Klinische Medizin 3
Klinische Medizin 3 für Medizinische Informatik und Medizinische Ingenieurswissenschaften
Klinische Medizin 3 für Medizinische Informatik und Medizinische Ingenieurswissenschaften
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Flashcards
Leistung der Niere
- 180l Primärharn bilden die Nieren täglich
- 1,5-2 l Endharn (Urin)
Bestimmung der Nierenfunktion
- GFR = Glomeruläre Filtrationsrate
- Serumkreatenin steigt erst bei einer 50%igen Reduktion der GFR
- normaler S-Kreatinin schließt Nierenerkrankung nicht aus
estimated = kalkulierte eGFR
- Cockroft & Gault
GFR = (150-Alter) * kgKG / S-Kreatinin - MDRD = Modification of Diet in Renal Disease
GFR = 168 + S-Krea^(-1.154) * Alter^(-0.203)
bei Übergewicht, Kindern, älteren Patienten, Amputationen, Unterernährung und Nierengesunden sind die Formeln nicht zuverlässig!!
Endogene Kreatinin-Clearance (24h Sammelurin)
GFR [ml/min] = Urin-Krea [qmol/l] * Urinvolumen [ml] / (Plasma-Krea [qmol/l] * 1440 [min])
Akutes Nierenversagen - Epidemiologie
- ANV ist häufig
- Inziden
- 5% aller Pat. bei stat. Aufnahme
- 30% aller Pat. auf Intensiv
- >50% der Pat. mit Sepsis und/oder Schock
- Inziden
- ANV ist gefährlich
- Mortalität
- 10.30% Nicht-im Krankenhaus erworbenes ANV
- 40-70% Intensiv und ANV
- Vergleichbar Pat. auf Intensiv mit ANV versterben doppelt so häufig wie Pat. ohne
- Mortalität
Urinstatus
- normaler U-Status schließt Nierenerkrankung nicht aus
- detektiert nicht
- Mikroalbuminurie (20-200mg(l)
- alle anderen Proteine
Prognosen Akute/chronische Niereninsuffizienz
- ANV
- rasch auftretend
- häufig behandelbar
- häufig reversibel
- restitutio ad integrum
- CNV
- chronisch
- progredient (fortschreitend)
- terminale Niereninsuffizienz
Therapie des akuten Nierenversagens
- Bekämpfung der Ursache
- Flüssigkeitsgabe (schnell!) bei Exsikkose (prärenal)
- Flüssigkeitsrestriktion bei Überwässerung -> ggf. Furosemid (versuch) hochdosiert
- Urologie (DK) (postrenal)
- Kalium einsparen/senken, Azidose ausgleich (Bikarbonat)
- Nierenersatzverfahren (Akutdialyse)
Apherese Definition
"Wegnehmen" von pathologischen (krankhaften) Bestandteilen (Proteine, Antikörper, Zellen) aus dem Blut.
Indikation von Aphereseverfahren
Jede (Autoimmun-) Erkrankung, in der ein zirkulierender pahogenetischer Faktor (Autoantikörper) identifiziert werden konnte.
Elimination (Filtration) von Molekülen
- Cut off -Molekülgröße, bi zu der eine Membran die Substanz noch hindurchlässt
- Porengröße der Membran
- Ladung der Moleküle
- Dialyse (HD): 1.000 Da (Dalton)
- Hämofiltration (HF): 10.000 Da
- Plasmaseperation (PS): 5.000.0000 Da
- Siebkoeffizient = (c(Substanz) Filtrat) / (c(Substanz) Plasma)
Entfernung von Substanzen (Apherese)
Antikörper = Immunglobulline
- Monomer
- IgG 150 kDA
- IgE 190 kDA
- Dimer
- IgA 350 kDA
- Pentamer
- IgM 970 kDA
Immunadsorption
Adsorption von Plasma
- Schafsantikörper gegen humane Ig
- Staphylokokken-Protein A
Elimination von Antikörpern - Effektivität
Plasmapherese ~ 60%
Immunadsorption > 85%
Immunadsorption - behandelte Erkrankungen
- Systemischer Lupus Erythematodes
- Antiphospholipid-Syndrom
- ANCA assoziierte Vaskulitis
- Goodpasture´s Erkrankung
- Hemmkörperhämophile
- Nierentransplantation
- atopische Dematitis
- Pemphigus Erkrankung
- Myasthenische Krsie
Urachen Niereninsuffizienz
- Zystenierenerkrankung
- diabetische Nephropathie
- chronische Glomerulonephritis
- Arteriosklerotische Schrumpfniere
klinische Symptome der Niereninssufizienz
- Azotämie:
- schwäche - kraftlosigkeit - lebensunlust -Suizid
- Katabolismus -Gewichtsverlust
- Hypertonie
- Kardiopulmonale Dekomensation
- Depression
- Urämiekomplex
- Gastrointestinale Symptome
- dekompensierte Hypertonie
- Kardiopulmonale Dekompensation
- Pericarditis
- Encephalopathie
Ziele der Dialyse
- Wohlbefinden des Patienten
- objektive Parameter:
- kinetische Harnstoffverlustrate (Sollwert mind. > 1,2 nach Dialyse
- Harnstoffverlustrate in % (Sollwert mind. > 65% nach Dialyse
- ausreichende Kaliumelimination
- Flüssigkeitsbilanz
- Ca - Phosphatprodukt
- Entfernung harnpflichtiger Substanzen
- Kalium und Phosphat
- Zufuhr von Calcium und Bicarbonat
Unerwünscht: Elimination von Vitaminen und Spurenelementen
Nierenersatztherapien
- Hämodyialyse
- Peritonealdialyse
- NTx - Lebendspende
Hämodialyse - Aufbau extrakorporaler Kreislauf
- Shunt
- Arterielle Blutpumpe
- Dialysator
- Luftfalle
- Shunt
Hämodialyse -Prinzip
- wichtigste Element Dialysator
- feines System aus Kunststoffkapilaren umspühlt von Dialyseflüssigkeit
- beim Transport durch die Kapillaren gibt das Blut entlang des Konzentrationsgradienten durch Poren in der Kapillarwand kleinmolekulare Bestandteile ab
pro/ con Peritonealdialyse
- pro
- Unabhgk.
- Selbstverantwortung
- Normotonie
- Diätische FReiheit
- Mittelmoleküle
- con
- Peritonitis
- Exit site - Infektion
- Körpergewicht > 80kg
- Fettstoffwechsel
- über die Jahre abnehmende Clearance
- Eiweißverlust
Peritonaldialyse
- Bauchfell als Dialysemembran
- Durch Einlassen von Dialysat in die Bauchhöle wird das Peritoneum als semipermeable Membran zur Ausschwemmung ausscheidungspflichtiger Substanzen verwendet
- Diffusion wird durch Glukoselösung ermöglicht
Nierentransplantation - Vorraussetzungen
- ca. bis 65 Jahre, aber auch älter (biologisches Alter)
- Old for Old -Eurotransplant -Program
- guter Gefäßstatus
- keine gravierenden Begleiterkrankungen wichtiger Organsysteme
- Tumorfreiheit > 2 Jahre
- Ausnahme Mamma-Ca und Melanome (> 5Jahre)
Wartezeit 7-8 Jahre
Nierentransplantation Prognose
- am Anfang relatives Sterberisiko 2,84
- nach 106 Tagen gleiches Risiko
- nach 244 Tagen Überlebensrisiko gleich
Kernaufgabe der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO)
- seit 2000 Koordinierungsstelle für gesamt Deutschland
- KH-Betreuung (Besuche, Seminare)
- 24h tägliche Beratung/Entlastung/Koordination, Hirntoddiagnostik, Organentnahme
- Fachbeiräte, Stiftungsrat, Überwachungskommission
Ablauf einer Organspende
- Hirnschädigung
- Hirntod(diagnostik)
- Organerhaltende Therapie
- Zustimmung zur Organspende (Angehörige, ggf. Organspendeausweis)
- Explantation
- Allokation
- Organtransport
- Transplantation
Herzinsuffizienz Definition
- typische Symptome
- Atemnot in Ruhe oder Bewegung
- Abgeschlagenheit
- Müdigkeit
- geschwollene Knöchel
- typische Signale
- Tachykardie (hohe Herzfrequenz)
- Tachpnoe (hohe Atemfrquenz)
- Pleuraerguss
- vergrößerte Halsader
- hoher RR
- Ödeme
- Lebervergrößerung
- unregelmäßiges EKG:
- vergrößertes Herz
- dritter HErzschlag
- Herzgeräusche
- hohe Natriumkonzentration
Epidemilogie Herzinsuffizienz
- 5 Millionen Pat. in den USA 2004
- 6 -9% älter als 65 Jahre
- 5-jahres-Mortalität: Männer 59%; Frauen 45%
Klassifikation der Herzinssuffizienz
New York Heart Association - Klassifikation (NYHA)
- NYHA I: keine Symptome
- NYHA II: Symptome bei starker Anstrengung
- NYHA III: Symptome bei leichter Anstrengung
- NYHA VI: Symptome in Ruhe
Es existiert auch American Heart Association(AHA) Klassifikation (Einteilung in Stadium A- D; fängt schon bei Risiko für Herzfehler an)