Geschichte Begriffe

Begriffe des 19. Jahrhunderts

Begriffe des 19. Jahrhunderts


Marc Gauch
Diese Lernkarten bieten einen Überblick über zentrale Begriffe der Geschichte für Mittelschüler. Sie behandeln Themen wie Revolution, Kapitalismus, Marxismus und die industrielle Revolution, sowie gesellschaftliche Strukturen und politische Systeme. Schüler profitieren davon, um historische Zusammenhänge und Konzepte besser zu verstehen und in ihrem Geschichtsunterricht anzuwenden.
Flashcards
21
Students
15
Language
German
Category
History
Created / Updated
11.03.2014 / 16.02.2018

Flashcards

Ursprünglich Bezeichnung des mittelalterlichen Lehnswesens, dann auch der vorindustriellen Gesellschaft überhaupt. Der *** basiert auf der Grundherrschaft der Adligen und ihrer Privilegien und Rechte gegenüber den von ihnen abhängigen Leibeigenen, die verpflichtet sind, Frondienste zu leisten. Weitere Kennzeichen des *** sind die ständische Gliederung der Gesellschaft, eine stark traditionalistische Mentalität und eine damit zusammenhängende geringe Flexibilität und Veränderungsbereitschaft.

Feudalismus

Eine soziale und politische Großgruppe, meist ein Volk, das sich durch gemeinsame Sprache und Kultur, Abstammung und Geschichte sowie durch ähnliche Wertvorstellungen und Verhaltensweisen verbunden fühlt.

Nation

Bezeichnung für eine Weltanschauung, die eine herrschaftsfreie Gesellschaft, Brüderlichkeit und Gütergemeinschaft sowie eine gemeinschaftliche Verwaltung in Wirtschaft und Gesellschaft bei Aufhebung des Privateigentums anstrebt. Häufig wird der *** auch als „Sozialismus“ bezeichnet. Innerhalb der marxistischen Terminologie ist *** allerdings der Endzustand einer klassenlosen Gesellschaft, während unter Sozialismus nur die Vorstufe dorthin verstanden wird.

Kommunismus

Bezeichnung für die von Karl Marx und Friedrich Engels begründete materialistische Geschichtsphilosophie und Sichtweise der menschlichen Gesellschaft. Der *** beinhaltet neben einer kritischen Analyse des Kapitalismus und der Industrialisierung die Grundlegung des „wissenschaftlichen Sozialismus“, was mit der Hoffnung auf eine zukünftige gerechte kommunistische Gesellschaft verbunden ist. Der damit erhobene Absolutheitsanspruch trägt ideologische Züge, was den Missbrauch des *** im 20. Jahrhundert erleichterte.

Marxismus

Seit der frühen Neuzeit entstanden zunächst in Westeuropa Territorialstaaten, in denen Volk und Staat eine Einheit bildeten. Seit der Französischen Revolution wird die Forderung nach der Bildung von ***en weltweit erhoben.

Nationalstaat

Herrschafts- und Gesellschaftssystem mit klar abgegrenzten Gruppen, von denen einige Stände, in der Regel Adel und Klerus, große Privilegien genießen. Beispiele sind der Feudalismus und das vorrevolutionäre Frankreich des Ancien Régime.

Ständegesellschaft

Programmschrift unter dem Titel „Manifest der Kommunistischen Partei“, die Karl Marx und Friedrich Engels zu Beginn des Revolutionsjahres 1848 veröffentlichten.

Kommunistisches Manifest

Bezeichnung für die Gesellschaft seit dem 19. Jahrhundert, in der das Bürgertum, vor allem das Besitz- und Großbürgertum, zur führenden Schicht geworden war. Die *** löste die Feudal- und Adelsgesellschaft ab. Sie entwickelte sich parallel zur Industriellen Revolution und zum liberalen Rechtsstaat.

Bürgerliche Gesellschaft

Wirtschaftsform, die durch die dominierende Rolle des Kapitals und der Profitmaximierung gekennzeichnet ist. Weitere Merkmale des *** sind das Privateigentum an Produktionsmitteln (Maschinen, Fabrikanlagen), das Konkurrenzprinzip, die freie Preisbildung nach den Gesetzen von Angebot und Nachfrage sowie die zunehmende Akkumulation von Kapital in der Hand von Einzelnen. Als Gesellschaftsordnung bewirkte der *** die Überwindung der Ständegesellschaft und die Herausbildung des Gegensatzes von „***[isten]“ und Arbeitern. Frühformen des *** entstanden bereits im Spätmittelalter, die sich dann allmählich in Westeuropa durchsetzten. Seit dem 19. Jahrhundert etablierte sich der *** im Zuge der Industrialisierung weltweit als bestimmende Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung, auch wenn ihm mit dem Sozialismus und der marxistischen Kapitalismuskritik ein ernst zu nehmender Gegner entstand.

Kapitalismus

Wirtschaftsordnung, in der Umfang und Qualität der Produktion und die Verteilung der Güter über den Markt und die freie Preisbildung erfolgen. Freier Wettbewerb, die Rolle des Staates als Schiedsrichter (und nicht als Unternehmer) und die durchgängige Gültigkeit des Gesetzes von Angebot und Nachfrage sind wesentliche Kennzeichen einer *** (Gegenbegriffe: Plan-, Zentralverwaltungs- und Lenkungswirtschaft).

Marktwirtschaft

Nach Karl Marx ist alle Geschichte durch unversöhnliche Interessengegensätze zwischen den Besitzenden und den Besitzlosen bestimmt. Eine besondere Zuspitzung erfährt der *** demnach im Zeitalter des Kapitalismus, in dem das Proletariat die Herrschaft der Bourgeoisie überwinden werde.

Klassenkampf

Politische Weltanschauung, die die Sicherung der Freiheit des Einzelnen und seine möglichst wenig eingeschränkte Entfaltung als vorrangig ansieht. Im 19. Jahrhundert forderte der *** die Abschaffung der Privilegien und eine auf eine Verfassung gegründete rechtsstaatliche Ordnung, die Menschenrechte und Gewaltenteilung verbürgt. Hinsichtlich der Wirtschaftsordnung plädiert der *** für eine freie Marktwirtschaft und für Freihandel.

Liberalismus

Im alten Rom waren die *** die untere Bevölkerungsschicht, deren einziger Besitz ihre Nachkommen waren. Seit der Industrialisierung bezeichnet man vor allem im Marxismus diejenige Schicht als ***, die weitgehend besitzlos ist und daher gezwungen ist, die eigene Arbeitskraft zu verkaufen, auch wenn die Entlohnung so schlecht ist, dass davon nur ein Existenzminimum gesichert werden kann.

Proletarier

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