Fragenkatalog


Martin Zurmühlen
Diese Lernkarten behandeln auf Universitätsniveau die Eigenschaften und Anwendungen von Werkstoffen wie Stahl, Gusseisen und Hartmetallen. Sie erläutern die Unterschiede zwischen verschiedenen Stählen, Gusseisenarten und deren Gefüge, sowie die Verwendung von Oxidkeramik und Hartmetallen in der Industrie. Besonders nützlich für Studierende und Fachleute in der Materialwissenschaft und Ingenieurstechnik, die sich mit der Auswahl und Anwendung von Werkstoffen befassen.
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Allemand
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Université
Créé / Mis à jour
24.07.2014 / 17.05.2015

Lernkarten

Nennen Sie die Legierungsbasis für einen austenitischen Stahl.

Grundzusammensetzung:
C ≤ 0,1 %
Cr ≥ 18 %
Ni ≥ 8 %

Was ist ein Nickel- und was ist ein Chrom-Äquivalent?

Nickeläquivalent : % Ni + 30% C + 0,5% Mn + 30% N
Chromäquivalent : % Cr + 1,4% Mo + 0,5% Nb + 1,5% Si + 2% Ti

Was ist ein Schaeffler-Diagramm?

- Gefügediagramm der nichtrostenden Stähle
- Basiert auf N- und Cr- Äquivalent

Nennen Sie die Vorteile eines ferritischen und austenitischen Stahles gegenüber
einem rein austenitischen Stahl.

- Kombination aus guter Korrosionsbeständigkeit und hoher Streckgrenze (> 450 N/mm²)

Skizzieren Sie in ein Kerbschlagarbeit-Temperatur-Diagramm die relative Lage für
die einschlägigen Kurven folgender Werkstoffe:
a) Cr-Superferrit
b) Cr-Ni-Austenit
c) Cr-Ferrit
d) Cr-Martensit

Siehe Bild.

Was ist ein martensitischer chemisch beständiger Stahl? Nennen Sie ein
Werkstoffbeispiel.

- Ist bei hohen Temperaturen austenitisch umwandelbar ( durch hohen C-Gehalt)
- C bewirkt Austenitbildung bei hoher Temperatur und liefert so die notwendige Aufhärtbarkeit
- Cr sichert Korrosionsbeständigkeit und hohe Einhärtbarkeit


Beispiele: X20Cr13 / X20CrNi172 / X45CrMoV15

Welches Problem tritt vermutlich bei ferritischen und austenitischen Stählen bei
leicht erhöhter C-Konzentration z.B. 0,06 % C nach einer längeren thermischen
Einwirkung auf?

- C, N, Mn weiten das γ-Feld auf

Gegeben ist der Werkstoff X2Cr20. Welche Struktur und/oder Gefügeänderung bzw.
Eigenschaftsänderungen sind nach einer längeren Glühung bei 650°C zu erwarten?

- geht von Ungleichgewicht in Gleichgewicht über
- ferritisches Gefüge, spröde δ-Phase (FeCr)

Erörtern Sie die Entwicklungsgeschichte, d.h. die metallurgischen Vorgänge bei der
Luftabkühlung einer Schmelze mit 20 % Cr und 80 % Fe. Skizzieren Sie den
erwarteten Gefügezustand.

Siehe Bild.

Nennen Sie die vier Gruppen der chemisch beständigen Stähle.

- ferritische Stähle
- martensitische Stähle
- ferrit-austenitische Stähle
- austenitische Stähle

Für die Prozessbedingungen 50 bar H2-Pertialdruck und 300°C ist eine
Werkstoffwahl durchzuführen. Erläutern Sie Ihre Vorgehensweise.

-

Gegeben ist ein Zugelement bei der Anwendungstemperatur 650°C unter
quasistatischer Belastung. Welche Werkstoffkenngrößen sind von Bedeutung?
Nennen Sie ein sinnvoll einzusetzendes Material.

-

Welche Werkstoffkenngrößen sind für die Anwendung von warmfesten Stählen von
Bedeutung? Skizzieren Sie in diesem Zusammenhang ein Spannung-Temperatur-
Diagramm und erläutern Sie für relevante Betriebstemperaturen die Anwendung der
zuvor genannten Kenngrößen.

- Warmstreckgrenze
- Zeitdehngrenze / Zeitstandfestigkeit
 

Was verstehen Sie unter einem kaltzähen Stahl? Nennen Sie Werkstoffbeispiele.

- Baustähle mit guten Zähigkeitseigenschaften bei tiefen Temperaturen
(TÜ = -40°C, KV bei -40°C > 27J)

- Wichtig sind Festigkeitseigenschaften und gute Schweißeignung

- Beispiele: P355NL, 11MnNi53, 12Ni19, X8Ni9, X6CrNiTi18-10
                      -> überwachungsbedürftige Anlagen

- Unterteilung in ferritische (unlegierte) und austenitische Stähle

Nennen Sie in Stichworten den Gefügezustand und die Festigkeitsklasse von
Schienenstahl.

- Feinperlitisches Gefüge 0,7% C

- Rm 880 N/mm² (Eisenbahnnorm UIC 860)

Erläutern Sie die Herstellungstechnologie für unlegierten Stahldraht mit
Rm > 2000MPa.

- Stahldrähte werden durch Ziehprozesse hergestellt

- Ziehbarkeit eines Werkstoffes wird durch eine feinkörnige Gefügeausbildung
verbessert

- Während des Ziehprozesses kommt es zu einem Festigkeitsanstieg ohne
Zähigkeitsabnahme

Beschreiben Sie in Stichworten den Gefügeaufbau und die Herstellungstechnologie
für einen Dualphasenstahl.

siehe Bild!

Was verstehen Sie unter einem wetterfesten Baustahl bzw. Automatenstahl?

- hohe Beständigkeit gegen atmosphärische Korrosion durch
Legierungselemente Cr (0,3 - 1,25%) und Cu (0,25 – 0,55%)

- Abtrag bei Industrieluft beträgt 0,05mm in 20 Jahren (bei normalem
Baustahl 0,3mm)

Wodurch erreichen die schweißgeeigneten Feinkornstähle die Eigenschaften einer
hohen Streckgrenze und hohen Kerbschlagarbeit bei RT?

- Festigkeitssteigerung über MK-Verfestigung (Mn, Si), Korngrößenminderung,
Ausscheidungshärtung über Aluminiumnitrid und Niob-, Vanadium-, Titan-,
Carbid- und Nitrid-Ausscheidung

- Bei Rp = konstant kann Perlit-Anteil gesenkt und Feinkörnigkeit gesteigert
werden Zähigkeit steigt

Definieren Sie das Kohlenstoffäquivalent und erläutern Sie deren Aussagen.

- Maß zur Beurteilung der Schweißbarkeit von unlegierten und niedriglegierten
Stählen

- Wert < 0,5 gute Schweißbarkeit

- Bei Werten > 0,5 muss das Werkstück, abhängig von der Verarbeitungsdicke,
vorgewärmt werden

- Ab 0,65 nur mit erhöhtem Aufwand schweißbar

Welche Behandlung sorgt für eine geringe Anisotropie der Kerbschlagarbeit bei
unlegierten Baustählen?

Durch besondere Behandlungen (Ca, Cer) kommt es zu einer runden Form der
Sulfide und somit ergibt sich eine geringe Anisotropie der KV-Werte

Der Werkstoff S235 liegt im warmgewalzten sowie im normalisierten Zustand vor.
Ordnen Sie diesen Werkstoffzuständen entsprechende KV f(T)-Kurven in ein
Diagramm zu. Begründen Sie zu erwartende Unterschiede.

siehe Bild!

Gegeben sind unlegierte Stähle mit 0,1% und 0,6% C. Skizzieren Sie schematisch
den Verlauf der KV f(T)-Kurven für diese Werkstoff in ein Diagramm.

siehe Bild!

Der Werkstoff S235J0 liegt in den Wandstärken 15mm und 190mm vor. Erläutern
Sie die Eigenschaftsvariation hinsichtlich Streckgrenze, Kerbschlagarbeit und
Kohlenstoffgehalt.

siehe Bild!

Erläutern Sie das Eigenschaftsprofil des Werkstoffes S235J2 hinsichtlich
Streckgrenze, Zähigkeit und Kohlestoffgehalt.

- RE = 235 N/mm²
- KV = 27kJ bei -20°C
- C = max. 0,17%

Was ist ein martensitausgehärtender Stahl? In welchem Zahlenbereich liegen die
Kenngrößen Rp0,2 und Rm?

- Er ist frei von Kohlenstoff
- Besteht aus einer Fe-Ni-Legierung
- Ist reich an Substitutionsatomen (Co, Mo, Ti, Al)
- Rp0,2 = 1200 N/mm²
- Rm bis ca. 2000 N/mm²

Erläutern Sie die Bezeichnung 14.9 in einem Schraubenwerkstoff. Nennen Sie zwei
Stähle, die für die Wärmebehandlung „Einsatzhärten“ geeignet sind.

- Rm = 14 x 100 = 1400 N/mm²
- Streckgrenzenverhältnis Re / Rm = 90%
Beispiele: 34CrNiMo6 / 30CrNiMo8

Nennen Sie die Haupteigenschaften der Vergütungsstähle und erläutern Sie deren
Gefügezustand.

- Hohe Festigkeit
- Hohe Zähigkeit
- Hohe Schwingfestigkeit
- Hoher Reinheitsgrad
- Durch feine Karbide sind kaum Risskeime vorhanden
- Der Gefügezustand ist angelöstes Martensit
- Ein Mischgefüge aus Martensit, Bainit und Perlit würde die Zähigkeit und die
Festigkeit mindern

Welche Wirkung hat N in kfz-, Rost- und säurebeständigen Stählen?

Kfz-Stahl (z.B. Austenitischer Cr-Ni-Stahl)
- Festigkeitssteigerung und Verbesserung der Korrosionsbeständigkeit

Rost- und säurebeständiger Stahl
- Substitution des Austintbildners Nickel
- Erhöhung der Warmfestigkeit
- In Kombination mit Mo Erhöhung der Beständigkeit gegen Lochkorrosion

Nennen Sie das wichtigste Desoxidationsmittel für Stahl.

Neben Silizium ist Aluminium das wichtigste Desoxidationsmittel

Nennen Sie positive und negative Aspekte bezüglich des Einsatzes von Kupfer als
Legierungselement in Stählen.

Positiv:
- Bei einem Wert von ca. 0,3% Cu kommt es zu einer Erhöhung der Witterungsbeständigkeit
- Bei 3% Cu + Mo kommt es zu einer Erhöhung der Korrosionsbeständigkeit
Negativ:
- Eine Cu-Anreicherung im Stahl bewirkt unter Zugspannung (Umformung) eine
Entstehung von Oberflächenrissen (Lötbrüchigkeit) an den Korngrenzen

Wie verändern sich die Härtbarkeit, Warmfestigkeit, Lochfraßkorrosionsbeständigkeit
und die Zunderbeständigkeit mit steigendem Mo-Gehalt von Stählen?

- Erhöhung der Härtbarkeit
- Erhöhung der Warmfestigkeit
- Bei 2-5% Mo kommt es zu einer Erhöhung der Lochfraßkorrosionsbeständigkeit
- Desweiteren wird die Zunderbeständigkeit durch hinzulegieren von Mo erhöht

Nennen Sie die technischen Folgen von Ni als Legierungselement in Fe-
Basiswerkstoffen.

- Der Einsatz von Nickel als Legierungselement steigert die Zähigkeit und wirkt
kornfeinend
- Bei 36 % Nickel im α – Eisen bezeichnet man den Stahl als Invarstahl
- Die ferromagnetischen Eigenschaften spielen dabei eine große Rolle

Erläutern Sie die Wirkung von Chrom auf seinen Einsatz in rost- und
säurebeständigem Stahl sowie hitze- und zunderbeständigem Stahl.

- Rost- und Säurebeständigem Stahl
-> Bildung einer Passivschicht, die den Stahl ab 12,2% Cr unempfindlich gegen atmosphärische Korrosion macht
- Hitze- und Zunderbeständigem Stahl
-> Bildung einer festhaltenden Cr2O3-Schicht durch selektive Oxidation des Chroms

Erläutern Sie die Wirkung von Chrom als Legierungselement in Vergütungsstahl,
warmfesten Stahl, Nitrierstahl und in druckwasserstoffbeständigem Stahl.

- Vergütungsstahl     -> Erhöhung der Einhärtbarkeit
- warmfestem Stahl  -> Erhöhung der Warmfestigkeit durch Mischkristallbildung und Karbidausscheidung
- Nitrierstahl               -> Erhöhung der Nitrierschichthärte durch Bildung von Chromnitriden
- druckwasserstoffbeständigem Stahl -> Verringerung der Entkohlungsneigung durch Bildung von – auch                                                                               bei erhöhten Temperaturen – beständigen Karbiden

Welche Folgen haben erhöhte P- und/oder S-Gehalte in Stahl hinsichtlich der
Sprödbruchübergangstemperatur?

- Die P- und S-Gehalte im Stahl sollten sehr gering gehalten werden, da es schon ab >0,01% zu einer Versprödung des Werkstoffes kommt

Erläutern Sie den Begriff Mangan-Hartstahl.

- 12-14% Mn und 1,2-1,4% C
- Erhöhung des Verschleißwiderstandes
- Verringerung der Härte
- Verringerung der Streckgrenze

Welche Folge hat die MnS-Bildung bei warmgewalzten Blechen hinsichtlich des
Zähigkeitsverhaltens?

-

Warum ist die Bildung MnS in Baustählen nicht unerwünscht?

- Abbinden vom Schwefel
- Es tritt kein Rotbruch auf

Warum wird das Legierungselement Si bei Federstählen eingesetzt?

- Erhöhung des Streckgrenzenverhältnisses

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