01 APPP


D. S.
Diese Lernkarten decken das Thema Herz-Kreislaufsystem Pathophysiologie auf Universitätsniveau ab. Sie konzentrieren sich auf Erkrankungen wie Hypertonie, Herzinsuffizienz, Endokarditis und Myokarditis, sowie deren Ursachen, Symptome und Therapien. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Medizinstudenten und Ärzte, die ihr Wissen über die Pathophysiologie und Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen vertiefen möchten.
Karten
167
Lernende
2
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
13.01.2016 / 26.06.2018

Lernkarten

Venöse Gefässerkrankungen: Allgemeines: 

- Extremitäten habe oberflächliche und tiefe Venen
- Verbunden durch Vv. Perforantes
- Venenklappen
- Gelenk-Muskel-Pumpe 

Thrombophlebitis: 

- Entzündung der Venenwand mit lokaler Thrombose

- Lokale Schädigung:
- septisch => Keimverschleppung
- aseptisch => Infusionen, Medikamente
- traumatisch => Bagatelltraume neoplastisch 

Thrombophlebitis: Klinik: 

Schmerzhafte Rötung und Schwellung 
Druckdolenter Venenstrang
Ev. Temperaturerhöhung 

Komplikation: tiefe Venenthrombose 

Thrombophlebitis: Therapie: 

- Lokale Umschläge
- Heparinsalbenverbände
- Analgetika und Antiphlogistika
- Keine Ruhigstellung
- Bei Bettlägrigen => Hochlagerung, Kompressionsverband, Antikoagulation 

Phlebothrombose: 

- Kompletter oder inkompletter Verschluss einer tiefen Vene.

- Gerinnselbildung im tiefen Venensystem mit unvollständigem oder kompletten Verschluss des Gefässlumens. 

Phlebothrombose: Lokalisation: 

- Bein - Beckenvenen ( >90%)
- Untere Extremität (60% li., 30% re., 10 % bds.)
- V. subclavia/axillaris: Paget von Schrötter Syndrom 
- Mesenterialvenen
- V. cava 

Paget von Schrötter Syndrom: 

Thrombose der tiefen Arm-, Achsel- oder Schlüsselbeinvene, forcierte Belastung des betreffenden Arms durch Sport ( Tennis, Gewichtheben), Überanstrengungen jeglicher Art ( Deckenstreichen) und längeranhaltende Kompression der Vene (Schlaf, Autofahren). 

Phlebothrombose: Ätiologie: 

- Virchow Trias
- Gefässwandschädigung
- Stase
- Hyperkoagulopathie
 

Phlembothrombose: Virchow-Trias: 

- Schädigung der Gefässwand:
- Mechanische Traumen
- Ionisierende Strahlen
- Thermische Traumen 

- Verlangsamung des Blutstroms (Stase)
- Reiseimmobilisation
- Lokale Immobilisation (Paresen / Gipsverbände)
- Varikosis
- PAVK

- Erhöhte Gerinnungsbereitschaft ( Hyperkoagulabilität)
- Vermehrung des gerinnungshemmenden Potentials 
- Vermehrung des gerinnungsfördernden Potentials 

Virchow Trias Definition: 

Warum kommt es zu einer Thrombose. 

Stase: 

Verlangsamung des Blutstromes 

Hyperkoagulabilität: 

Erhöhte Gerinnungsbereitschaft 

Phlebothrombose: Risikofaktoren: 

- Alter
- Operation
- Trauma
- Immobilisation
- Nikotin
- Orale Kontrazeptiva: Pille 
- Thrombozytose, Gerinnungsstörungen
- Paraneoplastisch: Im Zusammenhang mit einem Tumor
- Diabetes Mellitus
- Adipositas, Exzikkose
- Herzinsuffizienz 

Phlebothrombose: Klinik 

- Inspektion:
- Schwellung 
- Rötung
- Zyanose
- Venenzeichnung

- Palpation: 
- Überwärmung
- Druckdolenz
- Payr Zeichen (Der Untersucher drückt dabei mit den fingern die Fusssohle des betroffenen Beines ein. Ein bestehende Druckschmerzhaftigkeit, insbesondere der innenseitigen Fusssohle)
- Mayr Zeichen (Schmerzen bei Druck auf die Wade)
- Homann Test (Wadenschmerz bei Beugung des Fusses in Richtung Fussrücken) 

- Umfangmessung
- Fieber
- Reduziertes Allgemeinbefinden
- Tachykardie 

Payr Zeichen: 

Der Untersucher drückt dabei mit denFingern die Fusssohle des betroffenen Beines ein. Ein besthende Druckschmerzhaftigkeit, insbesondere der innenseitigen Fusssohle. 

Mayr Zeichen: 

Schmerzen bei Druck auf die Wade 

Homann Test: 

Wadenschmerzen bei Beugung des Fusses in Richtung Fussrücken 

Sonderformen:
Pflegmasia alba dolens: 

Thrombose der Venen meist im Becken und am Oberschenkel mit Schwellung, hochgradier Druckschmerzhaftigkeit und wachsartiger Blässe der betroffenen Extremität sowie häufiges Fieber. 

Sonderformen: Phlegmasia rubra dolens 

Plötzlich , schmerzhafte Schwellung einer Extremität mit Rotfärbung der Haut bei ausgedehnter Phlebothrombose. Übergang in die Phlegmasia coerulea dolens. 

Sonderformen: Phlegmasia coerulea dolens: 

Selten vorkommende, besonders schwere Verlaufsform einer Venenthrombose. Verschluss aller Venen eines Querschnitts. Gewebedruck steigt stark, zum Ausbleiben der arteriellen Versorgung. Schmerzen, ernste Bedrohung für die betroffene Extremität und das Leben des Pat. 

Diagnostik:

- Anamnese
- Körperliche Untersuchung
- Umfangmessung (>1 cm Differenz pathologisch)
- Labor ( D-Dimer) ist ein Abfallprodukt von der Gerinnung 
- Duplexsonographie
- Phlebographie
- CT / MRI 

Differentialdiagnosen: Phlebothrombose 

- Lymphödem
- Kardiale Ödeme
- Hypalbuminämie
- Infektionskrankheiten (Erysipel)
- Hämatologische Erkrankungen
- Neoplastische Veränderungen
- Muskelriss
- Baker Zyste 

Differentialdiagnose Thrombophlebitis/ Phlebothrombose: 

- Thrombophlebitis:
- Lokalisierte Entzündung: Rötung, Überwärmung, Schmerz
- Begleitödem lokalisiert
- Schmerzhaft, entzündete Venenstränge 

- Phlebothrombose:
- Zyanose des Beins
- Schwellung ganzer Extremität
- Dumpfer Schmerz im gesamten Bein
- Druckschmerz Wade, Oberschenkel, Fusssohle 

Reisethrombose: Definition: 

- Tritt nach vielstündigen Reise in sitzender Position eine Thrombose UE ohne vorhergehenden Thrombembolie ein. 

Reisethrombose Risiko: 

- Mittleres Risiko:
- SSW und nach Geburt
- > 60
- Herzerkrankungen
- Thromboseneigung
- Grössere Krampfadern
- Hormonsersatztherapie / orale Kontrazeptiva
- Adipositas
- Dehydratation

- Hohes Risiko:
- Bekannte Thrombembolien
- Neoplasien
- Ruhigstellung
- Nach OP 

Reisethrombose: Vorbeugung: 

- Nach 14 Tagen 4x erhöhtes Risiko
- Pro Million Passagiere 7.3% Thrombose

- Enge Kleidung vermeiden
- Viel trinken
- Alkohol, Sedativa, Hypnotika vermeiden
- Wadenmuskeln anspannen
- Bei Risikofaktoren: Stützstrümpfe / vor Abreise niedermolekulares Heparin 

Komplikationen: Thrombose 

- Lungenembolie
- 90% aus tiefen Bein-Beckenvenen
-  5% aller Todesursachen bei Obduktion

-Postthrombotisches Syndrom
- Chronisch venöse Insuffizienz mit venöser Hypertonie distal des Verschlusses 

Therapie: Thrombose 

Ziele: 
- Thrombosenprophylaxe
- Verhinderung einer Lungenembolie
- Rekanalisation
- Verhinderung von Rezidiven
- Verhinderung eines postthrombotischen Syndroms 

Thromboseprophylaxe: 

- Krankengymnastik
- Kompressionstrümpfe
- Frühmobilisation
- Niedermolekulares Heparin 

Therapie Thrombose:
Antikoagulation: 

- Niedermolekulare Heparine, fondaparinux (Arixtra), Unfraktioniertem Heparin ( Liquemin)
- Orale Antikoagulation (Marcoumar, Sintrom)
- Neue orale Antikoagulantien (Xarelto = Rivaroxaban) 

Therapie Thrombose: Rekanalisationstherapie: 

- Medikamentös (Fibrinolyse)
- Operative (Thrombektomie)
- Cava Filter 

Therapie Thrombose: Begleittherapie: 

- Kompressionstherapie mit zunächst Kurzzugbinden, dann Kompressionsstrümpfe
- Immobilisation versus Mobilisation?
- Rezidivprophylaxe, Risikosituationen 

Pflegerische Massnahmen der Thromboseprophylaxe:
Anpassen und Anziehen der Kompressionsstrümpfen: 

- Kompressionsstrümpfe müssen individuell angefertigt werden. 
- Die Herstellung erfolgt in vier Kompressionsklassen
- Möglichst Beine 15-20 Minuten vor dem Anziehen um ca 35 - 40 Gtad erhöht lagern

- Anwendung:
- Hauptsächlich bei mobilen Patienten zur sekundären Thromboseprophylaxe

- Ziele der Kompressionsstrümpfe
- Wiederherstellung des Venenklappenschlusses, Förderung des venösen Blutflusses sowie Intensivierung der Muskel-Venen-Pumpe 

Pflegerische Massnahmen der Thromboseprophylaxe:
Anlegen eines Kompressionsverbandes mit elastischen Binden: 

- Anlegen eines Kompressionsverbandes erst nach Entstauung der Beine (Hochlagerung der Beine, Ausstreichen der Beine)
- Optimale Dosierung der Kompression: höchster Druck am Fuss, kontinuierliche Druckreduzierung bis auf ca. 40% in Richtung Oberschenkel 

- Ziele des Kompressionsverbandes:
- Förderung und Verbesserung des venösen Rückflusses über eine Kompression der oberflächlichen Hautvenen
- Erhöhung der Strömungsgeschwindigkeit in den tief liegenden Beinvenen. 

Lungenembolie Definition: 

- Plötzliche Rechtsherzbelastung bei Querschnittverminderung der pulmonalen Strombahn durch thrombotisches Material
- 650.000 Todesfälle/Jahr
- 40 % überleben die ersten 30 Minuten
- 10 % Todesfälle im KH 

Prädisponierende Faktoren: Begünstigte: 

- Venöse Stase (lange Reisen, Bettlägerigkeit)
- Operationen (v.a. Hüft/Knie)
- SSW,Geburt
- Gerinnungsdefekte (Protein C/S Mangel, AT III Mangel)
- Adipositas
- Varikositas: Krampfadern 
- Orale Kontrazeptiva
- Rauchen 

Ätiologie: Ursache LE 

- 95 % Folge / Begleiterscheinung tiefen Beinbeckenthrombosen
- Armvenen Thrombose 2 %
- Fettembolie
- Luftembolie
- Fruchtwasserembolie
- Septische Embolie
- Tumorembolie 

Symptome LE: 

- Plötzlich einsetzende Atemnot
- Atemabhängige Schmerzen in der Brust
- Synkope
- Husten
- Hämoptysen: Aushusten von blutigem Sekret 
- Tachykardie
- Einseitige Beinschwellung 
- Tachapnoe
- Spo2 Abfall
- Gestaute Halsvene
- Hypotonie
- Kardiogener Schock 

Hämoptyse: 

Aushusten von blutigem Sekret 

Differentialdiagnosen: 

- Myokardinfarkt
- Aortendissektion
- Perikarditis
- Pneumothorax
- Pleuritis
- Ösophagitis
- Magenulkus
- Gallenblasenkolik
- Nierenkolik
- Schock jeglicher Genese 

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