HS2015


D. A.
Diese Lernkarten behandeln auf Universitätsniveau die komplexen Dynamiken internationaler Beziehungen, mit Fokus auf Staaten, Konflikte und globale Institutionen wie die UN. Sie beleuchten Themen wie Migration, Handel und Machtverhältnisse, insbesondere im Kontext von Kriegen und humanitären Interventionen. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Studierende und Fachleute in Politikwissenschaft, die ein tiefes Verständnis der internationalen Beziehungen und deren Akteure erlangen möchten.
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Allemand
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Politique
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Université
Créé / Mis à jour
19.12.2015 / 30.12.2018

Lernkarten

Gründe für das Scheitern des Völkerbundes

• Mangelnde Universalität
-    Die USA – Hauptbefürworter und neue Grossmacht – treten dem Völkerbund nicht bei
-    Nur zwei Drittel alles Staaten: Sowjetunion, Deutsches Reich, Italien waren nur zeitweise Mitglieder
• Keine eindeutige Aufgabenverteilung zwischen Versammlung, Rat und Generalsekretariat
• Einstimmigkeit im Völkerbundsrat: Jedes Land hat ein Vetorecht
-    Länder konnten sich nicht auf Sanktionen einigen
• Keine eigene Armee um Beschlüsse durchzusetzen

 

Die Vereinten Nationen - Gründung der UN

• Teil der neuen internationalen Ordnung nach dem 2. WK – mit USA als treibende Kraft
-    Sicherheit: Vereinte Nationen (1942,1945), Nato (1949)
-    Wirtschaft: IWF, Weltbank (1944,1945)
• Idee und Vorbereitung der UN während des Krieges durch die USA, GB und die Sowjetunion
• Bei der Gründung in San Francisco, übernehmen sie ( & FR & China) Verantwortung für den Frieden – und setzten eine privilegierte Position durch
• Kern der UN Charta: Kollektive Sicherheit und Frieden

 

Grundsätze der UN Charta

• Verzicht auf Gewaltanwendung
• Friedliche Schlichtung aller Streitigkeiten (Verhandlung, Vergleich, Schiedsspruch)
• Nationale Souveränität und souveräne Gleichheit aller Mitglieder (wichtig, damit die Staaten überhaupt beitreten)
• Weltfrieden und internationale Sicherheit wahren
• Freundschaftliche Zusammenarbeit
• Internationale Zusammenarbeit → Lösen von Problemen wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Art
(Genozid: Interventionsrecht vs. Souveränitätsrecht)

• Sicherheitsrat trägt Verantwortung für Frieden, kann Streitigkeiten untersuchen und Empfehlungen aussprechen (allerdings nicht verbindlich), kann bei Bedrohung/Bruch des Friedens oder bei Angriffshandlung gewaltfreie Sanktionen oder militärische Massnahmen beschliessen
• Sanktionen sind für alle Mitglieder verbindlich
• Sicherheitsrat kann militärische Einsätze selbst durchführen oder regionale Bündnisse beauftragen

 

Der Sicherheitsrat

• brauchen keine Einstimmigkeit, Mehrheit reicht aus
• Problem: westl. Länder sind überbesetzt und Lateinamerika & Asien unterbesetzt obwohl sie sehr viele Menschen sind

 

Kollketive Sicherheit in der Praxis

• Blockade durch den Ost-West Konflikt
• Fälle kollektiver Sicherheit:
-    Koreakrieg (1950-53) → Sowjetunion boykottierte Sicherheitsrat
-    Irakkrieg (1991)
• Umgehen des Sicherheitsrates
-    Nato-Luftkrieg Kosovo 1999
-    Irakkrieg (2003)
• neue Blockade: z.B. Veto von Russland und China im Syrien Konflikt (2001, 2012)
• Andere Formen von Einsätzen → Friedensmissionen

 

UN Friedensmissionen

Mehrere Generationen von Friedensmissionen
1)    Peacekeeping (1948-88) → Friedenssicherung nach Friedensschluss
2)    Peacebuilding (1989-92) → Friedenskonsolidierung mit Aufbau des Gemeinwesens
3)    Peace enforcement (1993-98) → Erzwingen eines Friedens mit militärischen Mitteln
Scheitern der Mission in Somalia (1993) Friedenszwang → UN wurde selbst zur Konfliktpartei
Zurückhaltung beim Konflikt in Ruanda (Genozid) →Mandat war zurückhaltend
4)    Post-confilict peacebuilding (1999-) → Friedenssicherung und –konsolidierung: Robustes militärische Mandat & zivile Hilfe und Aufbau des Gemeinwesens
• Laufende UN Friedensmissionen (Feb. 2015): West Afrika, Libyen, Mittlerer Osten, Libanon, Zentralasien, Guinea-Bissau, Burundi, Somalia, Irak, Afghanistan

 

Aufgaben der Vereinten Nationen

Weitere Darstellungen siehe Sitzung 6 Seite 26-40

Herausforderungen der UN

• Blockaden im Sicherheitsrat durch das Vetorecht
• Veraltete Repräsentation der Mächte
• Schlechte Ausbildung/Ausrüstung der UN Truppen ( aus Entwicklungsländern, schlechte finanzielle Mittel)
• Dagegen: High-Tech-Einsätze der Industriestaaten (Zwei-Klassen-System der Einsätze)
• Mangelhafte Finanzierung angesichts neuer Aufgaben und Mandate

 

Warum gibt es internationale Institutionen und Organisationen?

• Vorteile durch internationale Kooperation (wenn es Probleme gibt, die unbedingt gelöst werden müssen)
-    z.B. Verkehrsregelung
-    Post
→ gemeinsame Standards finden
• Schwierigkeit der internationalen Kooperation
-    z.B. Klimaschutz, Sicherheit

 

Internationale Institutionen in der IB Forschung

Verstärkter Fokus in den 1970ern
• Intern. Kooperation unter Führung der USA nach dem 2. Weltkrieg
• Befürchteter Verlust der amerikanischen Hegemonie: Ölpreis-Schock, Vietnamkrieg, Erfolg Europas
→ Effekt auf internationale Kooperation?

 

Liberalismus

• Internationale Institutionen fördern das Allgemeinwohl: Hegemon setzt optimale Lösung durch, z.B. Verbot des Sklavenhandels (durch GB)
• „Marktversagen“ in der internationalen Politik: Individuell rationale Entscheidungen führen zu einem kollektiv schlechten Ergebnis → Gefangenendilemma. Z.B. globaler Umweltschutz, Überfischung, Handelshemmnisse, Rüstungswettläufe
→ Internationale Institutionen erlauben Lösung von Kollaborationsproblemen
→ internationale Zusammenarbeit: Wiederholte Runden des Gefangenendilemmas, Schaffung von Kontrollmechanismen, z.B. Satellitenaufnahmen für Abrüstung

Gefangenendilemma

→ nach Fall des Hegemons: Akteure bleiben beim besseren Gleichgewicht

Realismus

• Internationale Institutionen dienen dem Interesse des Hegemons
-    Hegemon setzt Lösungen in seinem langfristigen Interesse durch
• Abgeschwächte Marktversagen in der internationalen Politik
-    Individuell rationale Entscheidungen können zu einem kollektiv schlechten Ergebnis führen → Koordinationsprobleme (Bach oder Stravinsky)
-    Z.B. interanationale Standards
• Internationale Institutionen erlauben Koordinationsprobleme zu lösen
→ internationale Koordination (aber nicht Zusammenarbeit)

 

Bach oder Stravinsky

• Zwei Personen wollen zusammen ein Konzert besuchen.
• Eine Person möchte lieber Bach hören (A), die andere lieber Stravinsky (B)

• nach Fall des Hegemons: Andere Staaten müssen die Macht haben das Gleichgewicht zu ändern
• Weltwandel ← → Elektromagnetische Wellen

 

Annahmen des Konstruktivismus

•Früher hängten Interessen von der Struktur der Gesellschaft ab
• Interessen hängen von der Identität des Akteurs ab und können sich ändern → kommen nicht aus der Struktur
• Identitäten resultieren aus einer Vielfalt von Faktoren, wie die Kultur, Religion und normative Überzeugungen
• Hauptakteure sind die Eliten in Staat und Gesellschaft
• Kommunikation beeinflusst die Konstruktion und Änderung von Identitäten
→ bei einer internationalen Konferenz mit Verhandlungen sagen Liberalisten & Realisten, dass das was den Meisten nützt durchkommt, der der am meisten Macht hat, gewinnt. Konstruktivist: Mächtige Staaten müssen eigene Interessen argumentativ vortragen → hat einen Einfluss auf die eigene Kommunikation

 

Wichtige Aussagen des Konstruktivismus

• Es gibt eine materielle Welt, doch wie die Interaktion ist, hängt davon ab, wie die Akteure die Welt verstehen
• Ideen bestimmen die Welt → nur weil es Anarchie gibt, heisst das nicht, dass Staaten so agieren müssen
→ „Anarchie ist das, was die Staaten daraus machen“
→ Anarchie zwischen Feinden, Rivalen oder Freunden → es geht ums überleben → relative Gewinne (Feinde), Rivalen → kooperieren, gemeinsame Vorteile erreichen, Freunde: Europa und andere Arten der Kooperation
• Staate agieren in einer globalen Gesellschaft
→ Austausch zwischen transnationalen Akteuren kann Verhalten verändern
• Normänderungen sind eine wichtige Quelle historischer Veränderungen
→ Lernen und Sozialisierung verändern das Verhalten von Akteuren → oft in eine positive Richtung. Wenn sich Normen ändern, verändert sich die Welt (Bsp. Sklavenhandel)
• Staatliche Eliten agieren in und sind beeinflusst von der „strategischen Kultur“
→ Annahmen über das Wesen des internationalen Systems und darüber, welche Staaten Freunde und welche Feinde sind (der USA ist es egal ob GB Atomwaffen hat, aber nicht egal wenn Nordkorea

Annahmen feministischer Theorien

• Im internationalen wirtschaftlichen und politischen System spielen Frauen eine wichtige Rolle, aber hauptsächlich als untergebene und unterbewertete/unterschätzte Arbeiterinnen.  Im Krieg wird von grossen Führern gesprochen, die Opfer sind zu einem Grossteil Zivilisten und von denen ist ein Grossteil Frauen.
• Staaten und die internationalen Beziehungen haben eine Struktur der Ungleichheit, die Frauen benachteiligen. In Wirtschaft: Männer gehen zum Arbeiten, Frauen auch aber sie müssen noch den Haushalt machen. Führungsetagen in Wirtschaft und Politik sind sehr oft von Männern besetzt
 Die dominanten Sichtweisen und Theorien der internationalen Beziehungen vernachlässigen die Standpunkte der Benachteiligten → bisherige Theorien haben das unterschätzt, schauen auf die grossen und wichtigen Akteure aber vernachlässigen Standpunkte der Frauen.

 

Wichtige Aussagen feministischer Theorien

• Feministische Theorien wollen nicht alles erklären aber sie sind relevant für alle Ebenen der internationalen Politik, da alle globalen Akteure eine Gender-Identität haben → Rollenerwartungen spielen eine Rolle auf jeder Ebene
• Auf Männer ausgerichtete Annahmen müssen auf Gender beleuchtet und Kritisiert werden
→ Realistisches Werk von Kenneth Waltz: „Man, the State and War“
• Geringschätzung der Rolle der Frauen durch Gender Vorurteile soll angefochten werden
→ nicht nur kritisch beleuchten sondern auch revidieren → fem. Theorien sind kritische Theorien und wollen die Lage verändern (wie marxistische Theorie)

 

Warum reden wir über Massenvernichtungwaffen?

• Gefahr besteht weiterhin. Es ist nachwievor aktuell, dass biologische, chemische & nukleare Waffen eingesetzt werden
• Störung des Gleichgewichts: Keine wirksame Abschreckung → kalter Krieg: USA - Sowjetunion
• Massenvernichtungswaffen in den falschen Händen → terroristische Gruppen, failed/aggressive Staaten

 

Was sind Massenvernichtungswaffen?

• Erste Erwähnung vom Erzbischof von Canterbury → Angriff der deutschen Luftwaffe mit konventionellen Bomben auf Guernica im spanischen Bürgerkrieg
• Erste Resolution der UN Generalversammlung → Atomwaffen und alle anderen Waffen, die zur Massenvernichtung genutzt werden
• Im Kalten Krieg: Synonym für Kernwaffen
• Nach dem Irakkrieg 1990/91: Sammelbezeichnung für ABC-Waffen
• Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001: auch „schmutzige Bomben“: konventionelle Bomben plus radioaktives Materien → grössere Explosion & Teile verseucht durch Radioaktivität
• Resolution 1540 des UN Sicherheitsrates vom 28. April 2004 → Die Weiterverbreitung von nuklearen, chemischen und biologischen Waffen sowie ihrer Träger stellen eine Bedrohung für den internationalen Frieden und Sicherheit dar.
→ sehr politischer Begriff → Unterschied ob man nur von Kernwaffen spricht oder von der Kombination (biologische, chemische, schmutzige Bomben, Waffen) grosser Unterschied zwischen atomar – chemischen – biologischen Waffen

 

Wie funktionieren Kernwaffen?

• Erste Kernwaffen:
-    Kernspaltung (Uran, Plutonium)
-    Little Boy, Hiroshima, 6.8.1945, 13 kT, 70-80'000 Tote
-    Fat Man, Nagasaki 9.8.1945, 21 kT, 40'000 Tote (nicht an sehr bevölkerter Stelle)
-    Kilotonnen tnt: man nimmt Dynamit & eine Atombombe & vergleicht sie


• Wasserstoffbombe (nächste Generation)
-    Kernfusion (durch vorherige Kernspaltung) → noch grössere Sprengkraft
-    Ivy Mike, Insel im Pazifik, 1952, 10.400 kT, sehr gross (70t)
-    Nachteil: die ganze Bombe war unglaublich schwer und gross → unpraktisch


• kleinere Waffen – Trägersysteme
-    Interkontinentalraketen (Land, U-Boot)
-    Marschflugkörper (Cruise Missiles) → kurze Strecken, fliegen tief, passen sich der Landschaft an


• Zerstörung bei Kernwaffenexplosion
-    Detonation, Hitze, Radioaktiver Niederschlag (Fallout)

 

Wer hat Kernwaffen?

• USA, GB, FR, Israel, Pakistan, Indien, Russland, China, Nordkorea
→ 5 Vetomächte im Sicherheitsrat (USA;GB;DR;RU;China)

 

Politik der Kernwaffen - Nukleare Revolution

• Konventioneller Krieg ←→ Atomkrieg
-    „Der Krieg ist eine blosse Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln“
-    „Bisher war das militärische Hauptziel Kriege zu gewinnen. Jetzt muss das Hauptziel sein, Kriege zu vermeiden“
• Welche politischen Ziele könnte ein Atomkrieg erreichen? 25% der Bevölkerung würde sterben → man kann sich keine politischen Ziele vorstellen, welch das billigen würden
• Internationale Einsicht nach 1945, keine Kernwaffen einzusetzen („nukleares Tabu“) →internationale Norm, welche sich entwickelt hat

 

Abschreckung - MAD

• Wann wird die Sowjetunion davon abgeschreckt, die USA mit Kernwaffen anzugreifen? – Bedingungen:
-    nach dem Erstschlag haben die USA immer noch die Kapazität nuklear zu vergelten
o    Wenn die Sowjetunion die USA angreifen würden, hätten die USA  immer noch die Möglichkeit zurückzuschlagen
-    Der Schaden der Vergeltung muss für die Sowjetunion inakzeptabel sein
o    Keine objektiven Grenzen → Was würde die Regierung akzeptieren?
-    Die Vergeltungsdrohung der USA muss glaubhaft sein
o    Wenn SU wüsste., dass USA nach Angriff moralisch nicht in der Lage wäre zu vergelten, würde diese Abschreckung nichts nützen


• Zweitschlagfähigkeit (gesicherte Vernichtung): Ein Land kann nach einem nuklearen Erstschlag dem angreifenden Staat inakzeptablen Schaden zufügen


• Wechselseitige gesicherte Vernichtung – MAD (mutual assured destruction): Beide Länder können sich (nach Erstschlägen) gegenseitig inakzeptablen Schaden zufügen (z.B. USA Sowjetunion)

 

Erstschlagfähigkeit

• Die Fähigkeit, einen Gegner mit einem nuklearen Erstschlag so zu beschädigen, dass er nicht mehr nuklear vergelten kann (Vereitelung der Zwietschlagfähigkeit)
• Potentiell erreichbar durch
-    zielgenaue Waffen, die die gegnerischen Kernwaffen zerstören
-    Abwehrsystem, das einen gegnerischen Angriff vereiteln kann
→ beide dieser Fähigkeiten haben unterschiedliche Konsequenz
• Wenn 1 Land dem anderen so viel Schaden zurichten kann, dass das andere nicht mehr zurückschlagen kann, keine Zweitschlagfähigkeit mehr hat, spricht man von Erstschlagfähigkeit

 

Sollten Staaten sich darauf vorbereiten, einen nuklearen Krieg zu führen?

• Die Anordnung eines Vergeltungsschlags der USA ist nicht glaubwürdig
-    Der Westen würde davor zurückschrecken, Millionen Menschen zu töten
• NUTS (nuclear utilization theory)
-    Schutz der Bevölkerung
-    Raketenabwehr
-    Zielgenaue Waffensysteme, um gegnerische Kernwaffen zu zerstören (nicht nur auf grosse Waffen verfassen)
• Sicht des Militärs während des Kalten Krieges: Vorbereitung auf Krieg
• Sicht der Politiker: Vermeidung eines Krieges
• zu positives Bild vom Westen, zu negatives Bild vom Osten? NUTS war Bande, die in den USA geführt wurde, gab vielleicht auf russischer Seite ähnlich denkende gab → Gorbatschow → moralische Bedenken

 

Gibt es MAD noch heute?

• Numerisches Gleichgewicht zwischen USA und Russland (beide haben noch genügend Atomwaffen trotz dem Abbau)
• Technologische Weiterentwicklungen in den USA (schneller als in Russland)
• Verschlechterung der Kapazitäten Russlands
• kleine veraltete Kapazitäten Chinas (aber aktuell Modernisierung, wenig Sprengköpfe im Vergleich
• USA haben vielleicht Erstschlagfähigkeit

 

Abbau von Kernwaffen

• Anzahl Sprengköpfe: dünne Linie → die die wirklich eingesetzt werden

Verarbeitung von Kernwaffen

• Einfach: Erhalt von Bauplänen für Kernwaffen (Technologie)
• Schwierig: Erlangung von spaltbarem Material
-    Plutonium (Nebenprodukt in Atomreaktoren) und Uranium müssen verarbeitet bzw. angereichert werden (Länder mit Atomreaktoren können dies genaugenommen bekommen)
• Strategien um Kernwaffen zu erhalten
-    Aufbau von Expertise und Material durch zivile Nuklearprogramme: Indien, Canada, Israel
-    Technologie-Austausch: zwischen China/Pakistan und Nordkorea
-    Weitere Versuche: Iran, Irak, Quadeer Khan (ist ein Pakistana und hat versucht mit pakistanischen Waffen Handel zu betreiben

 

Was motiviert Staaten dazu Kernwaffen zu besitzen?

• Motivation Kernwaffenprogramme zu entwickeln – trotz hohen Entwicklungskosten und die Gefahr der internationalen Ächtung
• Konflikte mit regionalen Rivalen (sind ausschlaggebend): Indien – Pakistan; Israel – Iran, Irak, Syrien, Libyen
• internationales Prestige → wenn Waffe vorhanden ist, gehört man zu dem „Grossen“ dazu: GB, F; Indien, China
• Sicherheit für schwache Staaten → hilft, da man drohen kann: Israel, Südafrika (wurde während des Apartheitsregimes von vielen Seiten bemängelt → Macht auf internationalem Parkett)

 

Wie gefährlich ist Proliferation (Weiterverbeitung von Kernwaffen)

• Kenneth Walz (1995/2002): Grössere Verbreitung!
-    Je mehr Staaten Kernwaffen haben, desto stärker ist die Stabilität durch Abschreckung
-    Irakkrieg 2003? Hätte Irak Atomwaffen gehabt, hätte USA wahrscheinlich nicht angegriffen


• Scott Sagan (1995/2002): Verbreitung ist gefährlich!
-    Militärregierungen (nicht auf Abschreckungen reagieren → Knopf drücken)
-    Erstschlagfähigkeiten zwischen regionalen Rivalen
-    Atomare Unfälle
-    Ausnutzung der Vorsicht durch aggressive Staaten

 

Abrüstungsbemühungen

• Atomwaffensperrvertrag (Non-Proliferation Treaty) 1968
→ Verbot der Verbreitung von Kernwaffen
• SALT I/II (Strategic Arms Limitation Talks), 1972/1979
→ Deckelung der Anzahl Sprengköpfe
• START I (Strategic Arms Reduction treaty) 1991
→ Verringerung der Sprengköpfe
• Diplomatische Bemühungen
→ Libyen, Ehemalige Sowjetrepubliken, Iran
• Getting to Zero?

 

Atomwaffensperrvertrag (NPT)

• fast universale Anerkennung (alle ausser: Indien, Israel, Pakistan, Südsudan)


• Der Vertrag – the frand bargain
-    Teilung der Staatenwelt: Atommächte und Nicht-Atommächte
-    Verzicht auf Entwicklung oder Erwerb von Kernwaffen
-    Recht auf friedliche Nutzung von Kernenergie
-    Inspektionen der Kernenergieanlagen durch die IAEA


• die positive Bilanz des Vertrages
-    Legitimität für die Atommächte
-    Technologietransfer für friedliche Nutzung
-    Stopp des Wettlaufs – keine neuen relativen Gewinne/Verluste


• die negative Bilanz des Vertrages:
-    Aber: nicht wirksam für die hartnäckigen Fälle – keine kollektiven Sanktionen
-    Kontrollen können behindert werden

 

Chemische und Biologische Waffen

• Chemische Waffen (z.B. Chlor- und Senfgas, Sarin)
• Chemical Weapons Convention (CWC) 1993/1997
-    188 teilnehmende Staaten
-    Verbot der Produktion und des Besitzes chemischer Waffen
-    Inspektion durch die UN-Organisation OPCW
• Biologische Waffen (z.b. Milzbrand „Antharax“ USA 2001)
• Toxic and Biological Weapons convention (BWC) 1972
-    165 teilnehmende Staaten
-    Verbot der Entwicklung, Produktion und des Besitzes biologischer Waffen

 

Vergleich von ABC-Waffen

• Beschaffung
-    spaltbares Material sehr schwierig zu beschaffen
-    biologische/chemische Waffen relativ einfach zu beschaffen
• rechtlicher Status
-    biologische/chemische Waffen: allgemeines Verbot
-    Kernwaffen: legal für Atommächte, Verbot für Nicht-Atommächte
• Massenvernichtungswaffen?
-    biologische/chemische Waffen haben ein grosses Tötungspotenzial, aber wesentlich geringer als Kernwaffen
• Abschreckung
-    Verteidigung gegen biologische/chemische Waffen möglich, aber gegen Kernwaffen praktisch unmöglich
• qualitativer Unterschied: nuklear → Abschreckung, bei chemischen & biologischen Waffen nicht

 

Kernwaffen und Terrorismus

• Terrorgruppen haben meistens keinen Staat → Abschreckung durch Vergeltung nicht wirksam
• Können Terrorgruppen in den Besitz von Kernwaffen gelangen?
-    Bau sehr schwierig, sogar für Staaten
-    Weitergabe? Der Staat riskiert Vergeltung
→ Wahrscheinlichste Gefahr: „Schmutzige Bombe“

 

Weltwirtschaft 1750-2000

• wooden sailing ships & iron steamships → Standardisierung des Welthandels für die Schiffe
→ Stahlcontainer
• railroads → sehr wichtig für Welthandel

 

2 Wellen der Globalisierung

• 1. Welle: 1900 → Handel ging in die Höhe, Reaktion der Staaten auf Krise und Schutz des eigenen Handels → Abfall nach 1900
• 2. Welle: Globalisierung
→ Steigung hat Konsequenzen, nicht nur für die Wirtschaft an sich sondern auch auf ihre Menschen und die Politik

 

Die grosse Rezession

• Einbruch nach der letzten Finanzkrise (2008/9): Handel ist in vielen Ländern eingestürzt → globale Nachfrage ging nach unten

Macht in den internationalen Wirtschaftsbeziehungen

• Zentrale Frage in den Wirtschaftsbeziehungen: Zu welchem Preis werden Güter gehandelt?
• Handel ist ein Positiv-Summen-Spiel, daher gibt es Verhandlungsspielraum
-    Beispiel: Verkäufer (Produzenten( min. 10 USD), Käufer (Konsumenten) höchstens 140 CHF
• Viele Verkäufer, viele Käufer: Marktpreis
-    Nachfrage und Angebot legen den Marktpreis fest
-    Macht ist in den Wirtschaftsbeziehungen breit verteilt: Die Macht des einzelnen Staates ist eingeschränkt
-    Z.B. Wirtschaftssanktionen: Einzelne Länder können davon profitieren bei Sanktionen nicht mitzumachen. Aktuell Wirtschaftssanktionen gegen Russland → Länder die nicht mitmachen können profitieren
-    Vgl. Sicherheitsbeziehungen: Macht der einzelnen Staaten ist sehr eingeschränkt.
• politische Gestaltung:
-    Einfluss auf Preise durch Handelsabkommen (Zölle, Beschränkungen)
-    Kartelle (OPEC)
-    Sanktionen → haben einen direkten Einfluss auf die Preise

 

Unterschiedliche Sichtweisen der internationalen Politischen Ökonomie

• Merkantilismus
-    Wirtschaftsbeziehungen aus Sicht der Realismus
-    Betonung der gegensätzlichen Interessen
-    Hauptakteure sind Staaten
-    Macht steht im Mittelpunkt:
o    Wohlstand stärkt militärische Macht
o    Handelskonditionen bestimmen Machtzugewinn und die Machtverhältnisse zwischen den Staaten. Je nach Handelskonditionen bringt der Handel eher Gewinn oder Verlust an Macht
o    Früher: Handelsüberschuss und Anhäufung von Gold
-    Verteilung von Handelsgewinnen, wichtig sind die relativen Gewinne
-    Der Staat sollte Handel nur fördern, wenn die Verteilung der Handelsgewinne den eigenen Staat bevorzugt (der Staat relative Gewinne macht)
• Ökonomischer Liberalismus
-    Wirtschaftsbeziehungen aus Sicht des Liberalismus
-    Betonung der gemeinsamen Interessen/Vorteile
-    Hauptakteure sind Firmen und Haushalte → innerstaatliche Akteure: Konsumenten und Produzenten
-    Wohlstand steht im Mittelpunkt: Wichtig sind die absoluten Gewinne
-    Schaffung von Handelsgewinnen
o    Handel erhöht die Effizient und schafft gemeinsame Gewinne
o    Internationale Institutionen fördern Handel und Austausch
o    Internationaler Austausch fördert Frieden: Weil Staaten am Wohlstand interessiert sind, kann der Frieden durch den Handel gesichert werden
- der Staat sollte Freihandel fördern, weil er Effizienz und Wohlstand schafft (weil es immer Gewinne gibt)
• Theorien, aber auch Ideologien, gemäss derer Politiker handeln

 

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