Jagdkurs - Wald, Feld und Wiese
Ökologie
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Lernkarten
Erkläre den Begriff ökologische Sukzession!
Dies bedeutet die Aufeinanderfolge natürlicher Pflanzengesellschaften auf einem Standort. So ist z.B. nach einer Erosion zu Beginn nackter Felsboden zu finden. Im Laufe der Zeit entsteht durch die Zersetzung von anfallendem Laub oder anderem organischen Material aus der Umgebung Erde. Darauf siedeln sich Gräser, Kräuter und Pionierbäume (Holunder, Bike, Aspe, Erle, Kiefer, Lärche,…) an. Unter dem Schutz dieser Pflanzen wachsen unsere Haupt- oder Schlussbaumarten heran (bei uns: Fichte, Tanne, Buche und Ahorn).
Äsungsflächenschaffung im subalpinen oder alpinen Gelände kann auch das Schwenden von alten Almflächen beinhalten. Wie ist das gesetzlich richtige Vorgehen?
Im Anhang des Forstgesetzes sind alle Pflanzen angeführt, die als forstlicher Bewuchs bezeichnet sind. Sollte eine Almfläche mit einer dieser Pflanzen zuwachsen und die Überschirmung mehr als 3/10 betragen (gilt dann als Wald), so muss eine Rodung angemeldet bzw. um eine Rodungsbewilligung angesucht werden.
Wie kann Naturschutz wirken?
- Konservierend: Erhaltung wertvoller Lebensräume von besonders schützenswerten Tier- und Pflanzenarten.
- Defensiv: Durch die Abwehr von schädlichen Eingriffen in die Natur.
- Regenerierend: neue Lebensräume schaffen
Was versteht man unter der Struktur eines Wildbestandes / einer Population?
Die Struktur setzt sich zusammen aus:
- der Wilddichte (Stk./100 ha),
- dem Geschlechterverhältnis,
- der Altersklassenverhältnis und
- eventuell der Verteilung der Stücke im Revier.
Welche Instrumente der Raumplanung kennst du?
Wildökologische Raumplanung:
z.B.: Landesweit: Einteilung in Kern-, Rand- und Rotwildfreizone.
Revierweise: Ruhezonen, Fütterungsgebiete, Anlage von Wildwiesen
Schwerpunktbejagung, Salzlecken, …
Forstliche Raumplanung lt. Forstgesetz:
- Waldentwicklungsplan: Wird vom Land erstellt. Waldflächen werden farblich getrennt nach ihren Waldfunktionen (Nutz-, Schutz-, Wohlfahrts- und Erholungsfunktion) dargestellt.
- Gefahrenzonenplan: Liegt auf der Gemeinde auf und wird von der Wildbach- und Lawinenverbauung erstellt. (gelbe und rote Zone).
- Waldfachplan: Kann jeder Waldeigentümer für seinen Besitz erstellen. Z.B. Darstellung der Nutzungseinheiten, oder verjüngungsnotwendigen Flächen, Darstellung der Altersklassen,..
Welche Wildarten dürfen bei uns gefüttert werden?
Rotwild (15. Oktober bis 30. Juni), Rehwild (16. September bis 14. Mai) und Niederwild. Salzvorlage ist immer und für jede Wildart möglich.
Welche Tierarten schälen? Was können die Folgen davon sein?
Rotwild, Muffelwild, aber auch Pferde, Schafe, Hasen oder der Pilch
Was macht der Wald alles für uns?
Waldfunktionen:
- Erholungsfunktion: Leute können im Wald frei spazieren gehen. Kulturflächen unter 3 m Höhe, Sonderkulturen, Sperrgebiete oder landwirtschaftliche Wiesen und Äcker dürfen nicht betreten werden.
- Wohfahrtsfunktion: Der Wald reinigt Wasser und Luft, reduziert den Lärm und produziert Sauerstoff (Photosynthese).
- Schutzfunktion: Der Standortsschutzwald schützt seinen Standort vor Erosion, Lawinen, Rutschungen, Verkarstung…. Auch die Kampfzone und die daran angrenzenden Waldflächen gehören zum Schutzwald. Der Objektschutzwald schützt Menschen und deren Besiedelung.
- Nutzfunktion: Ca. 30 mio Festmeter Holz wachsen jährlich zu. 20 mio Festmeter werden genutzt.
Warum ist Fütterung/Jagd notwendig? Kann die Natur sich nicht selbst regeln?
Natürliche Winterlebensräume für unser Wild wurden besiedelt, bzw. wurden die Wechsel durch den Bau von Straßen abgeschnitten. Weiters wurde das alpine Gelände (abgewehte Bergrücken) zur Spielwiese von Freizeitsportler. Um keine enormen Waldschäden zu verursachen, ist eine Fütterung des Rotwildes im alpinen Gelände unumgänglich. In einigen Revieren wurde das Füttern vom Rehwild eingestellt. Der Wildstand ging rapide nach unten und der Fallwildanteil war extrem hoch. Grundsätzliche Frage ist immer, was der Grundbesitzer für Vorgaben stellt. Will er Wald oder Wild? Auf was legt er mehr Wert?
Ein Reh benötigt im Hochwinter pro Tag ungefähr 1,2 kg Knospen! Wenn ich es füttere natürlich viel weniger.
Der wichtigste Faktor der Jagd ist mit Sicherheit die Erlangung von hochwertigem Wildbret. Das ist der Punkt, wo Jäger punkten können. Ebenso muss der Öffentlichkeit dargelegt werden, dass es nur durch die kommerzielle Jagd möglich ist, das restliche Wild über die strengen Winter zu füttern. Großprädatoren, wie Luchs, Bär oder Wolf haben die nötigen Lebensräume in unseren Wäldern nicht mehr. Weiters führt das Vorhandensein dieser zu extremen Konflikten mit der Landwirtschaft.
Was wirkt sich in Feldrevieren negativ auf den jagdlichen Überschuss aus?
- Lebensräume gehen durch die intensive Landwirtschaft verloren,
- Ernteschock,
- Mähtot,
- Raubwildbestand,
- Verkehr oder Zäune.
Erkläre die Unterschiede zwischen Hoch-, Nieder-, Auslese- und Z-Baumdurchforstung!
Bei der Hochdurchforstung greife ich in den Kronenraum ein. Somit können sich die Kronen vergrößern und es kommt zu einer Zuwachssteigerung.
Bei der Niederdurchforstung greift man nur in die Unterschicht ein und entnimmt die „Unterstandlinge“. Der Bestand wirkt gepflegt, aber es kommt zu keiner Zuwachssteigerung der wertvolleren Bäume.
Bei der Auslesedurchforstung sucht man sich einen vitalen und wertvollen Baum, den man gerne im Endbestand hätte, aus und markiert ihn. Dann bewegt man sich ca. 6-8m in alle Richtungen und markiert wieder jenen Baum, den man im Endbestand möchte, usw.. Jene Bäume, die diese „ausgelesenen“ Bäume bedrängen werden bei der Auslesedurchforstung entfernt. Beim nächsten Durchforstungseingriff werden die Auslesebäume wieder neu festgelegt (können beim nächsten Eingriff wieder andere sein!)
Bei der Z-Baumdurchforstung werden die Z-Bäume einmal festgelegt und diese gefördert. Zum Unterschied zur Auslesedurchforstung bleiben diese Z-Bäume bis zum Schluss immer die gleichen.
Erkläre den Unterschied zwischen Wildeinfluss und Wildschaden!
Wildeinfluss bedeutet, dass man Verbiss, Schälschäden oder dergleichen findet, aber noch ausreichend gesunde Bäume zu finden sind.
Wildschaden liegt vor, wenn das Bestockungsziel, also die gewünschte Baumartenzusammensetzung gefährdet ist.
Vergleiche die ökologischen und wirtschaftlichen Auswirkungen der künstlichen und natürlichen Waldverjüngung!
Bei der künstlichen Verjüngung kann man die Baumartenzusammensetzung und –verteilung maßgeblich bestimmen. Bei der Nutzung kann ich im Vorfeld große Kahlschläge mit geringen Erntkosten (viel Masse pro m²) durchführen. Verbissanfälliger sind allerdings die gesetzten Pflanzen. Auch bin ich von der Genetik abhängig: Hat der Forstgarten die richtigen Samen verwendet und bekomme ich somit autochthone Pflanzen geliefert?
Allerdings kann man künstlich auch Baumarten einbringen, die nicht in der Umgebung vorkommen. Man erspart sich auch viel an Läuterungskosten, muss jedoch für die Pflanzen und deren Versetzen zahlen (ca.: 1€/Baum).
Was ist Prossholz / Sprossholz?
Prossholz / Sprossholz sind entweder dem Wild vorgelegte Bäume als Ganzes oder Baumteile (z. B. Äste nach dem Obstschnitt), die dem Wild als Äsung dienen. Speziell beim Niederwild wird diese Fütterungsweise gerne angewendet. Aber auch das Gams- und Rotwild nehmen Prossbäume / Sprossbäume gerne auf.
Erkläre den Begriff Ökosystem!
Ein Ökosystem setzt sich aus den Begriffen Biotop, das ist die Summe aller nicht lebenden Faktoren eines Ökosystems (Lebensraum), und der Biozönose, das ist die Summe aller lebenden Faktoren eines Ökosystemes (Tier- und Pflanzenwelt), zusammen.
Was sind Neophyten?
Nicht heimische Pflanzenarten, die aber eingeschleppt wurden, werden als Neophyten bezeichnet. Beispiele dafür wären das Japanische Springkraut oder die Kanadische Goldrute.