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PulmoKardio (Pathologie, Therapie)

PulmoKardio (Pathologie, Therapie)


N. L.
Diese Karteikarten behandeln die Grundlagen der koronaren Herzkrankheit (KHK) und verwandte Themen auf Universitätsniveau. Sie decken Symptome wie Dyspnoe, Husten und Angina Pectoris, sowie Ursachen wie Arteriosklerose und Entzündungen in den Koronararterien ab. Die Lernkarten sind besonders nützlich für Medizinstudenten, da sie detaillierte Informationen über Diagnose, Therapie und Komplikationen wie Myokardinfarkt und Rhythmusstörungen bieten.
Karten
70
Lernende
1
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
23.09.2014 / 27.09.2014

Lernkarten

Dekompensation

Versagen körpereigener Reparatur- und Gegenregulationsvorgänge im Verlauf einer Erkrankung

Kompensation

verminderte Organfunktion etc. kann durch anderes (Körpereigenes oder Medis) kompensiert werden.

Obstruktion

teilweise oder ganzer Verschluss des Lumens eines Hohlorgans.

von innen = Obturation
von aussen = Kompression

normale Funktionen der Atemwege

1) Atempumpe (Luft rein, Luft raus) = Ventilation
2) Lungendurchblutung = Perfusion
3) Austausch der Atemgase = Diffusion

Obstruktion der grossen Atemwege

  1.  Verlegung von innen
    Fremdkörper, zäher schleim (-Pfropf)
  2. Verlegung durch Wandprozess
    Narbengewebe, Tumor der Wand, Abszess, Einblutung, Zyste
  3. Druck von aussen
    Tumor, grosse Struma (Schilddrüsenvergrösserung)

Obstruktion der kleinen Atemwege

  • Spasmen der Bronchialmuskulatur
  • Schwellung / Entzündung der Schleimhaut
  • Sekret oder Schleim
  • Kollaps der Bronchialwand

Stridor
grosse / kleine Atemwege

Stridor = pathologisches Atemgeräusch, das durch eine Verengung / Verlegung der Atemgeräusche entsteht

Grosse Atemwege: 
behinderte Inspiration, inspiratorischer Stridor
pfeifen wegen zu wenig Druck

Kleine Atemwege:
behinderte Exspiration, exspiratorischer Stridor
pfeifen, brummen wegen Lungenüberblähung (+Residualvolumen)

Therapie
Obstruktion grosse Atemwege

  • Bronchoskopie flexibel oder starr (mechanische Beseitigung der Obstruktion)
  • Stent bei inoperabler Tumorkompression
  • Heimlich Handgriff (Erste Hilfe)

reversibel

Schäden oder Beeinträchtigungen die ohne bleibende Zeichen abheilen

irreversibel

nicht  umkehrbar

zwei häufigste obstruktive Lungenerkrankungen

  • Asthma bronchiale 
  • COPD

Asthma bronchiale
grober Überblick

  • generalisiert (den ganzen Körper betreffend, Gegenteil = lokal)
  • Anfälle
  • Reversibel (bis zu gewissem Punkt)
     
  • Obstruktion durch:
    • Anschwellen Schleimhaut (Entzündung)
    • zäher schleim
    • Bronchospasmus
  • Pfeifen bei Exspiration

Leitsymptome / Ursache Asthma bronchiale

Leitsymptome:

  • Anfallsweise Dyspnoe
  • Hustenattacke mit pfeifenden Atemgeräuschen

Ursachen

  • chronische Entzündung Atemwege
  • Hyperreaktivität der Bronchialmuskulatur (Neigung zur Konstriktion)

extrinsisches  / intrinsisches Asthma bronchiale

extrinsisch

  • exogen
  • allergisch (Entzündung durch Allergie verursacht)
  • beginnt meist in der Jugend
  • positive Familienanamnese
  • Anfall bei Allergiekontakt
  • Test auf Allergie positiv

intrinsisch

  • endogen
  • (Ursache unbekannt)
  • Beginn im Erwachsenenalter
  • negative Familienanamnese
  • Anfall durch unspezifische Reize
  • Test auf Allergie negativ

Unspezifische Auslöser für Asthma

  • körperliche Anstrengung
  • emotionale Belastungen
  • Kälte oder Temperaturschwankungen
  • Virale oder bakterielle Infektionen
  • Rauch
  • Staub
  • Luftverschmutzung

(löst bei jedem früher oder später etwas aus...)

Allergie

Übermässige Reaktion auf ein an sich harmloser Stoff

Stufentherapie Asthma

  • vermeidung der Reizstoffe
  • bei Bedarf schnell (z.B. Bronchodilatator)
  • Inhalatives Kortikosteroid
  • etc.

genauere Stufentherapie: siehe http://flexikon.doccheck.com/de/Asthma-Stufentherapie

chronische Bronchitis

Definition nach WHO:
Produktiver Hsuten an der Mehrzahl der Tage während mehr als 3 Monaten pro Jahr während mindestens zwei aufeinanderfolgenden Jahre

Soderform (chronische Asthmabronchitis):

  • zusätzlich bronchiale Hyperreaktivität
  • zusätzlich Anfallsweise Obstruktion
    -> in Lungenfunktion nicht mehr von einem COPD zu unterscheiden.

COPD
chronisch obstruktive Bronchitis

COPD = chronic obstructive pulmonary disease

  • Klinik:
    Klinisches Bild variiert je nach den im Vordergrund stehenden Beschwerden:

  • Chronische Entzündung
  • Chronische Bronchitis
  • Bronchitis mit Auswurf (Sekretproduktion)
  • Hyperreaktivität mit Bronchospasmus
  • Schleimhautschwellung
  • Obstruktion (der kleinen Luftwege) mit Dyspnoe (-> FEV1 vermindert)
  • Emphysem mit Überblähung, Fassthorax (-> erhöhtes Residualvolumen)
    chronische Überblähung bewirkt auch Obstruktion

Lungenemphysem

  • Emphysem = unphysiologisches oder pathologisches Vorkommen von Luft oder Gas im Gewebe

  • irreversible Zerstörung der Alveolarsepten (trennen benachbarte Alveolen). Platzen durch Überblähung. Dadurch auch weniger O2-Austauschfläche.
  • Ursache: COPD, chronische Bronchitis (chronische Entzündung), mechanische Überbelastung bei chronischem Husten (beim Husten wird auch etw. zerstört)
  • Folge: 
    • Kollaps der kleinen Atemwege in der Exspiration
    • Obstruktion der kleinen Luftwege
    • Obstruktion nicht reversibel
    • Obstruktion nicht Anfallsweise

Therapie: Lippenbremse (wirkt sich auf Atemnot, Obstruktion und Hustenreiz aus) Symptome:

  • Zwerchfell abgeflacht
  • Thorax in Inspirationsstellung (Fassthorax)
  • zentrale und periphere Zyanose
  • Trommelschlegelfinger

Lungenvolumina:

  • TLC erhöht
  • RV erhöht
  • FEV1 herabgesetzt

Das Herz
Die wichtigsten Daten

  • Muskulöses Hohlorgan
  • Faustgrosser abgerundeter Kegel
  • Pumt Blut in Körper, Saugt Blut aus Gefässen an
  • Leicht links (Herzspitze) hinter dem Sternum
  • Wiegt 300 – 350g
  • Schlägt ca. 60 Mal/min.
  • Myokard stellt eigene Muskelgruppe dar und wird vom Sinusknoten gesteuert, quergestreift aber trotzdem unwillkürlich und angeordnet wie glatte Muskelzellen (Faserbündel kreuzweise)
  • Mitochondrienanteil von 36% in Herzmuskelzellen
  • Keine Regeneration der Muskelzellen, da Stammzellenpopulation

Häufigste obstruktive Lungenerkrankungen im Überblick

siehe Bild

Asthma bronchiale

  • generalisiert
  • Anfälle
  • Reversibel
  • Obstruktion (Schwellung Schleimhaut, zäher Schleim, Bronchospasmus), während Anfall
  • Anfallsweise Dyspnoe (Exspirationsstridor (insbesondere bei Hustenatacken))
  • Chronische Entzündung der Atemwege und Hyperreaktivität Bronchialmuskulatur
  • Formen: (meist Mischform)
  • Therapie: 95%iges ansprechen, 35% heilen aber spontan schon von alleine aus.

Extrinsisch

  • exogen
  • allergisch (Entzündung durch Allergie verursacht)
  • beginnt meist in der Jugend
  • positive Familienanamnese
  • Anfall bei Allergiekontakt
  • Test auf Allergie positiv

Intrinsisch

  • endogen
  • (Ursache unbekannt)
  • Beginn im Erwachsenenalter
  • negative Familienanamnese
  • Anfall durch unspezifische Reize
  • Test auf Allergie negativ

Obstruktive Ventilationsstörungen

Grosse Atemwege:

  • mit Knorpelspangen
  • ohne Bronchialmuskulatur
  • mm bis cm

kleine Atemwege:

  • Ohne Knorpelspangen
  • mit Bronchialmuskulatur
  • bis zu mm

Stridor

Grosse Atemwege:

  • Behinderung Inspiration
  • Inspiratorischer Stridor
  • Pfeifen aufgrund zu wenig Druck

kleine Atemwege:

  • Behinderung Exspiration
  • Exspiratorischer Stridor
  • Pfeifen, Giemen, Brummen aufgrund Lungenüberblähung

Chronische Bronchitis

Definition nach WHO:
Produktiver Husten an der Mehrzahl der Tage während mehr als 3 Monaten pro Jahr während mindestens zwei aufeinanderfolgenden Jahre.

Sonderform (chronische Asthmabronchitis):

  • zusätzlich bronchiale Hyperreaktivität
  • zusätzlich Anfallsweise Obstruktion
    -> in Lungenfunktion nicht mehr von einem COPD zu unterscheiden.

COPD (chronic obstructive pulmonary disease)

Klinik:
Klinisches Bild variiert je nach den im Vordergrund stehenden Beschwerden:

  • Chronische Entzündung
  • Chronische Bronchitis
  • Bronchitis mit Auswurf (Sekretproduktion)
  • Hyperreaktivität mit Bronchospasmus
  • Schleimhautschwellung
  • Obstruktion (der kleinen Luftwege) mit Dyspnoe (-> FEV1 vermindert)
  • Emphysem mit Überblähung, Fassthorax (-> erhöhtes Residualvolumen) 
    chronische Überblähung bewirkt auch Obstruktion

Unterscheidung in 2 Typen:

Typ „Pink Puffer“

  • Schwere Atemnot bei Anstrengung
  • Niedriges Körpergewicht
  • Keine Zyanose
  • Keine Trommelschlegelfinger
  • pO2 normal bis erniedrigt
  • pCO2 normal

    Im Vordergrund steht Obstruktion!

Typ „Blue Bloater“

  • leiden wenig an Atemnot
  • übergewicht
  • deutliche Zyanose
  • Hypoxie mit pO2 erniedrigt
  • pCO2 erhöht
  • chronische Hypoxämie
  • gestörtes Ansprechen des Atemzentrums auf pCO2

    Im Vordergrund steht schwere Störung Ventilation / Perfusion

Therapie bei COPD

Definitiver Rauchstopp! Eine Heilung ist nicht möglich. Für das Erreichen folgender Ziele braucht es jahrelange Begleitung des Patienten:

  • Vermiderung der Beschwerden
  • Verbesserte Leistungsfähigkeit
  • Verbesserte Lungenfunktion
  • Abnahme der Hospitalisationen

Therapie:

  • Basisbehandlung:
    regelmässige Bronchodilatatoren
  • Exacerbation:
    Steroide und Antibiotika
  • Schwere Hypoxie:
    Dauertherapie mit Sauerstoff (in Nase, da sonst Totraum nicht erreicht wird)

Komplikationen bei COPD

Akute Exazerbationen:

  • virale oder bakterielle Infekte der Atemwege
  • Therapiefehler

            Hinweise für einen Infekt:

  • vermehrte Sputumproduktion
  • Veränderung der Sputumfarbe (von klar/weiss zu gelb/eitrig)
  • Zunahme obstruktive Symptome / vermehrte Dyspnoe
  • Fieber kann fehlen

Cor pulmonale mit Rechtsherzinsuffizienz bei jahrelanger Hypoxie / Zerstörung der Gefässe bei Emphysem

Restriktive Pneumopathie

Erkrankung durch verkleinertes maximal mobilisierbares Lungenvolumen aufgrund einer verminderten Ausdehnungsfähigkeit des Lungen-Thorax Zwerchfell-Systems.

In der Lungenfunktion macht sich eine Restriktion so bemerkbar:

  • verminderte Vitalkapazität
  • verminderte totale Lungenkapazität
  • vermindertes Residualvolumen
  • FEV1 normal !!

Unterschieden werden 4 Formen:

  • pulmonale Restriktion
  • pleurale Restriktion
  • thorakale Restriktion
  • extrathorakale Restriktion

Pulmonale Restriktion

Die Lunge ist zu starr / Mit dem Lungenparenchym stimmt etwas nicht

Akut:

  • Linksherzinsuffizienz
  • Akute interstitielle Lungenerkrankungen

Chronisch:

  • status nach Lungenteilresektion
  • chronisch interstitielle Lungenerkrankungen

Pleurale Restriktion

  • Pleuraerguss
  • Pleuraschwarte
  • Pleuramesotheliom

Thorakale Restrikiton

Ursachen:

  • Störungen der Atemmechanik durch Veränderte Statik
    z.B. Kyphoskoliosen, Rippenserienfraktur
  • Neuromuskuläre Erkrankungen
    z.B. ALS, Myasthenie
  • Zwerchfellparese
    z.B. nach OP’s, Nervenläion, durch Tumore

Extrathorakale Restriktion

Bei ausgeprägter Adipositas:

  • Ausdehnung der Lunge durch Fettpanzer behindert
  • Asipositas hypoventilations Syndorm

STEMI

ST-elevation myocardial infarction. Nach einem Myokardinfarkt mit sichtbarer ST-Hebung im EKG.

NSTEMI

non-ST-elevation myocardial infarction. Nach einem Myokardinfarkt ohne registrierbare ST-Hebung im EKG.

linksventrikuläre Funktion weniger beeinträchtigt als beim STEMI

Hämoglobin

Eisenhaltigen roten Blutfarbstoff in Erythrozyten, welcher den Sauerstofftransport im Körper ermöglicht.

Pneumonie

Akute oder chronische Entzündung von Lungengewebe durch infektiöse Genese. Nicht infektiös sind hingegen Pneumonitis und Alveolitis als weitere Formen der Lungenentzündung.

Einteilung:

  • Lobärpneumonie (auf Lappen oder Segment beschränkt)
    Diffuse Pneumonie (irgend)
  • Primär (Pat. Sonst gesund)
    sekundär (Abwehrschwäche / vorbestehende Lungenerkrankung)

Erreger:

  • Bakterien, Viren, Pilze, Parasiten
    (= jeweils unterschiedliche Therapien)

Klinik:

  • Husten mit gelb/grünem Auswurf
  • Fieber
  • Schweres allgemeines Krankheitsgefühl
  • Thoraxschmerz nur falls Pleura mitbetroffen
  • Dyspnoe

Befunde:

  • Rasselgeräusche
  • Lokale Dämpfung
  • Erhöhte AF

Diagnose:

  • Röntgen
  • Labor
  • Mikrobiologie

Therapie:
Unterschiedliche Erreger = unterschiedliche Therapie. Manchmal startet man mit 3 Antibiotika bis genaue Diagnose da, dann auf 1 Antibiotika reduziert.

  • Erreger abtöten
  • Entzündung hemmen
  • Atemphysio
  • Inhalation
  • Intubation (Ventilationshilfe)
  • Sauerstoff
  • Bettruhe / Hospitalisation
  • Raucherstopp!!

Komplikationen:
Pleurabeteiligung (Pleuritis, Pleuraerguss, Pleuraempyem)

Pleuramesotheliom

Maligne Neoplasie der Pleura.

Ursache:

  • Entsteht Jahre nach Asbestexposition (carcinogen) maligne Entartung pleuraler Zellen.
  • Latenzzeit = 10 – 15 Jahre

Klinik:

  • Ausgesprochen bösartiger Tumor
  • In kurzert Zeit ummauerung der gesamten Lunge
  • Tod innert weniger Monate nach Diagnosestellung

Therapie:

Kaum therapeutische Möglichkeiten

Pleuraschwarte

Narbenartige Veränderung der Pleura, welche auf entzündliche, traumatische, vaskuläre oder degenerative Ursachen zurückgehen kann. Durch die Verklebung der Pleurablätter kommt es zur Fibrose. Die Pleuraschwarte lässt sich mit einem Röntgenbild diagnostizieren. Gründe für Pleuraschwarte:

  • apikal: Pneumonie, Tuberkulose
  • basal: Pleuraerguss

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