Internationales HR-Management

Lehrgang HR-Fachleute

Lehrgang HR-Fachleute


A. L.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über das internationale HR-Management, insbesondere im Kontext der Schweiz und der EU. Sie decken Themen wie Entsendungen, Arbeitsbewilligungen, Sozialversicherungen und kulturelle Integration ab. Praktisch für HR-Profis, die Mitarbeiter im Ausland einsetzen oder internationale Teams verwalten, da sie wichtige rechtliche und administrative Aspekte beleuchten.
Flashcards
235
Students
21
Language
German
Category
Social
Level
Other
Created / Updated
05.03.2014 / 26.10.2025

Flashcards

Wie sieht es aus mit Sozialversicherungen bei Tätigkeit in einem Land ohne Sozialversicherungsabkommen?

Die AN unterstehen den Gesetzen des Erwerbslandes. Unter gewissen Bedingungen können CH-Bürger im Schweizer System bleiben (freiwillige Versicherung), dann besteht aber eine Doppelunterstellung.

Welches Formular benutze ich für eine Entsendung?

Das A1 für EU-Staaten

E101 / 102 (für Verlängernungen) für EFTA-Staaten.

Individuelle Formulare für übrige Länder.

Was ist die Grundregel für Entsendungen (wen darf ich entsenden?)

Der AN muss unmittelbar vor der Entsendung schon beim Unternehmen beschäftigt gewesen sein und eine Rückkehr muss vorgesehen sein, d.h. ich darf ihn nicht direkt zum Zweck der Entsendung einstellen.

Ist es zulässig, einen Entsandten, dessen Entsendezeit abläuft, durch einen neuen Entsandten zu ersetzen?

Nicht innerhalb EU/EFTA

Was gilt im EU/EFTA-Raum während der Entsendezeit bezüglich der arbeitsrechtlichen Bindung zwischen AG und Entsandtem?

Die arbeitsrechtliche Bindung muss besteehn, d.h. nur der AG, nicht der Einsatzbetrieb, darf z.B. kündigen. Der AG bestimmt auch in Grundzügen die Arbeit, welche der Entsandte ausübt.

Muss der Lohn bei Entsandten durch den AG im Heimatland ausbezahlt werden?

Nein, das ist nicht nötig.

darf ich einen Drittstaaten-Angehörigen entsenden?

Nicht innerhalb EU/EFTA, hier darf ich nur Angehörige der EU/EFTA nehmen. In Vertragsstaaten darf ich auch Dritt-Staaten-Angehörige nehmen (also ausserhalb EU/EFTA und Vertragsstaat).

 

Was sind Vor- und Nachteile von internationaler Mobilität der Arbetiskräfte?

+ Nachfragen werden schneller gedeckt

+ Nachfrage nach spezifischen Kenntnissen werden schnell gedeckt

+ Ausländische Arbeitskräfte bringen neues Know How (Brain Gain)

- Der Wettbewerb zwischen AN wird verschärft

- Lohndumping

- Gesuchte Fachkräfte werden einem Markt entsogen (Brain Drain)

Was ist der Quartäre Sektor?

Informationssektor

Was ist der Unterschied zwischen Lizenzvergabe und Franchising?

Lizenz

Vertragsparnter erhalten Nutzungsrechte an Patenten oder Marken

Franchising

Vertragspartner erhalten Nutzungsrechte an einem Geschäftskonzept, gemeinsame Prozesse und Strukturen

 

Was sind Joint Ventures?

Ein relativ unabhängiges Gemeinschaftsunternehmen wird von mind. zwei Unternehmungen gegründet.

Unterschied Tochtergesellschaft und Auslandsniederlassung?

Die Tochtergesellschaft ist rechtlich eigenständig, die Auslandsniederlassung gehört zur zentralen juristischen Person

Unterschied Tochtergesellschaft und Auslandsniederlassung?

Die Tochtergesellschaft ist rechtlich eigenständig, die Auslandsniederlassung gehört zur zentralen juristischen Person

Was sind die wichtigsten Fragen einer HR-Due-Dilligence? (6)

  1. Bleiben Schlüsselpositionen im Unternehmen?
  2. Welche Unterschiede bestehen in Personalsachverhalten (Löhne, Boni, Abgangsentschädigungen)
  3. Welche Kennzahlen sind von Bedeutung? (DB pro Mitarbeiter, Frauenquote, Fehltage)
  4. Gibt es eine Gewerschaft oder AN-Vertretung?
  5. Wie steht es mit dem Deckungsgrad der Pensionskasse
  6. Wieviele MA gehen in den nächsten 5 Jahren in Pension)

Was sind die wichtigsten Fragen einer Cultural Due Dilligence? (6)

  1. Welche Erfahrungen haben Führungskräfte und MA bisher mit Auslandstätigkeit und Internationalisierung gemacht? Positive oder negative?
  2. Frauenanteil / Minderheitenanteil in Führungsstufen?
  3. Wird kulturelle Vielfalt als Risiko oder Chance angesehen?
  4. Welche Symbole sind für das Unternehmen wichtig und identitätsstiftend
  5. Was fordern die MA von einer guten Führungskraft
  6. Kultur generell: Monochrom vs. Polychrom, Unsicherheitsvermeidung, Individualismus, Machtdistanz, Maskulinität

Was sind klassische Personalrisiken?

  • Engpassrisiko
  • Anpassungsrisiko (hin- und wieder zurück)
  • Motivationsrisiko
  • Loyalitätsrisiko
  • Austrittsrisiko

Was versteht man unter Motivationsrisiko?

Falsche Anreize oder unangemessene Erwartungen demotivieren oder führen zu Überbeanspruchung weil z.B. kulturelle Unterschiede nicht berücksichtigt werden.

Was versteht man unter Loyalitätsrisiko?

Ein Entsandter muss das Mutterhaus vertreten, aber fühlt sich vielleicht plötzlich im Einsatzort heimisch und fängt an, mehr im Interesse des Einsatzsortes zu handeln (Beruflicher Rollenkonflikt)

Was sind Problemfelder bei internationalen Entsendungen? (6)

  1. Berufliche Rolenkonflikte
  2. Familäre und soziale Belastungen
  3. Enttäuschte Karriereerwartungen
  4. Mangel an Information und Betreuung
  5. Kulturelle Unterschiede
  6. Risiken im Gastlandumfeld

Wie funktioniert der Prozess der Entsendung? (6)

  1. Personal planen
  2. Personalbeschaffung
  3. Personal auswählen
  4. Entsendung vorbereiten
  5. Entsendung betreuuen
  6. Reintegration

Was muss das HR vor einer internationalen Entsendung vorbereiten? (15)

  1. Mitarbeitergespräch zur Konkretisierung der Erwartungen
  2. Zielvereinbarungen treffen
  3. Sicherhheitslage im Entsendungsland abklären (EDA)
  4. Formalitäten klären (Visum, Meldepflicht, Aufenthaltsgenehmigungen)
  5. Sprachtraining
  6. Informationen über Land vermitteln
  7. Interkulturelles Handlungstraining
  8. Relevante Dokumente bereitstellen (z.B. Berichte der Auslandsgesellschaft)
  9. Vertretung bestimmen
  10. Reisemedizinische Beratung
  11. Erfahrungsaustausch mit zurückgekehrten Entsandten
  12. Ausreisende Familie unterstützen (Schule, Stelle etc)
  13. Versicherungslücken schliessen
  14. Organisatorisches vor Ort (Wohnung, Konto, Versicherung etc.)
  15. Rückkehr planen mit Laufbahnoption!

was ist ein Relocation Center?

Dienstleistungsunternehmen das Entsendungen unterstützt und begleitet:

  1. Wohnungen beschaffen
  2. Umzug organisieren inkl. Formalitäten
  3. Coaching, Sprachtraining
  4. Hilfe beim Einleben
  5. Schulen und Freizeitmöglichkeiten suchen
  6. Mentoring vor Ort

Welchen umgekehrten Probleme begegnen Expatriates im Vegleich zu Inpatriates

  • Expatriats werden von der Mutter, d.h. der Macht, zur Tochter geschickt, Ihr Status ist hoch, kann auch zur Bevorzugung führen
  • Inpatriats werden von der Tochter zur Mutter geschickt, ihr Statuts ist niedrig, kann zu Diskriminierung führen.

Was ist ein kontextfreier bzw. ein kontektxtsensibler Ansatz bei der Personalbeurteilung von Entsandten?

  • Kontextfrei: nur die Leistung zählt, quantitative Leistung ist klar definiert.
  • Kontextsensibel: Interne und externe Bedingunegen spielen eine Rolle, Quantitative Leistung wird relativiert.

Warum können Entsendungen scheitern?

  • Falsche Leute eingesetzt
  • Falsche Erwartungen
  • Kulturschock wird nicht verkraftet
  • Mangelhafte Information und Betreuung

Warum können Entsendungen scheitern?

  • Falsche Leute eingesetzt
  • Falsche Erwartungen
  • Kulturschock wird nicht verkraftet
  • Mangelhafte Information und Betreuung

Was für Kriterien werden für die Auswahl eines Entsandten angewendet (4)?

  1. Fachliche Eignung
  2. Persönliche Eignung, z.B. Belastbarkeit und Persönlichkeit
  3. Kulturelle Eignung (Sprache, Kulturkenntnisse, Kommunikationsfähigkeit, Toleranz)
  4. Familiäre Eignung (keine Familie oder Familie zieht mit)

Wie nimmt man eine gute Repatriierung vor? (6)

  1. Mind. 1/2 Jahr vor Rückkehr müssen die Vorgesetzten überlegen, in welcher Position der zurückkehrende Entsandte eingesetzt wird
  2. HR und Vorgesetzter denken gemeinsam darüber nach, welche neuen Kenntnisse der Repatriierte mitbringen wird und wie wir diese einsetzen können
  3. Gleichzeitig schreibt der Entsandte einen Bericht, was er für neue Fähigkeiten erworben hat und wie er denkt, diese einsetzen zu können
  4. Gemeinsame Beratung zwischen HR, Vorgesetztem und Repatriierten über optimalen Einsatz
  5. Vorab erhält der Rückkehrer Informationen über Veränderungen im Stammland
  6. Würdigen des Auslandseinsatzes!

 

Was sind Vor- und Nachteile eines Geozentrischen Konzepts?

+ Führungs- und Fachkräfte können international eingesetzt werden

+ Gemeinsame Standards erleichtern Kommunikation

+ gemeinsame Lernprozesse durch weltweiten Fluss der Personalressourcen

- Aufwand für Entwicklung und Erhaltung übergeordnetes Konzept ist gross

- Ralisierung einer Vision von weltweit einheitlichen Unternehmen kann lokalen Widerstand ausläsen

- Betonung von Gemeinsamkeit kann zur Vernachlässigung lokaler Ansätze fürhen

Was ist das Eisberg und das Zwiebelmodell

Beide im Grundsatz gleich: Bauen auf auf:

1. Unterste Stufe: Grundlegende Annahmen

2. Mittlere Stufe: Normen und Werte

3. Oberste Stufe: Symbole, Rituale, Heldenfiguren

Im Zwiebelmodell gehen die Stufen von innen nach Aussen (Grundlegende Annahmen in der Mitte, also nicht sichtbar)

Im Eisbergmodell von unten nach oben (Grundlegende Annahmen unten, also nicht sichtbar)

 

In welcher Phase der Entsendung finden wir das Definieren der Ziele einer Entsendung?

Bereits in der Personalplanung muss das klar sein

Was sind die Vorteiler einer Firma durch Expatriats und Inpatriats im Vergleich

Expatriats sollen Gemeinsamkeit über Grenzen hinweg fördern - Homogenität

Inaptriats sollen Vielfalt in die Stammorganisation bringen - Heterogenität

Welche Punkte regelt ein Entsendungsvertrag normalerweise zusätzlich zu übrigen Verträgen? (9 und etc.)

  1. Bezeichnung des Vertrags als Zusatz zum Anstellungsvertrag
  2. Beschreibung Tätigkeit im Ausland
  3. Betriebszugehörigzeit
  4. Berichtspflicht und -form gegenüber Stammhaus
  5. Ort und Dauer der Auslandsbeschäftiugn
  6. Entschädigungen für Reise und Umzug
  7. Steuerausgleich
  8. Begleitender Partner
  9. Weiterbeschäftigung nach Rückkehr
  10. etc.

Was ist die EuGVVO und was regelt sie vor allem?

Verordnung über gerichtliche Zuständigket und die Anerkennung und Vollstrekkung von Entscheiden (wow :-))

  • Klagt der AN, dann ist Gerichtsstand im Wohnistzland des AG's oder am Arbeitsort des AN
  • Klagt der AG, dann ist Gerichtsstand im Wohnsitzland des AN

 

Was ist eine Expatriate Policy? Was enthält sie ? (6)

Entsendungsreglement einer Firma:

  1. Allgemeines (Internationalisierungspolitik)
  2. Konditionen des Einsatzes
  3. Steuerrechtliches
  4. Arbeitsrechtliches
  5. Sozialrechtliches
  6. Anhang (z.B. Liste wichter Gesetze)

Welche vier Partnergruppen kennt die CH bei Abkommen über soziale Sicherheit bei Entsendungen?

  1. EFTA
  2. EU
  3. Vertragsstaaten
  4. Nichtvertragsstaaten

Welche Regelung kommt betreffend sozialer Sicherheit bei Entsendungen in ein EFTA-Land zum Tragen?

Das EFTA-Übereinkommen - gilt nur für Entsandte, die Bürger der EFTA sind.

wo stellt wer einen Antrag bei einer Entsendung innerhalb der EFTA-Staaten bis zu 12 Monaten ? Was passiert dann?

AG bei der Ausgleichskssse 

Ausgleichskasse stellt das Formular E101 aus und sendet es dem AG

dieser gibt es dem AN weiter, damit er die Entsendung im Ausland nachweisen kann

wo stellt wer einen Antrag bei einer Verlängerung der Entsendung innerhalb der EFTA-Staaten bis zu 24 Monaten ? Was passiert dann?

  • AG schickt das Formular 102 an die zuständige Stelle im Gastland
  • Diese bestätigt und sendet die Bestätigung zweifach an den AG
  • Dieser gibt ein Exemplar dem AN

Kann ich im EFTA-Raum über 24 Monate hinaus entsenden?

Ja, ich muss einen Antrag auf langfristige Entsendung beim BSV stellen - dieses versucht, mit der zuständigen Behörde eine Vereinbarung zu treffen - geht als Verlängerung oder von Beginn weg.

Study