TUD


F. M.
Diese Lernkarten behandeln fortgeschrittene Themen der Handhabungs- und Robotertechnik für Universitätsniveau. Sie decken Bereiche wie die Planung, Programmierung und Steuerung von Industrierobotern ab, wobei Schwerpunkte auf Sicherheit, Sensorik und Bewegungssteuerung liegen. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Studierende und Ingenieure, die sich mit der Integration von Robotern in Produktionsprozesse beschäftigen und praktische Anwendungen sowie theoretische Grundlagen verstehen möchten.
Karten
66
Lernende
1
Sprache
Deutsch
Kategorie
Mechatronik
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
03.02.2016 / 04.02.2016

Lernkarten

Antriebsarten für Roboter

hydraulisch:

  • für große Kräfte und mobile Systeme
  • hohe Leistungsdichte bei kleinen Abmessungen
  • aber: Hydraulikaggregat braucht viel Platz, mögliche Undichtigkeiten, keine Selbsthemmung, Stick-slip

pneumatisch:

  • für einfache Point-to-point Aufgaben
  • für nicht numerische Achsen
  • preiswert, einfach, robust, leicht, schnell, sauber, fast stick-slipfrei
  • aber: begrenzte Leistung, schlechte Regelbarkeit keine Selbsthemmung

elektrisch:

  • Großteil aller Roboterantriebe
  • gute Regelbarkeit, schnell startbereit, geringe Kosten, guter Wirkungsgrad, geräuscharm, sauber
  • aber: größere Baumaße bei großen Kräften

Gleichstrommotor, Synchronmotor, Asynchronmotor: Vor- und Nachteile

Gleichstrommotor

  • Vorteile
    • gute Dynamik
    • großer Drehzahlstellbereich
    • vielfältige Bauarten
    • einfache Ansteuerung
  • Nachteile
    • Trafo notw.
    • Bürsten und Kommutatoren verschleißen
    • Wärmeabfuhr über die Rotorwelle

Synchronmotor:

  • Vorteile
    • gute Dynamik, hohe Überlastbarkeit mgl.
    • hohe Schutzart
    • wartungsfrei
    • etwas aufwändigere Ansteuerung, aber noch einfach
  • Nachteile
    • max. Drehzahl durch Fliehkraft begrenzt
    • hochauflösender Rotorstellgeber notw.

Asynchronmotor:

  • Vorteile
    • kompakt
    • hohe Überlastbarkeit
    • hohe Schutzart
    • wartungsfrei
    • hoher Drehzahlstellbereich
  • Nachteile
    • aufwendige Ansteuerung
    • hohe Wärmeentwicklung
    • kleiner Wirkungsgrad

Kraftübertragung bei Robotern - Funktionen

- bei indirekten Antrieben notwendig

Wandeln:

  • Untersetzung der Drehzahl für hohe Moment
  • Untersetzung mit Harmonic Drive, Planetengetriebe
  • rot. Bew. in translatorisch

Übertragen: Motor am Anfang der kinematischen Kette

Unterstützen: Reduzierung der Differenz zwischen Bewegung in und gegen Richtung der Gewichtskraft

Kraftübertragung - Anforderungen

  • geringes Verdrehspiel und hohe Steifigkeit
  • geringe Hysterese, hoher Wirkungsgrad
  • geringe Positionsfehler
  • hohe Dynamik
  • Schwingungsarmut
  • Betriebssicherheit und Überlastbarkeit
  • geringes Bauvolumen

Aufgabenbereiche einer Robotersteuerung

Funktionssteuerung mit Bewegungssteuerung und Aktionssteuerung

  • koordinierte Bewegung der Achsen
  • Aktionen gekoppelter Funktionsträger
  • Kontrolle der Systemfunktionsfähigkeit
  • Störungen erkennen und anzeigen

Ablaufsteuerung

  • Abarbeitung des Programms
  • Wiederanlauf nach Stopp, Notaus, Halt
  • Abarbeitungsformen: manuell und automatisch
  • Reaktionen auf Sensorsignale

Dialogsteuerung

  • Bedien- und Programmierfkt
  • Datensicherung
  • Protokoll
  • Verarbeitung von Steuerfkt. (Laden von Programmen...)

 

Unterschiedliche Anforderungen:

NC- Funktionen: Achsansteuerung

SPS: Peripheriesteuerung

VPS: Lageregelung

PC: Programmierung, Bedienung, Visalisierung

Funktionsgliederung der Bewegungssteuerung

1. Programmsteuerung mit Logikteil

  • Abarbeiten des Programms

2. Bewegungskommando mit Geometriedaten

  • Programm enthält Logik- und Geometriedaten
  • beinhaltet bewegungsbestimmende Parameter und Geometriedaten zur Pose

3. Bahnplanung und 4. Interpolator

  • berechnen im Interpolationstakt Stützpunkte für die Bewegung, bestimmt durch Position und Orientierung

5. Koordinatentransformation

  • Umrechnen der Stützpunkte in Sollvorgaben für die Einzelachse

6.  Sollwerte für die Lageregelkreise

Bewegungsbeeinflussende Parameter

  • max. Achsgeschw. / -beschl.
  • TCP Geschwindigkeit bei PTP / Bahninterpolation (linear, zirkular, spline, pendelnd)
  • TCP Beschleunigung
  • Interpolationsart
  • Überschleifen
  • Koordinatentransformation

Bewegungssteuerung Überschleifen

für das Verrunden von Roboterbewegungsbahnen

wegabhängig oder geschwindigkeitsabhängig

Koordinatentransformation + Probleme der Rückwärtstransformation

vorwärts: Antrieb auf Abtrieb

rückwärts: Abtrieb auf Antrieb

 

Probleme der Rückwärtstranformation

  • math. mehrdeutig
  • Unstetigkeiten
  • Kinematiken mit mehreren Lösungen (>360°)
  • singuläre Stellungen --> unendlich Lösungen (2 Achsen in Flucht)
  • Überschreiten von Achs- und Arbeitsbereichsgrenzen

Programmieren von IR

- Gestaltung der Aufgabe aus fertigungstechnischer und organisatorischer Sicht

  • Zielkriterien (Qualität, Zeit, Kosten)
  • Verfahrensparameter
  • org. Bedigungen

-Formulieren der Steueraufgabe

  • Möglichkeiten der Programmiersprache
  • Programmgestaltung (Pflege, Sicherheit)

- Eingeben des Programms: Programmiersystem /-umgebunng

- Testen und Modifizieren: unter realen geom., kin., anlagentechnische Bedigungen

Anforderungen an den Programmierer

- komplexes Wissen über Fertigungsprozess, Info-Verarbeitung, Automatisierungstechnik, Robotertechnik

- formale Aufgaben bei der Programmierung (teachin)

- Spezifik der versch. Sprachen

- untersch. Anforderungen durch Anwendungsbreite

Programmierverfahren

  • Online
    • Teach In
      • direkt: manuelles Bewegen des Roboters, Mitschreiben der Punktfolge
      • indirekt: Bewegen mit Antrieben per Joystick
    • textuell: Eingabe des Programmcodes mit allen Parametern
  • Offline
    • explizit
      • algorithmische Beschreibung
      • gerätebezogen (Bewege die jeweilge Achse) oder raumbezogen (fahre an den bestimmten Ort)
    • implizit
      • algorithmische oder deskriptive Beschreibung
      • aufgabenbezogen (setze K2 auf K1) oder funktionsorientiert (hole Bauteil vom Tisch)

Bestandteile der Programmiersprachen

  • Programmiersprache: Menge von Sprachelementen mit bestimmten Kombinationsregeln
  • Syntax: Regeln für die zulässigen Konstruktionen von Sprachelementen
  • Semantik: Bedeutung der Elemente und ihrer Kombinationen
  • Pragmatik: praktische Umsetzung
  • Memorik: Form der Darstellung der Elemente

3 Quellen von Programmiersprachen

NC- Befehle

Hochsprachen

roboterspezifische Sprachen

Sensorsignalverarbeitung in IR-Steuerungen;

Sensordefinition und Notwendigkeit von Sensoren

  1. Aufnehmen, Wandeln, Umformen (--> Messsignal)
  2. Signalvorverstärkung: Verstärken, Linearisieren, Logarithmisieren
  3. Informationsverarbeitung: vergleichen, bewerten, umrechnen
  4. Ausgeben: Wandeln, Umsetzen

Definition:

Sensoren sind Bauelementen, die physikalische oder chemische Zustände sowie deren Veränderungen erfassen und in ein verarbeitbares Signal umwandeln

Notwendigkeit:

  • Überwachung von Prozessschritten
  • Beherrschen unsicherer Prozesse
  • Prüfung von Qualitätsmerkmalen
  • Typwechsel
  • Anlagenbedienung und Sicherheit
  • ereignisgesteuerte oder zeitgesteuerte Prozessführung

Sensoren - Einsatzbeispiele

  • interne Weg- und Geschwindigkeitsmessungen
  • Diagnose: Medienanschlüss, Antriebe
  • Kollisionsschutz
  • Zustandsüberwachung der Gesamtlage (Anwesenheit von Bauteilen, Öffnungszustand, Zählen...)
  • sequentielle Sensorabfrage, quasiparallele Abarbeitung in SPS
  • Abstands- und Längenmessungen (Positionskorrektur, Messung mit Lasertriangulation)
  • Bildverarbeitung (Kontrolle auf Vollständigkeit, Werkstückerkennung, Lagebestimmung)
  • Bahnverfolgung

Admittanz- und Impedanzreglung

Admittanz: Roboter soll vorgegebene Kraft ohne Berücksichtigung der Lage einhalten (Bsp Schleifen); Ausgleichbewegungen jeweils orthogonal auf dem AufgabenKOS

Impedanz: nominale Bewegungsplanung bleibt unberührt, Kraftregelkreis erzeugt prozessspezifisch angepasste Positionsänderungen

Grundsätze der Robotereinsatzplanung

  • zur Handhabung von Werkstücken und Werkzeugen
  • integraler Bestandteil des Produktionssystems
    • gesamten Material-, Informations-, Energiefluss planen
    • Anforderungen an das Gesamtsystem ableiten (QS, Verfügbarkeit, Flexibilität)
  • grundlegende Zielrichtungen
    • technische Lösungen für autom. Erfüllung der Fertigungsaufgabe entwicklen
    • Befreiung des Menschen von physischer und psychischer Belastung, Mensch darf aber nicht Adapter zwischen Maschine und Umwelt werden
  • Voregehensweise: entscheidend ist:
    • Aufgabe ist Teil langfristigen Entwicklungstrategie
    • ERzeugnisprogramm kritisch überprüft
    • Fertigungsvorbereitung ist auf IR-Einsatz angepasst
    • Einbeziehen von Alternativlösungen ohne IR
    • iteratives Vorgehen
    • bei steigender Detaillierung Variantenzahl einschränken
    • Mitarbeiter einbeziehen

Schritte der Einsatzplanung von Robotern

  • Ist-Zustands-Analyse
    • Festlegen der Systemgrenzen: Planungbereich und -aufgabe
    • Produkt- und Prozessanalyse: Stückzahlen, Verfahren, Handhabungseigenschaften...
    • Grobbewertung: Vergleichslösungen, techn. / wirtsch. Machbarkeit
  • Konzeptphase
    • Funktionsanalyse: Einzelvorgänge, Zeitschätzung, Teillösungen
    • Ablauf: Materialfluss, Arbeitsinhalte, org. / techn. Steuerung
    • Systemgestaltung: Layout, Variantenbewertung
  • Planungsphase
    • Betriebsmittelauswahl: Bereitstelleinrichtungen, Roboter, WZ
    • Ablaufplanung: Prozessablauf, Gesamtablauf
    • Layoutplanung: Feinplanung, Simulation, Bewertung

Technisch-wirtschaftliche Einsatzmöglichkeiten von IR

Beachten von:

  • Orientierungszustand der Handhabungsorbjekte (geordnet, ungeordnet)
  • Anzahl und Verschiedenartigkeit der Handhabungsobjekte
  • Automatisierungsniveau der Verfahren
  • notwendige Sekundärprozesse (Reinigen, Entgraten)
  • notwendige Prüf- und Sensorfkt.
  • Komplexität der Bewegungsabläufe
  • Positioniergenauigkeit
  • Traglast
  • Umrüsthäufigkeit
  • Einsatzdauer
  • Schichtanzahl, Amortisationsdauer

3D Simulation von Roboterzellen
 Arten

- graphisches Modell: 3D

- kinematisches M.: alle aktiven Mechanismen --> Festlegung von Achsen, Bewegungsgrenzen, kin. Kette

- dynamische M.: Festlegen Beschl, Geschw.

- funktionales M.: Nachbilden der Steuerungsfkt., Peripherie, Prozessfkt.

Einsatzgebiete der Robotersimulation

Machbarkeits- / Konzeptstudien

Layoutplanung

Taktzeitbestimmung

Offlineprogrammierung

Aspekte des Arbeitsschutzes

  • rechtliche Aspekte
    • Arbeitsschutz ist öfftl. Recht, Erfüllung der Normen
  • ethnische A.:
    • Interesse an körperlicher Unversehrtheit
  • Gesellschaftsaspekte:
    • soziales Interesse der Unternehmer Mitarbeiter vor Schaden zu bewahren
  • funktionale A.:
    • ungestörter Ablauf der Produktion und des Prozesses
  • ökonomische A.:
    • Vermeiden von Folgekosten aufgrund von Personenschäden

Gefährdungspotential IR + Betreten des Arbeitsraumes

  • offene kinematische Kette: Arbeitsraum schwer erkennbar
  • Bewegung auf nicht vorhersehrbaren Bahnen
  • Reaktionszeiten, Bewegung bis Stopp des IR, hohe dynamische Kräfte
  • Störungen: nicht programmierte Aktionen
  • Bediener im Arbeitsraum

 

Betreten des Arbeitsraumes: Teach In, Kontrolle des Bahnverhaltens und der verfahrenstechn. Funktionen

Signifikante Gefährdungen durch IR

  • mechanische Gefährdungen:
    • Bewegen des Arms, herabfallende, fliegende Teile --> Quetschungen, Scheren, Erfassen,...
  • elektrische
    • Kontakt mit spannungsführenden Teilen, Lichtbogemexpositionen --> Schlag, Schäden am Auge und Haut, Herzschrittmacher
  • ergonomischer Kack
    • unzureichend gestaltetes Handgerät --> Ermüden, Fallenlassen, Augenschädigung (???)

Risikobeurteilung

  • bestimmungsmäßiger Betrieb des IR mit Bediener, Instandhalter, ...
  • unerwarteter Anlauf
  • Zugang von Personen
  • vorhersehrbare Fehlanwendungen des IR
  • Auswirkungen bei Steuerungsausfall
  • mit IR-Anwendung verbundene Gefahren

Konstruktive Sicherheit an IR

- mechanisch

  • Kapselung der Gefahrstellen
  • Vermeiden von Quetsch- und Scherstellen
  • Transportösern verwenden
  • trennende Schutzeinrichtungen (Kabinen)
  • Zweihandbedienung
  • Schleusen, Fenster für Zu- und Abführen von Bauteilen
  • Lichtschranken

- Steuerungsaspekte:

  • Watch-dog  (Hardwareüberwachung der Funktionen)
  • Bewegungsüberwachung
  • internes, externes Notaus
  • Benutzung Programmierhandgerät --> Sperren Automatikmodus
  • Tippschaltung für Bewegung
  • v reduzieren beim Programmieren
  • eindeutige Betriebsartwahl: manuell oder autom.
  • nach Notaus: bewusster Wiederstart

 

 

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