Antiarrythmika, Antihypertonika etc.

Antiarrythmika, Antihypertonika etc.

Antiarrythmika, Antihypertonika etc.


N. K.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über die Pharmakologie von Herz-Kreislauf-Medikamenten auf Universitätsniveau. Sie behandeln verschiedene Wirkstoffe wie Nitrate, Betablocker, Calciumkanalblocker und Vasodilatoren, deren Mechanismen, Indikationen und Nebenwirkungen. Besonders hervorgehoben werden die Wirkungen auf Kanäle, die Hemmung spezifischer Prozesse und die Klassifizierung der Wirkstoffe. Medizinstudenten und Fachkräfte profitieren von diesen Karteikarten, um ihr Verständnis der Pharmakotherapie bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu vertiefen und ihre klinischen Entscheidungen zu verbessern.
Karten
164
Lernende
2
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
30.07.2016 / 10.10.2017

Lernkarten

Zofenopril

ACE-Hemmer

Charakteristika: 

• kompetitive Inhibitoren (verdrängen AT1 aus Bindungstasche)

• Prodrugs: Ester! 

• Carboxylgruppe führt zu stärkerer ACE-Hemmung als SH-Gruppe

Bindung von ACE-Inhibitoren (Lisinopril) an ACE

SAR ACE-Hemmer

Gemeinsamkeiten der ACE-Hemmer der 2.ten Generation:

1. Prolin-Rest (grün), durch bioisostere Heterozyclen ersetzbar

2. S-konfig. Alanin-Rest (gelb)

3. (Phenyl-)Buttersäurerest (blau)


Unterschiede:

• Annelierung oder spiro-Verknüpfung am Prolin-Rest

• Methylgruppe des Alanins in hydrierten 7-Ringheterocyclus integriert


Stereochemie:

• Alle 3 chiralen C-Atome im Enalapril, Lisinopril, Trandolapril etc. sind S-konfiguriert

• 2-Methylgruppe muss S-konfiguriert sein (R-Diastereomer: 100-fach schwächer)

Prodrugs: immer Ethylgruppe an blau

Enalapril

ACE-Hemmer

Enalapril ist Prodrug, an Carboxylgruppe (blau) ist da Ethylgruppe

Spirapril

ACE-Hemmer

Spirapril ist Prodrug, an Carboxylgruppe (blau) ist da Ethylgruppe

Ramipril

ACE-Hemmer

Ramipril ist Prodrug, an Carboxylgruppe (blau) ist da Ethylgruppe

Lisinopril

ACE-Hemmer

Fosinopril STEX

EINZIGES mit Phosphat

super mega wichtig bla bla 

PK und UAW ACE-Hemmer: HWZ, Ausscheidung

• Unterscheide:

in vitro HWZ (Inhibitor-Enzym-Komplex) und in vivo HWZ (Eliminations-HWZ)


• Ausscheidung überwiegend renal (CAVE: Dosisanpassung bei eingeschränkter Nierenfunktion)
• keine/geringe metabolisch-bedingte Interaktionen


UAWs:

•starker Blutdruckabfall -> reflektorische Sympathikus Aktivierung möglich

• Nierenversagen bei Nierenarterienstenose

• Verschlechterung der Nierenleistung

• Hyperkaliämie (insb. in Kombi. mit K+-sparenden Diuretika)

• Husten

• angineurotisches Ödem

AT1-Rezeptor-Antagonisten

• grundsätzlich: peptidische und nicht-peptidische Antagonisten

• nicht-peptidische: „Sartane“

• blockieren den AT1-Rezeptor hochselektiv (keine Wirkung am AT2)

• keine intrinsische Aktivität

• geringe UAWs (kein Reizhusten wie bei ACE-Inhibitoren)

• als Monopräparate oder in Kombi. mit Hydrochlorothiazid bei arterieller Hypertonie

Leitstrukturen und Strukturelle Gemeinsamkeiten von Sartanen

Gemeinsamkeiten der Sartane:

• benzylierter Stickstoff (auch Biphenyl möglich), der Teil eines Imidazols oder eines Amid ist

• Carboxylgruppe (A) in Nachbarschaft zum benzylierten N

• Carboxylgruppe (B) oder Tetrazolring am Benzylteil oder Biphenylring

• n-Butyl- oder n-Propylrest am Fünfringheterocyclus

Losartan

AT1-Antagonist 

• erster AT1-Antagonist (1995) • Aktiver Metabolit: Oxidation der Hydroxymethylengruppe → Carbonsäure! (E3174, stärker wirksam )
• Kaliumsalz: deprotonierter Tetrazolring als Anion

• NW: einziger AT1-Antagonist mit urikosurischen Eigenschaften (nicht aber E-3174)

Bindung von AT1-Rezeptor-Antagonisten an den Rezeptor

Glutamin zieht nach unten, wodurch N an Imidazol nach oben, dadurch Bindung zu Tyrosin OH -> Bindung von Losartan (rel. schwach) und des aktiven Metaboliten E-3174 (rel. stark) Wichtig: H-Brücke zu Tyr3.37, erzeugt durch Interaktion der Carboxylatgruppe mit Gln6.52

Eprosartan

AT1-Rezeptorantagonist

geringe Metabolisierung, 20% als Acylglucuronid

Valsartan

AT1-Rezeptorantagonist

• geringe Metabolisierung

• Elimination verläuft biphasisch, kurze Plasma-HWZ = 1 Std., terminale HWZ = 9 Std

Irbesartan

AT1-Rezeptorantagonist

• geringe Plasmaproteinbindung, aber lange HWZ (11-15 Std)

• intensiver Metabolismus: endständige Hydroxylierung am Butylrest und Oxidation zur Carbonsäure

Telmisartan

AT1-Rezeptorantagonist

Olmesartan-medoxomil

AT1-Rezeptorantagonist

Prodrugs! Esterspaltung in der Mucosa des GIT

Candesartan-cilexetil

AT1-Rezeptorantagonist

Prodrugs! Esterspaltung in der Mucosa des GIT

Einteilung der Sartane und deren Eigenschaften, Beispiele

a) überwindbare Sartane (surmountable) → antagonistische Eigenschaften können durch hohe Konz. des
physiologischen Agonisten aufgehoben werden

• dissoziieren rasch vom Rezeptor

• Eprosartan, Telmisartan, Olmesartan


b) unüberwindbare Sartane (insurmountable) → antagonistische Eigenschaften können durch hohe Konz. des physiologischen Agonisten nicht aufgehoben werden

• haben hohe Affinität, binden eng und dissoziieren langsam vom Rezeptor

• Valsartan, Irbesartan, Candesartan, E3174

Endothelin-Antagonisten Endung

-entane

Endothelin-1

• Peptid

• bindet an ETA-Rezeptoren (glatte Muskulatur) und ETB-Rezeptoren (glatte Muskulatur, neuronales Gewebe, Endothel- und Epithelzellen)
• besitzt stark gefäßverengende Wirkung am Endothel der Blutgefäße (dilatierende Mediatoren: NO und PGI2)
• bei pulmonaler Hypertonie (Lungenhochdruck im kleinen Kreislauf) ist Endothelin Konz. erhöht
• führt zu pathologischem Umbau der Lungengefäße

Vasodilatoren mit direktem Angriff an der glatten Muskulatur

  • Phthalazin-Hydrazino-Derivate: Hydralazin, Dihydralazin
  • Kaliumkanalöffner: Minoxidil, Diazoxid, Nitroprussidnatrium, Cicletanin

Hydrazin

Vasodilatoren mit direktem Angriff an der glatten Muskulatur
• Phthalazin-Hydrazino-Derivate

• molekularer Mech. ist unklar; Angriff an glatter Muskulatur kleiner Arterien und Arteriolen → Dilatation!
• möglicherweise via Beeinflussung des Ca2+-Einstroms in die Zelle

• hoher First-Pass; Metabolismus: Acetylierung und Hydroxylierung

Dihydralazin

Vasodilatoren mit direktem Angriff an der glatten Muskulatur
• Phthalazin-Hydrazino-Derivate 

• molekularer Mech. ist unklar; Angriff an glatter Muskulatur kleiner Arterien und Arteriolen → Dilatation!
• möglicherweise via Beeinflussung des Ca2+-Einstroms in die Zelle 

• hoher First-Pass; Metabolismus: Acetylierung und Hydroxylierung

Vasodilatoren mit direktem Angriff an der glatten Muskulatur: Kaliumkanalöffner -> WM, NW

• Angriff an SUR-UE von ATP-abhängigen K+-Kanälen: stimulieren so die ATPase-Aktivität des SUR
• zwei Isoformen: Kir6.1 und Kir6.2 (in Muskelzellen und ß-Zellen des Pankreas)
• ATP hält Kanäle geschlossen; Erniedrigung der ATP-Konz öffnet die Kanäle und führt zur Hyperpolarisation → Ca2+-Einstrom vermindert → Dilatation der Arteriolen.
Beachte: an SUR-UE von ATP-abhängigen K+-Kanälen in ß-Zellen des Pankreas greifen auch Sulfonylharnstoffe an: diese wirken inhibierend auf den K+-Kanal und verstärken den Ca2+-Einstrom. => Interaktion

NW: Insulinfreisetzung wird gehemmt

Diazoxid: Indikation, Applikation, HWZ, NW

Kaliumkanalöffner: Vasodilatoren mit direktem Angriff an der glatten Muskulatur

• zur Behandlung hypertensiver Notfälle

• i.v.-Injektion (nicht p.o.!) => nicht zur Dauertherapie!!

• strukturell verwandt mit Chlorothiazid (Diuretikum)

• antidiuretische Wirkung (wegen Reninfreisetzung?)

• NW: hemmt Insulinfreisetzung

• HWZ: 10-70 Std.

Minoxidil: Wirkung, Indikation, Applikation, HWZ, NW

Kaliumkanalöffner: Vasodilatoren mit direktem Angriff an der glatten Muskulatur

• zur Behandlung schwerer und maligner Hypertonie

• p.o. Applikation

• HWZ: 2-3 Std. , Blutdrucksenkung jedoch länger (Biologische HWZ ist aber länger)

• Akkumulation in den Gefäßen der Arterien 

• Prodrug: Bioaktivierung in der Leber zum aktiven Metaboliten Minoxidilsulfat
• NW: fördert Haarwachstum → Anw. bei androgener Alopezie

Bioaktivierung und Inaktivierung von Minoxidil

Nitroprussidnatrium: Indikation, Wirkung, Applikation, HWZ

Kaliumkanalöffner: Vasodilatoren mit direktem Angriff an der glatten Muskulatur

• zur kontrollierten Blutdrucksenkung bei Operationen, schweren Ergotismus und hypertensiven Krisen
• Wirkung ist auf venöse und arterielle Gefäße gleich; nach 1-2 min.
• pharmakologisch aktiv: NO!

• NO aktiviert cytosol. Guanylatcyclase → Hemmung der Gefäßkontraktion
• nur i.v.-Applikation!

• HWZ: wenige Minuten

• lichtempfindlich (Reduktion)

• Cyanid wird in der Leber zu Thiocyanat umgewandelt -> keine Gefahr der Cyanidvergiftung, da langsamer Abbau

Cicletanin

Kaliumkanalöffner: Vasodilatoren mit direktem Angriff an der glatten Muskulatur

• Reservearzneistoffzur Beh. der Hypertonie

• ringgeschlossenses Pyridoxol!

• hemmt PDE1 und PDE5: cGMP steigt an!

• verstärkt Vasorelaxation durch Aktivtoren der Guanylatcyclase (z.B. NO) und hemmt Thrombozytenaggregation
• erhöht die Prostacyclinsynthese (?) Vasodilatation führt vll Hemmung der Thrombozytenaggregtion

• HWZ: 7-8 Std.

Koronartherapeutika: Wirkung, Indikation

• = antianginöse Wirkstoffe

• Koronarinsuffizienz = Angina pectoris (Disbalance zw. myokard. O2- Verbrauch und –angebot)
• Ursache: Sklerosierung koronarer Gefäße („Koronare Herzkrankheit, KHK“; „Koronarsklerose“)
• Ziel: Ökonomisierung der Herzarbeit → Ausreichend Sauerstoffversorgung!

Klassen der antiangiösen Wirkstoffe

1. NO-liefernde Prodrugs („Nitrate“)

2. Beta-Blocker

3. Ca2+-Antagonisten

Wirkmechanismen der Koronartherapeutika

a) Verminderung des (Herz-)Füllvolumens und Reduktion des Gefäßwiderstands (NO-Prodrugs, Ca2+-Antagonisten)
b) Verminderung der Herzfrequenz und Kontraktilität (Beta-Blocker, Ca2+Antagonisten)

Koronarsklerose Darstellung

Organische Nitrate und Molsidomin: Beispiele, HWZ

Vertreter:

Nitrate (Salpetersäureester)

Glyceroltrinitrat (GTN, Nitroglycerin)

Pentaerithrityltetranitrat (PETN)

Isosorbiddinitrat (ISDN)

Isosorbid-5-mononitrat (ISMN)

Molsidomin


Wirkstärke ähnlich, Wirkdauer sehr unterschiedlich! (Metabolismus!)

Organische Nitrate sind sehr lipophil!
→ kurz: GTN, ISDN

• sublinguale Gabe (hoher first-pass-effect)

• bei akuten Angina pectoris Anfällen und nur kurzfristig zur Prävention bei Belastungen
→ lang: ISMN, PETN

• transdermal, oral (Retard)

•zur Prävention

Glyceroltrinitrat: Applikation, Indikation, HWZ, Metabolismus

Koronartherapeutikum: organisches Nitrat

GTN

• rasche Absorption

• Zerbeißkapseln, Spray, Membranpflaster

• bei akutem Ang. pect.

• HWZ: wenige Minuten

• Abbau über Glutathion-S-Transferase (GST)
• Abspaltung von Nitrit: verbleibende Di-Nitrate zu Glycerin

Pentaerythrityltetranitrat

Koronartherapeutikum: organisches Nitrat

langsamere Metabolisierung durch GST (Glutathion-S-Transferase)

Isosorbiddinitrat

Koronartherapeutikum: organisches Nitrat

ISDN

wird zu Isosorbid-2-mononitrat und Isosorbid-5-mononitrat abgebaut.

Isosorbidmononitrat

Koronartherapeutikum: organisches Nitrat

ISMN

• lange Wirkdauer

• zur Prophylaxe und Langzeitbehandlung

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