)

• selektive EGFR-Tyrosinkinaseinhibitoren •metastasierende Bronchial- und Pankreaskazinome

Erlotinib

Zytostatikum: EGFR-Tyrosinkinase-Inhibitoren (4-Phenylamino-chinazoline)

• selektive EGFR-Tyrosinkinaseinhibitoren

•metastasierende Bronchial- und Pankreaskazinome

Lenalidomid

Zytostatikum: Thalidomid-Analogon

•wie Thalidomid (Contergan®): teratogen!
•hemmt Freisetzung entzündungsfördernder Zytokine (TNFalpha, IL-6)

• stimuliert Hämatopoese

• zusammen mit Dexamethason zur Therapie des Multiplen Myeloms.

Wofür steht mTOR?

mammalian target of rapamycin

Wofür werden mTOR-Inhibitoren eigentlich genutzt und welcher Vertreter bildet für welche Therapie eine Ausnahme?

eigentlich genutzt als Immunsuppressiva:

•mTOR = mammalian target of rapamycin (= Sirolimus)

•nur Temsirolimus für Krebstherapie (Sirolimus und Everolimus als Immusuppressivum)

Temsirolimus: WM, Indikation

Zytostatikum: mTOR-Inhibitor

•bei fortgeschr. Nierenkarzinom

• mTOR-Hemmung:
a) führt zur Blockade der Translation von Cyklinen und unterdrückt damit Progression des Zellzyklus von G1- in S-Phase.
b) hemmt HIF-1 und -2α Expression. HIFs sind wichtige Transkriptionsfaktoren (VEGF-Bildung) bei Sauerstoffmangel und damit wichtig für Tumorzellproliferation unter hypoxischen Bedingungen.

Tretinoin: Was ist das für eine Säure, Indikation

Zytostatikum: PML-RARα-Inhibitor

•Therapie der Akuten Promyeloischen Leukämie (APL)

•auch zur Akne-Therapie

• APL: Fusion des RARα mit PML = PML-RARα (t(15;17)

• PML-RARα hemmt die Expression von Genen für die Differenzierung myeloider Zellen (z.B. VD3-induzierte Zelldifferenzierung)
• Tretinoin führt zum Abbau des PML-RARα

•weitere APLs: Fusion des RARα mit PLZF: PLZF-RARα (t(11;17)

PML Rar A WM bzgl. Tretinoin Kram

Alitretinoin: für welchen Rezeptor natürlicher Ligand?

Zytostatikum

natürlicher Ligand des RXR (retinoid X receptor)

•aktiviert RXR und RAR •nur topisch bei Hautläsionen bei Kaposi-Sarkom

Arsentrioxid

Zytostatikum

As2O3

•moduliert zahlreiche Signaltransduktionsprozesse: aktiviert Proteinkinasen und Caspasen → Apoptose!
• zur Therapie der APL (nur bei t(15;17)) (Akute Promyeloische Leukämie )

 

Proteasom: Aufbau, Funktionen, Wozu führt eine Hemmung?

•Multiproteasekomplex (Chymotrypsin/Trypsin-ähnlich)

•Proteinabbau ist für Zellzyklus essentiell.

•Polyubiquitinylierung (an Lysinresten)

•Abbau von Zellzyklus-relevanten Proteinen, Tumorsuppressoren, Transkriptionsfaktoren, Topoisomerase I und IkappaB.
• Hemmung des Proteasoms führt zu Zellzyklusarrest und Apoptose.

Bortezomib

Zytostatikum: Proteasom-Inhibitor

•reagiert mit Thr-Resten im aktiven Zentrum des Proteasoms (z.B. Chymotrypsin)
•Zur Therapie des Multiplen Myeloms

• Parenterale Appl.

Wirkstoffe zur photodynamischen Therapie von Tumoren: Prinzip, Mechanismen, Effekte

Prinzip: Lokale Aktivierung von Photosensibilisatoren mit Laserlicht → Wirkstoffe müssen sich im Tumorgewebe selektiv anreichern

Mechanismen:

a) Schädigung der Tumorzellen

b) Verödung der Tumor-versorgenden Blutgefäße


Effekte: Erzeugung von ROS führt zu:

•Membrandestruktion

•Nukleinsäureabbau

•Störungen des Energiestoffwechsels

•Freisetzung von Cytokinen und Entzündungsmediatoren

Porfimer: Aktivierung bei welcher Wellenlänge, Indikation

Zytostatikum

•Oligomere Hämatoporphyrinether

• i.v. appliziert

•Anregung: bei 630 nm

•Bei nichtkleinzelligen Bronchialkarzinomen, Ösophaguskarzinom, Harnblasenkarzinom

Verteporfin:Aktivierung bei welcher Wellenlänge, Indikation

Zytostatikum

•bei pathophysiologischer Gefäßneubildung in der Netzhaut.

• i.v. appliziert: Anreicherung in Endothel bei sich neubildenden Gefäßen.
•Angeregter Wirkstoff wandelt „Triplett-Sauerstoff“ in „SingulettSauerstoff“ um: ROS Bildung!

•Augen und Hautschutz für 48 h.

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