Theorie


A. G.
Diese Lernkarten bieten eine grundlegende Einführung in die Kostenrechnung und deren Anwendung in der Betriebswirtschaftslehre. Sie decken Themen wie Zuschlagskalkulation, Gemeinkosten, Kostenträger, Erfolgsrechnung und verschiedene Kalkulationsverfahren ab. Besonders nützlich sind sie für Studierende und Berufseinsteiger, die ein Verständnis für die Verteilung von Kosten auf Produkte und die Ermittlung von Selbstkosten entwickeln möchten.
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Allemand
Créé / Mis à jour
09.02.2015 / 09.02.2015

Flashcards

Was sind Kostenträger?

Allgemein alle Produkte und Leistungen, die im UN erstellt werden, zur Kostenentstehung beitragen und auf die daher Kosten verrechnet werden können.

Mit was befasst sich die Kostenträgerstückrechnung?

  • ermittelt die Kosten einer einzelnen Kostenträgereinheit
  • Einzelkosten werden problemlos einem Produkt oder Auftrag zugerechnet
  • Problem: Gemeinkosten, verursachergerechte Zuordnung

Mit was befasst sich die Kostenträgerzeitrechnung?

ermittelt die Kosten, die in einer Abrechnungsperiode (i.d.R. 1 Monat) angefallen sind und verknüpft als kurzfristige Ergebnis- und Erfolgsrechnung Kosten- und Leistungsrechnung

Aufgabe der Kostenträgerstückrechnung

  • Ermittlung von Herstellkosten oder Selbstkosten (zur Unterstützung von Managemententscheidungen)
  • Bestandesbewertung
  • Vorbereitung der kurzfristigen Ergebnisrechnung durch Ermittlung der Herstell- bzw. Selbstkosten
  • Preisermittlung für öffentliche Aufträge

Kalkulationsverfahren der Kokstenträgerstückrechnung

  • Divisionskalkulation
  • Äquivalenzziffernkalkulation
  • Zuschlagskalkulation 
  • Bezugsgrößenkalkulation
  • Kuppelkalkkulation

einfache Divisionskalkulation

  • Der gesamte Betrieb kann als eine Kostenstelle gesehen werden
  • führt zum gleichen Ergebnis wie das Verursachungsprinzip, wenn
  1. das UN als Einproduktbetrieb nur ein homogenes Massengut herstellt 
  2. Produktionsmenge = Absatzmenge, d.h. keine Lagerhaltungskosten entstehen

Berechnung der Selbstkosten bei der einstufigen Divisionskalkulation

volle SeKo je Stück = Gesamtkosten / hergestellte Menge

zweistufige Divisionkalkulation

Produktionsmenge und Absatzmenge sind nicht identisch 

 

k = K(Material+Fertigung) / prod.Menge + K(Verw.+Vertreib) / abgesetze Menge

mehrstufige Divisionskalkulation

erforderlich wenn:

  • mehrstufige Produktionsprozesse vorliegen
  • und Bestände an unfertigen Erzeugnissen entstehen können

k i = (wi-1 * mi-1 + Ki) / xi

 

 

Äquivalenzziffernkalkulation 

  • Verfahren ist von der Divisionskalkulation abgeleitet
  • Voraussetzung: ähnliche, verwandte Produkte (=Sortenfertigung)

Vorgehen der Äquivalenzziffernkalkulation 

  1. "Einheitsprodukt" festlegen
  2. Äquivalenzziffern ermitteln
  3. Bestimmung der fiktiven Einheitsproduktmenge (= Äquivalenzziffern * Produktionsmenge + .... )
  4. Bestimmung der Selbstkosten für alle Sorten (=Selbstkosten des Einheitsprodukts * Äquivalenzziffer)
  5. Berechnung der Gesamtkosten je Sorte (=Selbstkosten je Sorte + Produktionsmenge je Sorte + ...)

Zuschlagskalkulation 

  • wird  in UN mit Serien- oder Einzelfertigung eingesetzt
  • es wird zw. Einzelkosten, Gemeinkosten und Sondereinzelkosten unterschieden, um im Sinne des Verursachungsprinzips Kosten verursachergerechter auf die Kostenträger umzulegen
  • Einzelkosten werden direkt zugerechnet, Gemeinkosten über Schlüsselgrößen und Zuschlagssätze 
  • wird unterschieden zw. summarischen und differenzierenden Zuschlagskalkulation 

summarische Zuschlagskalkulation 

Bei der summarischen Zuschlagskalkulation werden die Gemeinkosten zu einer "Summe" zusammengefasst und dann über einen Zuschlagssatz dem Kostenträger zugerechnet. 

Zuschlagssatz = (Summe aller Gemeinkosten / Summe aller Einzelkosten) * 100

summarische Zuschlagskalkulation: Bsp Einzelhandelkalkulation 

Selbstkosten = Einzelkosten des Produkts (Zuschlaggsgrundlage) + Gemeinkostenzuschlag

differenzierende Zuschlagskalkulation

  • Gemeinkosten werden in mehrere Bereiche (Material, Fertigung, Verwaltung, Vertrieb) aufgespaltet und dann über mehrere Zuschlagssätze auf den Kostenträger verteilt
  • Verfahren ist aufwendig - führt aber zu relativ genauem Ergebnis

Materialgemeinkostenzuschlag

 MGK - Zuschlag = MGK / MEK *100

Gemeinkostenzuschlaf Fertigung

FGK -Zuschlag = FGK / FEK *100

Verwaltungsgemeinkostenzuschlag

VwGK - Zuschlag = VvGk / HK *100

Vertriebsgemeinkostenzuschlag

VtGK - Zuschlag = VtGK / HK * 100

differenzierende Zuschlagskalkulation Schema

MEK

+ MGK

+ FEK

+ FGK                                                         

= HK 

+ VwGK

+ VtGK 

(+Sondereinzelkosten Vertrieb)              

=SK 

Kritik Zuschlagskalkulation

  • nicht verursachergerecht 
  • Zurechnungsfehler werden umso gewichtiger, je geringer der Anteil am EK und je höher der Anteil an GK ist
  • Lösung: Orientierung an Mengenschlüsseln statt Wertschlüssel, d.h. Anwendung der Bezugsgrößenkalkulation 

Bezugsgrößenkalkulation (= Verrechnungssatzkalkulation)

  • Einsatz bei Kostenstellen mit messbaren Leistungen
  • Verrechnung der Kosten auf die Kostenträger mit Hilfe von Bezugsgrößen z.B. Maschinenlaufzeit, um verursachergerechte Kostenzuteilung zu ermöglichen
  • eventuell mehrere Bezugsgrößen pro Kostenstelle möglich
  • VS = Kostenstellenkosten / Summe der LE der Kostenstelle

Maschinenstundensatzkalkulation Kalkulationsschema

FEK (Fertigungslöhne)

+maschinenabhängige Fertigungsgemeinkosten (Maschinenstundensatz * Maschinenlaufzeit pro Produkt)

+ Restfertigungsgemeinkosten (in % der Fertigungslöhne)                                                                                          

= Fertigungskosten

Kuppelkalkulation

  • es entstehen gleichzeitig mehrere Produkte in einem fest vorgeschriebenen bzw. gering variierenden Verhältnis (Bsp. Tier schlachten)
  • Kuppelproduktion = technologisch verbundene Produktion 
  • Die Kosten werden nach dem Tragfähigkeitsprinzip verteilt, d.h. die Produkte, die sich gut verkaufen lassen sollen die Kosten tragen und somit die wenig rentablen Produkte mitfinanzieren.
  • Verfahren: Restwertmethode oder Marktwertmethode

Restwertmethode 

  • Unterscheidung der Produkte in Haupt- und mehrer Nebenprodukte 
  • Anwendung des Tragfähigkeitsprinzips
  • alle Kosten werden dem Hauptprodukt zugerechnet
  • Entsorgungskosten der Nebenprodukte zählen auch zu den Kosten des Hauptprodukts
  • Werden durch die Nebenprodukte Erlöse erzielt, sind diese von den Kosten des Hauptprodukts abzuziehen

Marktwertmethode

wird bei Kuppelprozessen angewandt, bei denen kein eindeutiges Hauptprodukt entsteht 

Kostenträgerzeitrechnung (=kurzfr. Erfolgsrechnung oder Betriebsergebnisrechnung)

  • stellt Kosten der Abrechnungsperiode (i.d.R. 1 Monat) dar
  • Vorgehen: Gegenüberstellung von Erlösen und Kosten einer Abrechnungsperiode zur Ermittlung des sachzielbezogenen Priodenerfolgs des Gesamtunternehmens

Aufgaben der Kostenträgerzeitrechnung

  • Ermittlung des sachzielbezogenen Periodenerfolgs als Grundlage für:
    • Identifikation und Analyse der Erfolgsquellen
    • laufende Überwachung der Wirtschaftlichkeit

Dies bedingt Wahl kurzer Abrechnungszeiträume, dass schnell auf ungünstige Entwicklungen reagiert werden kann (Steuerung)

Unterschied Erfolgsrechnung und GuV

Die kurzfr. Erfolgsrechnung wird im Vgl. zur GuV in kürzeren Abständen durchgeführt und beschränkt sich auf den betriebl. Erfolg

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