Antiarrythmika, Antihypertonika etc.
Antiarrythmika, Antihypertonika etc.
Antiarrythmika, Antihypertonika etc.
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Lernkarten
SAR ACE-Hemmer
Gemeinsamkeiten der ACE-Hemmer der 2.ten Generation:
1. Prolin-Rest (grün), durch bioisostere Heterozyclen ersetzbar
2. S-konfig. Alanin-Rest (gelb)
3. (Phenyl-)Buttersäurerest (blau)
Unterschiede:
• Annelierung oder spiro-Verknüpfung am Prolin-Rest
• Methylgruppe des Alanins in hydrierten 7-Ringheterocyclus integriert
Stereochemie:
• Alle 3 chiralen C-Atome im Enalapril, Lisinopril, Trandolapril etc. sind S-konfiguriert
• 2-Methylgruppe muss S-konfiguriert sein (R-Diastereomer: 100-fach schwächer)
Prodrugs: immer Ethylgruppe an blau
PK und UAW ACE-Hemmer: HWZ, Ausscheidung
• Unterscheide:
in vitro HWZ (Inhibitor-Enzym-Komplex) und in vivo HWZ (Eliminations-HWZ)
• Ausscheidung überwiegend renal (CAVE: Dosisanpassung bei eingeschränkter Nierenfunktion)
• keine/geringe metabolisch-bedingte Interaktionen
UAWs:
•starker Blutdruckabfall -> reflektorische Sympathikus Aktivierung möglich
• Nierenversagen bei Nierenarterienstenose
• Verschlechterung der Nierenleistung
• Hyperkaliämie (insb. in Kombi. mit K+-sparenden Diuretika)
• Husten
• angineurotisches Ödem
AT1-Rezeptor-Antagonisten
• grundsätzlich: peptidische und nicht-peptidische Antagonisten
• nicht-peptidische: „Sartane“
• blockieren den AT1-Rezeptor hochselektiv (keine Wirkung am AT2)
• keine intrinsische Aktivität
• geringe UAWs (kein Reizhusten wie bei ACE-Inhibitoren)
• als Monopräparate oder in Kombi. mit Hydrochlorothiazid bei arterieller Hypertonie
Leitstrukturen und Strukturelle Gemeinsamkeiten von Sartanen
Gemeinsamkeiten der Sartane:
• benzylierter Stickstoff (auch Biphenyl möglich), der Teil eines Imidazols oder eines Amid ist
• Carboxylgruppe (A) in Nachbarschaft zum benzylierten N
• Carboxylgruppe (B) oder Tetrazolring am Benzylteil oder Biphenylring
• n-Butyl- oder n-Propylrest am Fünfringheterocyclus
Bindung von AT1-Rezeptor-Antagonisten an den Rezeptor
Einteilung der Sartane und deren Eigenschaften, Beispiele
a) überwindbare Sartane (surmountable) → antagonistische Eigenschaften können durch hohe Konz. des
physiologischen Agonisten aufgehoben werden
• dissoziieren rasch vom Rezeptor
• Eprosartan, Telmisartan, Olmesartan
b) unüberwindbare Sartane (insurmountable) → antagonistische Eigenschaften können durch hohe Konz. des physiologischen Agonisten nicht aufgehoben werden
• haben hohe Affinität, binden eng und dissoziieren langsam vom Rezeptor
• Valsartan, Irbesartan, Candesartan, E3174
Endothelin-Antagonisten Endung
-entane
Endothelin-1
• Peptid
• bindet an ETA-Rezeptoren (glatte Muskulatur) und ETB-Rezeptoren (glatte Muskulatur, neuronales Gewebe, Endothel- und Epithelzellen)
• besitzt stark gefäßverengende Wirkung am Endothel der Blutgefäße (dilatierende Mediatoren: NO und PGI2)
• bei pulmonaler Hypertonie (Lungenhochdruck im kleinen Kreislauf) ist Endothelin Konz. erhöht
• führt zu pathologischem Umbau der Lungengefäße
Vasodilatoren mit direktem Angriff an der glatten Muskulatur
- Phthalazin-Hydrazino-Derivate: Hydralazin, Dihydralazin
- Kaliumkanalöffner: Minoxidil, Diazoxid, Nitroprussidnatrium, Cicletanin
Hydrazin
Vasodilatoren mit direktem Angriff an der glatten Muskulatur
• Phthalazin-Hydrazino-Derivate
• molekularer Mech. ist unklar; Angriff an glatter Muskulatur kleiner Arterien und Arteriolen → Dilatation!
• möglicherweise via Beeinflussung des Ca2+-Einstroms in die Zelle
• hoher First-Pass; Metabolismus: Acetylierung und Hydroxylierung
Dihydralazin
Vasodilatoren mit direktem Angriff an der glatten Muskulatur
• Phthalazin-Hydrazino-Derivate
• molekularer Mech. ist unklar; Angriff an glatter Muskulatur kleiner Arterien und Arteriolen → Dilatation!
• möglicherweise via Beeinflussung des Ca2+-Einstroms in die Zelle
• hoher First-Pass; Metabolismus: Acetylierung und Hydroxylierung
Vasodilatoren mit direktem Angriff an der glatten Muskulatur: Kaliumkanalöffner -> WM, NW
• Angriff an SUR-UE von ATP-abhängigen K+-Kanälen: stimulieren so die ATPase-Aktivität des SUR
• zwei Isoformen: Kir6.1 und Kir6.2 (in Muskelzellen und ß-Zellen des Pankreas)
• ATP hält Kanäle geschlossen; Erniedrigung der ATP-Konz öffnet die Kanäle und führt zur Hyperpolarisation → Ca2+-Einstrom vermindert → Dilatation der Arteriolen.
Beachte: an SUR-UE von ATP-abhängigen K+-Kanälen in ß-Zellen des Pankreas greifen auch Sulfonylharnstoffe an: diese wirken inhibierend auf den K+-Kanal und verstärken den Ca2+-Einstrom. => Interaktion
NW: Insulinfreisetzung wird gehemmt
Diazoxid: Indikation, Applikation, HWZ, NW
Kaliumkanalöffner: Vasodilatoren mit direktem Angriff an der glatten Muskulatur
• zur Behandlung hypertensiver Notfälle
• i.v.-Injektion (nicht p.o.!) => nicht zur Dauertherapie!!
• strukturell verwandt mit Chlorothiazid (Diuretikum)
• antidiuretische Wirkung (wegen Reninfreisetzung?)
• NW: hemmt Insulinfreisetzung
• HWZ: 10-70 Std.
Minoxidil: Wirkung, Indikation, Applikation, HWZ, NW
Kaliumkanalöffner: Vasodilatoren mit direktem Angriff an der glatten Muskulatur
• zur Behandlung schwerer und maligner Hypertonie
• p.o. Applikation
• HWZ: 2-3 Std. , Blutdrucksenkung jedoch länger (Biologische HWZ ist aber länger)
• Akkumulation in den Gefäßen der Arterien
• Prodrug: Bioaktivierung in der Leber zum aktiven Metaboliten Minoxidilsulfat
• NW: fördert Haarwachstum → Anw. bei androgener Alopezie
Nitroprussidnatrium: Indikation, Wirkung, Applikation, HWZ
Kaliumkanalöffner: Vasodilatoren mit direktem Angriff an der glatten Muskulatur
• zur kontrollierten Blutdrucksenkung bei Operationen, schweren Ergotismus und hypertensiven Krisen
• Wirkung ist auf venöse und arterielle Gefäße gleich; nach 1-2 min.
• pharmakologisch aktiv: NO!
• NO aktiviert cytosol. Guanylatcyclase → Hemmung der Gefäßkontraktion
• nur i.v.-Applikation!
• HWZ: wenige Minuten
• lichtempfindlich (Reduktion)
• Cyanid wird in der Leber zu Thiocyanat umgewandelt -> keine Gefahr der Cyanidvergiftung, da langsamer Abbau
Cicletanin
Kaliumkanalöffner: Vasodilatoren mit direktem Angriff an der glatten Muskulatur
• Reservearzneistoffzur Beh. der Hypertonie
• ringgeschlossenses Pyridoxol!
• hemmt PDE1 und PDE5: cGMP steigt an!
• verstärkt Vasorelaxation durch Aktivtoren der Guanylatcyclase (z.B. NO) und hemmt Thrombozytenaggregation
• erhöht die Prostacyclinsynthese (?) Vasodilatation führt vll Hemmung der Thrombozytenaggregtion
• HWZ: 7-8 Std.
Koronartherapeutika: Wirkung, Indikation
• = antianginöse Wirkstoffe
• Koronarinsuffizienz = Angina pectoris (Disbalance zw. myokard. O2- Verbrauch und –angebot)
• Ursache: Sklerosierung koronarer Gefäße („Koronare Herzkrankheit, KHK“; „Koronarsklerose“)
• Ziel: Ökonomisierung der Herzarbeit → Ausreichend Sauerstoffversorgung!
Klassen der antiangiösen Wirkstoffe
1. NO-liefernde Prodrugs („Nitrate“)
2. Beta-Blocker
3. Ca2+-Antagonisten
Organische Nitrate und Molsidomin: Beispiele, HWZ
Vertreter:
Nitrate (Salpetersäureester)
Glyceroltrinitrat (GTN, Nitroglycerin)
Pentaerithrityltetranitrat (PETN)
Isosorbiddinitrat (ISDN)
Isosorbid-5-mononitrat (ISMN)
Molsidomin
Wirkstärke ähnlich, Wirkdauer sehr unterschiedlich! (Metabolismus!)
Organische Nitrate sind sehr lipophil!
→ kurz: GTN, ISDN
• sublinguale Gabe (hoher first-pass-effect)
• bei akuten Angina pectoris Anfällen und nur kurzfristig zur Prävention bei Belastungen
→ lang: ISMN, PETN
• transdermal, oral (Retard)
•zur Prävention
Glyceroltrinitrat: Applikation, Indikation, HWZ, Metabolismus