Investition KE1 - Kurs 40520
FernUni Hagen - Investition KE1 Kurs 40520, Modul 35021
FernUni Hagen - Investition KE1 Kurs 40520, Modul 35021
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Flashcards
Annuität
Der zu einem gegebenen Ausgangsbetrag wertmäßig äquivalente Rentenbetrag.
Abzinsung
Durch die Abzinsung wird unter Berücksichtigung von Zins- und Zinseszins der gegenwärtige Wert einer zukünftigen Zahlung bestimmt.
Abzinsungsfaktor
Faktor, mit dem ein zukünftiger Geldbetrag wertmäßig auf einen auf die Gegenwart bezogenen Betrag umgerechnet wird. Die Abzinsungsfaktor (q-t=(1+r)-t) ist der Kehrwert des Abzinsungsfaktors (qt=(1+r)t).
Annuitättendarlehen
Darlehen, bei dem die vom Darlehensnehmer zu erbringenden Zins- und Tilgungszahlungen über die gesamte Darlehenslaufzeit hinweg konstant bleiben.
Annuitätenfaktor
Faktor, mit dem der vorgegebene Ausgangsbetrag zu multiplizieren ist, um den wertmäßig äquivalenten Rentenbetrag zu bestimmen. Der Annuitätenfaktor ANF(T,r) ist der Kehrwert des Rentenbarwertfaktors und ergibt sich formal aus:
\(RBF(T,r) = {r\over 1 - q^{-T}}\)
Annuitätenrechnung
Sammelbegriff für mathematische Rechenoperationnen, bei denen unter Berücksichtigung von Zins- und Zinseszins die Höhe einer nachschüssigen Rente bestimmt wirt, deren Barwert gerade einem vorgegebenen Ausgangbetrag entspricht.
Aufzinsung
Durch die Aufzinsung wirt unter Berücksichtigung von Zins- und Zinsenzins der zukünftige Wert eines gegenwärtigen Geldbetrages bestimmt.
Aufzinsungsfaktor
Faktor, mit dem ein gegenwärtiger Geldbetrag wertmäßig auf einen zukünftigen Zeitpunkt umgerechnet werden kann. Der Aufzinsungsfaktor (qt = (1 + r)t ) ist der Kehrwert des Abzinsungsfaktors ( q-t = (1 + r)-t ).
Auswahlentscheidung
Zu entscheiden ist bei Entscheidungssituationen dieses Typs zwischen mehreren (also mindestens zwei) einander ausschließenden konkreten Investitionsprojekten und dem schlichten Unterlassen der Projektdurchführung, der sogenannten Unterlassensalternative.
Barwert
Das Ergebnis eines Abzinsungsvorgangs (also C0) bezeichnet man als Barwert des zukünftigen Betrages Ct. Häufig wird auch die Summe aller auf den Zeitpunkt t = 0 abgezinsten Zahlungen eines Zahlungsstroms als Barwert dieses Zah-lungsstroms bezeichnet.
allgemeine zeitliche Dominanz
Allgemeine zeitliche Dominanz einer Alternative a1 über eine Alternative a2 liegt vor, wenn a1 in keinem Zeitpunkt ein schlechteres und in mindestens einem Zeitpunkt ein besseres (höher bewertetes) Ergebnis aufweist als a2.
kumulative zeitliche Dominanz
Kumulative zeitliche Dominanz einer Alternative a1 über eine Alternative a2 liegt vor, wenn a1 unter Berücksichtigung ergänzender Kassenhaltungstransaktionen in keinem Zeitpunkt ein schlechteres und in mindestens einem Zeitpunkt ein besseres (höher bewertetes) Ergebnis aufweist als die unmodifizierte Alternative a2.
Endvermögen
Vermögen nach vollständiger Abwicklung eines Investitionsprojekts.
Endvermögensmaximierung
Zielsetzung eines Entscheidungsmodells, der zu Folge das Entscheidungssubjekt anstrebt, sein Vermögen bezogen auf einen zukünftigen Zeitpunkt zu maximieren.
Endwert (Finanzmathematik)
Das Ergebnis eines Aufzinsungsvorgangs (also CT) bezeichnet man als Endwert des gegenwärtigen Betrages C0. Häufig wird auch die Summe aller auf den Zeitpunkt t = T aufgezinsten Zahlungen eines Zahlungsstroms als Endwert dieses Zahlungsstroms bezeichnet.
projektindividuelle Entscheidung
Zu entscheiden ist bei Enscheidungssituationen dieses Typs zwischen einem konkreten Investitionsprojekt und dem schlichten Unterlassen der Projektdurchführung, der sogenannten Unterlassensalternative.
Finanzierungskosten
hier: Die alternativ erlangbare Verzinsung bei Anlage vorhandener liquider Mittel oder die effektiv zu zahlenden Zinsen im Falle einer Kreditaufnahme.
Prämisse des vollkommenen Finanzmarkt
Modellwelt, in der der Investor in seinen Planungsüberlegungen mit Sicherheit davon ausgehen kann, zu jedem zukünftigen Zeitpunkt für jeweils eine Periode zu einem im Zeitablauf konstanten für Geldanlage und Geldaufnahme identischen Zinssatz in jeder Höhe Kredite aufnehmen und liquide Mittel anlegen zu können (vollkommener Finanzmarkt im strengen Sinne). Variiert nur der Zinssatz im Zeitablauf und sind ansonsten alle weiteren o.g. Voraussetzungen erfüllt, so liegt ein vollkommener Finanzmarkt mit wechselndem Periodenzins vor.
komplementäre Finanzpläne
Modellansätze, die auf die explizite Erfassung zeitlich-vertikaler Interdependenzen weitgehend verzichten und nur einige vergleichsweise einfache Finanztransaktionen im unmittelbaren „Umfeld" des zu beurteilenden Projektes einbeziehen.
Gegenwartspräferenz
Häufig unterstellte Eigenschaft einer Präferenzfunktion, der zur Folge ein Ergebnis umso „wervoller" ist, je früher es eintritt. Bei gegebener Ergebnishöhe ist der Präferenzwert folglich umso größer, je geringer der zeitliche Abstand zwi-schen Bewertungszeitpunkt (Gegenwart) und Zeitpunkt der Ergebnisrealisation ist.
zeitlich-horizontal Interdependenzen
Zeitlich-horizontale Interdependenzen treten dann auf, wenn im Planungszeitpunkt mehrere Investitionsprojekte parallel zur Disposition stehen, bei denen sich die Durchführungs- und Ergebnismöglichkeiten wechselseitig beeinflussen.
zeitlich-vertikal Interdependenzen
Unter zeitlich-vertikalen Interdependenzen wird der Umstand verstanden, dass die Inangriffnahme eines Investitionsprojekts im Zeitpunkt t = 0 auch die Durchführungs- und Ergebnismöglichkeiten erst in der Zukunft zur Disposition stehender Projekte beeinflussen kann.
Interdependenzprobleme
Zwischen den im Entscheidungszeitpunkt anstehenden und den zukünftig möglichen Investitions- und Finanzierungsprojekten besteht häufig ein sehr komplexes Gefüge wechselseitiger Interdependenzen. Im Schrifttum wird dabei häufig zwischen zeitlich-horizontalen Interdependenzen und zeitlich-vertikalen Interdependenzen differenziert. Die vollständige Erfassung solcher Interdependenzen ist auch innerhalb eines erweiterten Kapitalwert- bzw. Endwertkonzepts nicht generell möglich, so dass im Schrifttum verschiedene Ansätze für eine simultane Investitions- und Finanzplanung entwickelt worden sind.
Investitionsentscheidung
Gegenstand einer Investitionsentscheidung sind stets Wahlentscheidungen über alternative Investitionsprojekte oder ganzer Investitionsprogramme, d.h. Entscheidungen, durch die die Struktur oder die Höhe des Unternehmensvermögens nachhaltig beeinflußt werden. Formal kann eine Investitionsentscheidung als Wahl zwischen mehreren Zahlungsreihen definiert werden.
marktorientiert Investitionsentscheidung
Liegen die Voraussetzungen eines vollkommenen Finanzmarktes vor, so lassen sich Investitionsentscheidungen stets auf reine Dominanzüberlegungen zurückführen. Für die Investitionsentscheidung sind in diesem Fall ausschließlich die Transaktionsmöglichkeiten des Finanzmarktes und nicht mehr die individuellen intertemporalen Präferenzen des Entscheiders von Bedeutung. Im Kontext eines vollkommenen Finanzmarktes lassen sich folglich immer marktorientierte Investitionsentscheidungen treffen.
Investitionsprojekt
Folge (bzw. Zusammenfassung) bestimmter Aktivitäten, die sich über einen längeren Zeitraum erstrecken. Zunächst erfolgt ein Input und erst in späteren Zeitpunkten folgt (eventuell neben weiterem Input) ein Output. Auf der Modellebene werden Investitionsprojekte durch Zahlungsreihen abgebildet.
präferenzorientiert Investitionsentscheidung
Investitionsentscheidungen auf der Basis eines Entscheidungskonzepts, in das über eine Präferenzfunktion die subjektiven intertemporalen Präferenzen des Entscheiders einfließen.
klassische Investitionsrechnung
„Klassische" investitionstheoretische Ansätze sind dadurch gekennzeichnet, dass sie die für ein Investitionsprojekt maßgebliche Zahlungsreihe mit Hilfe von Aufzinsungs- und Abzinsungsrechnungen zu einer einzigen Kennzahl reduzieren, um aus dem Wert dieser Kennzahl eine Aussage über die Vorteilhaftigkeit des betrachteten Projekts abzuleiten.
Investitionstheorie
Gegenstand der einzelwirtschaftlichen oder betriebswirtschaftlichen Investitionstheorie bilden insbesondere Kalküle zur Beurteilung der Vorteilhaftigkeit von Investitionsprojekten und Investitionsprogrammen, also solcher Projekte und Pro-gramme, deren unmittelbare Konsequenzen sich über mehrere Perioden erstrecken. Allgemein umfaßt die Investitionstheorie alle erklärenden Aussagen (explikative Ausrichtung) und Gestaltungsaussagen (präskriptive Ausrichtung) der Wirtschaftswissenschaften, deren Gegenstand unternehmerische Investitionsentscheidungen sind.
simultane Investitions- und Finanzplanung
Entscheidungslogisch handelt es sich bei Ansätzen der simultanen Investitions- und Finanzplanung um spezielle Auswahlentscheidungen zur Ableitung optimaler zusammengesetzter Investitions- und Finanzierungsprogramme. Diese Modelle erfassen sämtliche vermögensmäßigen Konsequenzen der im Betrachtungszeitpunkt zur Disposition stehenden Investitionsprojekte, also insbesondere auch finanzwirtschaftliche Komplementärmaßnahmen und darüber hinausgehende zeitlich-vertikale Interdependenzen.
Kalkulationszins
Der auf dem vollkommenen Finanzmarkt für Geldaufnahme und Geldanlage übereinstimmende Periodenzins.
gezeichnetes Kapital
Satzungsmäßig fixierte Summe der (tatsächlichen oder fiktiven) Nennwerte aller ausgegebenen Kapitalanteile bei Kapitalgesellschaften (Grundkapital bei AG, Stammkapital bei GmbH).
Kapitalanteil
Der Kapitalanteil eines Gesellschafters entspricht dem rechnerischen Anteil des Gesellschafters am gesamten Eigenkapital der Gesellschaft. Buchhalterisch wird er bei Personengesellschaften auf dem Kapitalkonto des Gesellschafters erfaßt.
Kapitalgesellschaft
Gesellschaft mit eigener Rechtsfähigkeit (juristische Person) bei der – im Gegensatz zu Personengesellschaften – die unbeschränkte Haftung für die Gesellschaftsschulden bei allen Gesellschaftern ausgeschlossen ist. Zu den Kapitalge-sellschaften gehören in Deutschland insbesondere die AG und die GmbH.
Kapitalrücklage
In erster Linie buchmäßiger Gegenposten für Zahlungen, die Gesellschafter über den (tatsächlichen oder fiktiven) Nennwert der übernommenen Anteile hinaus zugunsten des Eigenkapitals der Gesellschaft leisten. Kapitalrücklagen stellen also rein buchmäßige Unterpositionen des bilanziellen Eigenkapitals dar.
finanzwirtschaftliche Komplementärmaßnahmen
Die Durchführung von Investitionsprojekten ist in aller Regel mit weiteren finanziellen Effekten verknüpft, die zunächst aus der Finanzierung der Anfangsauszahlung des Projekts und damit verbundenen Zins- und Tilgungsauszahlungen (bei fremdfinanzierten Projekten) oder entgehenden Zins- und Rückzahlungsbeträgen (bei aus Liquiditätsreserven finanzierten Projekten) resultieren. In analoger Weise bewirken Projekteinzahlungen, dass zusätzliche Anlagen getätigt oder bestehende Kredite abgebaut werden, beeinflussen also die Höhe späterer Einzahlungen bzw. Auszahlungen. Diese finanziellen Effekte werden auch als finanzwirtschaftliche Komplementärmaßnahmen bezeichnet.
deterministisches Model
Modell, in dem das Phänomen der Unsicherheit nicht explizit erfaßt wird.
dynamisches Modell
Modell, in dem das Element der Zeit explizit erfaßt wird.
Nominalwert
Summe aller (nicht abgezinsten) Ein- und Auszahlungen eines Investitionsprojek-tes. Der Nominalwert einer Zahlungsreihe entspricht dem auf der Basis eines Kalkulationszinses von r = 0% ermittelten Kapitalwert.
Optimalitätskriterium
Durch dieses Kriterium ist festzulegen, an Hand welcher Kriterien die Optimal- alternative zu bestimmen ist.