Gynäkologie

Berufliche Bildung- Gesundheit- und Pflegewissenschaften Krankheitslehre II

Berufliche Bildung- Gesundheit- und Pflegewissenschaften Krankheitslehre II


A. K.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über gynäkologische Erkrankungen und Therapien auf Universitätsniveau. Sie behandeln Themen wie Endometriose, Tumorerkrankungen, Schwangerschaftskomplikationen und Brustkrankheiten, wobei Symptome, Definitionen und Therapieansätze im Mittelpunkt stehen. Medizinstudierende und Fachärzte profitieren von den präzisen Informationen, um Diagnosen zu stellen und Behandlungsstrategien zu entwickeln.
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Langue
Allemand
Catégorie
Médecine
Niveau
Université
Créé / Mis à jour
22.07.2013 / 05.09.2025

Lernkarten

Einteilung Mastopathie

nach Schweregrad:

  • Grad 1: einfach (zystisch-fibrös), ohne Epithelproliferation bei 70%
  • Grad 2: Epithelproliferationen bei 20%
  • Grad 3: Epithelproliferationen mit Zellatypien bei 10%

Ätiologie Mastopathie

nicht genau bekannt, vermutlich: 

  • hormonelle Dysbalance zw. Östrogenen und Gestagenen
  • Hyperprolaktinämie
  • Schilddrüsenfunktionsstörung

Symptome Mastopathie

  • zyklusabhängige, prämenstruelle schmerzhafte Schwellung beider Brüste
  • häufig Zysten, Verhärtungen tastbar in Teilen der Brust
  • wenn komplette Brust betroffen, dann = Schrotkugelbrust

Therapie Mastopathie

rein symptomatisch evtl. Gestagengabe/ gestagenbetonte Kontrazeptiva mögl   CAVE: Mastopathie Grad 3 --> Risiko maligner Entartung 5-fach erhöht

Benigne Tumoren der Brust

  • Fibroadenom
  • Lipome
  • Zysten

Fibroadenom

  • häufigste gutartige Tumoren der weibl. Brust bei 20-40 Jährigen
  • nur langsames Wachstum, maligne Entartung selten
Diagnostik  
  • Palpation: gut abgrenzbarer, beweglicher, gummiartiger Knoten
  • Sonografie: solider, homogener, scharf begrenzter Tumor mit Randauslöschphänomen

Risikofaktoren Mamma-CA

  • nahe Verwandte (Mutter / Schwestern) mit Brustkrebs
  • frühere Brustkrebserkrankung
  • Lebensalter über 50 Jahre
  • Problem-Mastopathie
  • früh einsetzende Menstruation, späte Menopause
  • Kinderlosigkeit, bzw. erstes Kind nach dem 30. Lebensjahr
  • Genetische Risikofaktoren: ererbte Mutationen in BRCA-1/-2, ganz neu auch BRCA-3 entdeckt

Brustkrebs: Warnzeichen

  • meist schmerzloser Knoten in der Brust
  • Veränderungen der Brust:
  • Plateau-Phänomen (a)
  • Orangenhaut-Phänomen (b)
  • Asymmetrien (c)
  • Veränderungen der Brustwarze
  • Absonderungen aus der Brustwarze
  •  auffällige Empfindlichkeit

genaue Tumorbeschreibung

Staging=TNM

Grading=Differenzierung in Histologie

Therapie Mamma-CA

Operation --> in 60-80 % der Fälle Brust erhaltend möglich -->Wächterlymphknoten ("Sentinel")   Bestrahlung Gewebe wird intensiven Strahlen ausgesetzt ambulant, 5-8 Wochen werktäglich   Chemotherapie Medikamente, die Zellteilung stören meist als Kombinationstherapie mehrerer Präparate Nebenwirkungen!   Hormontherapie nur bei hormonabhängigen Tumoren möglich ergänzende / alternative Methoden

Definition Vulvitis

flächenhafte Dermatitis der Vulva verschiedenster Genese

Symptome Vulvitis

  • Pruritus (Juckreiz)
  • Brennen
  • Nässen
  • Schmerz
  • Fluor genitalis
  • Geruch

Bartholinitis

häufiger, umschriebener Entzündungsprozess   Pathologie einseitige, schmerzhafte, gerötete Schwellung im hinteren Bereich der Labien --> durch Ansammlung von Eiter in der Bartholin-Drüse verursacht

Therapie Bartholinitis

Marsupialisierung (um Spontanperforation/ Chronifizierung zu vermeiden)

Bakterielle Vaginose (Gardnerellen-Infektion, Aminkolpitis

Besiedelung der Scheide durch krankheitserregende Bakterien   alleinige Besiedelung (=Verdrängung der Döderleinflora) führt noch nicht zur Erkrankung, Besiedlung häufig asymptomatisch   kann aber zu Juckreiz, Brennen sowie gefärbtem, übel riechendem Fluor führen

Symptome Bartholinitis

  • unangenehmer Intimgeruch („fischiger Geruch“)
  • grauweißer, dünnflüssiger Fluor und selten Juckreiz

Diagnostik Bartholinitis

  • bakteriologische Abstriche der Scheide
  • Nachweis sog. Schlüsselzellen (Clue cells) in der Mikroskopie
  • Bestimmung des pH-Wertes der Scheide >4,5

Therapie Bartholinitis

  • Antibiose (z.B. Metronidazol, Amoxicillin)
  • Ansäuerung des Scheidenmilieus

Leitsymptom einer vaginalen Infektion (Kolpitis)

Fluor genitalis

Flur genitalis

  • vaginaler Flour
  • zervikaler F.: Zervizitis, Karzinom
  • korporaler F: Endometritis, Tumoren
  • tubarer Flour: Adnexitis

Candidamykose - Symptome

  • Pruritus
  • Brennen
  • Rötung von Vagina und Vulva
  • Grau-weißliche, krümlige Beläge (Aussehen erinnert an Hüttenkäse)
  • Dyspareunie
  • Hohe Rezidivneigung

Zervizitis

Entzündung der Zervix meist in Kombination mit einer bakteriellen Vaginose

Prävalenz Zervizitis

v.a. bei jungen, sexuell aktiven, nicht schwangeren Frauen   Risikofaktoren: häufige Partnerwechsel/hohe Kohabitationsfrequenz ohne Kondome

Symptome Zervizitis

häufig symptomarm   Leitsymptom: zervikaler Fluor je nach Erreger (blutig,eitrig…)   CAVE: aufsteigende Infektionen

Pelvic inflammatory disease (PID)

im deutschsprachigen Raum

Adnexitis/Salpingitis

Faktoren, die eine aszendierende Genitalinfektion begünstigen

• Menstruation • Wochenbett • Abort und Interruptio • Intrauterinpessar (IUP) • Intrauterine Eingriffe (Abrasio, HSSG, HSG) • Stoffwechselerkrankungen (z.B. Diabetes mellitus) • mangelhafte Genitalhygiene

Ätiologie der Adnexitis

meist Mischinfektion, wobei folgende Erreger besondere Bedeutung haben: Gonokokken, Chlamydien Anaerobier (Bacteroides, Streptokokken) gramnegative Enterobakterien ( Escherichia coli) Actinomyceten (selten, bes. bei IUP - Patientinnen)

Komplikationen Adnexitis

  • Salpingooophoritis (gleichzeitige Eileiter- u. Eierstockentzündung)
  • Tuboovarialabszess (Abszessbildung zwischen Tuba uterina und Ovar)
  • Douglas-Abszess
  • Pelveoperitonitis (Entzündung des Bauchfells (Peritonitis), auf das kleine Becken beschränkt)

Adnexitis-Verlauf --> 1. Stadium

Stadium der Aszension Symptome

  • Akut einsetzende, kolikartige Schmerzen
  • Übelkeit, Brechreiz
  • eitriger Fluor
Befund
  • Starke Abwehrspannung,
  • Zeichen der Pelveoperitonitis mit Schmerz bei Untersuchung (Portioschiebeschmerz=Uterusbewegungsschmerz)
  • Fieber bis 40 °C, Leucos erhöht, CRP zunächst gering erhöht

Adnexitis-Verlauf

--> 2. Stadium

Akutes Stadium Symptome

  • Nachlassen der Peritonitiszeichen
  • Lokalisation des Schmerzes im Becken (ein-/beidseitig)
Befund
  • Weiterer Fieber- und Leucos-Anstieg, CRP stark erhöht.
  • Tastbefund: Adnexen verdickt, Douglasinfiltrat (rektal!)

Adnexitits-Verlauf

---> 3. Stadium

Chronisches Stadium Symptome

  • Entzündungserscheinungen abgeklungen
  • Schmerzen nur noch zeitweise
durch Entzündungsfolgen • Adhäsionen • Retroflexio uteri fixata
  • peritubare postentzündliche Adhäsionen zw. Adnexen, Darm und Beckenperitoneum führen zu

• kolikartigen Schmerzen

• Dysmenorrhoe

• Dyspareunie   Befund
  • Leucos und CRP evtl. gering erhöht,
  • Ultraschall: Adhäsionen, Tuboovarialcysten

Differentialdiagnose der Adnexitis

akutes Stadium akute Appendizitis (rechtsseitige Adnexitis) Diverticulitis des Sigma (linkseitige Adnexitis) Ileitis terminalis Stieldrehung von Myom, Adnexe oder Ovarialtumor Tubarabort Nieren- oder Uretersteinkolik Parametritis   chronisches Stadium Endometriose Ovarial-, Rectum-, Sigmakarzinom Ovarialvenensyndrom (-Thrombose

Therapiemöglichkeiten Adnexitis

Behandlung erfolgt häufig stationär

• Allgemeine Maßnahmen: Bettruhe, Kälte, Flüssigkeitszufuhr • Nicht steroidale Analgetika/Antiphlogistika (NSAIR) • Antibiose nach Antibiogramm • Entfernung IUP!   • Operative Therapie nur bei fehlendem Erfolg der konservativen Therapie oder Abszedierung

Leitsymptom der Vulvadystrophien

Schmerzen, Jucken, Brennen

Atrophische Dystrophie = Lichen sclerosus

Anogenitale Dermatose, aktiver chronischer metabolischer Prozeß mit unklarer Ätiologie, vermutl. Östrogenmangel   • Auftreten in jeder Lebensphase möglich, meist postmenopausal • Fortschreitende genitale Atrophie Kleine Labien, Klitoris Stenose Introitus

Klinik Atrophische Dystrophien

  • Juckreiz, Brennen, Fissuren, Dyspareunie
  • aber auch symptomlose Formen möglich

Ätiologie Hypertrophische Dystrophie = Lichen simplex  = squamöse Hyperplasie

  • chron. Reizzustand durch lokal wirkende chem.Substanzen
  • Kratzfolgen, häufiger Beginn nach Candidose

Symptome Hypertrophische Dystrophie

  • Vulva rötlich, ödematös
  • hyperkeratotische Plaques, Fissuren als Folgedes Kratzeffektes
  • Hornschollen können als Leukoplakie erscheinen

Therapie Hypertrophische Dystrophie

  • lokale Kortikoidsalbe kurzfristig
  • Reizentfernung, Hautpflege, Kratzen muss unbedingt vermieden werden

Gemischte Dystrophien

15-30% aller Dystrophien   • klinisch sowohl atrophische als auch hypertrophische Hautveränderungen nebeneinander Porzellanweißes Epithel und Hyperkeratose - flächig oder verrukös   • häufiger Zellatypien als bei einzelnen Dystrophien nachweisbar --> Präkanzerose!

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