Gynäkologie
Berufliche Bildung- Gesundheit- und Pflegewissenschaften Krankheitslehre II
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Cartes-fiches
Einteilung Mastopathie
nach Schweregrad:
- Grad 1: einfach (zystisch-fibrös), ohne Epithelproliferation bei 70%
- Grad 2: Epithelproliferationen bei 20%
- Grad 3: Epithelproliferationen mit Zellatypien bei 10%
Ätiologie Mastopathie
nicht genau bekannt, vermutlich:
- hormonelle Dysbalance zw. Östrogenen und Gestagenen
- Hyperprolaktinämie
- Schilddrüsenfunktionsstörung
Symptome Mastopathie
- zyklusabhängige, prämenstruelle schmerzhafte Schwellung beider Brüste
- häufig Zysten, Verhärtungen tastbar in Teilen der Brust
- wenn komplette Brust betroffen, dann = Schrotkugelbrust
Therapie Mastopathie
rein symptomatisch evtl. Gestagengabe/ gestagenbetonte Kontrazeptiva mögl CAVE: Mastopathie Grad 3 --> Risiko maligner Entartung 5-fach erhöht
Benigne Tumoren der Brust
- Fibroadenom
- Lipome
- Zysten
Fibroadenom
- häufigste gutartige Tumoren der weibl. Brust bei 20-40 Jährigen
- nur langsames Wachstum, maligne Entartung selten
- Palpation: gut abgrenzbarer, beweglicher, gummiartiger Knoten
- Sonografie: solider, homogener, scharf begrenzter Tumor mit Randauslöschphänomen
Risikofaktoren Mamma-CA
- nahe Verwandte (Mutter / Schwestern) mit Brustkrebs
- frühere Brustkrebserkrankung
- Lebensalter über 50 Jahre
- Problem-Mastopathie
- früh einsetzende Menstruation, späte Menopause
- Kinderlosigkeit, bzw. erstes Kind nach dem 30. Lebensjahr
- Genetische Risikofaktoren: ererbte Mutationen in BRCA-1/-2, ganz neu auch BRCA-3 entdeckt
Brustkrebs: Warnzeichen
- meist schmerzloser Knoten in der Brust
- Veränderungen der Brust:
- Plateau-Phänomen (a)
- Orangenhaut-Phänomen (b)
- Asymmetrien (c)
- Veränderungen der Brustwarze
- Absonderungen aus der Brustwarze
- auffällige Empfindlichkeit
genaue Tumorbeschreibung
Staging=TNM
Grading=Differenzierung in Histologie
Therapie Mamma-CA
Operation --> in 60-80 % der Fälle Brust erhaltend möglich -->Wächterlymphknoten ("Sentinel") Bestrahlung Gewebe wird intensiven Strahlen ausgesetzt ambulant, 5-8 Wochen werktäglich Chemotherapie Medikamente, die Zellteilung stören meist als Kombinationstherapie mehrerer Präparate Nebenwirkungen! Hormontherapie nur bei hormonabhängigen Tumoren möglich ergänzende / alternative Methoden
Definition Vulvitis
flächenhafte Dermatitis der Vulva verschiedenster Genese
Symptome Vulvitis
- Pruritus (Juckreiz)
- Brennen
- Nässen
- Schmerz
- Fluor genitalis
- Geruch
Bartholinitis
häufiger, umschriebener Entzündungsprozess Pathologie einseitige, schmerzhafte, gerötete Schwellung im hinteren Bereich der Labien --> durch Ansammlung von Eiter in der Bartholin-Drüse verursacht
Therapie Bartholinitis
Marsupialisierung (um Spontanperforation/ Chronifizierung zu vermeiden)
Bakterielle Vaginose (Gardnerellen-Infektion, Aminkolpitis
Besiedelung der Scheide durch krankheitserregende Bakterien alleinige Besiedelung (=Verdrängung der Döderleinflora) führt noch nicht zur Erkrankung, Besiedlung häufig asymptomatisch kann aber zu Juckreiz, Brennen sowie gefärbtem, übel riechendem Fluor führen
Symptome Bartholinitis
- unangenehmer Intimgeruch („fischiger Geruch“)
- grauweißer, dünnflüssiger Fluor und selten Juckreiz
Diagnostik Bartholinitis
- bakteriologische Abstriche der Scheide
- Nachweis sog. Schlüsselzellen (Clue cells) in der Mikroskopie
- Bestimmung des pH-Wertes der Scheide >4,5
Therapie Bartholinitis
- Antibiose (z.B. Metronidazol, Amoxicillin)
- Ansäuerung des Scheidenmilieus
Leitsymptom einer vaginalen Infektion (Kolpitis)
Fluor genitalis
Flur genitalis
- vaginaler Flour
- zervikaler F.: Zervizitis, Karzinom
- korporaler F: Endometritis, Tumoren
- tubarer Flour: Adnexitis
Candidamykose - Symptome
- Pruritus
- Brennen
- Rötung von Vagina und Vulva
- Grau-weißliche, krümlige Beläge (Aussehen erinnert an Hüttenkäse)
- Dyspareunie
- Hohe Rezidivneigung
Zervizitis
Entzündung der Zervix meist in Kombination mit einer bakteriellen Vaginose
Prävalenz Zervizitis
v.a. bei jungen, sexuell aktiven, nicht schwangeren Frauen Risikofaktoren: häufige Partnerwechsel/hohe Kohabitationsfrequenz ohne Kondome
Symptome Zervizitis
häufig symptomarm Leitsymptom: zervikaler Fluor je nach Erreger (blutig,eitrig…) CAVE: aufsteigende Infektionen
Pelvic inflammatory disease (PID)
im deutschsprachigen Raum
Adnexitis/Salpingitis
Faktoren, die eine aszendierende Genitalinfektion begünstigen
• Menstruation • Wochenbett • Abort und Interruptio • Intrauterinpessar (IUP) • Intrauterine Eingriffe (Abrasio, HSSG, HSG) • Stoffwechselerkrankungen (z.B. Diabetes mellitus) • mangelhafte Genitalhygiene
Ätiologie der Adnexitis
meist Mischinfektion, wobei folgende Erreger besondere Bedeutung haben: Gonokokken, Chlamydien Anaerobier (Bacteroides, Streptokokken) gramnegative Enterobakterien ( Escherichia coli) Actinomyceten (selten, bes. bei IUP - Patientinnen)
Komplikationen Adnexitis
- Salpingooophoritis (gleichzeitige Eileiter- u. Eierstockentzündung)
- Tuboovarialabszess (Abszessbildung zwischen Tuba uterina und Ovar)
- Douglas-Abszess
- Pelveoperitonitis (Entzündung des Bauchfells (Peritonitis), auf das kleine Becken beschränkt)
Stadium der Aszension Symptome
- Akut einsetzende, kolikartige Schmerzen
- Übelkeit, Brechreiz
- eitriger Fluor
- Starke Abwehrspannung,
- Zeichen der Pelveoperitonitis mit Schmerz bei Untersuchung (Portioschiebeschmerz=Uterusbewegungsschmerz)
- Fieber bis 40 °C, Leucos erhöht, CRP zunächst gering erhöht
Adnexitis-Verlauf
--> 2. Stadium
Akutes Stadium Symptome
- Nachlassen der Peritonitiszeichen
- Lokalisation des Schmerzes im Becken (ein-/beidseitig)
- Weiterer Fieber- und Leucos-Anstieg, CRP stark erhöht.
- Tastbefund: Adnexen verdickt, Douglasinfiltrat (rektal!)
Adnexitits-Verlauf
---> 3. Stadium
Chronisches Stadium Symptome
- Entzündungserscheinungen abgeklungen
- Schmerzen nur noch zeitweise
- peritubare postentzündliche Adhäsionen zw. Adnexen, Darm und Beckenperitoneum führen zu
• kolikartigen Schmerzen
• Dysmenorrhoe
• Dyspareunie Befund- Leucos und CRP evtl. gering erhöht,
- Ultraschall: Adhäsionen, Tuboovarialcysten
Differentialdiagnose der Adnexitis
akutes Stadium akute Appendizitis (rechtsseitige Adnexitis) Diverticulitis des Sigma (linkseitige Adnexitis) Ileitis terminalis Stieldrehung von Myom, Adnexe oder Ovarialtumor Tubarabort Nieren- oder Uretersteinkolik Parametritis chronisches Stadium Endometriose Ovarial-, Rectum-, Sigmakarzinom Ovarialvenensyndrom (-Thrombose
Therapiemöglichkeiten Adnexitis
Behandlung erfolgt häufig stationär
• Allgemeine Maßnahmen: Bettruhe, Kälte, Flüssigkeitszufuhr • Nicht steroidale Analgetika/Antiphlogistika (NSAIR) • Antibiose nach Antibiogramm • Entfernung IUP! • Operative Therapie nur bei fehlendem Erfolg der konservativen Therapie oder AbszedierungLeitsymptom der Vulvadystrophien
Schmerzen, Jucken, Brennen
Atrophische Dystrophie = Lichen sclerosus
Anogenitale Dermatose, aktiver chronischer metabolischer Prozeß mit unklarer Ätiologie, vermutl. Östrogenmangel • Auftreten in jeder Lebensphase möglich, meist postmenopausal • Fortschreitende genitale Atrophie Kleine Labien, Klitoris Stenose Introitus
Klinik Atrophische Dystrophien
- Juckreiz, Brennen, Fissuren, Dyspareunie
- aber auch symptomlose Formen möglich
- chron. Reizzustand durch lokal wirkende chem.Substanzen
- Kratzfolgen, häufiger Beginn nach Candidose
Symptome Hypertrophische Dystrophie
- Vulva rötlich, ödematös
- hyperkeratotische Plaques, Fissuren als Folgedes Kratzeffektes
- Hornschollen können als Leukoplakie erscheinen
Therapie Hypertrophische Dystrophie
- lokale Kortikoidsalbe kurzfristig
- Reizentfernung, Hautpflege, Kratzen muss unbedingt vermieden werden
Gemischte Dystrophien
15-30% aller Dystrophien • klinisch sowohl atrophische als auch hypertrophische Hautveränderungen nebeneinander Porzellanweißes Epithel und Hyperkeratose - flächig oder verrukös • häufiger Zellatypien als bei einzelnen Dystrophien nachweisbar --> Präkanzerose!