HS2015
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Flashcards
Klassische Handelsgewinne (David Ricardo)
• Zwei Länder: Schweiz, Taiwan
• 2 Güter: Chemikalien und Textilien
• Produktion in der Autarkie
- CH: 50 Mio. Einheiten Chemikalien, 50 Mio. Einheiten Textilien
- Taiwan: 20. Mio. Einheiten Chemikalien, 15 Mio. Einheiten Textilien
• Handelsgewinne durch Spezialisierung auf den komparativen Kostenvorteil → relativer Vorteil
• Die Schweiz hat absolute Vorteile bei Textilien und bei Chemikalien
• Taiwan hat Nachteil bei beidem → Schweiz kann effizienter produzieren
• relative Kosten: für jede Einheit Textilien kann eine Einheit Chemikalien produziert werden (CH)
• Produktion und Opportunitätskosten
• Opportunitätskosten
- Für Jede Einheit Chemikalien muss die Schweiz auf 1 Einheit Textilien verzichten
- Für jede Einheit Chemikalien muss Taiwan auf 3 Einheiten Textilien verzichten
• Wohlstandsgewinne komparativer Kostenvorteile
• Die Schweiz und Taiwan einigen sich auf ein Austauschverhältnis von 2Einheiten Textilien für 1 Einheit Chemikalien
• Die Schweiz produziert 100 Mio. Einheiten Chemikalien, exportiert davon 28 Mio. Einheiten und konsumiert 72. Mio. Einheiten. Das sind 22. Mio. Einheiten mehr als im Fall ohne Handel.
→ Nicht nur die Schweiz gewinnt, Taiwan auch wegen dem Unterschied der Opportunitätskosten
--> Fotos dazu siehe Zusammenfassung
Theorien des Aussenhandles und Wohlstandsgewinne
• Produktivität und komparative Vorteile
- relative Produktivitätsvorteile von Ländern
- Adam Smith, David Ricardo
• Verteilung von Ressourcen
- Arbeit, Kapital, Land (CH: wenig Land, viel Kapital; China: viel Land, wenig Kapital, viel Arbeiter)
- Eli Heckscher, Bertil Ohlin
• Marktgrösse: Zunehmende Skalenerträge
- neue Handlungstheorie: Monopolistischer Wettbewerb
- Paul Krugmann, Elhanan Helpman
- Neue neue Handelstheorie: Unterschiedlichkeit von Firmen (grosse Firmen können es sich leisten, ins Ausland zu exportieren
- Marc Melitz, Pol Antras
→ Ein Produkt zu produzieren kostet weniger, wenn man es in grossen Mengen produziert. Wenn es einen grossen Markt gibt → Produkte werden günstiger → Spezialisierung (mit oder ohne Patent) → erklärt Import und Export von den selben Gütern
→ Handel fördert insgesamt den Wohlstand & schafft Gewinne
Warum dann keinen Freihandel?
• Handelsliberalisierung schafft Gewinner und Verlierer (hängt oft mit der geographischen Lage zusammen)
- Sektoren: z.B. Chemie und Textilbranche
- Produktionsfaktoren (Land, Kapital, Arbeit), z.B. Agrarwirtschaft
- Daher oft auch Regionen: z.B. Süd-und Nordengland
- Firmen: kleine und grosse Firmen
→ Die Verlierer können gegen offeneren Handel eintreten
• Unterschiedliche Konzentration von Gewinnen und Kosten (Vorteile von Handel sind breit gestreut)
- Gewinne durch niedrigere Preise sind breit verteilt: Konsumenten (Handel → sinkende Preise)
- Kosten sind oft konzentriert: z.B. in der Agrarwirtschaft
- Konkretes Beispiel: US Stahlzölle 2002 –Kosten 2.4 Mrd. (für 2002)
- 2.4 Mrd. auf 7300 Stellen: 326‘000 USD (2002)
- 2.4 Mrd. auf 320 Mio. Konsumenten: 7.50 USD (bzw. 20 USD 2002-2005)
→ Die Verlierer sind oft kleine gruppen, die sich gut organisieren können
• Zölle zum Schutz junger Industriezweige
- Mangelnde Wettbewerbsfähigkeit bei jungen Industriezweigen
- Temporäre Zölle ermöglichen dien Aufbau eines neuen Industriezweiges
- z.B. US Industrien vor dem 2. Weltkrieg, Autoindustrie in Korea
• Industrien wichtig für die nationale Sicherheit: z.B. US Mikrochip-Industrie in den 1970er Jahren, Militärgüter
• Schutz gegen Preisdumping (Land verkauft im Ausland billiger als zuhause → globaler Marktanteil sichern): Dumping: Verkauf von Produkten zu Preisen unterhalb der heimischen Preisen um Marktanteile zu gewinnen und die Preise dann zu erhöhen
→ gefährdete Industrie spricht oft von Dumpingpreisen
Fragen des Protektionismus
• Tarifäre Handelshemmnisse (Zölle): Grenzübergang CH: 17.- pro kg Fleisch (über 1 kg)
• Nichttarifäre Handelshemmnisse
- Importquoten: Mengenbeschränkung der Importe
- Freiwillige Exportbeschränkungen: Freiwille Mengenbeschränkung des Exports – auf Druck des Importlandes
- Subventionen: um heimische Produkte wettbewerbsfähiger zu machen z.B. Agrarprodukte
- Regulierungen:
o Können gezielt en Import erschweren
o Beschränkung der Lagerzeit von Milch in Griechenland (Milch darf nur 5 Tage im Laden stehen → keine Chance für ausländische Milch)
o Arbeits- und Umweltstandards
Vom GATT zur WTO
• General Agreement on Tariffs and Trade (GATT) 1947 (sollte zuerst nur temporär sein)
- Scheitern der ITO: „temporäres“ multilaterales Abkommen
- Runden: Kennedy-Runde, Tokyo-Runde, … → in jeder Runde wurden Zölle abgebaut
- Abbau von Zöllen
• United Nations Conference on Trade and Development (UNCTAD) 1964
Förderung der Interessen der Entwicklungsländer gegen GATT
• Uruguay- Runde , 1986-1994
- Umwandlung des GATT in die Welthandelsorganisation (WTO)
- Ausbau des Streitschlichtugnsverfahren
- Ausweitung in weitere Bereiche: Geistiges Eigentum (TRIPS), Dienstleistungen (GATS), Investitionen (TRIMS)
• Doha-Runde 2001-2013: keine wichtigen Zugeständnisse
WTO Prinzipien
• Handelsliberalisierung: Abbau der Zölle und nicht tarifären Handelshemmnisse
• Gegenseitigkeit (Reziprozität): Staaten bauen Handelshemmnisse gegenseitig ab
• Nichtdiskriminierung: Meistbegünstigung: Handelserleichterungen für das begünstige Land gelten für alle Mitglieder der WTO → genialer Einfall um Handel insgesamt zu liberalisieren
• Ausnahmen der Nichtdiskriminierung: Begünstigung wirtschaftlich schwacher Staaten (enabling clause), regionale Handelsabkommen
• Freihandelsabkommen → Bedingung: Abbau der Handelshemmnisse für „substantially all the trade“. Kein Aufbau von Handelshemmnissen gegenüber Dritten → Unterscheidung bilateral/regional wird nicht gemacht
Weitere Handelsregime
• bilaterale (auch regionale) Abkommen
- Gegenseitiger Abbau von Handelshemmnissen zwischen 2 Staaten
- Verhandlung einfacher als bei globalen oder regionalen Abkommen
• Regionale Freihandelszonen
- Handelsabkommen zwischen mehreren Staaten einer Region
- Z.B. NAFTA (Nordamerika), Mercosur (Südamerika; aktuell: Transpazifische Partnerschaft (TIP), Transatlatic Trade and Investment Partnershit (TTIP)
- Schwächung der WTO: globale Abkommen werden weniger wichtig
- Unterteilung der Welt in separate Handelsblöcke
Wirtschaftiche Zusammenschlüsse
• EU: Europäische Union
• NAFTA: North American Free Trade Agreement, Nordamerikanische Freihandelszone
• MERCOSUR: gemeinsamer Markt Südamerikas
• SADC: Southern Africa Development Community, Südafrikanische Entwicklungsgemeinschaft
• EAWU: Eurasische Wirtschaftsunion
• ASEAN: Association of South-East Asian Nations, Südostasiatische Staatengemeinschaft
Transpazifische Partnerschaft
• Wurde diesen Sommer beschlossen, Textdokument als Vorlage (6000 Seiten) → es gibt für jedes Produkt Vorschläge, wie sich der Handel verhalten soll
• USA will dass Gedankengut (Film) bis zu 70 Jahre nach dem Tod noch Eigentum ist → Walt Disney
• Kanada, USA, Mexiko, Peru, Chile, Japan, Vietnam, Brunei, Malaysia, Singapur, Australien, Neuseeland
Die Schweiz im globalen Handelssystem: Leistungsbilanz der Schweiz
• ist sehr positiv, Exporte grösser als Importe → CH spart
• Primäreinkommen: Erträge von FDI (foreign direct investment) zurück in die Schweiz
• Sekundäreinkommen: Krankengeld nach Hause schicken
Importe und Exporte der Schweiz. Trifft die klassische Handelstheorie zu?
• CH nimmt durch Exporte mehr ein als sie für Importe ausgibt.
→ Summen sind nur Wert der Exporten, heisst aber auch dass auch Geld aus der CH geflossen ist → Schweiz spart
• Theorie sagt, man soll sich spezialisieren → es werden jedoch viele Chemikalien exportiert, aber auch importiert
→ sehr aggregiert → könnte sein dass etwas nur in der CH produziert wird
→ ist so weil Lösungsmittel importiert werden, Chemikalien exportiert. Zwischenprodukte werden importiert, Fertigprodukte exportiert
• Finanzdienste sind wesentlich grösser im Export als im Import
• Verhandlungsposition mit EU: EU ist essentiell für die CH (Exporte), Exporte der EU in die CH machen nur ca. 10% aus → für die EU ist die CH weniger wichtig als die EU für die CH
• Bilaterale Verträge CH – EU
- CH ist Mitglied der EFTA → Handelsabkommen mit ganz vielen Staaten
- CH ist im Freihandel insgesamt bemüht
- Wichtig für Handel: seit Abstimmung der Masseneinwanderungsinitiative → gewisse Sachen sind nun auf Eis gelegt
Invetitionen und Wechselkurse - Internationale Finanzströme
• Ausländische Direktinvestitionen FDI (foreign direct investment): Firma geht ins Ausland und macht dort eine Firma auf oder kauft eine Firma. Es muss jedoch ein bestimmter Bedarf vorhanden sein → Eigentumsvorteil
- Ziel: Einflussnahme (control)
- Eigentums-, Standort- oder Internalisierungsvorteile
- Tochtergesellschaften, Firmenbeteiligungen (Anteile > 10%)
• Portfolioinvestment (von Renditen im Ausland profitieren, es geht nicht um Einflussnahme)
- Ziel: Profitbeteiligung und Diversifikation (Sortimentausweitung in der Wirtschaft)
- Firmenbeteiligungen (Anteile < 10%), Wertpapiere
• Bankeinlagen und Kredite: Bankkredite an ausländische Firmen oder Haushalte
→ es hängen alle von den Wechselkursen ab
Wechselkurs
• Preis einer Währung ausgedrückt in einer anderen Währung
• Angebot und Nachfrage nach Vermögenswerten (Assets) einer Währung
- Angebot/Nachfrage nach Vermögenswerte und Waren/Dienstleistungen, aber: Volumen des Handels von Vermögenswerten übersteigt das der Waren/Dienstleistungen um ein Vielfaches
• Faktoren, die Angebot und Nachfrage beeinflussen
- Erwarteter Ertrag: in diesem Land bzw. mit dieser Währung. Je grösser die Rendite, desto attraktiver ist es Dollar zu Kaufen → Kurs steigt
- Zinsen (ändert erwarteter Ertrag ) → Währungskurs steigt wenn die Zinsen zunehmen
- Risiko: je grösser das Risiko, desto weniger attraktiv sind die Anlagen von Währungen und desto niedriger ist der Wechselkurs
- Devisenkäufe, -verkäufe der Zentralbanken: wenn Zentralbanken Devisen verkauft, wertet dies die Währung auf
→ für USA ist Wechselkurs, im Gegensatz zur CH, ziemlich irrelevant
• Korrelationen
- In reichen Ländern ist die Inflation wichtig. Wenn die Inflation och ist, dann verlieren die realen Werte
→ Möglichkeit: Einfluss oder sogar Fixierung des Wechselkurses
Was treibt den Wechselkurs des Franken am meisten?
• in der letzten Zeit gab es in der Euro Zone viele Krise, da bietet sich die Schweiz als Alternative für Investitionen an --> Schweiz als sicherer Hafen
• Beeinflussung durch die Leitzinsen der Amerikanischen und der Europäischen Zentralbank
• das Risiko in der Schweiz sei sehr klein, deshalb gibt es einen Anreiz in der Schweiz zu investieren
• Franken ist für die Exportwirtschaft niedrig, dass man dann andere Devisen kauft und somit den Franken abwertet
→ steht solide da, hat schon seit vielen Jahren einen Handelsüberschuss, Gibt eine sehr niedrige Inflation.
• Intervention der CH Nationalbank, Politik der SNB ist eine Reaktion auf die gestiegene Nachfrage
• Warum Mindestkurs aufgeben? Europa fängt mit einer laxen Geldpolitik an
→ CH ist im Vergleich zu Europa relativ klein dh Ströme von Europa haben einen sehr grossen Einfluss in der CH
Der Big Mac Indes: Über- und Unterbewertung nach Kaufkraft
• Um Preise über längere Zeit zu vergleichen wird der BigMac genommen → ist in allem Ländern genau gleich & Produkte und Arbeitskräfte sind lokal
• ökonomische Theorie: über längere Zeit hin gesehen müssen sich die Preise angleichen. Jedoch kann Ungleichgewicht über eine längere Zeit erhalten bleiben.
→ Wechselkurse beeinflussen
Wechselkursregime
• Flexible Wechselkursregime
- unabhängiges Floating: Nachfrage und Angebot bestimmt Wechselkurse
- kontrolliertes Floating (dirty floating): Nationalbank greift ein um Ausschläge zu vermeiden
• Fixe Wechselkursregime
- Peg: fixe Wechselkurse → Wert der Währung wird festgelegt
- Currency board: in Gesetzen oder in der Verfassung festlegen
- Dollarisierung: Heimische Währung wird verdrängt und man benutzt nur noch Fremdwährung
- Währungsunion: wenn Länder ihre Währung komplett aufgeben und eine mit anderen Ländern gemeinsame Währung einführen → EU: es kann nicht mehr auf- oder abgewertet werden
- Mindestkurs: Franken → diry float nach oben, nach unten wärs ein Peg
Fixe Wechselkurse
• Entwicklungsländer → Wechselkursvorgabe → Inflation vorbeugen
• Vorteile
- keine Wechselkursvolatilität: Planungssicherheit für internationale Transaktionen (Umplanungen)
- Länder mit hoher Inflation können die niedrige Inflation eines anderen Landes „importieren“
- Bei niedrigem Wechselkurs: Förderung des Exports
• Risiken für Länder mit Handelsüberschuss
- Gefährdung einer Erhöhung der Inflation
- Vergeltung durch andere Länder (Abwertung) → Wettlauf zwischen 2 Ländern
- Anhäufung von (risikoreichen) ausländischen Reserven/Forderungen. Können auch man ausfallen z.B. Eurokrise (Griechenland konnte nicht mehr zahlen)
• Risiken für Länder mit Handelsdefizit
- Abbau von Reserven, Aufbau von Schulden (auch privat!)
- Zahlungsbilanzkrise – wenn ausländische Finanzströme austrocknen und/oder Reserven ausgehen → es muss wieder Geld in das eigene Land fliessen
→ Austeritätsmassnahmen oder Abwertung (oder beides)
Flexible Wechselkurse
• Vorteile
- Zentralbank kann Geldpolitik allein an der heimischen Wirtschaft ausrichten (autonome Geldpolitik)
- Ausgleich von Handlungsungleichgewichten durch Wechselkursänderungen – langfristig
• Risiken:
- Wechselkursschwankungen: Planungsunsicherheit
Der internationale Währungsfonds
• vorher Goldstandart → fester Wechselkurs, man konnte die Währungen in Gold umwechseln
• Gründung 1944 in Bretton Woods, New Hampshire, USA
• Sonderorganisation der UN, 188 Mitgliedsstaaten, 2600 Mitarbeiter
• Mittel (Quoten): 334 Milliarden US Dollar
• Hauptaufgabe: Sicherung der Stabilität des internationalen Finanzsystems (Währungssystem & Zahlungssystem)
• Ursprüngliche Ziele des IWF
- Wiederherstellung der Konvertibilität der Währungen
- Aufbau eines internationalen Systems fixer Wechselkurse (Anpassung möglich nach Genehmigung)
- Bereitstellung von Beistandskrediten für Länder mit Zahlungsproblemen
→Fonds: Mitgliedsländer stellen Geld (Quoten) bereit, das bei Bedarf geliehen werden kann
Aufgaben des IWF heute
• Förderung der internationalen Zusammenarbeit in der Währungspolitik
• Überwachung der nationalen Geld- und Währungspolitiken
• Finanzielle Hilfe bei Zahlungsdefiziten
- kurzfristige Kredite
- Kredite mit Auflagen (Konditionalität): sehr kontrovers, da sie mit den Auflagen verbunden sind und Strukturprogramme fördern
• technische Hilfe beim Aufbau von Geld- und Finanzsystemen (Experten)
Konditionalität in der Kritik
• Der IWF vergibt Kredite mit Auflagen z.B. Korruptionsbekämpfung, Kürzungen der Staatsausgaben oder Sozialleistungen, Liberalisierung von Märkten, Privatisierung
• Kritik
- Im Interesse der reichen Länder (v.a. USA, Europa)
- Einheitslösungen ohne Anpassung der Lage vor Ort
- Unzumutbarkeit, Verschlimmerung der Wirtschaftslage: Kürzung der Staatsausgeben bei Rezession & mach die Löhne auch noch tiefer → mehr Leid
- Vermischung von Währungs- und Entwicklungspolitik
→ wenn ein Land in die Krise kommt, kommen die meisten Auflagen vom IWF und nicht von der Weltbank
Transnationale Konzerne
• Ökonomische Bedeutung TBK’s (MNC: multinational cooperations): Globale Wertschöpfung (ca. 10%), Schaffung von Anlagevermögen (ca. 10%), Handel (ca. 33 %)
Politische Auswirkungen von TNK's
• Ein grosser Konzern kann einfach entscheiden wohin er seine Produktion verlagert → geht dort hin wo es für das Unternehmen am besten ist
→ Manche Länder trauen sich nicht die Umweltstandards hoch zu setzen, da sie Angst haben, dass die Unternehmen dann weggehen
• Einschränkung des staatlichen Handlungsspielraums: race to the bottom? (FDI)
- Logik: Verlagerung der Produktion mit den günstigsten Bedingungen
- Umweltstandards drücken sich
- Arbeitsstandards: Mitbringen eigener, besserer Arbeitsprozesse, Bedarf an hochqualifizierten Arbeiter
-→ Aber: Handel scheint Arbeitsstandards zu drücke
• Innerstaatliche Auswirkungen: Stärkung der Demokratisierung?
• Systemische Auswirkungen: Frieden: Schaffen von Wohlstand: Anziehen von Investitionen → Vermeidung von gewalttätigen Konflikten
Was ist Entwicklung?
• Voranschreiten im Sinne von Wohlstand
• Wohlstand – Wie hoch ist das durchschnittliche Einkommen?
- Wohlstand ermöglicht die Reduzierung der Armut, gute Bildung und Gesundheitsversorgung
• Dis ist aber kein zwingender Zusammenhang!
- Wohlstand ←→ Lebensqualität, Gesundheit
- Wirtschaftliche Ungleichheit (Unterschiede zwischen reichen und armen Menschen)
→ Durchschnittseinkommen kann hoch sein → kleine sehr reiche Elite → sieht man nicht beim Durchschnittseinkommen
- Andere Politikziele ausser Wohlstand: z.B. Bildung oder Verminderung von Diskriminierung, insbesondere zwischen Männern und Frauen → Bildung an sich soll gefördert werden
→ Unterscheidung ist wichtig für Politikgestaltung: Soll (nur) Wohlstand erreicht werden oder soll auch Bildung, Gesundheit, Gleichberechtigung gefördert und Armut reduziert werden?
Unterschiedliche Entwicklungsmasse
→ von Vereinten Nationen entwickelt
• Wohlstand : Pro-Kopf Bruttonationaleinkommen (BNE)
• Lebenserwartung: (>> „wirtschaftliche Entwicklung“)
• Bildung : Human Development Index (HDI)
• Wirtschaftliche Ungleichheit: Inequality-adjustedHDI (IHDI)
• Benachteiligung von Frauen: Gender InequalityI ndex (GII)/ Gender Development Index (GDI)
Wie stehen die Masse zueinander, welche Gemeinsamkeiten/Unterschiede gibt es?
• Gemeinsamkeiten:
- IHDI & Gender, sind eng beieinander → grosse Korrelation
→ alle diese Indexe korrelieren miteinander
• Unterschiede
- HDI ist generell höher als die anderen
- Philippinen → niedriges Einkommen aber die Indexwerte sind trotzdem hoch im vgl. mit dem Einkommen und den Indexen Russlands
- Unterschiede zw. Indexe bei Norwegen, alle 3 sehr hoch → gleiche Gesellschaft, verliert nichts durch Ungleichheit
- Brasilien hoher HDI → IHDI sehr viel tiefer → hohe Ungleichheit
- Gender: Russland sehr hoch --_> Überbleibsel des Kommunismus
Entwlcklunshindernisse - die koloniale Vergangenheit
Stellt die koloniale Vergangenheit ein Hindernis für Entwicklung dar?
• Generell? Länder mit Kolonialvergangenheit sind tendenziell arm
- Die Kolonialmächte richteten die Kolonien nach ihren Bedürfnissen aus
- Bereicherung der Eliten vor Ort
• In manchen Ländern? Die Länder mit Kolonialvergangenheit unterscheiden sich: Manche wachsen wirtschaftlich stark, andere kaum
- Nachwirkender Einfluss von bestimmten kolonialen Institutionen: Europäer stellen grosse Mehrheit (Siedler): Institutionen zum Schutz des Eigentums ←→ Minderheit (Kolonialherren): Institutionen für Ausbeutungsmöglichkeiten
→ Kolonien verhindern die Entwicklung nicht aber sie stellen ein Hindernis dar
Zu wenig good governance?
• Gute Regierungsführung: effiziente Bürokratie, Rechtstaatlichkeit, Transparenz, (demokratische) Rechenschaftspflicht. Nicht: Korruption, willkürliche Justiz,…
• Gute Regierungsführung korreliert mit Wohlstand
• Aber : Gute Regierungsführung →Wohlstand oder Wohlstand → gute Regierungsführung?
Die Abwesenheit des Industriesektors
Abhängigkeit vom Agrarsektor oder von der Förderung von Rohstoffen
• Handelsbarrieren für landwirtschaftliche Produkte von Seiten der reichen Länder (beschränken Import, grosse Zölle)
• Starke Preisschwankungen: hohe Krisenanfälligkeit
• Niedrige Produktivitätsgewinne in den Agrar- und Rohstoffsektoren: wenig Potenzial für Wohlstandssteigerungen (langfristiges Problem)
• Ressourcenfluch (Erdöl)
- Investitionen fliessen hin zur Förderung von Rohstoffen aber weg von anderen Sektoren
- Die Vergabe von Lizenzen an wenige und grosse Firmen ist anfällig für Korruption
Handelspolitische Strategien
• Länder verlieren im Welthandel wenn sie keine eigene Industrie haben aber die Güter importieren
• Einschränkung von Handel: Importsubstituierende Industrialisierung (ISI)
- Aufbau eines eigenen Industriesektors durch Importzölle oder Subventionierung
- Erfolg in den 1950/60er Jahre: Indien, Brasilien, Argentinien, Mexiko → lokaler Handel fördern
- Probleme in den 1970er Jahren: Handelsbilanzdefizite und Inflation → konnten nicht mehr bezahlen, was sie importiert haben. Strategieänderung → Exportförderung
• Erhöhung der Handelsvorteile durch Kartelle (können Preise in die sich lohnende Richtung steuern)
- Kartell: Preisstützung durch die Begrenzung der Produktion
- Problem: höhere Preise machen die Produktion für Nicht-Mitglieder attraktig
- Bisher erfolgreich: Organisatione erdölexportierender Länder (OPEC)
- Nicht nur von Entwicklungsländern: Grosse Firmen in reichen Ländern (Internatinal Air Transport Association)
- Banken → Strafen wegen Wechselkursmanipulation. Angebot wird geringer, Nachfrage ist aber immer noch gross, gewisse Leute sind auch bereit viel mehr zu zahlen,
→ kann für Produzenten sehr lohnend sein: Verkaufen weniger aber zu einem besseren Preis
→ Problem: hohe Preise --> andere Länder/Produzenten interessieren sich dann auch für Produktion
• Förderung von Handel: Exportorientierung (export-led growth)
- Förderung von Exportfirmen
- Erfolg z.B. in Tigerstaaten, China
- Kein Erfolg z.B. in Mexico
• Erhöhung der Handelsvorteile durch Verhandlungen bei globalen Handelsabkommen
- Zusammenarbeit ärmerer Länder um vorteilhafte Abkommen zu verhandeln
- Schon seit 1960/70er Jahren: New International Economic Order, UNCTAS, G77
- Forderungen bei WTO Verhandlungen einer Gruppe von Ländern (G20+) unter der Agrarsubventionen in den reichen Ländern abzubauen
- Schutz vor Eigentum: manche Länder wollen Patente schützen → ärmere Länder können z.B. Medikamente nicht produzieren
Strategie zu privaten Kapitalströmen
• Anziehen von Portfolioinvestitionen
- Quelle von Kapital
- Problem: Volatilität – Herdenverhalten von Investoren (Boom & Krise)
Asiakrise: Ein Land hatte Probleme → Investoren haben sich auch von den umliegenden Ländern abgezogen
• Förderung von ausländischen Direktinvestitionen (FDI: TNK’s)
- Vorteil: Kapital und Innovationen durch das Knowhow TNK’s
- Probleme: Transfer von Knowhow gelingt nicht immer vor allem in Entwicklungsländern, Negativer Druck auf Umweltstandards
Entwicklungshilfe
• ist insgesamt umstritten
• zinsgünstige Kredite, Zuschüsse, technische Hilfe von anderen Staaten oder internationalen Organisationen
• Argumente von Befürwortern
- Förderung von Investitionen, die Wachstum begünstigen, z.B. im Bereich Bildung oder Infrastruktur
- Expertise von internationalen Partnern
- Anreiz zu „guter Regierungsführung“
- Bisher zu wenig Entwicklungshilfe (Geberländer bleiben hinter ihren Zielen zurück)
• Argumente von Kritikern
- Entwicklungshilfe ist oft eher Aussenhandelspolitik der reichen Länder: Kredite können mit der Verpflichtung verknüpft sein, Waren zu kaufen
- Reformen im Sinne des „Washingtoner Konsens“ hatte viele Misserfolge
- Entwicklungshilfe in korrupten Ländern ist oft wirkungslos
- Bürokraten kenne Wachstumsprozesse zu wenig, um grosse Wachstumsstrategien zu entwerfen
→ lieber kleine, massgeschneiderte Programme mit Wirksamkeitsüberprüfung
Die Weltbank
• globale Entwicklungsbank (Regionale Entwicklungsbangen; EBRD, ADB, IDB)
• Gründung: Bretton Woods 1944: internationale Bank für Wiederaufbau und Entwicklung
• Später zusätzliche Organisationen: FC, IDA, ICSIS, MIGA
• Ziele
- Förderung der Entwicklung der ärmeren Länder
- Beendigung der extremen Armut
• Tätigkeiten
- Gewährleistung von zinsgünstigen Darlehen
- Technische Hilfe
- Koordination der Entwicklungszusammenarbeit verschiedener Organisationen
- Förderung von privaten Investitionen