Krebstherapeutika

Alkylanzien, Interkalierende WS, ...

Alkylanzien, Interkalierende WS, ...


N. K.
Diese Lernkarten behandeln die Grundlagen und Anwendungen von Krebstherapeutika auf Universitätsniveau. Sie konzentrieren sich auf Mechanismen wie DNA-Schäden, Zellzyklushemmung und Signaltransduktion, wobei Substanzen wie Proteasom-Inhibitoren, Tyrosinkinase-Inhibitoren und Antimetabolite im Mittelpunkt stehen. Die Karteikarten eignen sich für Medizinstudenten und Fachkräfte, die sich mit der Wirkungsweise und Indikation von Zytostatika vertraut machen möchten.
Cartes-fiches
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Utilisateurs
2
Langue
Allemand
Catégorie
Médecine
Niveau
Université
Créé / Mis à jour
26.07.2016 / 13.05.2021

Cartes-fiches

Capecitabin: Applikation, wo erfolgt Bioaktivierung

Zytostatikum: Antimetabolit (Pyrimidin-Nukleosid-Analogon)

• peroral applizierbares Prodrug von 5-FU!

•Bioaktivierung erfolgt im Tumorgewebe: beteiligte Enyzme sind im Tumorgewebe stärker exprimiert als in normalem, gesunden Gewebe.

Capecitabin Bioaktivierung

Cytarabin

Zytostatikum: Antimetabolit (Pyrimidin-Nukleosid-Analogon)

• parenterale Applikation

•Cytidin-Analoga mit veränderter Ribose

•Überführung in die Triphosphate

Konkurrenzsubstrat zu dCTP und Hemmung der DNA-Polymerase

Gemcitabin

Zytostatikum: Antimetabolit (Pyrimidin-Nukleosid-Analogon)

• parenterale Applikation

•Cytidin-Analoga mit veränderter Ribose

•Überführung in die Triphosphate

a) wird als Triphosphat in DNA eingebaut und hemmt DNA-Synthese durch Kettenabbruch.

b) hemmt als Diphosphat die Umwandlung von CTP zu dCTP.

Mercaptopurin: Struktur, Bioaktivierung, WM, Kombination, Indikation

Zytostatikum: Antimetabolit (Purinbasen-Analogon)

• Adenin-Analogon (Thioamid-Funktion vorliegend)

• Prodrug: Bioaktivierung durch Ribosylierung und Phosphorylierung zum 6-Mercaptopurin-Ribonucleotid
a) dieses hemmt kompetitiv Enzyme der Purinbiosynthese

b) wird in DNA eingebaut

•CAVE: Metabolismus des 6-Mercaptopurin-Ribonucleotid erfolgt durch Thiopurinmethyltransferase, welches von SNPs betroffen ist.
•Kann zu sekundärer Hyperurikämie führen: Allopurinol-Gabe! Dadurch wird jedoch Metabolismus des 6-Mercaptopurins verzögert => Dosisreduktion!

•Therapie der akuten lymphatischen Leukämie (perorale Applikation).

Tioguanin: Struktur, Bioaktivierung, Wasserlöslichkeit, Resorption, HWZ

Zytostatikum: Antimetabolit (Purinbasen-Analogon)

•Schwefel-Analogon des Guanins

•liegt in SH-Funktion vor

• Prodrug: Bioaktivierung durch Ribosylierung und Phosphorylierung

• geringe Wasserlöslichkeit, schlechte Resorption

• kurze HWZ (50 min)

Purin-Nukleosid-Analoga WM allgemein

Prodrugs: Überführung in Trisphosphate, Einbau in DNA und DNA-Kettenabbruch (vgl. Virustatika)

Fludarabin

Zytostatikum: Antimetabolit (Purin-Nukleosid-Analogon)

•auch als wasserlösliches Phosphat eingesetzt, parenteral!

•hemmt auch Ribonukleotid-Reduktase, DNA-Polymerase, DNA-Primase und DNA-Ligase
•Therapie der chronisch-lymphatischen Leukämie des B-Zell-Typ

Cladribin

Zytostatikum: Antimetabolit (Purin-Nukleosid-Analogon)

• spezifisch für lymphoide Zellen

•schädigt ruhende als auch proliferierende Zellen

Pentostatin

Zytostatikum: Antimetabolit (Purin-Nukleosid-Analogon)

•hemmt Adenosin-Desaminase: dadurch wird Desoxyadenosintriphosphat angereichert welches die Ribonukleotid-Reduktase hemmt.

Clofarabin

Zytostatikum: Antimetabolit (Purin-Nukleosid-Analogon)

Nelarabin

Zytostatikum: Antimetabolit (Purin-Nukleosid-Analogon)

• Prodrug! Wird zur Wirkform Ara-G umgewandelt.

•Therapie der chronisch-lymphatischen Leukämie des T-Zell-Typ

Folsäure Struktur

Vitamin B9

• Für Bakterien als Wachstumsfaktor essentiell

• Syn. Pteroylgluatmat, auch als –triglutamat, -heptagluatmat oder -polyglutamat (Monoglutamat kommt in der Natur nicht vor!)
• Unterschiede: Hydrierungsgrad, Substitution an N5 und N10, Anzahl der Glutamate (Bioverfügbarkeit!)

Vergleich der Partialstrukturen von Folsäure, Methotrexat und Aminopterin

Folsäure-Analoga: Wo greifen sie ein? Welche Enzyme werden gehemmt?

•Greifen in die Biosynthese der Folsäure ein, die für die Synthese von methylierten Purin- und Pyrimidinbasen wichtig ist (C1-Überträger).
•Hemmung der Dihydrofolatreduktase, Thymidylat-Synthase, Lycinamid-Ribonukleotid-Formyltransferase (GARFT) und 5-Aminoimidazol-4-carboxamid-Ribonukleotid(AICAR)-Transformylase

Methotrexat: WM, Indikation, Dosierung, NW, Umgehung NW, PK, Metabolismus

Zytostatikum/Anti-Rheumatikum: Folsäure-Analogon

aufgrund des aromatischen Pyrimidinteils: hohe Affinität zur DHF-Reduktase (pseudoirreversibel), da auch lipophiler als Dihydrofolsäure

• zur Therapie der akuten lymphatischen Leukämie, Chorionkarzinom, Non-Hodgkin-Lymphom und Mammakarzinom.
• proliferierende Zellen mit höherem Bedarf an DNA-Synthese sind anfälliger

•Dosierung:

- hoch dosiert (1-20 g/Woche): Leukämie

- niedrig dosiert (5-10 mg/Woche, da auch immunsuppressive Eigenschaft): Rheumatoide Arthritis (wahrscheinlich wirksam durch Lymphozytenproliferation), Psoriasis (u.a. Autoimmunerkrankungen)

=> keine Dosisproportionalität der BV bei Zufuhr höherer Dosen, da die Absorption einem aktiven Transport unterliegt

häufige NW: Knochenmarksdepression, Blutbildveränderungen, Entzündungen derr Mund- und Darmschleimhäute oder Ulzerationen
•Umgehung von Nebenwirkungen: Gabe von Folinsäure (N(5)-Formyltetrahydrofolsäure) oder Tetrahydrofolsäure als „Antidot“ nach einigen Stunden= Rescue-Verfahren für die Thymidinsynthese -> Folinsäure als C-Gruppen-Donor für dUMP. (man hofft, dass sich normale Zellen leichter erholen als Krebszellen (höherer Umsatz). -> Folgen einer Blockierung der katalytischen Funktion der THF-abhängigen Coenyzem für gesunde Zellen gemindert werden

• perorale Gabe, BV 25-100%, aktiver Transport.

•überwindet die B/H-Schranke

•wird in Zellen als Polyglutamat angereichert: Polyglutamate sind selbst stärker wirksam (GARFT, Thymidylat-Synthase)!
• Polyglutamoylierung in Krebszellen schneller als in nicht-transformierten Zellen, Polyglutamate haben längere intrazelluläre HWZ
•HWZ = 8-12 h

•Elimination: via tubuläre Sekretion (Interferenz mit Penicillinen, Sulfonamiden, Salicylaten)
• kaum metabolisiert

Pemetrexed

Zytostatikum/Anti-Rheumatikum: Folsäure-Analogon

Unterschiede zu Methotrexat:

•DHFR: 1000-fach schwächer gehemmt als bei Methotrexat.
•hemmt GARFT stärker

•parenteral!

•nichtkleinzelligem Bronchialkarzinom

Strukturunterschied zu Folsäure: Pyrrol statt Pyrazin, statt p-Aminobenzoesäure kein Stickstoff, sondern Methylenbrücke

Methotrexat Wirkmechanismus

Methotrexat Bindung an Dihydrofolat Reduktase im Vergleich zu Dihydrofolsäure. Welche AS Bindung ist neu?

die an Alanin97

Methotrexat bindet auch stärker an das Membran-Carriersystem als Dihydrofolat => rasche intrazelluläre Wirkstoffanreicherung!

Hydroxyharnstoff: Struktur, HWZ, WM

Zytostatikum: Inhibitoren der Ribonukleotid-Reduktase

• komplexiert das Fe(III) in der Ribonukleotid-Reduktase: Fe(III) wird zu Fe(II) reduziert, welches dann nicht mehr in der Lage ist ein (stabiles) essentielles Tyrosinradikal zu bilden.
•Blockade des Übergangs G1 – S-Phase

• perorale Applikation, kurze HWZ

Topoisomerase-Inhibitoren

•DNA in der Zelle: als Superhelix zu Überspirale verdrillt (Platzersparnis)

• Topoisomere DNA = DNA-Stränge, die sich in der Windungszahl unterscheiden

•Superspiralisierung: wird durch Topoisomerasen gesteuert: DNA-Strangöffnung – Strang-Rotation - Wiederverknüpfung des Stranges.
• Topoisomerasen = reversible Nukleasen (an Phosphatgruppen via Tyrosinrest), die die Superspiralisierung der DNA steuern → Relaxation überspiralisierter DNA.
•Topisomerase I: Einzelstrangbrüche

•Toposimerase II: Doppelstrangbrüche

• MERKE: Öffnen des Stranges geschieht langsamer als Schließen!

Wirkungsmechanismus von Topoisomerase-Inhibitoren I

Topoisomerase-1-Inhibitoren:

Hemmung der Wiederverknüpfung des geöffneten DNA Stranges => Einzelstrangbruch bleibt geöffnet
=> Polymerase öffnet den zweiten Strang zum Doppelstrangbruch => Zelluntergang in der S-Phase.

Relaxation überspiralisierter DNA (Schaubild)

DNA-Strangöffnung durch Topoisomerasen

nukleophiler Angriff an Phosphat

Camptothecin

Zytostatikum: Hemmstoff der Topoisomerase I

•interkaliert mit DNA und bildet ternären DNA-Topoisomerase-Camptothecin Komplex.
•Nur S-Enantiomer ist wirksam!

• 4-OH und N-6 sind für Bindung essentiell (Pfeile)

•Lactonring bei pH > 10 geöffnet

•Nachteile: schlecht wasserlöslich und erhebliche Nebenwirkungen

Camptothecin Bindung an Topoisomerase I Bindungstasche

Topotecan: Wasserlöslichkeit, BV, Applikation, Indikation

Zytostatikum: Hemmstoff der Topoisomerase I

• bessere Wasserlöslichkeit (phenolische OH und tert. Amin)

• bessere BV und PK als Camptothecin

• perorale Applikation

 geringere Toxizität als C.

• überwindet B/H-Schranke
•bei metast. Ovarialkarzinom und rezidiviertem kleinzelligen Bronchialkarzinom

Irinotecan: Struktur, Bioaktivierung, Indikation

Zytostatikum: Hemmstoff der Topoisomerase I

• Prodrug!

• geringe Toxizität!

• 9-OH ist mit Dipiperidylcarbonsäure verknüpft: verbesserte Wasserlöslichkeit und damit parenterale (i.v.) Applikation!
•Aktiver Metabolit: SN-38

• bei fortgeschrittenem Colonkarzinom

Etoposid: WM, Wasserlöslichkeit, Applikation, Metabolismus

Zytostatikum: Hemmstoffe der Topoisomerase-II (Podophyllotoxin-Derivate)

•hemmt via Interkalation die Topoisomerase-II (wie Anthracycline)

•bildet DNA-Etoposid-Topoisomerase Komplex, der die DNA-Wiederverknüpfung hemmt.
•bei Replikation wird kovalenter Spaltungskomplex zerstört und Doppelstrangbrüche induziert
• 4´-OH und Methoxyreste (Ring C): für Topoisomerase-Inhibition essentiell

•Zuckerrest: interagiert mit DNA (?)

•Ringe A, B und C: interagieren mit Topo-II(?)

•schlecht wasserlöslich und in Wasser instabil

• parenteral und peroral

• starke Glucuronidierung

Mikrotubuli: Funktion, Eiingriff Mitoseinhibitoren

Mikrotubuli sind wichtig für die Trennung der Chromosomensätze bei der Zellteilung.

Mikrotubuli: → lange, filamentöse Proteinpolymere aus α- und β-Tubulinheterodimeren → dynamischer Auf- und Abbau der Mikrotubuli aus Tubulindimeren; am (+)-Ende stärker als am (-)-Ende
→ gleichzeitige Verlängerung des einen Endes und Abbau des anderen Endes Mitoseinhibitoren: Stören Auf- oder Abbau des Spindelapparates (Mikrotubuli)

Durch welche Mechanismen erfolgt eine Mikrotobuli-Hemmung? Welche WS gibt es? Wo greifen diese an?

A) Hemmung des Aufbaus/Dynamik von Mikrotubuli:

•Colchicin (nicht therapeutisch, zu toxisch)

•Vinca-Alkaloide

→ in niedrigen Konz.: Störung der Mikrotubuli-Dynamik

→ in höheren Konz.: Störung des Mikrotubuli-Aufbau


B) Hemmung des Abbau von Mikrotubuli:

•Taxol und Taxane

•Epothilone

=> Angriff jeweils an β-UE, jedoch an unterschiedlichen Bindungsstellen!

Vinca Alkaloide: Als Beispielstruktur Vinblasti ( da die einfach fucking abgefuckt aussehen man und das keiner Fragen soll verdammt), Wirkmechanismus

Zytostatikum: Mitoseinhibitor (Vinca-Alkaloide)

Binden reversibel an „Vinca-Bindungsstelle“ an (+)-Ende der β-UE

Mikrotubuli-Aufbau verlangsamt
=>Blockade in der Metaphase der Mitose

=>Kein Auf- und kein Abbau
=>Keine Trennung der Chromosomen

=>Apoptose!
• Akkumulieren bis zu 100-fach in der Zelle

•Vinblastin, Vincristin und Vindesin: parenteral

•Vinorelbin: peroral, lange HWZ 85h

Vindesin und Vinorelbin: halbsynthetisch

Vinorelbin hat Ethylgruppe statt OH Gruppe!!!

Taxol = Paclitaxel

Zytostatikum: Mitoseinhibitor (Taxan)

•aus Pazifik-Eibe (Taxus brevifolia)
•nur in geringe Mengen vorhanden

• synthetisch nicht zugänglich

Docetaxel

Zytostatikum: Mitoseinhibitor (Taxan)

gegenüb. Paclitaxel bevorzugt
•Bindung an Innenseite der Mikrotubuli: → steigert Mikrotubulipolymerisation → kein funktionsfähiger Spindelapparat → Apoptose
•Applikation: parenteral (allerdings schlecht wasserlöslich)
•Anreicherung in Zellinnern

•Indikation: verschiedene Krebsarten

• Substrate des P-Glykoproteins!

Ixabepilon

•Methylgruppe verstärkt Wirkung

Zytostatikum: Mitoseinhibitor (Epothilon)

•Makrolide aus Myxobakterien

•Gleiche Bindungsstelle wie Taxane (induzieren Tululinpolymerisation)

•Lactam erhöht Stabilität

•Schlecht wasserlöslich (Zusatz von Detergenz)

•Zur Behandlung chemoresistenter Tumore

•Metabolismus: CYP3A4

Wann werden Modulatoren der Sexualhormon-Wirkung und -Biosynthese verwendet?

Zur Therapie hormonabhängiger Tumore in frühem Stadium:

•Prostata-Karzinom

•Mamma-Karzinom

•Uterus-Karzinom

Modulatoren der Sexualhormon-Wirkung und -Biosynthese: Welche Therapieformen gibt es?

A) Ablative Therapie: Blockade der Hormonproduktion

B) Additive Therapie: Gabe gegengeschlechtlicher Sexualhormone

C) Kompetitive Therapie: Gabe von Hormon-Antagonisten

Analoga des Gonadorelins: sog. GnRH-Rezeptor-Superagonisten: Indikation, WM

•Zur Therapie des Testosteron-abhängigen Prostata-Karzinoms

•Gonadorelin stimuliert Freisetzung von FSH und LH, die wiederum Testosteron-Produktion in Gonaden regulieren.
Gonadorelin-Superagonisten („chemische Kastration“):

Überstimulierung der GnRH-Rezeptoren

=>Abbau von GnRH-Rezeptoren
=> Reduktion der FSH und LH-Freisetzung

=>Suppression der Testosteron-Produktion
=> Wachstumshemmung des hormonabhängigen Tumors

Gonadorelin (GnRH) Eigenschaften

•Dekapeptid

• Kurze HWZ, 10 min

• Enzym. Spaltung zw. Tyr5 u. Gly6 oder zwischen Gly6 u. Leu7

GnRH-Superagonisten: Aktivität, HWZ

Bis zu 100-fach höhere Aktivität als GnRH

→ Austausch von L-AS d.h. Gly6 gegen D-AS (z.B. D-Trp, D-Leu):

schwerer spaltbar: längere HWZ → Modifizierung des Gly10: N-Hydroxyethylrest

Étudier