IHR

Internationales HR-Management

Internationales HR-Management


Marianne Rychen
Diese Lernkarten behandeln interkulturelle Kompetenz und Management auf einem fortgeschrittenen Niveau. Sie beleuchten die Unterschiede zwischen Kulturen, insbesondere in Bezug auf Unternehmen, Strategien und die Entsendung von Mitarbeitern ins Ausland. Die Karteikarten helfen dabei, kulturelle Dimensionen zu verstehen und zu vergleichen, was für die Arbeit in multikulturellen Teams und bei internationalen Fusionen essenziell ist. Sie richtet sich an Fach- und Führungskräfte, die in globalen Kontexten agieren und ihre interkulturelle Handlungskompetenz erweitern möchten.
Cartes-fiches
200
Utilisateurs
15
Langue
Allemand
Niveau
Autres
Créé / Mis à jour
02.05.2014 / 13.07.2019

Flashcards

Welche wesentlichen Integrationstypen gibt es bei der Unternehmensfusion und wie ist jeweils der Bedarf an organisatorischer Autonomie und an strategischer Interdependenz?

  1. Erhaltung   --> grosse organisatorische Autonomie  -->niedriger Bedarf an strategischer Interdependenz 
  2. Holding      --> niedrige organisatorische Autonomie  --> niedriger Bedarf an strategischer Interdependenz
  3. Symbiose  --> hohe organisatorische Autonomie --> hoher Bedarf an strategischer Interdependenz
  4. Absorption-->niedrige organisatorische Autonomie --> hoher Bedarf an strategischer Interdependenz

Interdependenz = wechselseitige Beeinflussung 

Was ist das Ziel des Integrationstyps Erhaltung?

Das Zielunternehmen verfügt über besondere Kennnisse und soll deshalb im Wesentlichen unverändert bleiben

Was ist das Ziel beim Integrationstyp Absorption?

Das Zielunternehmen geht im Käuferunternehmen auf. Das Erwerberunternehmen beansprucht die Führung. Durch eine gemeinsame Wertschöpfung sollen Grössenvorteile und Sparpotenziale realisiert werden, etwa durch den Abbau von Doppelspurigkeiten.

Was ist das Ziel bei Integrationstyp Symbiose?

Käuferunternehmen und Zielunternehmen erwarten voneinander Lerneffekte

Was ist eine Due-Dilligence?

Eine Prüfung und Bewertung einer Unternehmensfusion bzw. einer Übernahme im Vorfeld 

Welche Arten von Due-Dilligence gibt es

  1. strategische 
  2. finanzielle
  3. HR
  4. cultural

Welches sind die wichtigen Fragen zur HR-Due-Dilligence?

  1. Bleiben die Schlüsselpositionen in der Unternehmung
  2. Welche Unterschiede ergeben sich bei den Personalsachverhalten (Saläre, Boni, Abgangsentschädigungen)
  3. Welche Kennzahlen (Frauen- Männeranteil, Anzahl Fehltage, Deckungsbeitrag pro MA usw.)
  4. Sind die AN organisiert? Welche Erwartungen haben sie an die Unternehmung?
  5. Wie steht es mit dem Deckungsgrad der Pensionskasse
  6. Wieviele MA gehen in den nächsten 5 Jahren in Pension? 

Welche Fragen stellt man sich zur Cultural due Dilligence?

  • Weche Erfahrungen haben die Führungskräfte und MA mit Auslandtätigkeit gemacht? 
  • Wie hoch ist die Frauenquote in den Hirerachiestufen?
  • Wird kulturelle Vielfalt eher als Problem oder als Ressource angesehen?
  • Welche Symbole sind für das Unternehmen wichtig und identitätssteiftend?
  • Welche Merkmale haben aus Sicht MA gute bzw. schlechte Führungskräfte?
  • Welche Werte sind wichtig? Was sollte man auf keinen Fall machen?
  • Wie sehen die Anreizsysteme aus? Wird individuelle Leistung belohnt oder Gruppenleistung?
  • Wir alles minuziös geplant und dann nach Plan umgesetzt oder eher gehandelt und improvisiert?
  • Werden Probleme direkt oder eher indirekt angesprochen?

`Welche Methoden kommen bei einer HR und Cultural Due Dilligence zur Anwendung?

  • Interview
  • Dokumentenanalyse

Für was sind die Ergebnisse der Due Dilligence wichtig?

Für die Integrationsphase

Nenne 4 internationale Abkommen?

  1. EFTA  European Free Trade Association  

1960 als Gegengewicht zur EG gegründet  Ziel: Wachstum und Wohlstand sowie wirtschaftliche Zusammenarbeit fördern.  Hauptsitz in Genf, Folgende Staaten gehören der EFTA an: Island, Liechtenstein, Norwegen und die Schweiz

       2.   EG  Europäische Gemeinschaft

Die Europäische Gemeinschaft (EG) war eine supranationale Organisation, die mit dem Vertrag von Maastricht 1993, aus der 1957 gegründeten Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) hervorging. Sie war als eine der drei Europäischen Gemeinschaften Teil der ersten und wichtigsten der drei Säulen der Europäischen Union. Der Rechtskörper der Europäischen Gemeinschaft war damit das Kernstück der Europäischen Union (EU). Grundlage der EG war der Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft (EG-Vertrag). Ziel: freier Warenverkehr, Freizügigkeit der AN freier Dienstleistungsverkehr, freier Kapital- und Zahlungsverkehr

     3.  EU  Europäische Union

1993 in Kraft getreten, Staatenverbund, der auf 3 Säulen ruht: Europäische Gemeinschaft (EG), gemeinsame Aussen- und Sicherheitspolitik und polizeiliche und justitzielle Zusammenarbeit in Strafsachen. Die EU hat aktuell 28 Mitgliedstaaten und verbindet etwa eine halbe Milliarde Menschen.

Was sind multilaterale (1) Verträge und was sind bilaterale (2) Verträge?

  1. wenn mehrere Staaten kooperativ, prinzipiell gleichberechtigt gemeinsam handeln
  2. Verträge, die ausschließlich zwischen zwei verschiedenen Beteiligten stattfinden

Gehört die CH dem EWR an?

Nein, Sie hat bilaterale Verträge

Das Freizügigkeitsabkommen:

Abkommen zwischen der Schweiz und der EU wurde im Jahr 2002 in Kraft gesetzt. 

---> Schrittweise Öffnung des Arbeitsmarktes

Schweizer haben einen erleichterten Zugang zum EU -Arbeitsmarkt und EU-Bürger einen entsprechenden Zugang zum Schweizer Arbeitsmarkt

Wie und wann hat sich die  EU jeweils erweitert?

bis 2004 EU-15

  1. Belgien
  2. Dänermark
  3. Deutschland
  4. Finnland
  5. Frankreich
  6. Griechenland
  7. Irland
  8. Italien
  9. Luxemburg
  10. Niederlande
  11. Portugal
  12. Österreich
  13. Schweden
  14. Spanien
  15. Veringtes Königreich

EU2 Süd  2004

  • Malta
  • Zypern

EU8 Erweiterung Ost  2004

  • Estland
  • Lettland
  • Litauen
  • Polen
  • Slowakei
  • Slowenien
  • Tschechien
  • Ungarn

EU-2  Erweiterung Ost II  (2007)

  • Bulgarien 
  • Rumänien

Was heisst Inländervorrang:

Bedeutet, dass wenn es ein Schweizer Kandidat gibt, der angemessen qualifiziert ist, bekommt der Ausländische Kandidat die Stelle nicht. Damit man einen ausländischen Kandidaten anstellen kann muss man belegen,

dass die Rekrutierungsbemühungen auf dem heimischen Arbeitsmarkt erfolglos waren (um den Nachweis zu erbringen, sollte ein Arbeitgeber seine Stelle nicht nur natonal ausschreiben, sondern auch im Raum des EWR. AG können die Stelle über EURES European Employment Services ausschreiben. EURES ist das europäische Portal zur beruflichen Mobilität.

Mit dem Abkommen werden Schweizer Arbeitskräfte den Arbeitskräften aus EU/EFTA-Staaten gleichgestellt 

Was ist mit Kontrolle  der Lohn- und Arbeitsbedingungen bei der begrenzten Personenfreizügigkeit gemeint?

Um Lohndumping zu vermeiden verden folgende Massnahmen durchgeführt:

  • Ein Entsendegesetz gibt Orientierung und kann bei Verstössen Sanktionen begründen
  • Die in den GAV enthaltenen Bestimmungen können leichter für allgemein gültig erklärt werden
  • Bund und Kantone können Mindestlöhne einführen
  • Tripartite Kommissionen (zusammengesetzt aus Vertretern von Behörden, AG und Gewerkschaften) überwachen den Arbeitsmarkt und können Sanktionen beantragen
  • Arbeitsmarktinspektoren führen Kontrollen vor Ort durch

Was sind Kontingente?

Zugangsbegrenzungen

Die Anzahl der Bewilligungen ist klar definiert und wird im Laufe der Jahre erhöht. 

Was ist die Schutzklausel?

Es gibt über mehere Jahre die Möglichkeit wieder Kontingente einzuführen

Die Schweiz kann bis zum 31.05.2014 für die EU-25-Staaten wieder Kontingente einführen

Für die EU-2 (Bulgarien, Rumänien) besteht noch begrenzte Personalfreizügigkeit bis 31.05.2016 anschliessend bis 2019 die Schutzklausel

Seit wann ist das Schengen Abkommen in Kraft?

Seit 2008

Was muss bei der Arbeit im IHRM   bei Entsendungen berücksichtigt werden?

Aktuelle multilaterale und bilaterale Abkommen und die damit verbundenen Regelwerke müssen bei der Vorbereitung berücksichtigt werden

auf politische Entwicklungen auf der internationalen Ebene ist erforderlich, um international tätige MA gut beraten zu können

Bei Unklarheiten in der Rechtslage muss professioneller Rat eingeholt werden

In was für Kategorien können in der Entsendungspraxis die MA eingeteilt werden? 

  1. Stammlandmitarbeitende
  2. Gastlandmitarbeitende
  3. Drittlandmitarbeitende (MA einer Organisationseinheit im Gastland X arbeitet in der ORganisationseinheit im Gastland Z) 

Wer ist bei einer Entsendung alles beteiligt?

  1. MA
  2. Stammorganisation
  3. Auslandorganisation
  4. Gesellschaft
  5. Partner / Familie

Wieso ist es wichtig bei Entsendungen Ziele und Erwartungen der verschiedenen Beteiligten zu klären:

Zielkonflikte müssen erkannt und ausgeschlossen werden

Die Entsendungen sollten aus der Perspektive aller Beteiligten dem Win-Win-Prinzip entsprechen

Welche Ziele kann ein Unternehmen mit einer Entsendung verbinden?

Ein länderübergreifendes Projekt realisieren

Die Marktsituation vor Ort erkunden

Die Kommunikations und Koordination zwischen dem Stammhaus und den Organisationseinheiten im Ausland verbessern

Transfer von Management Know-How

Eine Dienstleistung beim Kunden vor Ort erbringen

Was kann der MA für Ziele haben bei einer Entsendung?

Erweiterung der internationalen Erfahrungen und Stärkung der interkulturellen Kompetenz

Neue, unbekannte Herausforderungen kennenlernen und meistern (fremde Sprachen und Kulturen)

Freude an Pionier-Arbeit

Erfüllen einer Bedingung für den nächsten Karriereschritt

Überwindung einer privaten Krise (Scheidung)

Was kann die Gesellschaft im Allgemeinen  für ein Interesse an einer Entsendung haben?

Entsandte wirken als Botschafter für das Land und seine Produkte

Entsandte zeigen Marktlücken im Ausland auf und fördern das Wirtschaftswachstum heimischer Unternehmen

Entsandte stärken die internationale Vernetzung und interkulturelle Verständigung

Was für Gründe kann die Auslandvermeidung haben?

familiäre Gründe  --> Paarbeziehung könnte beeinträchtigt werden oder die Entwicklung der Kinder

Das Zielland wird abgelehnt  --> wegen Klima, politische Risiken, gesundh. Risiken

Sorge, dass Auslandeinsatz der beruflichen Entwicklung eher schadet (Position wird in der Zwischenzeit besetzt

Welches sind die wichtigsten Formen der Entsendung?

  1. Dienst- bzw. Geschäftsreise
  2. Internationales Pendeln
  3. Kurzzeiteinsatz
  4. Langzeiteinsatz

Erkläre die Dienstreise / Geschäftsreise als Form der Entsendung:

Häufige GEschäftsreisen    ins Ausland keine Wohnung

Erkläre Internationales Pendeln 

zwischen zwei oder mehreren Arbeitsplätzen in verschiedenen Ländern pendeln

Man arbeitet mehrere Tage (ca. 1-2 Wochen) in einem best. Land

wird häufig für  Managementaufgaben angewendet  Übernachtung in einem Hotel

Erkläre Kurzzeiteinsatz:

mehrere Wochen bis Monate aber meistens unter einem Jahr

meistens Projekt-bezogen oder Know-how-Transfer

manchmal auch für Trouble Shooting

Familie kann u.U. mitgehen

Erkläre Langzeiteinsatz (bei Entsendungen)

ein oder mehrere Jahre in einer Auslandorganisation tätig

mit Managemenaufgaben vor Ort verbunden

Wiedereingliederung muss oft intensiv begleitet werden

auch für Familie grosse Entscheidung

Vorteile und Nachteile Dienstreise:

Vorteile

  • Grosse Flexibilität
  • Kommunikation vor Ort fördert die Vernetzung im Unternehmen
  • Kontinuität des Arbeitsplatzes und Wohnortes

Nachteile:

  • Hohe Kosten
  • Grosser Zeitaufwand für Reisetätigkeit
  • Gefahr der Reisemüdigkeit bzw. Vernachlässigung des priv. Umfeldes

Vor und Nachteile Internationales Pendeln:

Vorteile

  • Kontinuierlicher Vergleich der Entwicklung möglich
  • Vertrauen kann entwickelt und Probleme können relativ früh wahrgenommen werden
  • Keine Reintegration erfolrderlich

Nachteile

  • Hohe Kosten
  • Grosser Zeitaufwand für Reisetätigkeit
  • Gefahr der Reisemüdigkeit /Vernachlässigkeit des priv. Umfeldes

Vor und Nachteile Kurzfristige Auslandseinsätze:

Vorteile

  • Fördert den detaillierten Vergleich von Entwicklungen
  • Probleme können gut erfasst  und Lösungen unterstützt werden
  • Karrierepfade können noch verfolgt werden

Nachteile

  • Kompensationsfragen
  • Karrierefragen
  • Kontinuität der sozialen Beziehungen und Aktivitäten leidet

Langfristige Auslandseinsätze Vor- und Nachteile:

Vorteile

  • Intensives Befassen mit der komplexen Situation vor Ort möglich
  • Hervorragende Lernchancen für Person und Organisation
  • Gewinn an bikultureller Kompetenz

Nachteile

  • Grosses Risiko für Person und Organisation
  • Karrierefragen stehen immer wieder im Raum
  • Reintegration ist oft nicht einfach

Nenne direkte mögliche Kosten bei einer Entsendung:

  • Salär
  • Auslandszulagen
  • ggf. steuerliche Mehrbelastung
  • Versicherungen
  • Gebühren (Visum, Aufenthaltsgenehmigung)
  • Reise und Spesen
  • Unterkunft

Administration

  • Unterstützungsleistungen durch intern. HR-Management bzw. HR-Service

Anpassung und Reintegration

  • Vorbereitung auf den Auslandsaufenthalt (Sprachkurse, interkulturelles Training)
  • Wohnungssuche und Beratung vor Ort
  • Umzugskosten, Einlagerung
  • Begleitung der Reintegration

Return on Investment bei intern. Entsendungen:

  • Auslandsorganisation aufbauen
  • Umsatzsteigerung um X Prozent im Zeitraum Z
  • Einen Auftrag vor Ort erfüllen

nicht quantifizierbare Ziele

  • Internationale Know-how Transfer verbessern
  • Transnationale Unternehmenskultur stärken
  • Konflikte und Missverständnisse minimieren
  • Marktnischen im Ausland identifizieren
  • Netzwerk für die Kundengewinnung aufbauen
  • Führungskräfte aufbauen und coachen
  • Führungsinstrumente etablieren
  • Internationales Compliance-Management etablieren

Nenne direkte und indirekte Kosten eines Abbruchs einer Entsendung:

indirekte Kosten 

Kundenverlust

Trübung der Beziehung mit der Gastlandorganisation

MA kann Reputation und Motivation verlieren

Study