HS2015


D. A.
Diese Lernkarten behandeln auf Universitätsniveau die komplexen Dynamiken internationaler Beziehungen, mit Fokus auf Staaten, Konflikte und globale Institutionen wie die UN. Sie beleuchten Themen wie Migration, Handel und Machtverhältnisse, insbesondere im Kontext von Kriegen und humanitären Interventionen. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Studierende und Fachleute in Politikwissenschaft, die ein tiefes Verständnis der internationalen Beziehungen und deren Akteure erlangen möchten.
Karten
204
Lernende
27
Sprache
Deutsch
Kategorie
Politik
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
19.12.2015 / 30.12.2018

Lernkarten

Klassische Handelsgewinne (David Ricardo)

• Zwei Länder: Schweiz, Taiwan
• 2 Güter: Chemikalien und Textilien
• Produktion in der Autarkie
-    CH: 50 Mio. Einheiten Chemikalien, 50 Mio. Einheiten Textilien
-    Taiwan: 20. Mio. Einheiten Chemikalien, 15 Mio. Einheiten Textilien
• Handelsgewinne durch Spezialisierung auf den komparativen Kostenvorteil → relativer Vorteil

• Die Schweiz hat absolute Vorteile bei Textilien und bei Chemikalien
• Taiwan hat Nachteil bei beidem → Schweiz kann effizienter produzieren
• relative Kosten: für jede Einheit Textilien kann eine Einheit Chemikalien produziert werden (CH)
• Produktion und Opportunitätskosten

• Opportunitätskosten
-    Für Jede Einheit Chemikalien muss die Schweiz auf 1 Einheit Textilien verzichten
-    Für jede Einheit Chemikalien muss Taiwan auf 3 Einheiten Textilien verzichten
• Wohlstandsgewinne komparativer Kostenvorteile

• Die Schweiz und Taiwan einigen sich auf ein Austauschverhältnis von 2Einheiten Textilien für 1 Einheit Chemikalien
• Die Schweiz produziert 100 Mio. Einheiten Chemikalien, exportiert davon 28 Mio. Einheiten und konsumiert 72. Mio. Einheiten. Das sind 22. Mio. Einheiten mehr als im Fall ohne Handel.
→ Nicht nur die Schweiz gewinnt, Taiwan auch wegen dem Unterschied der Opportunitätskosten


--> Fotos dazu siehe Zusammenfassung

Theorien des Aussenhandles und Wohlstandsgewinne

• Produktivität und komparative Vorteile
-    relative Produktivitätsvorteile von Ländern
-    Adam Smith, David Ricardo
• Verteilung von Ressourcen
-    Arbeit, Kapital, Land (CH: wenig Land, viel Kapital; China: viel Land, wenig Kapital, viel Arbeiter)
-    Eli Heckscher, Bertil Ohlin
• Marktgrösse: Zunehmende Skalenerträge
-    neue Handlungstheorie: Monopolistischer Wettbewerb
-    Paul Krugmann, Elhanan Helpman
-    Neue neue Handelstheorie: Unterschiedlichkeit von Firmen (grosse Firmen können es sich leisten, ins Ausland zu exportieren
-    Marc Melitz, Pol Antras
→ Ein Produkt zu produzieren kostet weniger, wenn man es in grossen Mengen produziert. Wenn es einen grossen Markt gibt → Produkte werden günstiger → Spezialisierung (mit oder ohne Patent) → erklärt Import und Export von den selben Gütern
→ Handel fördert insgesamt den Wohlstand & schafft Gewinne

 

Warum dann keinen Freihandel?

• Handelsliberalisierung schafft Gewinner und Verlierer (hängt oft mit der geographischen Lage zusammen)
-    Sektoren: z.B. Chemie und Textilbranche
-    Produktionsfaktoren (Land, Kapital, Arbeit), z.B. Agrarwirtschaft
-    Daher oft auch Regionen: z.B. Süd-und Nordengland
-    Firmen: kleine und grosse Firmen
→ Die Verlierer können gegen offeneren Handel eintreten
• Unterschiedliche Konzentration von Gewinnen und Kosten (Vorteile von Handel sind breit gestreut)
-    Gewinne durch niedrigere Preise sind breit verteilt: Konsumenten (Handel → sinkende Preise)
-    Kosten sind oft konzentriert: z.B. in der Agrarwirtschaft
-    Konkretes Beispiel: US Stahlzölle 2002 –Kosten 2.4 Mrd. (für 2002)
-    2.4 Mrd. auf 7300 Stellen: 326‘000 USD (2002)
-    2.4 Mrd. auf 320 Mio. Konsumenten: 7.50 USD (bzw. 20 USD 2002-2005)
→ Die Verlierer sind oft kleine gruppen, die sich gut organisieren können
• Zölle zum Schutz junger Industriezweige
-    Mangelnde Wettbewerbsfähigkeit bei jungen Industriezweigen
-    Temporäre Zölle ermöglichen dien Aufbau eines neuen Industriezweiges
-    z.B. US Industrien vor dem 2. Weltkrieg, Autoindustrie in Korea
• Industrien wichtig für die nationale Sicherheit: z.B. US Mikrochip-Industrie in den 1970er Jahren, Militärgüter
• Schutz gegen Preisdumping (Land verkauft im Ausland billiger als zuhause → globaler Marktanteil sichern): Dumping: Verkauf von Produkten zu Preisen unterhalb der heimischen Preisen um Marktanteile zu gewinnen und die Preise dann zu erhöhen
→ gefährdete Industrie spricht oft von Dumpingpreisen

 

Fragen des Protektionismus

• Tarifäre Handelshemmnisse (Zölle): Grenzübergang CH: 17.- pro kg Fleisch (über 1 kg)
• Nichttarifäre Handelshemmnisse
-    Importquoten: Mengenbeschränkung der Importe
-    Freiwillige Exportbeschränkungen: Freiwille Mengenbeschränkung des Exports – auf Druck des Importlandes
-    Subventionen: um heimische Produkte wettbewerbsfähiger zu machen z.B. Agrarprodukte
-    Regulierungen:
o    Können gezielt en Import erschweren
o    Beschränkung der Lagerzeit von Milch in Griechenland (Milch darf nur 5 Tage im Laden stehen → keine Chance für ausländische Milch)
o    Arbeits- und Umweltstandards

 

Vom GATT zur WTO

• General Agreement on Tariffs and Trade (GATT) 1947 (sollte zuerst nur temporär sein)
-    Scheitern der ITO: „temporäres“ multilaterales Abkommen
-    Runden: Kennedy-Runde, Tokyo-Runde, … → in jeder Runde wurden Zölle abgebaut
-    Abbau von Zöllen
• United Nations Conference on Trade and Development (UNCTAD) 1964
Förderung der Interessen der Entwicklungsländer gegen GATT
• Uruguay- Runde , 1986-1994
-    Umwandlung des GATT in die Welthandelsorganisation (WTO)
-    Ausbau des Streitschlichtugnsverfahren
-    Ausweitung in weitere Bereiche: Geistiges Eigentum (TRIPS), Dienstleistungen (GATS), Investitionen (TRIMS)
• Doha-Runde 2001-2013: keine wichtigen Zugeständnisse

 

WTO Prinzipien

• Handelsliberalisierung: Abbau der Zölle und nicht tarifären Handelshemmnisse
• Gegenseitigkeit (Reziprozität): Staaten bauen Handelshemmnisse gegenseitig ab
• Nichtdiskriminierung: Meistbegünstigung: Handelserleichterungen für das begünstige Land gelten für alle Mitglieder der WTO → genialer Einfall um Handel insgesamt zu liberalisieren
• Ausnahmen der Nichtdiskriminierung: Begünstigung wirtschaftlich schwacher Staaten (enabling clause), regionale Handelsabkommen
• Freihandelsabkommen → Bedingung: Abbau der Handelshemmnisse für „substantially all the trade“. Kein Aufbau von Handelshemmnissen gegenüber Dritten → Unterscheidung bilateral/regional wird nicht gemacht

 

WTO Organisation

World Trade Organisation

Weitere Handelsregime

• bilaterale (auch regionale) Abkommen
-    Gegenseitiger Abbau von Handelshemmnissen zwischen 2 Staaten
-    Verhandlung einfacher als bei globalen oder regionalen Abkommen
• Regionale Freihandelszonen
-    Handelsabkommen zwischen mehreren Staaten einer Region
-    Z.B. NAFTA (Nordamerika), Mercosur (Südamerika; aktuell: Transpazifische Partnerschaft (TIP), Transatlatic Trade and Investment Partnershit (TTIP)
-    Schwächung der WTO: globale Abkommen werden weniger wichtig
-    Unterteilung der Welt in separate Handelsblöcke

 

Wirtschaftiche Zusammenschlüsse

• EU: Europäische Union
• NAFTA: North American Free Trade Agreement, Nordamerikanische Freihandelszone
• MERCOSUR: gemeinsamer Markt Südamerikas
• SADC: Southern Africa Development Community, Südafrikanische Entwicklungsgemeinschaft
• EAWU: Eurasische Wirtschaftsunion
• ASEAN: Association of South-East Asian Nations, Südostasiatische Staatengemeinschaft

 

Transpazifische Partnerschaft

• Wurde diesen Sommer beschlossen, Textdokument als Vorlage (6000 Seiten) → es gibt für jedes Produkt Vorschläge, wie sich der Handel verhalten soll
• USA will dass Gedankengut (Film) bis zu 70 Jahre nach dem Tod noch Eigentum ist → Walt Disney
• Kanada, USA, Mexiko, Peru, Chile, Japan, Vietnam, Brunei, Malaysia, Singapur, Australien, Neuseeland

 

Die Schweiz im globalen Handelssystem: Leistungsbilanz der Schweiz

• ist sehr positiv, Exporte grösser als Importe → CH spart
• Primäreinkommen: Erträge von FDI  (foreign direct investment) zurück in die Schweiz
• Sekundäreinkommen: Krankengeld nach Hause schicken

 

Importe und Exporte der Schweiz. Trifft die klassische Handelstheorie zu?

• CH nimmt durch Exporte mehr ein als sie für Importe ausgibt.
→ Summen sind nur Wert der Exporten, heisst aber auch dass auch Geld aus der CH geflossen ist → Schweiz spart
• Theorie sagt, man soll sich spezialisieren → es werden jedoch viele Chemikalien exportiert, aber auch importiert
→ sehr aggregiert → könnte sein dass etwas nur in der CH produziert wird
→ ist so weil Lösungsmittel importiert werden, Chemikalien exportiert. Zwischenprodukte werden importiert, Fertigprodukte exportiert
• Finanzdienste sind wesentlich grösser im Export als im Import
• Verhandlungsposition mit EU: EU ist essentiell für die CH (Exporte), Exporte der EU in die CH machen nur ca. 10% aus → für die EU ist die CH weniger wichtig als die EU für die CH
• Bilaterale Verträge CH – EU
-    CH ist Mitglied der EFTA → Handelsabkommen mit ganz vielen Staaten
-    CH ist im Freihandel insgesamt bemüht
-    Wichtig für Handel: seit Abstimmung der Masseneinwanderungsinitiative → gewisse Sachen sind nun auf Eis gelegt

 

Invetitionen und Wechselkurse - Internationale Finanzströme

• Ausländische Direktinvestitionen FDI (foreign direct investment): Firma geht ins Ausland und macht dort eine Firma auf oder kauft eine Firma. Es muss jedoch ein bestimmter Bedarf vorhanden sein → Eigentumsvorteil
-    Ziel: Einflussnahme (control)
-    Eigentums-, Standort- oder Internalisierungsvorteile
-    Tochtergesellschaften, Firmenbeteiligungen (Anteile > 10%)
• Portfolioinvestment (von Renditen im Ausland profitieren, es geht nicht um Einflussnahme)
-    Ziel: Profitbeteiligung und Diversifikation (Sortimentausweitung in der Wirtschaft)
-    Firmenbeteiligungen (Anteile < 10%), Wertpapiere
• Bankeinlagen und Kredite: Bankkredite an ausländische Firmen oder Haushalte
→ es hängen alle von den Wechselkursen ab

 

Wechselkurs

• Preis einer Währung ausgedrückt in einer anderen Währung
• Angebot und Nachfrage nach Vermögenswerten (Assets) einer Währung
-    Angebot/Nachfrage nach Vermögenswerte und Waren/Dienstleistungen, aber: Volumen des Handels von Vermögenswerten übersteigt das der Waren/Dienstleistungen um ein Vielfaches
• Faktoren, die Angebot und Nachfrage beeinflussen
-    Erwarteter Ertrag: in diesem Land bzw. mit dieser Währung. Je grösser die Rendite, desto attraktiver ist es Dollar zu Kaufen → Kurs steigt
-    Zinsen (ändert erwarteter Ertrag ) → Währungskurs steigt wenn die Zinsen zunehmen
-    Risiko: je grösser das Risiko, desto weniger attraktiv sind die Anlagen von Währungen und desto niedriger ist der Wechselkurs
-    Devisenkäufe, -verkäufe der Zentralbanken: wenn Zentralbanken Devisen verkauft, wertet dies die Währung auf
→ für USA ist Wechselkurs, im Gegensatz zur CH, ziemlich irrelevant
• Korrelationen
-    In reichen Ländern ist die Inflation wichtig. Wenn die Inflation och ist, dann verlieren die realen Werte
→ Möglichkeit: Einfluss oder sogar Fixierung des Wechselkurses

 

Was treibt den Wechselkurs des Franken am meisten?

• in der letzten Zeit gab es in der Euro Zone viele Krise, da bietet sich die Schweiz als Alternative für Investitionen an --> Schweiz als sicherer Hafen
• Beeinflussung durch die Leitzinsen der Amerikanischen und der Europäischen Zentralbank
• das Risiko in der Schweiz sei sehr klein, deshalb gibt es einen Anreiz in der Schweiz zu investieren
• Franken ist für die Exportwirtschaft niedrig, dass man dann andere Devisen kauft und somit den Franken abwertet
→ steht solide da, hat schon seit vielen Jahren einen Handelsüberschuss, Gibt eine sehr niedrige Inflation.
• Intervention der CH Nationalbank, Politik der SNB ist eine Reaktion auf die gestiegene Nachfrage
• Warum Mindestkurs aufgeben? Europa fängt mit einer laxen Geldpolitik an
→ CH ist im Vergleich zu Europa relativ klein dh Ströme von Europa haben einen sehr grossen Einfluss in der CH

 

Der Big Mac Indes: Über- und Unterbewertung nach Kaufkraft

• Um Preise über längere Zeit zu vergleichen wird der BigMac genommen → ist in allem Ländern genau gleich & Produkte und Arbeitskräfte sind lokal
• ökonomische Theorie: über längere Zeit hin gesehen müssen sich die Preise angleichen. Jedoch kann Ungleichgewicht über eine längere Zeit erhalten bleiben.
→ Wechselkurse beeinflussen

 

Wechselkursregime

• Flexible Wechselkursregime
-    unabhängiges Floating: Nachfrage und Angebot bestimmt Wechselkurse
-    kontrolliertes Floating (dirty floating): Nationalbank greift ein um Ausschläge zu vermeiden
• Fixe Wechselkursregime
-    Peg: fixe Wechselkurse → Wert der Währung wird festgelegt
-    Currency board: in Gesetzen oder in der Verfassung festlegen
-    Dollarisierung: Heimische Währung wird verdrängt und man benutzt nur noch Fremdwährung
-    Währungsunion: wenn Länder ihre Währung komplett aufgeben und eine mit anderen Ländern gemeinsame Währung einführen → EU: es kann nicht mehr auf- oder abgewertet werden
-    Mindestkurs: Franken → diry float nach oben, nach unten wärs ein Peg

 

Fixe Wechselkurse

• Entwicklungsländer → Wechselkursvorgabe → Inflation vorbeugen
• Vorteile
-    keine Wechselkursvolatilität: Planungssicherheit für internationale Transaktionen (Umplanungen)
-    Länder mit hoher Inflation können die niedrige Inflation eines anderen Landes „importieren“
-    Bei niedrigem Wechselkurs: Förderung des Exports
• Risiken für Länder mit Handelsüberschuss
-    Gefährdung einer Erhöhung der Inflation
-    Vergeltung durch andere Länder (Abwertung) → Wettlauf zwischen 2 Ländern
-    Anhäufung von (risikoreichen) ausländischen Reserven/Forderungen. Können auch man ausfallen z.B. Eurokrise (Griechenland konnte nicht mehr zahlen)
• Risiken für Länder mit Handelsdefizit
-    Abbau von Reserven, Aufbau von Schulden (auch privat!)
-    Zahlungsbilanzkrise – wenn ausländische Finanzströme austrocknen und/oder Reserven ausgehen → es muss wieder Geld in das eigene Land fliessen
→ Austeritätsmassnahmen oder Abwertung (oder beides)

 

Flexible Wechselkurse

• Vorteile
-    Zentralbank kann Geldpolitik allein an der heimischen Wirtschaft ausrichten (autonome Geldpolitik)
-    Ausgleich von Handlungsungleichgewichten durch Wechselkursänderungen – langfristig
• Risiken:
-    Wechselkursschwankungen: Planungsunsicherheit

 

Wechselkurse als Problem kollektiven Handelns

→ die nationale Entscheidung der Länder führt zu einer Verschlechterung der Gesamtsituation

Der internationale Währungsfonds

• vorher Goldstandart → fester Wechselkurs, man konnte die Währungen in Gold umwechseln
• Gründung 1944 in Bretton Woods, New Hampshire, USA
• Sonderorganisation der UN, 188 Mitgliedsstaaten, 2600 Mitarbeiter
• Mittel (Quoten): 334 Milliarden US Dollar
• Hauptaufgabe: Sicherung der Stabilität des internationalen Finanzsystems (Währungssystem & Zahlungssystem)
• Ursprüngliche Ziele des IWF
-    Wiederherstellung der Konvertibilität der Währungen
-    Aufbau eines internationalen Systems fixer Wechselkurse (Anpassung möglich nach Genehmigung)
-    Bereitstellung von Beistandskrediten für Länder mit Zahlungsproblemen
→Fonds: Mitgliedsländer stellen Geld (Quoten) bereit, das bei Bedarf geliehen werden kann

 

Sonderziehungsrechte

→ Künstliche Währung (aus Euro, Yen, Pfund und US Dollar)
→ Voraussichtliche Neuerung: Hinzufügung des Chinesischen Renminbi

 

Aufgaben des IWF heute

• Förderung der internationalen Zusammenarbeit in der Währungspolitik
• Überwachung der nationalen Geld- und Währungspolitiken
• Finanzielle Hilfe bei Zahlungsdefiziten
-    kurzfristige Kredite
-    Kredite mit Auflagen (Konditionalität): sehr kontrovers, da sie mit den Auflagen verbunden sind und Strukturprogramme fördern
• technische Hilfe beim Aufbau von Geld- und Finanzsystemen  (Experten)

 

Die Stimmenanteile des IWF

• UN Generalversammlung: jedes Land hat gleich viele Stimmen, 5 Veto-Länder
• IWF: Stimmen sind gewichtet nach der Wichtigkeit der Wirtschaftlichkeit
• wenn USA dagegen stimmt, kommt es nicht durch, weil man benötigt 85% der Stimmen

 

Entscheidungsprozess des IWF

Staff = Experten

Organisation des IWF

• je reicher ein Land, desto kleiner sind die relativen Stimmenanteile, da es mit dem GDP gewichtet ist

Konditionalität in der Kritik

• Der IWF vergibt Kredite mit Auflagen z.B. Korruptionsbekämpfung, Kürzungen der Staatsausgaben oder Sozialleistungen, Liberalisierung von Märkten, Privatisierung
• Kritik
-    Im Interesse der reichen Länder (v.a. USA, Europa)
-    Einheitslösungen ohne Anpassung der Lage vor Ort
-    Unzumutbarkeit, Verschlimmerung der Wirtschaftslage: Kürzung der Staatsausgeben bei Rezession & mach die Löhne auch noch tiefer → mehr Leid
-    Vermischung von Währungs- und Entwicklungspolitik
→ wenn ein Land in die Krise kommt, kommen die meisten Auflagen vom IWF und nicht von der Weltbank

 

Transnationale Konzerne

• Ökonomische Bedeutung TBK’s (MNC: multinational cooperations): Globale Wertschöpfung (ca. 10%), Schaffung von Anlagevermögen (ca. 10%), Handel (ca. 33 %)

Politische Auswirkungen von TNK's

• Ein grosser Konzern kann einfach entscheiden wohin er seine Produktion verlagert →  geht dort hin wo es für das Unternehmen am besten ist
→ Manche Länder trauen sich nicht die Umweltstandards hoch zu setzen, da sie Angst haben, dass die Unternehmen dann weggehen
• Einschränkung des staatlichen Handlungsspielraums: race to the bottom? (FDI)
-    Logik: Verlagerung der Produktion mit den günstigsten Bedingungen
-    Umweltstandards drücken sich
-    Arbeitsstandards: Mitbringen eigener, besserer Arbeitsprozesse, Bedarf an hochqualifizierten Arbeiter
-→ Aber: Handel scheint Arbeitsstandards zu drücke
• Innerstaatliche Auswirkungen: Stärkung der Demokratisierung?
• Systemische Auswirkungen: Frieden: Schaffen von Wohlstand: Anziehen von Investitionen → Vermeidung von gewalttätigen Konflikten

 

Was ist Entwicklung?

• Voranschreiten im Sinne von Wohlstand
• Wohlstand – Wie hoch ist das durchschnittliche Einkommen?
-    Wohlstand ermöglicht die Reduzierung der Armut, gute Bildung und Gesundheitsversorgung
• Dis ist aber kein zwingender Zusammenhang!
-    Wohlstand ←→ Lebensqualität, Gesundheit
-    Wirtschaftliche Ungleichheit (Unterschiede zwischen reichen und armen Menschen)
→ Durchschnittseinkommen kann hoch sein → kleine sehr reiche Elite → sieht man nicht beim Durchschnittseinkommen
-    Andere Politikziele ausser Wohlstand: z.B. Bildung oder Verminderung von Diskriminierung, insbesondere zwischen Männern und Frauen → Bildung an sich soll gefördert werden
→ Unterscheidung ist wichtig für Politikgestaltung: Soll (nur) Wohlstand erreicht werden oder soll auch Bildung, Gesundheit, Gleichberechtigung gefördert und Armut reduziert werden?

 

Unterschiedliche Entwicklungsmasse

→ von Vereinten Nationen entwickelt
• Wohlstand :           Pro-Kopf Bruttonationaleinkommen (BNE)
• Lebenserwartung:        (>> „wirtschaftliche Entwicklung“)
• Bildung :           Human Development Index (HDI)
• Wirtschaftliche Ungleichheit:    Inequality-adjustedHDI (IHDI)
• Benachteiligung von Frauen:     Gender InequalityI ndex (GII)/ Gender Development Index (GDI)

 

Wie stehen die Masse zueinander, welche Gemeinsamkeiten/Unterschiede gibt es?

• Gemeinsamkeiten:
-    IHDI & Gender, sind eng beieinander →  grosse Korrelation
→ alle diese Indexe korrelieren miteinander


• Unterschiede
-    HDI ist generell höher als die anderen
-    Philippinen → niedriges Einkommen aber die Indexwerte sind trotzdem hoch im vgl. mit dem Einkommen und den Indexen Russlands
-        Unterschiede zw. Indexe bei Norwegen, alle 3 sehr hoch → gleiche Gesellschaft, verliert nichts durch Ungleichheit
-    Brasilien hoher HDI →  IHDI sehr viel tiefer → hohe Ungleichheit
-       Gender: Russland sehr hoch --_> Überbleibsel des Kommunismus

 

Entwlcklunshindernisse - die koloniale Vergangenheit

Stellt die koloniale Vergangenheit ein Hindernis für Entwicklung dar?
• Generell? Länder mit Kolonialvergangenheit sind tendenziell arm
-    Die Kolonialmächte richteten die Kolonien nach ihren Bedürfnissen aus
-    Bereicherung der Eliten vor Ort
• In manchen Ländern? Die Länder mit Kolonialvergangenheit unterscheiden sich: Manche wachsen wirtschaftlich stark, andere kaum
-    Nachwirkender Einfluss von bestimmten kolonialen Institutionen: Europäer stellen grosse Mehrheit (Siedler): Institutionen zum Schutz des Eigentums ←→ Minderheit (Kolonialherren): Institutionen für Ausbeutungsmöglichkeiten
→ Kolonien verhindern die Entwicklung nicht aber sie stellen ein Hindernis dar

 

Zu wenig good governance?

• Gute Regierungsführung: effiziente Bürokratie, Rechtstaatlichkeit, Transparenz, (demokratische) Rechenschaftspflicht. Nicht: Korruption, willkürliche Justiz,…
• Gute Regierungsführung korreliert mit Wohlstand
• Aber : Gute Regierungsführung →Wohlstand     oder         Wohlstand → gute Regierungsführung?

 

Die Abwesenheit des Industriesektors

Abhängigkeit vom Agrarsektor oder von der Förderung von Rohstoffen
• Handelsbarrieren für landwirtschaftliche Produkte von Seiten der reichen Länder (beschränken Import, grosse Zölle)
• Starke Preisschwankungen: hohe Krisenanfälligkeit
• Niedrige Produktivitätsgewinne in den Agrar- und Rohstoffsektoren: wenig Potenzial für Wohlstandssteigerungen (langfristiges Problem)
• Ressourcenfluch (Erdöl)
-    Investitionen fliessen hin zur Förderung von Rohstoffen aber weg von anderen Sektoren
-    Die Vergabe von Lizenzen an wenige und grosse Firmen ist anfällig für Korruption

 

Handelspolitische Strategien

• Länder verlieren im Welthandel wenn sie keine eigene Industrie haben aber die Güter importieren
• Einschränkung von Handel: Importsubstituierende Industrialisierung (ISI)
-    Aufbau eines eigenen Industriesektors durch Importzölle oder Subventionierung
-    Erfolg in den 1950/60er Jahre: Indien, Brasilien, Argentinien, Mexiko → lokaler Handel fördern
-    Probleme in den 1970er Jahren: Handelsbilanzdefizite und Inflation → konnten nicht mehr bezahlen, was sie importiert haben. Strategieänderung → Exportförderung
• Erhöhung der Handelsvorteile durch Kartelle (können Preise in die sich lohnende Richtung steuern)
-    Kartell: Preisstützung durch die Begrenzung der Produktion
-    Problem: höhere Preise machen die Produktion für Nicht-Mitglieder attraktig
-    Bisher erfolgreich: Organisatione erdölexportierender Länder (OPEC)
-    Nicht nur von Entwicklungsländern: Grosse Firmen in reichen Ländern (Internatinal Air Transport Association)
-    Banken → Strafen wegen Wechselkursmanipulation.  Angebot wird geringer, Nachfrage ist aber immer noch gross, gewisse Leute sind auch bereit viel mehr zu zahlen,
→ kann für Produzenten sehr lohnend sein: Verkaufen weniger aber zu einem besseren Preis
→ Problem: hohe Preise --> andere Länder/Produzenten interessieren sich dann auch für Produktion
• Förderung von Handel: Exportorientierung (export-led growth)
-    Förderung von Exportfirmen
-    Erfolg z.B. in Tigerstaaten, China
-    Kein Erfolg z.B. in Mexico
• Erhöhung der Handelsvorteile durch Verhandlungen bei globalen Handelsabkommen
-    Zusammenarbeit ärmerer Länder um vorteilhafte Abkommen zu verhandeln
-    Schon seit 1960/70er Jahren: New International Economic Order, UNCTAS, G77
-    Forderungen bei WTO Verhandlungen einer Gruppe von Ländern (G20+) unter der Agrarsubventionen in den reichen Ländern abzubauen
-    Schutz vor Eigentum: manche Länder wollen Patente schützen → ärmere Länder können z.B. Medikamente nicht produzieren

 

Strategie zu privaten Kapitalströmen

• Anziehen von Portfolioinvestitionen
-    Quelle von Kapital
-    Problem: Volatilität – Herdenverhalten von Investoren (Boom & Krise)
Asiakrise: Ein Land hatte Probleme → Investoren haben sich auch von den umliegenden Ländern abgezogen
• Förderung von ausländischen Direktinvestitionen (FDI: TNK’s)
-    Vorteil: Kapital und Innovationen durch das Knowhow TNK’s
-    Probleme: Transfer von Knowhow gelingt nicht immer vor allem in Entwicklungsländern, Negativer Druck auf Umweltstandards

 

Entwicklungshilfe

• ist insgesamt umstritten
• zinsgünstige Kredite, Zuschüsse, technische Hilfe von anderen  Staaten oder internationalen Organisationen
• Argumente von Befürwortern
-    Förderung von Investitionen, die Wachstum begünstigen, z.B. im Bereich Bildung oder Infrastruktur
-    Expertise von internationalen Partnern
-    Anreiz zu „guter Regierungsführung“
-    Bisher zu wenig Entwicklungshilfe (Geberländer bleiben hinter ihren Zielen zurück)
• Argumente von Kritikern
-    Entwicklungshilfe ist oft eher Aussenhandelspolitik der reichen Länder: Kredite können mit der Verpflichtung verknüpft sein, Waren zu kaufen
-    Reformen im Sinne des „Washingtoner Konsens“ hatte viele Misserfolge
-    Entwicklungshilfe in korrupten Ländern ist oft wirkungslos
-    Bürokraten kenne Wachstumsprozesse zu wenig, um grosse Wachstumsstrategien zu entwerfen
→ lieber kleine, massgeschneiderte Programme mit Wirksamkeitsüberprüfung

 

Die Weltbank

• globale Entwicklungsbank (Regionale Entwicklungsbangen; EBRD, ADB, IDB)
• Gründung: Bretton Woods 1944: internationale Bank für Wiederaufbau und Entwicklung
• Später zusätzliche Organisationen: FC, IDA, ICSIS, MIGA
• Ziele
-    Förderung der Entwicklung der ärmeren Länder
-    Beendigung der extremen Armut
• Tätigkeiten
-    Gewährleistung von zinsgünstigen Darlehen
-    Technische Hilfe
-    Koordination der Entwicklungszusammenarbeit verschiedener Organisationen
-    Förderung von privaten Investitionen

 

Die Weltbankgruppe

Weltbank (IBRD + IDA)

Lernen