Ingenieurswerkstoffe
Fragenkatalog
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Lernkarten
Welche Dehnungen sind Ihnen bei Polymerwerkstoffen bekannt? Verdeutlichen Sie
diese Dehnungen mit einschlägigen Abhängigkeiten.
Elastisches Verhalten
- rein elastischer Körper verformt ohne zeitliche Verzögerung
Viskoses Verhalten
- verformt sich indem benachbarte Schichten aneinander vorbei strömen und
sich gegenseitig mitnehmen
- irreversibel (nicht umkehrbar)
Viskoelastisches Verhalten
- zeitabhängig
- reversibel (umkehrbar)
Beurteilen Sie das Ermüdungsverhalten von thermoplastischen Werkstoffen.
- Hohe Frequenzabhängigkeit
- Thermische Verfestigung
- Dauerfestigkeit gibt es nicht bei Polymerwerkstoffen
Nennen Sie eine ausgeprägte Einflussgröße auf das Spannung-Dehnung-Verhalten von PA bei T
und ́ = konstant.
- Wassergehalt im PA durch Aufnahme aus der umgebenen Luft
Weichmacher
Nennen Sie das wichtigste Element bei den Kunststoffen.
- Kohlenstoff
Ein Tank für flüssigen Wasserstoff (T=-80°C) wird mit einem 3mm Polymerüberzug
versehen. Nennen Sie ein geeignetes Material und begründen Sie dessen
Anwendung.
- PE (Polyethylen)
- Hat eine niedrige Glastemperatur
Begründen Sie die Verwendung von Polymerwerkstoffgruppen für die folgende
Anwendungen: „Getränkekästen“ und „Seilrollen“.
- Extrem Widerstandsfähig
- Geringes Gewicht
Welche drei Grundarten von Zusatzstoffen für Polymerwerkstoffe sind Ihnen
bekannt? Nennen Sie für die Grundarten je ein Beispiel.
1. Funktionszusätze
o Antioxidation
o Antistatika
o Brandschutzmittel
2. Füllstoffe
o Cellulose
o Graphit
o Glaskugeln
o Metalloxide
3. Verstärkungsstoffe
o Glasfasern
o Synthesefasern
Beschreiben Sie kurz in Stichworten die technischen Anwendungseigenschaften von
Elastomeren.
- Gummielastisch bei Anwendungstemperatur
- Härteelastisch bei niedriger Temperatur
- Anwendung als Dichtmaterial
Nennen Sie drei duroplastische Werkstoffe.
- Epoxidharz
- Polyester
- Urethane
- Silicone
Beschreiben Sie kurz die technologischen Eigenschaften von Duromeren sowie
deren Herstellungsprozess.
- Werden aus flüssigen oder festen Vorprodukten (Harzen) durch chemische
Reaktionen zu räumlichen Vernetzungsstrukturen aufgebaut
o Eigenschaften sind abhängig von molekularen Bausteinen, Vernetzungsgrad, Füll- und Verstärkungsmittel
o Nicht schmelzbar
o Nicht schweißbar
o Sprödes Verhalten
Übersetzen Sie die folgenden Kurzbezeichnungen: PE, PVC, PMMA.
PE : Polyethylen
PVC : Polyvinylchlorid
PMMA : Polymethylmethacrylat
Nennen und beschreiben Sie die thermoplastischen Werkstoffgruppen hinsichtlich
ihrer Struktur.
- Amorphe Thermoplaste
o Ungeordnete lose verhakte verzweigte Ketten
o „Wattebauschstruktur“
o Bei Beanspruchung tritt elastische Verformung auf, der jedoch plastische
Anteile überlagert werden können
- Teilkristalline Plastomere
o Regelmäßiger und möglichst linearer Kettenaufbau
o Entspricht kristalliner Struktur
o Zwischenmolekulare Kräfte sind in den kristallinen Bereichen höher als
bei amorpher Struktur
Nennen Sie bekannte Polymerwerkstoffgruppen auf Grundlage des
Ordnungsparameters „Struktur“.
- Thermoplaste -> Flexible Ketten
- Duroplaste -> starres 3-dimensionales Netzwerk
- Elastomere -> lineare Ketten mit Querverbindungen
Nennen und erläutern Sie kurz die üblichen Grundverfahren zur
Kunststoffherstellung.
- Polymerisation
o Kettenbildung ohne Abspaltung von Nebenprodukten
- Polykondensation
o Abspaltung von einfachen Nebenprodukten wie H2O, NH4 usw. bei der
Kettenbildung
- Polyaddition
o Ausgangsprodukte für die Kettenbildung sind verschiedene
Komponenten
Coploymerisation (Zwei Monomere)
Tripolymerisation (Drei Monomere)
Nennen Sie fünf wesentliche Nachteile der Polymerwerkstoffe gegenüber
metallischen Werkstoffen.
- Geringe Festigkeit (RT), ohne Verstärkung
- Geringe chemische Beständigkeit bei hoher Temperatur
- Brennbarkeit (Vergiftungsgefahr!)
- Hohe Wärmedehnung
- Sprödigkeit bei tieferer Temperatur
- Alterungsanfälligkeit
Nennen Sie drei wesentliche Vorteile der Polymerwerkstoffe gegenüber metallischen
Werkstoffen.
- Geringe Dichte (ca. 0,9 – 1,5 g/cm³)
- Gute chemische Beständigkeit
- Gute Verarbeitbarkeit
- Gute Dämpfungsfähigkeit
- Klebefähigkeit
- Isolationsverhalten
Nennen Sie drei organische Materialien mit langer Anwendungstradition.
Holz, Leder, Kautschuk, Pflanzenfasern
Wie entsteht schwarzer Temperguss?
- Ausgangsmaterial ist weißes Gusseisen (Temperrohguss)
- durch neutrale Glühung kommt es zur Gefügeveränderung
- Temperkohle + Matrix (Ferrit und/oder Perlit)
- Bei hohem Perlit-Gehalt steigt die Zugfestigkeit, die Bruchdehnung fällt jedoch ab
Nennen Sie Probleme bei der Anwendung des Werkstoffes EN-GJL400 bei 500°C
und einer geplanten Haltezeit von 100 Stunden.
- Bei T > 400°C kommt es zu Zementitzerfall
- Fe3C --> α + C
- Durch uneinheitlichen Vorgang kommt es zum Bruch
Beschreiben Sie die Gefügeausbildung und die Entstehungshistorie der Werkstoffe
GJL100, GJL200 und GJL400.
- Grundgefüge sind von der Verteilung, Menge, Form und Größe des eingelagerten Graphits abhängig
- Je nach Graphitausbildung sind bei gleicher Grundmatrix große Unterschiede hinsichtlich der mechanischen Eigenschaften gegeben
100 – 200 : Ferrit-Matrix (Lamellen)
400 : Perlit-Matrix (Kugel)
Begründen Sie eine zwingend vorzunehmende Wärmebehandlung vor der
Anwendung von Stahlguss.
- Notwendig ist in der Regel das „Normalglühen“
- Damit wird eine Steigerung der Zähigkeit hervorgerufen
Was ist ein hitzebeständiger Stahl?
Folgende Anforderungen sollten erfüllt sein:
- Zunderbeständigkeit (Metallverlust <2g/m²h)
- Warmfestigkeit
- Gefügestabilität
- Schweißeignung/Umformbarkeit
Erläutern Sie in Stichworten die Begriffe interkristalline Korrosion, Lochfraßkorrosion
und Spannungs-Riss-Korrosion bei der Anwendung von Cr-Ni-Stählen.
Interkristalline Korrosion
- Ausscheidung von Verunreinigungselementen oder Legierungselementen an
den Korngrenzen
- Angriff an den Korngrenzen aufgrund von Chromkarbidbildung
Lochfraßkorrosion
- Lokaler Angriff der Passivschicht
-> örtlicher Durchbruch durch Spannungen
Angriff durch Halogenionen
Spannungsrisskorrosion
- wenn kritisches System (Werkstoff/Medium/Zugspannung) vorliegt
Wie kann die Streckgrenze eines austenitischen Stahles deutlich erhöht werden?
- Durch Kaltverfestigung