Jahresabschluss
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Lernkarten
Welches Ziel besteht in einem Konzern hinsichtlich des Kontenplans?
Es sollte möglichst ein einheitlicher Kontenplan verwendet werden
Welche Bestandteile hat der Jahresabschluss einer mittelgroßen Kapitalgesellschaft?
Der Jahresabschluss jeder Kapitalgesellschaft umfasst Bilanz, GuV und Anhang
Wer muss einen Lagebericht erstellen?
Mittelgroße und große Kapitalgesellschaften haben einen Lagebericht zu erstellen
Muss eine Kapitalgesellschaft zwingend eine Steuerbilanz erstellen?
Es besteht auch die Möglichkeit einer Überleitungsrechnung
Wer muss bei der Ermittlung des steuerlichen Gewinns die handelsrechtlichen Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung beachten?
Diese Verpflichtung besteht für alle Gewerbetreibenden, die bilanzieren
Worin unterscheiden sich die Begriffe Geschäfts- und Wirtschaftsjahr?
Geschäftsjahr ist ein handelsrechtlicher und Wirtschaftsjahr ein steuerlicher Begriff
Der Pkw eines Einzelunternehmers wird zu 30% betrieblich privat genutzt. Liegt Betriebs- oder Privatvermögen vor?
Der Einzelunternehmer kann den Pkw als gewillkürtes Betriebsvermögen behandeln
Die A AG beteiligt sich an der X-AG mit 10 %, um die geschäftlichen Beziehungen mit dieser zu festigen. Handelt es hierbei um eine Beteiligung?
Es liegt eine Beteiligung vor, da die Verbindung offenbar langfristig ist und dem Geschäftsbetrieb dient. Die 20 %-Grenze muss nicht geprüft werden
Welches der folgenden Wirtschaftsgüter ist eine Betriebsvorrichtung?
ACHTUNG! Antwort selber finden
a) Förderband in einer Fabrik
b) Lastenaufzug
c) Personenaufzug
d) Klimaanlage in einem Kaufhaus
e) Fabrikschornstein
Wie sind nicht eingeforderte ausstehende Einlagen auf die Stammeinlage bei einer GmbH bilanziell auszuweisen?
Der Betrag ist auf der Passivseite der Bilanz vom gezeichneten Kapital offen abzusetzen
Wo wird ein Agio, das bei der Ausgabe junger Aktien erzielt wurde, in der Bilanz ausgewiesen?
Das Agio ist in die Kapitalrücklage einzustellen
Welche Gesellschaften müssen gesetzliche Gewinnrücklagen bilden?
Zur Bildung von Gewinnrücklagen sind die AG und UG (haftungsbeschränkt) gesetzlich verpflichtet
Wie wird der Erwerb eigener Anteile bilanziell dargestellt?
Zurückerworbene eigene Anteile sind auf der Passivseite der Bilanz in der Vorspalte des Postens „Gezeichnetes Kapital“ offen abzusetzen. Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Nennbetrag und den Anschaffungskosten ist mit den frei verfügbaren Rücklagen zu verrechnen. Etwaige Anschaffungsnebenkosten sind als laufender Aufwand zu berücksichtigen
Muss eine große Kapitalgesellschaft aktive latente Steuern ausweisen?
Hinsichtlich der aktiven latenten Steuern besteht ein Aktivierungswahlrecht
Welche Ausnahme gibt es für das handelsrechtliche Saldierungsverbot?
Es muss eine Saldierung der zu passivierenden Verpflichtung aus Altersversorgungsverpflichtungen und vergleichbaren Verpflichtungen mit Vermögensgegenständen, die dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind und ausschließlich der Erfüllung von Schulden aus Altersversorgungsverpflichtungen oder vergleichbaren langfristig fälligen Verpflichtungen dienen, vorgenommen werden
In welchen Fällen muss ein Verzeichnis nach § 5 Abs. 1 Satz 2 EStG erstellt werden?
Die Ausübung der von der Handelsbilanz abweichenden steuerrechtlichen Wahlrechte setzt voraus, dass die Wirtschaftsgüter, die nicht mit dem handelsrechtlich maßgeblichen Wert in der steuerlichen Gewinnermittlung ausgewiesen werden, in besondere, laufend zu führende Verzeichnisse aufgenommen werden
In welchem GuV-Verfahren kommt die Position Materialaufwand vor?
Die Position Materialaufwand ist nur in einer GuV zu finden, die nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt wurde
Was ist unter der Position „andere aktivierte Eigenleistungen“ auszuweisen?
Andere aktivierte Eigenleistungen sind selbst erstellte Vermögensgegenstände des Anlagevermögens. Über eine Buchung im Haben auf dem Konto „andere aktivierte Eigenleistungen“ erfolgt quasi eine Neutralisierung des Aufwands in der GuV
Wann sind Lohnaufwendungen unter der Position „Materialaufwand“ zu erfassen?
Hier sind externe Aufwendungen für die Herstellung bzw. Be- oder Verarbeitung eigener Erzeugnisse (sog. Lohnveredelung) zu erfassen
Wie ergibt sich das „Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit“?
Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit ist der Saldo aus dem Betriebs- und Finanzbereich vor Berücksichtigung des außerordentlichen Ergebnisses und des Steueraufwands
Welche Steuern werden unter der Position „sonstige Steuern“ ausgewiesen (drei Nennungen)?
Kfz-Steuer, Stromsteuer und Versicherungssteuer
Wer ist verpflichtet, einen Anhang zu erstellen?
Die gesetzlichen Vertreter einer Kapitalgesellschaft ebenso wie die von Personenhandelsgesellschaften im Sinne des § 264a HGB haben ihren Jahresabschluss um einen Anhang zu erweitern
Wie ermittelt sich der Cashflow nach der indirekten Methode?
Jahresüberschuss
+ Abschreibungen
- Zuschreibungen
+ Erhöhung von Rückstellungen
- Verminderung von Rückstellungen
= Cashflow
Welche drei Bereiche hat eine Kapitalflussrechnung?
Eine Kapitalflussrechnung hat folgende Bereiche: Laufende Geschäftstätigkeit, Investitionsbereich und Bereich der Finanzierungsaktivitäten
Können steuerliche Wahlrechte unabhängig von der Handelsbilanz ausgeübt werden?
Dies ist gemäß § 5 Abs. 1 Satz 1 letzter Halbsatz EStG seit Inkrafttreten des BilMoG möglich
Was versteht man unter dem „wirtschaftlichen Eigentümer“?
Wirtschaftlicher Eigentümer ist nach § 246 Abs. 1 Satz 2 HGB bzw. § 39 Abs. 2 Nr. 1 AO derjenige, der die tatsächliche Sachherrschaft über ein Wirtschaftsgut in der Art und Weise ausübt, dass der zivilrechtliche Eigentümer keinen wirtschaftlichen Zugriff auf das Wirtschaftsgut und keinen oder nur einen faktisch bedeutungslosen Herausgabeanspruch hat
Wann liegt Finanzierungsleasing im Sinne des sog. Leasingerlasses vor?
Voraussetzung ist, dass der Leasingvertrag über eine bestimmte Grundmietzeit abgeschlossen ist und durch die Leasingraten während der Grundmietzeit mindestens die Anschaffungskosten (inklusive Nebenkosten) und die Finanzierungskosten des Leasinggebers gedeckt werden
Wie werden Gründungskosten einer Kapitalgesellschaft in deren Handelsbilanz berücksichtigt?
Gründungskosten dürfen nach § 248 Abs. 1 Nr. 1 HGB nicht aktiviert werden und stellen somit sofort abzugsfähige Aufwendungen dar
Hinsichtlich welches Bilanzpostens besteht ein handelsrechtliches Aktivierungswahlrecht?
Für selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens besteht nach § 248 Abs. 2 HGB ein Aktivierungswahlrecht
Auf welche Zeit ist ein Geschäfts- oder Firmenwert steuerrechtlich abzuschreiben?
Der Abschreibungszeitraum beträgt nach § 7 Abs. 1 Satz 3 EStG 15 Jahre
Was versteht man unter dem Begriff „Praxiswert“?
Der Praxiswert ist der Mehrwert, den ein freiberufliches Unternehmen über den Gesamtwert aller materiellen und immateriellen Wirtschaftsgüter hinaus hat
Wie hoch ist der steuerliche Abzinsungssatz bei der Ermittlung einer Pensionsrückstellung?
Der Abzinsungssatz beträgt nach § 6a Abs. 3 Satz 3 EStG 6%
Aus welcher Vorschrift ergibt sich, dass eine Pensionszusage an einen Mitunternehmer einer Personengesellschaft zu einer Sonderbilanz führt?
Dies ergibt sich aus § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG
Was versteht man unter einem schwebenden Geschäft?
Ein schwebendes Geschäft liegt vor, wenn das Verpflichtungsgeschäft abgeschlossen ist und das Erfüllungsgeschäft noch nicht erfolgt ist
Unter welchen Voraussetzungen ist eine Rückstellung für unterlassene Instandhaltungen zu bilden?
Gemäß § 249 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 HGB sind Rückstellungen für im Geschäftsjahr unterlassene Aufwendungen für Instandhaltungen zu bilden, wenn diese im folgenden Geschäftsjahr innerhalb von drei Monaten nachgeholt werden
Wie wird ein gezahltes Damnum in der Handelsbilanz behandelt?
Handelsrechtlich besteht nach § 250 Abs. 3 HGB ein Aktivierungswahlrecht
Wie ist ein aktiviertes Damnum aufzulösen?
Handelt es sich um ein Fälligkeitsdarlehen, erfolgt die Auflösung linear. Bei einem Tilgungsdarlehen wird dagegen die degressive Auflösung nach der Zinsstaffelmethode bevorzugt
Wie ist ein Zoll zu behandeln, der beim Import einer Handelsware anfällt?
Der Zoll ist als Anschaffungsnebenkosten im Sinne des § 255 Abs. 1 Satz 2 HGB zu aktivieren
Wie sind steuerliche Verlustvorträge bei der Berechnung latenter Steuern zu berücksichtigen?
Steuerliche Verlustvorträge sind nach § 274 Abs. 1 Satz 4 HGB bei der Ermittlung aktiver latenter Steuern zu berücksichtigen, sofern sie sich innerhalb der nächsten fünf Jahre voraussichtlich ausgleichen
Wenn ein Vermögensgegenstand in der Handelsbilanz zu einem höheren Wert als in der Steuerbilanz bewertet wird, entstehen ...
... passive latente Steuern