01 APPP


D. S.
Diese Lernkarten decken das Thema Herz-Kreislaufsystem Pathophysiologie auf Universitätsniveau ab. Sie konzentrieren sich auf Erkrankungen wie Hypertonie, Herzinsuffizienz, Endokarditis und Myokarditis, sowie deren Ursachen, Symptome und Therapien. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Medizinstudenten und Ärzte, die ihr Wissen über die Pathophysiologie und Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen vertiefen möchten.
Karten
167
Lernende
2
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
13.01.2016 / 26.06.2018

Lernkarten

Systolische Herzinsuffizienz: 

- Pumpversagen
- Linksventrikuläre Auswurffraktion eingeschränkt (EF < 50%)
- Herzkontraktion abnormal, Herzgrösse gross
- Bei Herzinfarkt, Myokarditis, Rhythmusstörungen, Papillarmuskelabriss, Aortenstenose, hypertensiver Entgleisung, nach Herzoperation. 

Diastolische Herzinsuffizienz: 

- Erschlaffungsversagen, Herzversteifung
- Linksventrikuläre Auswurffraktion normal ( <50%)
- Füllung des Herzens ist behindert
- Bei langjährigem hohem Blutdruck 

Vorwärtsversagen: Herzinsuffizienz: 

Unfähigkeit des Herzens, im arteriellen System einen ausreichenden Blutdruck aufzubauen
 

Rückwärtsversagen: 

Rückstau des Blutes in den vorgeschalteten Gefässabschnitte ( venöses System oder Lungenstrombahn) 

Akute Herzinsuffizienz: 

Eine akute Erkrankung führt zum Pumpversagen des linken oder rechten Ventrikels ( Myokardinfarkt, Rhythmusstörungen, zentrale LE, Aorteninsuffizienz)

Chronische Herzinsuffizienz: 

Herzmuskelschwäche, häufiges Krankheitsbild in der Inneren Medizin ( in kompensiertem Zustand keine präklinische Notfallbehandlung nötig) 

Linksherzinsuffizienz Ursachen: 

- Lungenembolie: ev. sekundär
- Myokardinfarkt: akut
- Lungenödem: akut
- Art. Hypertonie: chronische 
- Klappenvitien: akute/chronsiche
- Rhythmusstörungen: akute/chronische 

Rechtsherzinsuffizienz Ursachen: 

- Lungenembolie: akute
- COPD: chronsiche
- Myokardinfarkt: ev. sekundär
- Art. Hyperonie: ev. sekundär
- Klappenvitien: akute/chronische
- Rhythmusstörungen: ev. sekundäre 

NYHA-Klassifikation: 

- Klasse 1, asymptomatisch:  
- selbst unter Belastung keine Symptome einer Herzinsuffizienz
- Hinweise für eine Herzerkrankung

- Klasse 2, mild: 
- Geringe Einschränkungen
- Symptome einer Herzinsuffizienz unter cshwerer körperlicher Belastung

- Klasse 3, mässig:
- Deutliche Einschränkungen
- Symptome einer Herzinsuffizienz schon bei leichter körperlicher Belastung

- Klasse 4, schwer:
- Unfähig körperlich aktiv zu sein
- Symptome bereits in Ruhe 

Entstehung der Symptome: 

- Abnehmende Herzfunktion
- Reduzierte Auswurffraktion
- Neurohormonale Aktivierung
- Initial positiver inotroper Effekt
- Verschlechterung der Herzinsuffizienz
- Natrium- und Flüssigkeits-Retention
- Gesteigerter pulmonaler und systemischer Druck
- Flüssigkeitsüberlastung 

Symtome Linksherzinsuffizienz/Lungenödem 

- Dyspnoe ( Kurzatmigkeit), Tachypnoe, Orthopnoe
- Zyanose
- Rötlich-schaumiger Auswurf
- Tachykardie/Hypotonie/(Hypertonie)
- Stauungszeichen:
- Lungenauskultation: fechte Rasselgeräusche
- Gestaute Halsvenen 
- Zuerst interstitielles, dann alveoläres Lungenödem
- Oxygenierungsstörung bei verminderter Gasaustauschfläche (Rechts-Links-Shunt)

Therapieziele Linkherzinsuffizienz/Lungenödem 

- Oxygenierung verbessern (O2 Erhöhung des Atemwegmitteldruckes(CPAP/PEEP))
- Vor- und Nachlast senken (Vasodilatatoren, Diuretika)
- Inotropie verbessern ( Vasopressoren) 

Diagnostik Lungenödem/ Linksherzinsuffizienz: 

- Anamnese: Kardial/pulmonale Vorerkrankungen, arterielle Hypertonie, Medikamente, Allergien, Gewichts-verlauf

- Vitalfunktionen
- Herz- und Lungenauskultation
- EKG
- Blutzuckermessung 
- Halsvenenstauung
- Thoraxbild
-Laboruntersuchungen, BNP (B-type natriuretiv peptide), Stark erhöhtes BNP = Herzinsuffizienz
- Herzultraschall = Echokardiographie 

Therapie: Präklinisch ( Lungenödem, Linksherzinsuffizienz) 

- Immobilisierung, Oberkörper hochlagern, bei stabilen Kreislauf
- Maximale Sauerstoffgabe ( Maske und Reservoir 1''%. 12-15l/Min.
- CPAP/Intubation, Beatmung mit PEEP
- Absaugen: zurückhaltend sein 
- IV Zugang, wenig Volumen
- Nitroglycerin S.l (cave Blutdruck) oder Perfusor 
- Morphium i.v.
- Lasix i.v. (genügend - meist > 20mg; 1mg/kg KG)
- Bei Tachyarrhythmie EKV oder Cordarone 150 mg i.v. oder Digoxin 0.5 mg i.v.
- BD <90mmHg: positiv inotrope Substanzen (Dobutrex, Noradrenalin, Adrenalin)
- KEINE Betablocker bei akuter Herzinsuffizienz 

CPAP: 

- Continuous Positive Airway Pressure
- Unterstützung der Spontanatmung mit dauerhaftem Über
- Indikationen: Lungenödem, Pneumonie, COPD
- Voraussetzung; genügend Atemantrieb des Pat, Tolerieren der Maske
- Ivasiv (Tubus) und nicht invasiv (Maske) möglich 

Differentialdiagnose: 

- Nicht kardiales Lungenödem (toxisch, urämisch, allergisch)
- Asthma bronchiale
- Dekompensierte COPD
- Höhenlungenödem
- Lungenembolie
- ARDS (acute respiratory distress syndrome) 

Rechtsherzinsuffizienz: Definition: 

- Leistungsschwäche der rechten Herzkammer
- Stauung im venösen Rückstromgebiet (Auswirkung auf Venensystem, Leber,Beine)
- Akut: Zentrale LE, Rechtsherzinfarkt, Status asthmaticus
- Chronisch: COPD, rezidivierende LE, Herzklappenvitien 

Symptome Rechtsherzinsuffizient: Stauungszeichen: 

- Gestaute Halsvenen
- Positiver hepatojugulärer Reflux
- Ödeme (meistens Beine)
- Abdominalbeschwerden (Leberschwellung)
- Aszites
- Ev. Dyspnoe 

Anamnese Rechtsherzinsuffizienz: 

- Kardiale/pulmonale Vorerkrankungen, Medikamente, Allergien, Gewichtsverlauf
- Vitalfunktionen
- Herz- und Lungenauskultation
- EKG
- Blutzuckermessung 

Therapie präklinisch Rechtsherzinsuffizienz: 

- Immobilisierung, Oberkörper hochlagern, bei stabilem Kreislauf
- Maximale Sauerstoffgabe
- Intubation
- Iv-Zugang, vorischtige Volumengabe
- Kein Nitroglycerin 
- Morphium
- Bei Dyspnoe ggf. Lasix i.v.
- Bei Tachyarrhythmie EKV oder Cordarone 150 mg i.v. oder Digoxin 0.5 mg i.v.
- BD <90 mmHg: positiv inotrope Substanzen 

Diagnostik Rechtsherzinssufizienz: 

- Klinische Untersuchung
- Labor
- EKG
- Röntgen-Thorax
- Echokardiographie 

Therapie der Herzinsuffizienz: 

- Oberkörperhochlagerung, Anstrengung vermeiden
- Sauerstoffgabe
- Flüssigkeitsrestriktion
- Medikamentöse Therapie
- Ursachenbehebung
- Bei schwerer HErzinsuffizienz ICD-Implantation
- Kausal: Beseitigung der Ursache der Herzschwäche
- Medikamentös: Entlastung des Herzens
- Interventionell: Verbesserung der Herzleistung
- Präventiv: Vermeidung einer Dekompensation 
- Herztransplantation 

Unterschiede Linksherzinsuffizienz/ Rechtsherzinsuffizienz: 

Linksherzinsuffizienz:
- blaue Lippen (sieht kurzatmig aus)
- benutz verstärkt Atemhilfsmuskulatur 
- stütz sich auf
- Schwäche u Ermüdbarkeit
- Atemnot bei Belastung
- Rasselgeräusche über der Lunge
- Lungenödem
- Zyanose

Rechtsherzinsuffizienz:
- Halsvenen gestaut
- Bauchwassersucht (Aszites)
- Beinödeme
- gestaute, erweitere Halsvene
- Ödeme 
- Gewichtszunahme
- Leberschwellung 

Therapie der syst. HI 

- Medikamentös, Diuretika, Herzglykoside, ACE-Hemmer, AT1-R-Blocker, Beta Blocker, Aldosteron-Antagonisten

- Interventionell: Biventrikuläres Pacing (CRT). Cardioverter/Defibrillator, Innovative Entwicklung 

Mitralklappeninsuffizienz: Ätiologie: 

- Degenerativ
- Ischämisch (KHK)
- Dilatation li. Ventrikel bei dilatativer Kardiomiopathie
- Infektiöse Endokarditis
- Rheumatisch (gering) 

Mitralklappeninsuffizienz: Pathophys 

- Linksventrikuläres Volumen strömt während der Systole in den Vorhof zurück( Regurgitationsvolumen)
- Zunehmende Volumenfüllung
- Dilatation linker Ventrikel
- Zunahme Klappeninsuffizienz
- Drucksteigerung Lungenstrombahn (Lungenödem) 

Mitralklappeninsuffizienz: Symptome: 

- Herzinsuffizienz
- Pulmonale Stauung
- Periphere Stauung
- Thromboembolie
- Endokarditis
- Leichte Ermüdigkeit, Belastungsdyspnoe
- Rechtsherzinsuffizienz 

Arteriosklerose: 

Arterienverkalkung 

Arteriosklerose: Risikofaktoren: 

- Arterielle Hypertonie
- Diabetes mellitus 
- Rauchen 

Folgen der Arteriosklerose:

- Koronare Herzkrankheit (Angina pectoris, Myokardinfarkt
- Verebrovaskuläre Krankheit (Stroke)
- Periphere-arterielle Verschlusskrankheit
- Niereninsuffizienz 

Risikomanagement: Arteriosklerose: 

- das Rauchen aufgeben
- auf gesunde Ernährung achten
- regelmässige körperliche Aktivität
- Erreichen des Idealgewichts
- Senkung des Blutdrucks auf <140/90 mmHg
- Senkung des Gesamtcholeserins auf < 4.5 mmol/l 
- Senkung des LDL-Cholesterins auf <1.8.mol/l
- Eine optimale Blutzucker- und Blutdruck-Kontrolle bei Pat. mit Dieabetes 

Klassifikation der art. Hypertonie: 

- Primäre (essenzielle) Hypertonie:
- 85 - 90% aller Hypertonien
- Ursache unbekannt
- symptomatische Therapie

- Sekundäre Hypertonie:
- 10 - 15% aller Hypertonien
- Ursache bekannt
- kausale Therapie eventuell möglich 

Renovaskuläre Hypertonie: 

- Häufigkeit: 1% aller Hypertonieformen:
- Ursachen:
- Atheromatose der Nierenstammarterie: Ablagerung verschiedener Substanzen
- Fibromuskuläre Dysplasie: nicht-entzündliche Verdickung der Arterienwand
- Thromboembolie
- Anueurysmen
- Kompression der Nierenarterie durch Tumore, Zysten
- Ev. Anamnese: plötzlicher Hochdruck 1 auskultatorisches Gefässgeräusch im Oberbauch
- Befundkonstellation: Hypokaliämie + Hypertonie 

Renoparenchymatöse Hypertonie: 

- Häufigkeit: 4% aller Hypertonieformen
- Ursachen:
- akute Glomerulonephritis (Fortbestehen der Hypertonie nach Abheilung der akuten GN spricht für Übergang in mesangioproliferative Form)
- rapid-progressive GN (Hypertonie entwickelt sich mit zunehmender Niereninsuffizienz)
- Chronische GN 
- chron. Pyelonephritis
- chron. interstitielle Nephritis
- diabetische Nephropathie
- maligne Nephrosklerose 
 

Diagnostik  auf eine sek Hypertonie. Wann? 

- Initial ausgeprägte Hypertonie(Grad 3)
- Blutdruckkrisen
- Fehlende Nachtabsenkung im Langzeit-RR
- Therapieresistenz
- Manifestationsaler <30 oder > 60 Jahre
- Auffälige Routine-Diagnostik
=> Weiterführende Diagnostik notwendig 

Folgen der arteriellen Hypertonie: 

- Todesursachen bei Hypertonie nach der Häufigkeit:
- 1. Herzerkrankung
- 2. Schlaganfall
- 3. Niereninsuffizienz

- Folgeerscheinungen am Herzen: erhöhte Arbeitsbelastung => konzentrische linksventrikuläre Hypertrophie => Dilatation/Herzinsuffizienz

- Koronarsklerose + erhöhter myokardialer Sauerstoffbedarf => Angina pectoris, MCI
 
- Neurologische Folgeerscheinungen: 

- Hirninfarkt: infolge der fortschreitenden Arteriosklerose

- Zerebrale Blutung: infolge der Hypertension und Mikroaneurysmenbildung

- Hypertensionsbedingte Enzephalopathie: schwere Hypertension + Bewusstseinsstörung + Kramfanfälle

- Renale Folgeerscheinungen:  Arteriosklerose der afferenten und efferenten Arteriolen und glomerulären Kappilarschlingen => GFR tief, Tubulusschäden => Proteinurie, Hämaturie => Niereninsuffizienz: 

Klinische Untersuchung der arteriellen Hypertonie: 

- Umfassende internistische Untersuchung inkl. Augenfundus 
- Pulsstatus und Gefässauskultation (Strömungsgeräusch) 
- Bauch- und Hüftumfang (stehend) 

Labor bei der arteriellen Hypertonie: 

- Kalium
- Kalzium
- Kreatinin ( Berechnung der Kreatinin- Clearance)
- Glukose
- Gesamtcholesterin, HDL-und HDL-Cholesterin Triglyzeride
- Urin; Status und Sediment, Mikroalbuminure
- EKG 

Algorithmus zur Therapie der arteriellen Hypertonie: 

- Bestimmung des kardiovaskulären Risikos
- Basismassnahmen; Lebensstiländerung
- Medikamentöse Therapie

Bestimmung kardiovaskuläre Risikofaktoren: 

- Schweregrad der Hypertonie
- Alter > 50Jahre (M); > 65 Jahre (W)
- Dyslipidämie: Fettstoffwechselstörung 
- Rauchen
- Abdominelle Adipositas
- Nüchterglukose
- Pathologische Glukosetoleranz
- Familienanamnese 

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