Infektiologie
Basierend auf Vorlesungen, 6.Semester
Basierend auf Vorlesungen, 6.Semester
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Lernkarten
Nematoden = Rundwürmer
- Form
- Verdauungstrakt
- Geschlechter
- Vertreter
- Form
- zylindrisch, spindelförmig
- Verdauungstrakt
- durchgängig, tubulär von Mund bis After
- Geschlechter
- getrennt-geschlechtlich (Weibchen grösser als Männchen)
- Vertreter
- Spulrümer (Ascaris lumbricoides)
- Medinawurm
- Peitschenwurm
- Madenwurm
- Trichinellen-Larven
- Hakenwurm
Trematoden = Saugwürmer
- Form
- Verdauungstrakt
- Geschlechter
- Vertreter
- Form
- abgeflacht, blattförmig
- perioraler & ventraler Saugnapf
- Verdauungstrakt
- stark verzweigt, blind endend
- Geschlechter
- gemischt-geschlechtlich
- meist 2 Zwischenwirte (Ausnahme -> Schistosomen sind getrennt geschlechtlich, nur 1 Zwischenwirt)
- Vertreter
- Leberegel
- Lungenehel
- Pärchenegel =Schistosomen
- Chin. Leberegel
Zestoden = Bandwürmer
- Form
- Verdauungstrakt
- Geschlechter
- Vertreter
- Form
- flach, bandartig
- Kopf -> Scolex, enthält Saugnäpfe und/oder kleine Haken
- viele Reproduktionssegmente = Proglottiden
- Verdauungstrakt
- kein Verdauungstrakt
- Geschlechter
- gemischt-geschlechtlich = hermaphroditisch
- 1 Zwischenwirt
- Vertreter
- Riese= Schweinebandwurm, 3-4m
- Zwerg= Hundebandwurm, 3-4mm
- Rinderbandwurm
- Fischbandwurm
Arthropoden
- medizinisch relevant:
- Spinnentiere (8 Beine) -> MIlben & Zecken
- Insekten (6 Beine) -> Läuse, Mücken, Fliegen, Wanzen
- transitorische Parasiten, nur während Blutmahlzeit
- ausser Läuse stationäre Parasiten
- Insketen -> Männchen können nicht stechen
- Arthropoden-Vektoren -> Endwirte: sexuelle Replikation
- Arthropoden-Vektoren -> Zwischenwirte: vegetative Replikation
Blutsaugende Zecken als Vektoren für:
->nicht wissen wer was überträgt, sondern dass auch Baktierien & Viren übertragen
- Viren:
- Coltiviren -> Zeckenfieber
- Bakterien:
- Borrelien -> Lyme-Borreliose
- Protozoen:
- Babesien -> Babesiose
Blutsaugende Insekten als Vektoren:
->nicht wissen wer was überträgt, sondern dass auch Baktierien & Viren übertragen
- Läuse
- Bakterien: Borrelien -> Rückfallfieber
- Mücken
- Viren: Gelbfieberviren -> Gelbfieber
- Protozoen: Plasmodien -> Malaria
- Fliegen
- Bakterien: Francisellen -> Tularämie
- Protozoen: Trypanosomen -> Schlafkrankheit
- Wanzen, Flöhe
- Bakterien: Rickettsien -> Fleckbieber
Übertragungsmodi von Endoparasiten
- fast immer peroral oder perkutan
- Oral:
- fäkale Ausscheidung potentiell infektiöse Stadien durch Mensch/Tiere
- durch Wasser (z.B. Amöbenzysten)
- Kontamination von Frischgemüse, Früchten, Obst
- Kontamination der Hände mit tierischen Exkrementen (z.B. Toxoplasma gondii)
- infizierte Fleischwaren: Parasiten in Rind-, Schweinefleisch oder Fisch
- Kutan:
- Perkutanes Eindringen (z.B. Zerkarien von Schistosomen, Larven des Hakenwurms)
- via Vektoren: mechanishe Übertragung (Trypanosoma über Stechborsten von Tabaniden), Übertragung während Blutmahlzeit
- durch Kontakt:
- selten!
- Krätzmilben durch Hautkontakat
- Trichomonas vaginalis durch Sexualkontakt
Monoxene Parasiten
direkte Entwicklung ohne Wirtswechsel
Heteroxene Parasiten
komplexer Lebenszyklus mit indirekter Entwicklung und Wirtswechsel
Begriffsdefinitionen
- Hauptwirt
- Nebenwirt
- Gelegenheitswirt
- Fehlwirt
- Hauptwirt:
- optimal adaptiert
- Nebenwirt:
- schlechter reproduzierend & wachsend als im Hauptwirt, als Nebenreservoir wichtig für Bekämpfungsmassnahmen
- Gelegenheitswirt:
- äusserst selten befallen, erlauben aber ein vollständige Entwicklung
- Fehlwirt
- keine vollständige Entwicklung möglich
Definitonen zu Infektionsquellen
- Reservoire
- Vektoren
- Vehikel
- Reservoire
- Organismen/Habitate -> in denen Infektionserreger (Parasiten, Bakterien, Viren) vermehren & überleben
- Vektoren
- Infektionserreger übertragende Arthropoden
- kann auch gleichzeitig für Entwicklung des "Parasiten" essentieller Wirt sein (Mücke für Plasmodium falciparum)
- Vehikel
- biologisch innertes Medium, mit Infektionserregern kontaminiert ( Lebensmittel, Wasser)
orale Übertragung
z.B. Entaboema histolytica
- monoxen -> nur Mensch befallen
- Rhizopode=Amöbiale Protozoe
- Zyste als resistente Dauerform
- direkte & indirekte Übertragung
- direkt:
- als Cyste oder Trophozoit
- peroral
- indirekt:
- als Cyste
- via Luft, Wasser oder Gemüse
- fäkal-oral
- nach oraler Aufnahme im oberen Dickdarm Darm: Schlüpfen der Cyste
- Amoebulae
- Trophozoiten: invasiv, fressen Ery's -> Amöbenruhr
- in Submucosa, hämatogen disseminierend -> Leberabszesse
orale Übertragung
z.B. Ascaris lumbricoides = Spulwurm
aus der Familie der Nematoden
- monoxener Parasit -> nur auf Mensch
- keine direkte Übertragung möglich -> obligat extrakorporale Reifungsphase
- adulter Spulwurm im Dünndarm
- Weibchen grösser (20-40cm)
- Produktion von 200'000 Eier/Tag
- Eier: mit dicker resistenter Schale -> Fäkale Ausscheidung
- Aussenwelt:
- Erdboden
- Vegetation
- Gemüse
- -> bei günstigen Bedingungen (Temp., Feuchtig., O2-Spannung)
- -> Entwicklung zur infektiösen Larve
- orale Aufnahme von, mit larvenhaltigen Eiern kontaminiertem, Salat/Gemüse
- Larven schlüpfen im oberen Dünndarm, in Blutstrom -> zu Leber & Lungenalveoli
- via Trachea/Pharynx -> GIT
- im Dünndarm Differenzierung zum altuden Wurm
Orale Übertragung
z.B. Taenia saginata = Rinderbandwurm
Klasse der Zestoden
- indirekte Übertragung -> Essen von infisziertem Fleisch
- Rinderbandwurm im oberen Dünndarm des Menschen
- aus Finne=Cyste=Cysticericus -> Geschlechtsreifer Bandwurm
- Ausstülpung des Scolex
- BIldung von 2'000 Proglottiden -> bis zu 10m wachsend
- gemischtgeschlechtliche Proglottiden -> 100'000 Eier produzierend -> Mensch=Endwirt
- noch in reifen Proglottiden drin/ oder frei -> menschliche Fäkalien
- resistende dickwandige Eier
- via Abwasser
- Vegetation
- Weideflächen
- -> von Rindern aufgenommen, indirekt!
- Dünndarm der Rinder -> Schlüpfen der Oncosphären aus Eiern
- ins Blut -> in quergestreifte Muskulatur
- Heranwachsen in 3-4 Monaten zu: infektiösen Metazestoden oder Finnen
- Mensch schlecht gekochtes/geräuchertes Fleisch essend
Infektionsweg via aktiver Penetration der Haut
z.B. Schistosomen= Pärchenegel
Klasse der Saugwürmer=Nematoden
- (z.B. Schistosommus Haematobiotum)
- Heteroxen
- Mensch = definitiver Wirtsorganismus -> Abgabe von Eiern
- im Wasser schlüpfend -> Miracidium
- in Schnecke Entwicklung zur Zerkarie -> Zwischenwirt
- aktive Penetration der Haut des Menschen im Wasser -> Verlieren des Schwanzes
- Migration in Mesenterial- & Ureterovesikal-Arteria
- Reifung zum adulte geschlechtsreife Parasiten
- über Jahre im Gefässlumen
- Eier ans umliegende Gewebe abgebend-> Pathogenese
- Exkurs zu Entenflöhen:
- Familie der Schistosomen, Gattung der Trichobilharzia
- Wirt: Wasservögel im Wechsel mit Zwischenwirt=Schnecke
- Mensch= Fehlwirt:
- Haut penetrierend -> Differenzierung nicht erlaubend -> absterbend
- lokalisierte Dermatitis: im Stratum corneum
- Verdickung des Epithels
- Subepidermales Ödem
- perivaskuläres lymphohistocyträres Infiltrate
Übertragung von Mensch zu Mensch
-> einzige Protozoe
- monoxener Parasit
- Flagellat
- parasiert die Genitalien: Frau -> Vagina, Mann -> subpräputialer Bereich
- Übertragung: direkt, durch Kontakt beim Geschlechtsverkehr
Formen der Pathogenese beim Parasitenbefall
- direkt:
- hochcharakteristische Expressionsprofile
- P.falciparum: endotheliale Adhäsionsproteine=PfEMP1, Sequestrierung von Ery's
- Minus an Gewebe & Funktion
- via Virulenzfaktoren: enteropathogene Amöben -> Ulcera der Kolonmukosa
- via Interferenz mit Normalflora: Giardia intestinalis -> Maldigestion/-absorption
- via intrazelluläre Replikation: P.falciparum mit Ery-Lyse -> Anämie
- Plus an Gewebe
- Latenz/ Reaktivierung
- Trichinella spiralis
- Toxoplasma gondii
- hochcharakteristische Expressionsprofile
- Nutritive Kompetitione (auch direkt?)
- Vit.B12 (Fischbandwurm)
- Haemoglobin (wegen Eisen, durc Hämatophagie)
- Proteine (Ancyclostoma duodenale)
- indirekt:
- Entzündungsmanifestation
- Immunpathologische Reaktion
Plasmodium falciparum
- Protozoe = Einzeller
- Zyklus:
- Anopheles-Mücke als Vektor
- Übertragung der Sporozoiten
- hepatisches Stadium:
- 1. asexuelle Replikation, 2-3 Wochen
- Erythrozyten-Befall:
- Adhäsion an Ery's & Reorientierung
- Sekretion apikaler Organell-Inhalte
- gerichtete aktive Invasion
- Ery-Zerstörung:
- Exprimierung von Proteinen auf Ery-Oberfläche -> kodiert durch Errger
- Autoagglutination der Ery's
- Erythrocytäres Stadium:
- asexuelle Vermehrung
- 2 Tage
- Ringstadium
- Merozoite in Ery rein
- Trophozoit
- nach 24h
- Bildung der Knobs: Parasitenstruktur -> Präsentation des PfEMP1 (durch Ery-Membran durchstechend) -> Adhäsion an Endothelzellen
- Bildung der Müller-Clefts: intrazelluläres Transport-System für Parasiten-Moleküle (z.B. PfEMP1)
- Schizont
- nach 40h
- Platzen der Ery's -> Freisetzen der Merozoiten
- -> Fieberschub!
- Merozoiten
- sexuelle Formen=Gametocyten
- Aufnahme durch weibliche Mücke -> sexuelle Vermehrung
- Pathogenese:
- Interaktion mit Endothel -> Mikrothromben
- viel Parasiten-Proteine mit dem Zytoskelett interagierend -> weniger elastisch!
- wenn Gefässe verstopfend -> gestörte Organfunktion
- z.B. zerebrale Malaris, Nierenversagen, Sepsis, Tod
- >5% der Ery's befallen -> "komplizierte Malaria"
- Interaktion mit Endothel -> Mikrothromben
Plus an Gewebe
z.B. Taenia solium -> Zystizerikose
- Normaler-Zyklus
- Finnen in Muskulatur
- durch Mensch gegessen
- Ausscheidung von Wurmeiern über Fäzes
- Schweine/Rinder durch gedüngtes Gras aufnehmend -> Zwischenwirte
- in dere Darm -> Entwicklung aus Eiern -> Larven
- durchbohren die Darmwand -> ins Blut -> in Muskulatur: Finnen
- "Fehl-Zyklus":
- Eier & Proglottitden direkt durch Mensch aufgenommen, direkt Wurmeier aufgenommen
- im Mensch Entwicklung zu Finnen in Menschen
- Zystizerkose -> hohe Affinität zum ZNS
- z.B. Epilepsie machend
- (Entwicklung zum adulten Bandwurm nicht möglich)
Plus an Gewebe
z.B. Echinococcus spp. -> Raumforderung durch Zysten = Echinokokkose
Klasse der Bandwürmer=Zestoden
- Echinococcus multilocularis
- Endwirt = Fuchs
- gekammerte & invasive Zysten (alveoläre Echinokokkose)
- Echinococcus granulosus
- Endwirt= Hund
- unilokuläre Zysten (zystische Echinokokkose)
- Zyklus für beide:
- Bandwurm im Endwirt Eier legend
- via Fäzes ausgeschieden -> von Zwischenwirt gefressen:
- E.granulosus -> Schaf
- E.multilocularis -> Maus
- über deren Fäzes: Larven ausgeschieden
- von Hauptwirt gefressen
- Epidemiologie:
- Mensch = Akzidenteller Zwischenwirt
- adulte Echinokokken nur im Dünndarm des Endwirts sich entwickelnd
- asymptomatische Infektion
- 8-10 Fälle pro Jahr in CH
- Alter: 55 J.
- Latenz: 15 J.
- Mensch = Akzidenteller Zwischenwirt
- Pathogenese:
- Hauptorgan -> Leber
- sekundär Lunge ect. befallen
- Mensch orale Aufnahme der Eier -> GIT: Schlüpfen der Larven(=Onkosphären)
- Penetration der Mukosa, ins Blut, in Leber & Lunge, evt. andere Organe
- Enzystierung -> Wachstum zu grossen hytiden Zysten
- Zysten:
- innere Keimschicht
- äussere Keimschicht -> polyzyklische & destruktive Vorstadien, ähnlich wie bösartiger Tumor ins umliegende Gewebe einwachsend