Internationales HR-Management

Lehrgang HR-Fachleute

Lehrgang HR-Fachleute


A. L.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über das internationale HR-Management, insbesondere im Kontext der Schweiz und der EU. Sie decken Themen wie Entsendungen, Arbeitsbewilligungen, Sozialversicherungen und kulturelle Integration ab. Praktisch für HR-Profis, die Mitarbeiter im Ausland einsetzen oder internationale Teams verwalten, da sie wichtige rechtliche und administrative Aspekte beleuchten.
Karten
235
Lernende
21
Sprache
Deutsch
Kategorie
Soziales
Stufe
Andere
Erstellt / Aktualisiert
05.03.2014 / 26.10.2025

Lernkarten

Was ist die geozentrischde Strategie (Aufbau, Schlüsselpositionen, Entsendung)?

Es wird versucht ein eigenes, gemeinsames, weltweit gültiges Muster zu finden, die in die fremde Kultur eingebunden wird.

Schlüsselpositionen werden von MA besetzt, die weder die Nationalität des Stammhauses noch des Ausländischen Staates haben müssen, nur die Leistung zählt.

Entsendungen sind sehr häufig

Was ist die Synergistische Strategie? (Aufbau, Schlüsselpositionen, Entsendung)

Sowohl Stammhaus als auch Auslandsgesellschaften sollen ein grosses Gewicht haben. Was wirklich unterschiedlich ist, soll auch unterschiedlich bleiben, aber es werden Gemeinsamkeiten gesucht, um Win-Win-Situationen zu finden.

Schlüsselpositionen werden mit Leuten besetzt, die interkultureele Handlungskompetenz haben.

Entsendungen sind häufig, aber situations- und projektbezogen.

Was ist das EPRG-Model nach Heenand / Perlutter)?

Strategieeinteilung nach 

  • Ethnozentrisch
  • Polyzentrisch
  • Regiozentrisch 
  • Geozentrisch

Welche zwei widersprüchlichen Anforderungen muss das internationale HR-Management kontinuierlich balancieren?

Integration nach innen und Anpassung nach aussen.

Was ist Glokalisierung?

Komplexe Wechselwirkung zwischen globalen und lokalen Prozessen.

Was sind die drei Säulen der EU?

1. EG: Binnenwirtschaft

Agrarwirtschaft, Zollunion, Binnenmarkt, Wirtschafts- und Währungsunion etc.

2. GASP: Gemeinsame Aussen- und Sicherhheitspolitik

3. PJCS: Polizeiliche und justiziare Zusammenarbeit

Welche zwei EU-17-Staaten waren nicht Gründungsmitglieder der EU-15?

Malta und Zypern

Was ist das IPRG

Das Internationale Privatrecht

Nationales Recht. Das IPRG regelt die Zuständigkeit des CH-Gerichts und die anwendbare Rechtsordnung, letztes kann z.B. auch Deutsches Recht sein. D.h. ein Schweizer Gericht muss einen Fall nach deutschem Recht beurteilen

Welches Recht ist nach IPRG bei Rechtsstreitigkeiten mit internationalen AN anwendbar? D.h. welchem Recht untersteht der Arbetisvertrag?

Er untersteht dem Recht des Staates, in dem der AN gewöhnlich seine Arbeit verrichtet.

Ist der AN in mehreren Staaten tätig, so gilt das Recht des Staates, in dem sich die Niederlassung, der Wohnsitz oder der gewöhnliche Aufenthaltsort des ArbeitGEBERS befindet.

Kann ich nach IPRG das anwendbare Recht auch vertraglich vereinbaren?

Ja man kann entweder den Staat nehmen, in dem der AN für gewöhnlich arbeitet oder den Sitz des Arbeitgebers. 

ABER

Für zwingendes Recht ist immer das Recht des Staates anzunehmen, in dem der AN arbeitet, d.h. die Vereinbarungen sind meistens sinnlos.

Was ist das LugÜ?

Das Lugano-Übereinkommen zwischen den Staaten der EU und der CH. Es regelt die Behörde und Gerichte, die für Zivil- und Handelsrecht zuständig sind.

Es geht dem IPRG vor.

Was sind die drei Grundsätze des LugÜ?

  1. Personen sind an ihrem Wohnsitz zu verklagen
  2. Bei Arbeitsverträgen gilt der Ort, an dem die Arbeit verrichtet wird
  3. Gerichtsstandvereinbarungen sind nur zulässig, wenn der Rechtstreit bereits entstanden ist.

Für wen gilt das Entsendegesetz?

  • Mitarbeiter, die von ausländischen AG in die Schweiz entsandt werden, auf Rechnung und unter Leitung des ausländischen Arbeitgebers.
  • Mitarbeiter, die in einer Niederlassung oder in einem Betrieb arbeiten, der zur Unternehmungsgruppe des AG's gehört

Was ist im Entsendegesetz geregelt?

Es verlangt, dass für folgende Punkte mind. die Regeln eingehalten werden, die in CH-GAV's oder NAV's vorgeschrieben sind:

  • Minimallöhne
  • Arbeits- und Ruhezeiten
  • Ferien
  • Arbeitssicherheit
  • Schutz von Schwangeren, Wöchnerinnen, Kindern und Jugendlichen
  • Diskriminierungsfreiheit

Wann kommen Bestimmungen über MIndestlöhne und Ferien lt. Entsendegesetz nicht zur Anwendung?

  • Arbeiten von geringem Umfang
  • Montage oder erstmaliger Einbau, wenn Arbeiten weniger als 8 Tage dauern.

Was sagt das Entsendegesetz über Kost- und Logis?

Die Unterkunft muss dem ortsüblichen Standard betreffend Hygiene und Komfort genügten. Die Abzüge für Unterkunft und Verpflegung dürfen den ortsüblichen Rahmen nicht übersteigen

Was für drei Möglichkeiten hat der AG, eine Entsendung zu organisieren?

  1. Der AN bleibt beim gleichen AG angestellt, und erbringt eine DL für einen Kunden im Ausland
  2. Der AN arbeitet für eine Niederlassung in einem anderen Staat, die zur gleichen Gruppe gehört
  3. Der AN wird in eine Unternehmung ausgeliehen - achtung - in Schweiz verboten

Was ist direkter und indirekter Personalverleih aus dem Ausland. Wie ist die Rechtslage dazu in der CH?

  • Der Direkte Personalverleih ist eine Direktvermietung eines AN durch eine ausländische Firma an eine CH-Firma
  • Der indirekte Personalverleih wäre, wenn eine Auslandfirma Leute im Ausland zumietet, um diese dann für einen Auftrag in der CH einzusetzen.

Beides ist nach Schweizer Recht verboten.

Erlaubt ist nur, wenn ein ausländischer AG mit seinen eigenen Leuten einen Auftrag in der CH ausführt.

Was für EU/EFTA-Bewilligungen gibt es?

  • G-EU: Grenzgänger
  • L-EU: Kurztaufenthalt bis 12 Monate
  • B-EU: Aufenthalt über 1 Jahr, bis zu 5 Jahren
  • C-EU - Niederlassung, gekommen EU 15/EFTA nach 5 Jahren, EU 8 und Zypern und Malta nach 10 Jahren

Was für Drittstaaten-Bewilligungen gibt es?

  • G: Grenzgänger
  • L: Bis 12 Monate
  • B: 1 Jahr
  • C: Unbefristet, nach 10 Jahren

Was gibt es ausser den regulären Aufenthaltsbewilligungen noch für Ausweise?

  • Ci: Diplomaten-Familienangehörige die hier Arbeiten
  • F: Vorläufig aufgenommene
  • N: Asylsuchende
  • S: Schutzbedürftige (dürfen arbeiten, müssen sich aber jeden Stellenwechsel bewilligen lassen.

Besteht für einen Auftraggeber die Pflicht, zu kontrollieren, ob der Auftragnehmer nur Personen mit richtigen bewilligungen beschäftigt?

Bei der Auftragsvergabe an ausländische Firmen ja

Bei der Auftragsvergabe an inländische Firmen nicht (Ausnahme Subunternehmerhaftung Bau)

Was sind ehtische Grundwerte?

  • Respekt
  • Verantwortungsgefühl
  • Ehrlichkeit
  • Toleranzh
  • Mitmenschlichkeit
  • Hilfsbereitschat
  • Nicht lügen, nicht stehlen, nicht morden

Was bedeutet bikulturelle Identität?

Sich in zwei Kulturen zu Hause fühlen - kann beim Übergang von der neuen zurück in die alte Kultur ebenfalls zu Kulturschock führen.

In welchen vier Dimensionen unterscheidet Hofstede zwischen Kulturen?

Machtdistanz:

  • gering: Menschen sollten gleichgestellt sein
  • hoch: Ungleichheit zwischen Menschen sind erwünscht und erwartet

Individualismums:

  • hoch (indiviualistisch): Jeder sorgt für sich selbst und für die engste Familie
  • Niedrig (Kollektivistisch): Die Menschen funktionieren in Grossfamilien oder andere grosse Gruppen

Unsicherhheitsvermeidung:

  • hoch: Unsicherheit im Leben wird als Bedrohung empfunden
  • niedrig: Unsicherheit ist normal im Leben und wird hingenommen

Maskulinität:

  • hoch: Materialler Erfolg ist wichtig, Geld, Dinge, Männer müssen ehrgeizig und hart sein, Frauen sensibel und weich.
  • niederig: feminim - Wichtig ist sich um seine Mitmenschen zu kümmern, Männer und Frauen können sensibel und weich sein

Wie hat Hofstede die 4 Dimensionen eingesetzt?

Er hat allen Ländern Punkte in diesen Dimensionen gegeben. Verteilt man die Punkte auf einer Achse, dann sind Länder mit ähnlichen Kulturen nahe beieinander.

Was sind typische Eigenschaften einer maskulinen Kultur (4)?

  1. Männer sind ehrgeizig und hart
  2. Frauen sind sensibel
  3. Symphatie mit den Starken
  4. Bester Schüler ist die Norm

Welche Phasen werden bei der Konfrontation mit einer fremdem Kultur unterschieden? Wie nennt man diesen Phasenverlauf? Wieso?

  1. Euphorie
  2. Desorientierung
  3. Krise
  4. Lernen am Unterschied
  5. Akkulturation
  6. Bikulturalität

Stellt man diese Gefühle von positiv bis negativ und zurück graphisch dar, entsteht eine U-Form - man nennt es deshalb auch U-Modell

Was ist ein Kulturschock? Wie kann er sich auswirken?

Die Desorientierung und Ratlosigkeit in einer fremden Kultur kann zu Depressionen führen, bis hin zu körperlichen Symptomen

Was ist generell interkulturelle Kompetenz?

Die Fähigkeit, eine anspruchsvolle Aufgage in einem interkulturellen Zusammenhang erfolgreich zu meistern

Was sind die Voraussetzungen für interkulturelle Handlungskompetenz?

Kenntnisse

  • über eigene Kultur
  • kulturelle Unterschiede
  • interkulturelle Managementkonzepte
  • Umgang mit Nichtwissen

Fähigkeiten

  • Reflexion
  • Beobachtung
  • Perspektivenwechsel
  • Ambiguitätstoleranz

Haltung:

  • Relativistische Sicht und Toleranz
  • Wertschätzung und Respekt
  • Offenheit und Neugier

Was ist Ambiguitätstoleranz

Gelassener und konstruktiver Umgang mit Mehrdeutigkeit udn Unsicherheit

Was für zwei Phasen unterscheidet man bei der Entwicklung von Interkulturellen Kompetenz?

Ethnozentrische Phase

  • Negation - man nimmt Unterschiede nicht wahr, sieht nur Stereotypen
  • Abwehr - nur die eigenen Kultur ist positiv und überlegen
  • Minimierung - Gemeinsamkeiten betont, kulturelle Unterschiede werden als unbedeutend abgetan

Ethonrelative Phase

  • Akzeptanz: andere Kulturen sind alternative Lösungen
  • Anpassung: Man lernt von anderen Kulturen
  • Integration: Sicht- und Verhaltensweisen werden übernommen

Was ist implizites und was ist explizites Wissen?

  • implizit macht man unbewusst richtig, weiss aber nicht so recht wieso
  • explizit weiss man - klare Regel, muss man wissen

Wie lauten die vier Akkulturatinsstrategien?

  • Integration: Eigene Kultur behalten, sich aber trotzdem anpassen
  • Assimilation: Aufgeben eigene Kultur, an fremde Kultur anpassen
  • Separation/Segregation: Eigene Kultur behalten, fremde ablehen
  • Marginalisierung: Ich kann weder meine Kutlur aufrechterhalten (z.B. durch Zwang) noch an der fremden Teilnehmen (z.B. ausgeschlossen werden)

Was sind die vier Möglichkeiten ethischen Handelns:

  • Konsequenz: Die Folgen rechtfertigen die Mittel
  • Absicht: Es zäht die gute Absicht, auch wenn es schiefgeht
  • Universalismus: Ausgehen von grundlegenden universellen Regeln (schön bei Menschenrecht, schlecht bie Essen)
  • Kulturalismus: Kein richtig oder falsch, man verhält sich kontextbezogen

Was bedeutet Diversity Management?

Umgang mit Vielfältigkeit (Rassen, Thnische Hintergründe, Alter, Hautfarbe, Religionen.

Diversity Management will Vielfalt als Ressource nutzen und Talente fördern

Diversity Management will Diskiminierung abbauen und Chancengleichheit fördern

was für Massnahmen kennt das Diversity Management:

Allgemeine:

  • Unternehmensvision entwicklen
  • Fühungskräftetraining
  • Mentoring

spezifische

  • Angebot für Kinderbetreuung (Diversität - Alleinerziehende)
  • Integrationsangebote (Diversität Ausländer)
  • Religiöse Gebote und Verbote rspektieren
  • Networking einer bestimmten Gruppe fördern (z.B. schwule Manager)

Was sind Vorteile und Nachteile multinationaler Arbeitsgruppen?

+ Mehr Perspektiven

+ Ungewohnte Ideen verbessern die Lösungen

+ Weniger Gruppendenken, nachhaltigere Ergebnisse

- Vorurteile erhöhen Misstrauen

- Interkulturelle oder sprachliche Missverständnisse

- Der "Gleichheitsgedanke" kann für dominante als auch für minderheitsgruppe Stress bewirken

Für wen gelten die mulitalteralen Sozialversicherungsabkommen Schweiz/EU/EFTA?

Für die im Raum Schweiz EU//EFTA Erwerbstätigen und die pensionierten Staatsangehörigen dieser Gruppen.

Zusätzlich für Flüchltlinge und Staatenlose.

In Bezug auf abgeleitete Rechte sind auch Fam.-Angehörige und Hinterlassene dieser Personen geschützt.

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