Krebstherapeutika
Alkylanzien, Interkalierende WS, ...
Alkylanzien, Interkalierende WS, ...
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Cartes-fiches
Wofür ist "Caspase" eine Abkürzung? Zu welcher Proteingruppe gehören sie?
Cystein-haltige Aspartasen
Cystein-Proteasen
Caspase Funktionen
• spalten Substrate sequenzspezifisch (3 AS vor Asp) hinter Aspartat-Resten
•Signaltransduktionskaskade
•Veränderung von Effektorproteine führt dann zur APOPTOSE.
•Caspasen unterscheiden sich hinsichtlich der Sequenzspezifität
• Wichtigste Effektorcaspase: Caspase-3
Funktion des Tumorsuppressorgens p53
• besitzt 3´-5´-Nucleaseaktivität (wichtig bei DNA-Reparatur)
• wirkt als Transkriptionsfaktor (steuert Apoptose-relevante Gene, z.B. Bax)
•induziert CDK-Inhibitor p21 (welches die DNA-Replikation und somit Zellzyklus stoppt)
•Aflatoxin B1, Tabakrauch führen zur Mutation des p53 Gens
• p53 Mutation bei 50% aller Tumore nachgewiesen
Zytostatika: Target-Ziel, Problem, prinzipielle Angriffspunkte
Ziele:
• selektiv Zellteilung von Tumorzellen stoppen
•selektiv Tumorzellen zur Apoptose oder Nekrose zu bringen
Problem:
die meisten Zytostatika haben nur geringe Selektivität für Tumorzellen und wirken somit auf andere stark proliferierende Zellen (=> Nebenwirkungen, wie z.B. Haarausfall, Schleimhaut- und Blutbildveränderungen)
Prinzipielle Angriffspunkte: Nukleotid- und DNA-Stoffwechsel
- proliferierende Zelle bedarf geregelten Nukleotid-Stoffwechsel für Zellzyklus
- ruhende Zelle nicht (damit geringe Schädigung durch Zytostatika)
- Hemmung von Wachstumssignalen
Zellzyklusphasen
G1-Phase: Nach der Ruhephase („gap“); Neusynthese wachstumsrelevanter Proteine (z.B. Polymerasen)
S-Phase: DNA-Synthese
G2-Phase: Vorbereitung zur Mitose; Zellvergrößerung durch Flüssigkeitsaufnahme
M-Phase: Mitose = Chromosomenteilung, Zellkernteilung und Zellteilung
G0-Phase: Ruhephase; Zustand differenzierter Zellen (Rückkehr nach G1 ggfs. möglich)
Mitose
Prophase: Verkürzung der Chromosomen durch Spiralisierung (Kondensierung), Zusammenhalten der Chromatiden durch Centromer, gegen Ende (Prometaphase): Auflösen der Kernmembran, verschwinden der Nukleolen
Metaphase: Chromosomen sind nun maximal verdickt und liegen in der Äquatorialebene der Zelle vor, die Centromere sind gespalten
Anaphase: Trennen der Chromatide und Wandern zu den Polen der Zelle, Centromere werden hierbei von Spindelfasern geführt
Telophase: Entspiralisieren der Chromatide in Polen der Zelle, Neubildung einer Kernmembran & Nucleolus, Tochterkerne gehen in Interphase über, die Zelle wird durch Ausbildung einer neuen Querwand zweigeteilt.
Interphase: Verdopplung der DNA
Angriffspunkte der Zytostatika in Abhängigkeit vom Zellzyklus
Phasenunspezifische Zytostatika:
- Platinverbindungen
- Alkylanzien
- Interkalierer
In der S-Phase (Phase, in der DNA-Synthese erfolgt) angreifende Zytostatika:
- Antimetabolite (z.B. 5-Fluoruracil)
- Inhibitoren der Ribonucleotidsynthese (z.B. Ribonucleotidreduktase-Inhibitor Hydroxyharnstoff)
- Methotrexat (Folsäure-Antagonist: inhibiert Dihydrofolat-Reduktase)
Topoisomerase-Inhibitoren: wirken in der S, G2(Vorbereitugn zur Mitose, Zellvergrößerung durch Flüssigkeitsaufnahme) und M Phase (Mitose)
Mitose Inhibitoren: wirken in der G2 und M- Phase
In welcher Phase des Zellzyklus können Zytostatika Tumorzellen nicht angreifen?
in der G0-Phase, da hier die Ruhephase ist und die Zellen differenziert sind
Bis zu wieviel Prozent der Tumorzellen liegen in der G0-Phase vor?
90% -> kackee, da weniger Angriffspunkt
Alkylantien: allgemeiner Wirkmechanismus, weitere Wirkungen
•bilden reaktive Carbokationen, die bevorzugt Nukleinsäuren alkylieren
•greifen auch nukleophile Zentren (OH, NH, SH, COOH) von Proteinen an
• keine Selektivität bzgl. Wirkort oder Struktur
N-Lost-Derivate: Grundstruktur ist wovon abgeleitet, WM, Wovon ist Reaktionsgeschwindigkeit abhängig? Risiko?
•abgeleitet von dem Kampfgas „Lost“ (Senfgas: Cl-C2H5-S-C2H5-Cl)
•bifunktionelle Alkylanzien: cross-linking! bevorzugt Pos. N-7 von Guanosin
- alle therapeutisch eingesetzten N-Lost-Derivate haben Aromaten
• cross-linking verhindert DNA-Einzelstrangbildung
•Reaktionsgeschwindigkeit ist abhängig von der Nucleophilie des N-Atoms (N-Protonierung blockiert Reaktion => über pH-steuerbar)
• sind quasi selbst Kanzerogene! (können auch gesunde Zellen schädigen -> deshalb Einsatz auch bei Leukämie und Myelomen )
haben massive NW
Bendamustin
Zytostatikum: N-Lost-Derivat
• zur Therapie der chronisch lymphatischen Leukämie
Oxaphosphinane: Grundstruktur, Metabolismus, Resistenzen
- haben eine Phosphoesteramid-Struktur
- die einzelnen Vertreter unterscheiden sich lediglich in der Stellung &/o. Zahl der Chlorethyl-Reste
•reaktionsträge Prodrugs → Biotransformation in der Leber: reaktive Alkylantien!
•deutlich weniger nukleophil als N-Lost, da N in einer Phosphoamidstruktur
• Resistenzen:
- durch Enzyminduktion (z.B.: Aldehyddehydrogenase)
-durch erhöhte Thiolspiegel
-durch verringerte Apoptoserate
Cyclophosphamid
Zytostatikum: Oxaphosphinan
• Phosphor ist chiral: (-) Enantiomer höhere Zytotoxizität (bessere Pharmakokinetik; Therapie: Racemat)
• Indikation: Leukosen (weil Bioaktivierung insb. in Tieren auch in Leukozyten erfolgt), M. Hodgkins, N-H-Lymphome, Bronchial-, Mamma-, Ovarial-CA.
Bioaktivierung:
-in der Leber durch CYP2B6 und CYP2C
-Bildung des 4´-OH-CP (ein Halbaminal)
-in Krebszelle: Bildung des alkylierenden P-OH-Derivats
-in nicht-transformierter Zelle: Bildung des nicht alkylierenden P-O-Etherderivats
-Acrolein: zwar zytotoxisch, aber keine Wirkung auf Krebszelle (verursacht NW im Urogenitaltrakt: wahrscheinlich Alkylierung von Cysteinresten in Proteinen→ Gabe von Mesna)
-perorale Gabe möglich, BV = 70-90%
-intravenöse Gabe ungünstig, da bioaktivierender Schritt in der Leber bei oraler Gabe ausgeprägter ist
- HWZ = 6-8 h
Aziridin-Derivate: zytotoxisches Prinzip, Indikation, Wirkstoff
zyt. Prinzip: Aufspaltung des Aziridinringsystems unter Alkylierung eines Nukleophils (X-H)
• Reaktivität auch unter sauren Bedingungen hoch (im Ggs zu N-Lost)
• ThioTEPA: einziger Wirkstoff, quasi obsolet
• parenteral bei Brustkrebs, Blasenkrebs Ovarialkarzinom
•Hauptmetabolit: TEPA
Mitomycin: Woraus gewonnen? Bioaktivierung, WM, Applikation
• Aus Streptomyces caespitosus
• antibakteriell
• Prodrug: Bioaktivierung zu Alkylans über Reduktasen -> Chinon zu Hydrochinon
•Alkylierung führt zu cross-linking mit DNA
• parenterale Applikation
Methansulfonsäureester: Struktur, WM, Applikation, Indikation
• Ester der Methansulfonsäure, die nukleophile Gruppen relativ unspezifisch alkylieren können (vgl. Dimethylsulfat)
• Cross linking: Reaktion mit N-7 des Guanins
• peroral und parenterale Applikation (chron. myeloische Leukämie, Ovarialkarzinom)