Kardiologie und Angiologie - Bits and Notes
Kleine Infohäppchen zu dem Thema..
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Cartes-fiches
Was ist ideal beim INR?
zwischen 2 und 3
unter 2: Stroke-risiko
über 3: Blutungsrisiko
--> anpassen an Patient...
Therapie bei Vorhofflattern? Zeichen des Vorhofflatterns im EKG?
Klassisches Vorhofflattern im EKG: Flattern als dreieck-Wellen (vorne steiler, hinten flacher) mit R-R-Abständen von 200ms (entspricht Puls von 300!) in den Ableitungen II, III und aVF.
Therapie: (Cavo-)tricuspidale Isthmusablation. Erfolgsrate: >95%
Wie ist das Spektrum der angeborenen Herzfehler?
Shuntvitien 50%
Zyanotische Vitien 20%
Herzklappenfehler 20%
Komplexe Herzfehler 10%
--> meist multifaktoriell bedingt, in 10% liegt eine numerische Chromosomenanomalie vor, in 5% eine charakteristische Deletion. Selten sind auch Teratogene die Ursache eines Herzfehlers (typw. Alkoholabusus).
Wie ist die Klinik bei Neugeborenen mit Links-Rechts-Shunt im Herzen?
Li-Re-Shunts resultieren in einer Volumenbelastung des Herzens. Das führt zu:
- Tachykardie
- Tachypnoe
- Gedeihstörung (weil mehr Energieverbrauch im Herzen (und durch Tachypnoe))
Ps.: Wenn die Kinder blau werden aufgrund ihres Herzfehlers, dann liegt ein Rechts-Links-Shunt vor.
Auskulatationsbefund kleiner vs grosser Ventrikelseptumdefekt?
kleiner Defekt: 3/6 hochfrequentes Systolikum (laut), 3./4.
grosser Defekt: Systolikum wird leiser, betonter zweiter Herzton
(generell: Bei Shuntumkehr --> Eisenmenger Reaktion!, wird das Herzgeräusch leiser
Auskultationsbefund persistierender Ductus Arteriosus (PDA)?
kleiner PDA: 2-3/6 Systolikum, 2./3. ICR links
grosser PDA: syst.-diast. Maschinengeräusch
Was ist das Problem bei der Transposition der grossen Arterien (TGA)? Und welche Therapie sollte man wann einleiten bei Neugeborenen mit diesem Herzvitium?
Aorta kommt aus dem rechten Ventrikel und die Pulmonalarterie aus dem linken ... zwei getrennte Kreisläufe! Kein Überleben möglich. Die Neugeborenen brauchen den ductus arteriosus und das Foramen ovale offen, um die ersten Stunden zu überleben. Innert Minuten nach Geburt: Zyanose.
NOTFALLtherapie: Mittels Prostaglandinen (Prostin) den Verschluss des Duct. arteriosus verhindern! Ballonatrioseptotomie nach Rashkind --> zerstörung des Septums zwische den Vorhöfen im Bereich den Foramen ovales.
später: Switch-OP an grossem ZEntrum mit Erfahrung, wenn gelingt und Kind überlebt (in Basel ca. 98%) --> normale Lebenserwartung. (Lebenslange Nachkontrollen durch spez. Kardiologen.)
OP-Plan bei univentrikulären Herzen?
- Norwood-OP im Neugeborenenalter
- Glenn-Anastomose im Alter von 3-8 Monaten
- Fontan-OP im Alter von 2-4 Jahren (Totale Cavo-pulmonale-Anastomose, 10-J.-Überleben 60-70%)
Symptome der schweren Aorten(klappen)stenose?
- Dyspnoe
- Angina pectoris
- Anstrengungsabhängige Synkopen
Klinischer Befund bei schweres Aortenstenose?
- Ejection Click (zu Beginn der Systole)
- ASG (Strömungsgeräusch) mind 3/6, beginnt mit Ejection click, harsch und hochfrequent, endet vor S2, mid-systolischer Peak
- S4 wenn Patient mind. 40 Jahre alt ist, leiser S2, Pulsus tardus et parvus
Symptome und klinischer Befund Aorteninsuffizienz?
Symptome:
- Chronische AI: Exzentrische Hypertrophie, Kardiomegalie, Dyspnoe, Orthopneu (nach 4-5 Dez.)
- Akute AI: plötzliche Schwäche, Dyspnoe, Orthopneu, Hypotonie, Lungenödem
Befund:
- ADG, hochfrequent, im Exspirium, ...
- Austin-Flint
- decrescendo ADG
- S3
- Pulsus celer et altus
Symptome Mitralinsuffizienz?
Akute:
- akutes Lungenödem
- Tachykardes Horhofflimmern
Chronisch:
- Lange asymptomatisch
- Ditataion des LV und LVEF-Abnahme
- Dyspnoe, Orthopneu (nach 4-5 Dez.)
- Vorhofflimmern
Ursachen der Mitralstenose?
meist:
- RheuMatisches Fieber
- Kongenital
seltener: Carzinoit/andere Tumore, rheumatolog. Erkr., ...
Klinik der Mitralstenose?
- Dyspnoe, Orthopneu
- Lungenödem
- RV-Insuffizienz
- Haempptyse
- Brustsz
- Thrombembolie (in 20%!)
- Infektiöse Endokarditis
Wann wird eine biologische Aortenklappe eingesetzt und wann eine mechanische?
Mechanische Klappen: Patient <65 J. oder hat bereits OAK (orale Antikoag.)
Biologische: Patient >65 J. oder Kontraindikation für OAK
nach Präferenz des Patienten.
Aber wann immer geht: Aortenklappen-Rekonstruktion, mit nativem GEwebe des Patienten, braucht keine Langzeitkoagulation. (Nachteil: Meist nur bei Aorteninsuffizienz, nicht bei Verkalkter A.Stenose)
Mechanische oder biologische Mitralklappe einsetzen? Alternative?
Wann immer es geht: Rekonstruktion anstreben. Sonst Klappenersatz:
Mechanische: <75 Jahre, und bereits OAK
Biologische: >75 Jahre oder Kontraindikatio für OAK
Nach Patientenpräferenz
ICD-Indikationen?
Patient mit hohem Risiko für ventrikuläre Arrhythmien (nicht bei "nur" Vorhoffl.)
EF<35% (gleich schwer eingeschränkte EF. Nicht bei leichter oder normaler EF)
optimale midik. Behandlung für > 3MO
LEbenserwartung >12 MO
formal unabhägnig vom Alter des Pat. (nach seinem Wunsch)
seltene Kardiopathien...
Ist es gefährlich einen Patienten mit ICD zu berühren, wenn der gerade eine CArdioversion oder Defibrillation macht?
Nein, absolut ungefährlich für aussenstehende Personen, anfassen geht tiptop. Pat spürt, dass es ihm ordentlich ein's butzt (Viehhüter berührt... Steckdose gegriffen), ist aber häufig bereits synkopal. ladezeit Gerät: 8-15 sec.
Wie kann man die Tachytherapie eines ICD von aussen deaktivieren? (bradyfunktion bleibt)
Nötig zB bei Fehlfunktion.
Einen starken Magneten auf die Brust es Patienten legen --> Defi stellt ab (Schrittmacherfunktion bleibt erhalten).
Dosierung ASS bei STEMI, NSTEMI, APs und TIA/CVI?
Instabile AP, STEMI und NSTEMI: je 300 mg p.o. initial, dann 100 mg pro Tag.
TIA/CVI: zuerst Ausschluss einer Blutung. Dann 100mg/Tag.
--> senkt überall Mortalität (auch stabile AP - vermutlich auch 100mg/Tag).
--> bei Gesunden macht es zwar auch eine Reduktion der Mortalität an GEfässproblemen, aber die NWs überwiegen, daher nicht bei Gesunden als Dauertherapie einsetzen.
Welche ADP-Rezptorhemmer gibt es (Fkt wie ASS - Thrombocytenagregationshemmer)?
Dosis?
spezielle NWs?
Indikation?
Clopidogrel (initial 300-600mg, dann 75-150mg/tag) - Hautausschläge, Neutropenien, Hepatopathien (Kat. B in Schwangerschaft) mehr Blutungen als unter ASS - Sekundärprophylaxe nach CVI/MI, PAVK ab Stadium II
Prasugrel ((initial 60mg, dann 10mg/Tag) - Hautausschläge - akutes Koronarsyndrom nach Stenteinlage
Ticagrelor (initial 180 mg, dann 90mg/q 12h) - Dyspnoe (15% aller Patienten!), Hautausschläge, ev. Interaktion mit Rifampicin und Grapefruitsaft - akutes AP, NSTEMI, STEMI in Kombi mit ASS, mind 1 Jahr therapieren. (Speziell: reversibel!! alle anderen irreversible Bindung)
Welche Thrombocytenagr.hemmer verhindern die Bindung von Fibrinogen und hemmen somit den letzten Schritt der Thromozytenaktivierung?
Indikation?
Was ist speziell daran?
GP IIb/IIIa-Rezeptor Hemmer. zB: Abciximab (monokl. AB) oder Tirofiban (Niedermolekularer Hemmer)
Indikation: Akutes Koronarsyndrom und Verhinderung von thromboemboischen Komplikationen bei Koronardilatation.
Speziell: Effekt beginnt sofort nach Gabe. Abciximad hält 1-2 Tage nach Therapiestopp, Tirofiban einige Stunden.
(als Vergleich: ASS wirkt nach 2h wenn hochdosiert (>300mg) und Wirkdauer ca. 7 Tage (weil Thrombozyten irreversibel die COX-Enzyme verloren haben, da sie keinen Kern besitzen, können sie keine neuen COX-Enzyme bilden) --> mind. 7 Tage vor OP ASS absetzen, sonst nur Reversibilität mittels Thrombozyten-Gabe).
Wann Thromboseprophylaxe?
- Immobilisation, während 3 Tagen mind. je >20h
- internistische GründePostoperativ
- Gispverband mit folglich stillgelegter Gelenk-Muskelpume (immobilisierte Extremität)
Wie macht man Thromboseprophylaxe?
mechanisch:
- Kompressionsstrümpfe
medikamentös:
- Niedermolekulares Heparin (Enoxaparin, Dalteparin)
- Fondaparinux (synthetisches Heparin)
- Neue orale Antikoagulantien (Apixaban, Dabigatran, Rivaroxaban)
- (selten anderes: Vit-K-Antagonsten, unfraktioniertes Heparin, Mobilisation, intermittierende pneumatische Kompression IPC)
Welche Vasodilatatoren senken v.a. den Preload und welche v.d. den Afterload (Nachlast)? (bei HI)
Preload senkend: Nitrate
Afterload senkend: ACE-Hemmer, ARBs, vasodilatierende Betablocker
Ablauf bei Hämodynamisch stabiler VT (zB breite QRS-Komplexe...?)?
- Take your own pulse first
- CAB (circulation, airway, breathing)
- Amiodaron 300 mg i.v.
- Kardioversion nach Kurznarkose mit zB Etomidate oder Propofol (Synchronisationstaste drücken! Sonst löst man Kammerflimmern aus!)
ACLS Algorithmus bei Asystolie und Pulsloser elektrischer Aktivität?
- CPR
- Adrenalin 1 mg i.v. oder intraosseär - alle 3-5 Minuten
- CPR
- wenn schockbarer Rhythmus (= Kammerflimmern oder Kammertachykardie) --> Defi und weiter mit Guidelines zu Kammerflimmern/-tachykardie
- wenn kein schockbarer Rhythmus --> Denken: Behebbare Ursache? Schwere Erkr vorhanden (Angehörige fragen)? 6 H's und 6 T's?
Was sind die 6 H's und die 6 T's? - potentiell behebbare Ursachen für einen Herzkreislaufstillstand
H's:
- Hypovolämie (Blutung? --> Volumen geben)
- Hypoxie (zB Heroin-induzierte Hypoventilation --> Einstichstellen? Kleine Pupille? --> Naloxon (Opioid-Antaonist 1. Depot i.m., 2. i.v., 3. 2 Schritte zurück)
- Hydrogen (Azidose)
- Hypo-/Hyperkaliämie (Dialyse? Medikamente? Conn-Syndrom?)
- Hypothermie (besseres Outcome)
T's:
- Toxine
- Tamponade (Perikardtamponade...)
- Tension ((Spanungs)pneumothorax)
- Thrombose (LE)
- Thrombose (Herzinfarkt)
- Trauma (zB auch bei Commotio Cordis - schwerer Impact, zB bei Eishockey Puck an die Brust geknallt/Baseball, ...)