Jagdkurs - Wald, Feld und Wiese
Ökologie
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Flashcards
Eine Fichten-Lärchenkultur wird kaputt. War es das Wild oder könnte auch etwas anderes daran Schuld haben?
Durch zu frühes Kultivieren könnte sich der Rüsselkäfer angesiedelt haben. Es sind Fraßspuren am Stammhals zu erkennen.
Welche Pflegearbeiten an einem Waldbestand kannst du nennen und wann werden sie durchgeführt?
- Kulturbegründung: auf Kahlflächen
- Sicheln und nachbessern: Jungwuchs
- Läuterung/Stammzahlreduktion: im Jungwuchs- oder Dickungsalter
- Durchforstungen: Stangenholzalter
Erkläre das Natura 2000 Projekt und nenne mind. ein Beispiel!
In einem Natura 2000 Gebiet wirken die FFH – Richtlinie (Fauna – Florahabitatsrichtline) und der Vogelschutzrichtline. Erstere dient dem länderübergreifenden Schutz von heimischen und gefährdeten Tier- und Pflanzenarten - die Vogelschutzrichtlinie dem Schutz der seltenen Vögel.
Was bedeutet Nachhaltigkeit?
Es wird weniger genutzt, als nachwächst.
Nenne die natürlichen Waldgesellschaften in Österreich in den jeweiligen Höhenstufen?
- Auwald: in Tieflagen (Schwarzerle, Weide, Esche, Hainbuche, Linde …), in Alpentäler (600-800m - Grauerle, Silberweide, Esche, Traubenkirsche und Birke)
- 200-350m Eichen-Hainbuchenwald (kolline Stufe): Eichen, Hainbuchen, Linde, Kirsche, Feldahorn … (Südsteiermark, Burgenland)
- 350-600m Buchenwald und Eichen-Buchen-Wald (submontane Stufe): Rotbuche, Fichte, Tanne, Eiche (auf trockenen Standorten), Bergahorn, Birke …
- 600-1400m Bergmischwald (montane Stufe): Fichten-Tannen-Buchenwald, Bergahorn, Bergulme, Esche, Birke, Kiefer, Lärche …
- 1400-1700m Unterer Nadelwald (subalpine Stufe): Fichtenwald oder Fichten-Lärchenwald
- 1600-2200m Oberer Nadelwald (obere subalpine Stufe): Fichte, Lärche, Zirbe – oberhalb der Waldgrenze Latsche bzw. Grünerle
Erkläre die wichtigsten Grundsätze der Kahlschlagwirtschaft! Welche Fristen und Größen, welche Vor- und Nachteile sind zu beachten?
Der Kahlschlag ist eine beliebte Bewirtschaftungsform, da auf kleiner Fläche viel Holz geerntet wird und die Folgeeingriffe (Läuterung, Durchforstung,…) immer zur gleichen Zeit und auf großen Flächen stattfinden.
Kahlschläge bis 0,5 ha sind freie Fällungen. Das heißt, dass man sie sofort und ohne Genehmigung der Bezirksforstinspektion durchführen kann. Zwischen 0,5 ha und 2 ha muss man einen Fällungsantrag an die BFI richten. Großkahlschläge (über 2 ha) sind verboten.
Man soll diese Flächen erst nach 2-3 Jahren kultivieren, da sonst die Gefahr vom Rüsselkäferbefall besteht. Nach spätestens 5 Jahren muss diese Fläche wiederbegründet sein. Will man auf die Naturverjüngung warten, kann man sich 10 Jahre Zeit lassen – in Hochlagen darf man auch auf 15 Jahre verlängern.
Jagdlich sind Kahlschläge auch sehr interessant. Es wird viel eingesehen und das Wild findet viel Äsung.
Wie kann man Tourismus lenken?
Gespräche mit einheimische Touristikern führen und die, für sie wichtigsten Routen festlegen. Sollten wildökologisch keine Bedenken vorliegen, sollten diese Routen gemeinsam optimal markiert und gepflegt werden. Sehr wichtig ist in diesen Bereichen die Schaffung von Parkmöglichkeiten und das Anbringen von Infotafeln, wo zumindest um das Anleinen des Hundes und das Nichtverlassen der Wege gebeten werden soll. Auf alle Fälle gehört die Frage der Haftung geklärt. Am besten ist es, wenn man schriftlich die Wegehaftung an den alpinen Verein überträgt. Wenn nichts schriftlich ist, haftet der Grundbesitzer, falls ein dürrer Baum oder Ast jemanden erschlägt.
Was ist ein Hoch- bzw. ein Niederwald?
Der Hochwald entsteht durch die generative Vermehrung. Das heißt, dass das Bäumchen durch den Aufschlag oder Anflug von Samen entstehen. (Fichte, Tanne, Buche, Eiche, Kirsche, Lärche,….)
Beim Niederwald geschieht die Vermehrung vegetativ. Dies bedeutet, dass abgestockte Bäume wieder auszutreiben beginnen. (Stockausschlag bei Zerreiche, Hainbuche,…). Niederwälder dienen meist der Brennholzerzeugung.
Welche Arten der Schäle kennst du? Wie kann man Schälschäden vermeiden?
Bei der Sommerschäle werden große Rindenstücke heruntergezerrt, da das Holz im Saft ist.
Im Winter jedoch ist der Saftstrom nichtgegeben und so können die einzelnen Schneidezähne an der Schälwunde gesehen werden. Diese Schälung ist kleiner.
Besonders Muffelwild, aber auch das oft das Rotwild schält gerne die Wurzelanläufe.
Zu 90% wird aus Hunger geschält. Entweder wird zuwenig Futter vorgelegt, oder es fehlt dem Wild die nötige Ruhe um ungestört zur Äsung ziehen zu können. In einigen Fällen können jedoch auch Fütterungsfehler an Schälschäden schuld sein. Gibt man nämlich zu viel Eiweiß (Biertreber), so holt sich das Wild durch Schälen die nötige Rohfaser.
Also im Winter richtig und genug füttern und Stücke fernab der Fütterung erlegen, im Sommer Ruhegebiete ausweisen oder bei Problemflächen die gesunden Bäume mit einem Schälschutznetz schützen. Sollte man frisch geschälte Bäume finden, kann man diese mit einem Wundverschlussmittel behandeln. Falls noch kein Pilz eingetreten ist, ist auch kein Wertverlust zu erwarten.
Erkläre die Populationsdynamik!
Darunter versteht man die zeitliche Veränderung der Struktur eines Bestandes/Population.
Dies ist durch Veränderung der Fruchtbarkeit, Sterblichkeit oder durch Zu- bzw. Abwanderungen möglich.
Was bedeutet Wildökologie bzw. wildökologische Raumplanung?
Die Wildökologie untersucht die Wechselwirkung der Wildtiere und ihrer Umwelt.
Bei der Wildökologischen Raumplanung werden z.B. Schadensgebiete, Ruhezonen, Fütterungsanlagen, Steige und Forststraßen, Schadensflächen, usw. in eine Karte eingezeichnet, um diesbezüglich Maßnahmen setzen zu können. Speziell durch die Zunahme des Tourismus muss die Jägerschaft bestrebt sein Ruhezonen zu schaffen. Sollten in einem Gebiet gröbere Schäden vorkommen, sollte in diesem Gebiet tunlichst eine Schwerpunktbejagung durchgeführt werden.
Eine Form der Wildökologischen Raumplanung ist auch die Bildung von Hegegemeinschaften. Hier werden die Bestandeserhebungen, Zuwachsberechnungen und Abschussrichtlinien meist populationsmäßig aufgenommen und die Abschussrichtlinien gemeinsam durchgeführt.
Was wird als Wald bezeichnet?
Flächen, die mindestens 1000m² betragen und mit forstlichem Bewuchs (im Anhang des Forstgesetzes angeführt) bestockt sind, werden als Wald bezeichnet. Eine durchschnittliche Mindestbreite von 10 m ist erforderlich, außer es handelt sich um Windschutzstreifen.
Auch, wenn der Bewuchs vorübergehend (durch Nutzung, oder Rutschung, usw.) entfernt ist, gilt eine Fläche als Wald.
Flächen, die anders als forstlich genutzt werden (z.B. Alm) und mit 60 Jahren (Mindestumtriebszeit) weniger als 3/10 Überschirmung aufweisen, gelten nicht als Wald à beim Schwenden keine Rodungsgehmigung nötig.
Was ist eine Bonität? – Wie kann man feststellen, ob die Bonität auf einem Standort gut oder schlecht ist?
Die Bonität spiegelt die Wuchskraft des Bodens wider (standortsabhängig: Nährstoffe, Seehöhe, Wasserversorgung,…). Eine gute Bonität (z.B. 15) liefert ungefähr 15 fm Zuwachs pro Jahr und Hektar - eine schlechte (z.B. 3) nur etwa 3 fm. Anhand der Trieblänge bei den jungen Bäumen, oder der Jahresringbreite bei den älteren kann man Rückschlüsse auf das Wachstum ziehen. Je höher die Bonität ist, desto gravierender wirkt sich Wildschaden aus.
Wie kann man die Tragfähigkeit eines Lebensraumes erhöhen?
durch Biotophege
Erkläre den Begriff Kampfzone!
Ist der Bereich zwischen Baum- und Waldgrenze. Gehört zum Schutzwald!
Wie erkenne ich einen angepassten Wildstand?
- Trotz eines jagdbaren Wildstandes sollten die Verjüngung und ein schadensfreies Aufwachsen aller wichtigen und potentiellen Baumarten möglich sein. Wird der Wildschaden (Schälen, Fegen oder Verbiss) zu hoch, so ist die wirtschaftliche Tragfähigkeit eines Biotops oder Reviers überschritten. Dies lässt sich auch mittels Kontrollzäunen / Weiserflächen besonders gut aufzeigen (unsichtbarer Keimlingsverbiss!).
- Besonders dramatisch ist es, wenn bereits die Trophäenqualität, die Zuwachsrate und das Wildbretgewicht zurückgehen oder sogar Krankheiten in der Population zunehmen. Denn dann ist die biotische Tragfähigkeit überschritten. Das heißt, das so viele Individuen in einem Lebensraum sind, dass diese sich nicht mehr wohlfühlen und sich das wiederum negativ auf die physische Kondition der Wildtiere auswirkt.
- Die ökologische Tragfähigkeit eines Lebensraumes gilt als überschritten, sobald einige Pflanzen sei es wegen Verbiss oder anderer wildökologischen Ursachen ausfallen.
Welche Endnutzungsmethoden finden deiner Meinung nach eher im Seilgelände Anwendung und welche würdest du eher der Traktorrückung zusprechen?
Da im Seilgelände die Montage sehr teuer und zeitaufwendig ist, ist es kostengünstiger, wenn man pro Seiltrasse einen höheren Holzanfall hat. Darum werden hier die größeren Nutzungen, wie Kahlschlag, Femelschläge oder Saumschläge durchgeführt.
Kann man zu jedem Baum hinfahren, so wird man sich eher auf die Einzelstammnutzung (Plenterung) oder kleine Femellöcher konzentrieren.
Was ist bei der Jagd bezüglich Tierschutz zu beachten?
- Gute Ausrüstung und Schießfertigkeit der Jäger,
- keine Schüsse bei schlechten Lichtverhältnissen,
- keine riskanten Schüsse, speziell auf weite Distanzen,
- Nachsuchen sollten möglichst schnell stattfinden,
- Auswildern der Tiere zur Erhöhung der Strecke sollte nicht stattfinden,
- Vorlage nur von artgerechtem Futter,
- Lebendfallen müssen mindestens 2x täglich kontrolliert werden,
- kranke Hunde und Katzen dürfen vom Jäger nicht „erlöst“ werden,
- die Haltung und Ausbildung der Jagdhunde unterliegt dem Tierschutzgesetz.
Wie kann ich das Alter eines Baumes bestimmen?
- Alte Aufzeichnungen (wann wurde diese Kultur gesetzt),
- Zählen der Jahresringe (Bohrung oder Zählung am Stock) + Jahre zur Erreichung der Höhe, wo ich gezählt habe.
- bei jungen Bäumen à Zählen der Quirrl
So kann ein 10 jähriger Baum auf gutem Standort schon 2m hoch sein und ein 10 jähriger Baum auf schlechtem Standort nur 30 cm, ohne dass Wildverbiss Schuld ist.
Was ist ein Schirmschlag?
Schirmschläge dienen zur natürlichen Verjüngung von Schattbaumarten. Speziell bei Buchenbeständen wird diese Endnutzungsform angewendet. Durch Lichtstellen des Bestandes kommt Licht und Wärme auf den Waldboden. Dadurch stellt sich unterm Schutz des Altholzes die Verjüngung ein. Wenn die Verjüngung da ist, kann der Altholzschirm geräumt werden.
Wovon hängt die Baumartenwahl bei der künstlichen Verjüngung ab?
Bei der Bestandesbegründung sollten unbedingt die benachbarten Bestände angeschaut werden. Aus ihnen kann man ableiten, ob eine Baumart mit diesem Standort gut zurechtkommt oder nicht (Wuchsform, Wachstum, Holzqualität). Als nächstes sollte man sich die natürlichen Waldgesellschaften vor Augen führen, damit ich weiß, was hier eigentlich wachsten sollte. Aber man darf auch die kleinräumigen Gegebenheiten nicht vergessen (Jede Baumart hat unterschiedliche Wasser-, Licht- und Nährstoffansprüche.
Wie kann die Jagd den Lebensraum des Wildes positiv beeinflussen?
- bestmögliche Erfassung der Wildstände und dahingehende Bejagung mit der Zielsetzung, einen angepassten und altersmäßig passenden Wildbestand (Struktur) zu erhalten,
- Ruhegebiete schaffen und erhalten, sowie eine Lenkung des Tourismus,
- Schaffung von Wildwiesen, Randstreifen, Uferbewuchs und
- Durchführung einer Notzeitfütterung.
Was wirkt sich in Gebirgsbiotopen negativ auf den jagdlichen Überschuss aus?
- Schneelage,
- Zeit und Intensität des Wintereinbruches (Früh und stark bzw. im Frühjahr spät und nass),
- Nahrungsmangel,
- Lawinen und
- Beunruhigung.
Was bedeutet der Begriff Geschlechterverhältnis, wodurch kann sich dieses verschieben und wie sollte es bei Rot-, Reh- und Gamswild sein?
Geschlechterverhältnis bedeutet das zahlenmäßige Gegenüberstellen der männlichen und weiblichen Individuen eines Bestandes oder Population. Z.B. 1:1,3 zu Gunsten der Gaißen. Das heißt, dass ich 1,3 mal so viele Gaißen als Böcke habe.
Durch falsche Bejagung (z.B. wenig Abschuss der weiblichen Stücke) oder klimatische Bedingungen (z.B. früher Wintereinbruch – Gamsböcke können sich nach der Brunft nicht erholen) kann sich das Geschlechterverhältnis verschieben.
Das natürliche Geschlechterverhältnis sollte bei der Abschussplanung immer angestrebt werden:
- Rotwild: 1:1
- Gamswild: 1:1,3 zu Gunsten der Gaißen
- Rehwild: 1:1
- Fasan: 1:5 zu Gunsten der Hennen
Wie werden die Wildstände erhoben?
- Rotwild: Zählung an der Fütterung oder Schätzung über Futteraufnahme (ca. 6kg/Stück/Tag)
- Rehwild: Futterverbrauch (ca. 0,5 kg/Stück/Tag). Es braucht das Stück pro Tag etwa 1,2 kg (wäre es in Form von Knospen alleine), jedoch werden etwa 0,5 kg bei der Fütterung zusätzlich zu den anderen Möglichkeiten (Knospen, Flechten, Himbeere, Brombeere,…) aufgenommen.
- Gamswild: Zählungen im Herbst. Wichtig ist die getrennte Zählung der Kitze und Jährlinge (für Rückrechnungen). Diese Zählungen sollen auch revierübergreifend durchgeführt werden, um die tatsächliche Anzahl einer Population aufzuzeigen. Im Normalfall wurde diese bisher überschätzt, da einzelne Rudeln mehrere Reviere abkamen.
- Hasen: Scheinwerfertaxation.
Welche Tierarten verbeißen? Was kann ich gegen Verbiss machen?
Sämtliches Schalenwild und Hasen verbeißen. Aber auch Rinder und Schafe können sehr beim Zurückbeißen beitragen.
Besonders Edellaubbäume und Tannen sollte man zumindest im Herbst gegen Winterverbiss streichen. Bei hohem Verbissdruck ist es ratsam auch im Sommer gegen den Wildverbiss ein Mittel zu spritzen (im Sommer nicht streichen – Baum wächst noch!!!). Auch können die Terminaltriebe mit Schafwolle oder Verbisskappen bekleidet werden.
Waldbaulich kann man die Bestände sehr licht stellen, sodass sich das Wild in verjüngungsnotwendigen Beständen nicht mehr wohlfühlt und diese auch seltener aufsucht. In der Nähe solcher Bestände sollten auch keine Rehfütterungen sein.
Warum muss man die natürlichen Waldgesellschaften kennen?
Damit man weiß, wo welche Pflanzen vorkommen können oder müssen. So kann z.B. nicht der Wildbestand Schuld haben, dass in der montanen Stufe in der Verjüngung keine Eiche vorhanden ist.
Welche Einstände kennst du?
Es gibt Wohnraum- und Deckungseinstände. Deckungseinstände sucht das Wild auf, falls es Gefahr wittert oder das Wetter ganz schlecht ist. Dies sind meist dichte Dickungs- oder Stangenholzbestände. Als Wohnraumeinstände ziehen sie in Altholzbestände oder lichtes Baum- oder Stangenholz vor. Allerdings ist dort RUHE das oberste Gebot.
Was wird als der jagdliche Überschuss bezeichnet?
Zuwachs-Fallwild (ebenso gehört der Abschuss benachbarter Reviere ohne Frühjahrswildstand berücksichtigt!).
Was ist ein Naturpark?
Durch Verordnungen der Landesregierung können bereits geschützte Landschaftsteile zu Naturparks ernannt werden.
Ziel ist es, durch nachhaltige Nutzung die Schönheit und die Besonderheiten einer Kulturlandschaft zu erhalten, dies aber auch touristisch zu vermarkten.
Wie können Wildschäden in der Landwirtschaft eingedämmt werden?
- Einzäunen von Obstplantagen und Gärten oder Einzelstammschutz von Obstbäumen
- Akustische Verkrämung vor der Ernte (längerer Zeitraum = Gewöhnungseffekt)
- Schwerpunktbejagung oder
- Ablenkkirrung bzw. Fütterung
Was versteht man unter einer Dreifelderwirtschaft?
Es werden drei Felder bebaut. Auf den ersten beiden werden unterschiedliche Früchte angebaut, das dritte liegt brach. Im darauffolgenden Jahr werden die Felder gewechselt. So entzieht jede Frucht andere Nährstoffe und in der Brache gelangen diese wieder in den Boden.
Wo sind Wildschäden gravierender – in der Landwirtschaft, oder der Forstwirtschaft?
Da die Produktionszeiträume in der Forstwirtschaft (Umtriebszeit 60-130 Jahre) länger sind als in der Landwirtschaft (meist ein Jahr), sind die Folgen des Wildschadens in Form der Schäle schmerzlicher. Unsichtbarer Keimlingsverbiss wird oft gar nicht registriert und so kann es sogar zur Entmischung einer oder mehrerer Baumarten im Jungwuchs kommen.
Was versteht man unter Kalamitätsholz?
Schadholz, das z.B. durch Käfer, Windwurf oder Schneedruck anfällt.
Was sind Ökowertflächen?
Randstreifen, die landwirtschaftlich nicht genutzt werden und dem Wild somit Äsung und Einstand bieten.
Warum kann es auch bei einem niedrigen Wildstand zu keiner natürlichen Tannen oder Buchenverjüngung kommen?
Vielleicht wird Waldweide (Verbiss durch Weidevieh) betrieben, der Standort passt nicht oder es fehlen die Mutterbäume (keine Samen).
Erkläre die Begriffe Baum- und Waldgrenze!
Oberhalb der Waldgrenze ist kein geschlossener Wald mehr zu finden. Dort sind nur mehr einzelne Bäume anzutreffen. Oberhalb der Baumgrenze findet man auch keine hohen Bäume mehr. Dort ist dann die Krummholzzone (Latschen, Grünerlen, …)
Wann liegt eine Rodung vor? Welche gibt es? Wie ist die Vorgehensweise dabei?
Sobald eine Waldfläche einer anderen Funktion dienen soll, als der forstlichen Produktion, liegt eine Rodung vor. Bis 1000m² handelt es sich um eine anmeldepflichtige Rodung. Die Behörde (BFI) hat sechs Wochen nach Einlangen der Anmeldung Zeit, um zu prüfen, ob kein öffentliches Interesse dem Roden entgegensteht. Diese Fläche darf an kein (in den letzten 10 Jahren) gerodetes Grundstück angrenzen. Die Anmeldung erlischt, wenn die Rodung nicht innerhalb eines Jahres durchgeführt wird.
Über einer Rodefläche von 1 ha ist eine Rodungsbewilligung notwendig. Die BFI prüft das Ansuchen und kann gegebenenfalls auch Ersatzaufforstungen fordern.
Was bedeutet unsichtbarer Keimlingsverbiss? Wie kann ich ihn erkennen und wie kann ich Abhilfe schaffen?
Werden Keimlinge verbissen, so merkt man dies gar nicht. Erst durch den Bau eines Kontrollzaunes / Weiserfläche, kann man die Fläche mit Einfluss des Wildes (außer Zaun) und jene Fläche innerhalb des Zaunes ohne Wildeinfluss vergleichen. Meist fällt der Ausfall besonders verbissbeliebter Baumarten, wie der Tanne, erst dann auf.
Was ist eine Wilddichte, wie wird sie angegeben und welche Richtwerte haben wir in unserer Umgebung für das Reh- und Rotwild?
Die Anzahl der Individuen einer Art pro 100 ha bezeichnet man als Wilddichte. Die durchschnittliche Wilddichte schwankt generell sehr stark. So muss man immer genau schauen, wo überhaupt passender Lebensraum für eine Wildart in meinem Revier vorhanden ist (z.B. Abzug von Felsen oder stark beunruhigter Bereiche,…). Wie hoch die Wilddichte dann sein kann, hängt sehr stark vom Bewuchs und somit vom Nahrungsangebot und der vorhanden Ruhe zusammen. Rotwild: 3-8 Stk./100 ha, Rehwild: 5-15 Stk./100 ha.