Geriatrie
02 GM 03 Lebensprozesse
02 GM 03 Lebensprozesse
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Flashcards
7 Diagnosekriterien/Symptome bei einer Demenz:
- Gedächtnisstörungen; Zuerst Kurzzeit- dann Langzeitgedächtnis
- Orientierung: Örtlich, zeitlich, situativ, später eigene Person
- Störung abstraktes Denken: Die Fähigkeit vernünftig zu Urteilen ist gestört, Ideenfluss ist vermindert, Infoverarbeitung ist beeinträchtigt
- Störungen anderer kognitiver Funktionen: Aphasie, Apraxie, Agnosie
- Keine Störung des Bewusstseins
- Dauer mind. 6. Monate
- Nicht kognitive Störungen/Begleitsymtpome: Verhaltensstörungen: Agitation, Apathie, Herumgehen, Misstrauen, Feindlichkeit, Aggression, Schlafstörungen, Essverhaltensstörung, Sexuelle Verhaltensstörung, Psychiatrisch: Wahn, Halluzinationen, Depression, Angst
Primäre Demenz:
Entstehen aufgrund von eigenständigen Erkrankungen des Gehirns. Sie können sowohl neurodegenerative, als auch vaskuläre Ursachen haben und gelten als fortschreitend und unheilbar.
Ursachen für eine Alzheimer Demenz:
- Alter
- Genetische Anlage
- Beta-Amyloid lagert sich zwischen den Nervenzellen ab und bildet Klumpen, auch Plaques genannt.
- Frühere Schädelverletzungen
- Bluthochdruck
- Diabetes
- Übergewicht
- Fettstoffwechselstörungen
- Rauchen
Ursachen einer vaskulären Demenz:
Die vaskuläre oder gefässbedingten Demenz macht ca. 20% aller Demenzen aus. Bei einer vaskulären Demenz sterben die Hirnzellen aufgrund von Durchblutungsstörungen ab. Die Durchblutungsstörungen wiederum sind die Folge von geschädigten Blutgefässen, zum Beispiel durch Gefässverengungen, Gefässentzündungen oder Blutungen.
Sekundäre Demenz:
Ist die Folge von einer Grunderkrankung wie z.B. Stoffwechselkrankheiten, organische Erkrankungen, Gehirnverletzungen oder ein Hirntumor, etc. Wichtig dabei ist das diese Demenzformen teilweise reversibel sind und daher eine frühe Diagnose wichtig ist.
Fakten:
- Altern alleine macht nicht depressiv
- Depressionen bei älteren Menschen sind nicht häufiger als bei jüngeren Menschen, aber die Zahl der älteren Menschen nimmt zu.
- Wenn die Depression als solche erkannt und therapiert wird, ist die Prognose gut
- Aufgrund der Multimorbilität ist eine Depression oftmals schwierig zu erkennen.
Diagnose Altersdepression erstellen:
- Klinische internistische und klinische neurologische Untersuchung des Pat.
- Sturkturbildgebung des Kopfes (CT)
- Anwendung von Assessment Instrumente z.B. Beck-Depressions-Inventar oder die validierte geriatrische Depressionsskala
- Das ärztliche Gespräch
Symptome der Altersdepression:
- Depressive Episoden nach ICD 10
- Hauptkriterien:
- Gedrückte Stimmung
- Verlust von Interesse und Freude
- Verminderte Energie und erhöhte Ermüdbarkeit
Nebenkriterien:
- Verminderte Konzentration und Aufmerksamkeit
- Vermindertes Selbstvertrauen oder Selbstwertgefühl
- Schuldgefühle
- Neg. Zukunftsgedanken
- Suizidgedanken oder handlungen
- Schlafstörungen
- Appetitverlust
Somatische Symptome:
- Interessenverlust oder Verlust an Freude
- Eingeschränkte oder aufgehobene Schwingungsfähigkeiten
- Frühmorgendliches Erwachen
- Objektive Befund einer psychomotorischen Hemmung oder Agitiertheit
- Appetitverlust
- Morgentief
- Gewichtsverlust >5% des Vormonats
- Deutlicher Libidoverlust.
Mögliche Kausale Bezüge zu einer Depression im Alter: Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung
- Morbus Parkinson
- Zeit nach einem Schlaganfall
- Zerebrovaskuläre Erkrankungen
- Hirntumor
- Alzheimer-Krankheit
- Zeit nach Myokardinfarkt
- Diabetes mellitus
- Suchterkrankungen
- Nebenwirkungen von Medikamenten
Risikofaktoren der Altersdepression:
- Frühere depressive Störungen
- Chron. körperliche Gebrechen
- Einnahme von bestimmten Medikamenten
- Verluste
- Ressourven- und Fähigkeitsdefizite
- Keine alternative Ziele, Interesse und Beschäftigungen
- Fehlende Selektion, keine Anpassung von Zielen
Behandlung der Depression:
- Psychotherapie
- Pharmakotherapie
- Elektronvulsive Therapie
Prognose der Altersdepression:
- Depression ist eine wiederkehrende Erkrankung
- 90% der älteren Menschen die an einer Depression erkrankt sind, erleiden innerhalb von drei Jahren einen Rückfall
- Eine Erhaltungstherapie bewährt sich.
Demenz Stadium 1:
Leicht:
Es besteht eine kognitive Beeinträchtigung und leichte Schwierigkeiten bei Alltagsaktivitäten gegenüber früher. Der Pat. lebt weitgehend unabhängig zuhause.
Demenz Stadium 2:
Mittel:
Die kognitive Beeinträchtigung & Alltagsbeeinträchtigung sind so stark, dass der Erkrankte punktuell bzw. öfters auf Hilfe angewiesen ist. Die Lebensführung zuhause ist mit Unterstützung möglich.
Demenz Stadium 3:
Schwer: Die Kognition & Alltagsaktivitäten sind so stark beeinträhtigt, dass eine kontinuierliche Betreuung notwendig ist.
Ergänzung Unterschied LKD und Parkinson Demenz:
- Sehr ähnlich
- Aber nur ca 1/3 der Pat. mit Parkinson bekommen eine Demenz, Lewy Body alle
- Anfgansymptome:
Lewy Body: Fluktuierende kognitive Störungen, parkinsonähnliche Bewegungsstörunge, Halluzination
Parkinson Demenz: Bewegungsstörungen, kognitive Symptome erst im späteren Krankheitsverlauf
Prävention Demenzen: Empfehlungen ADI und WHO:
- Verbesserung der kardiovaskulären Gesundheit
- Erhöhung körperlicher Aktivitäten
- Prävention in jungen Jahren beginnen um biologische Veränderungen u vermeiden, die im Alter zu Demenz führen können
- Studien zeigen: Depressionen können eine Demenzerkrankung begünstigen.
Medikamentöse symptomatische Therapie bei Alzheimer:
Leichte bis mittleres Stadium der Alzheimer Demenz:
- Cholinesterase-Hemmer seit 1998
- Transmittersubstitution: Verzögerung der Symptomverschlechterung; Auch sst. im Alltag und Verhalten und Stimmung kann über eine gewisse Zeit stabilisiert werden. Behandlung früh beginnen und Langzeittherapie.
Therapie vaskuläre Demenz:
- Behandlung der vaskulären Risikofaktoren
- Arterielle Hypertonie, Hyperlipidämie, Diabetes, Adipositas, Nikotin, körperliche Inaktivität.
- Sekundärprophylaxe bei cerebrovaskulären Ereignissen
- Antidementiva nicht empfohlen.
LKD Therapie:
- Sehr schwierig weil wenn ein Symptom behandlet wird führt dies zur Verschlechterung eines Anderen.
- Mittel 1. Wahl Cholinesterase Hemmer
- Achtung! oft Begleitsymptome im Vodergrund: Halluzination, Wahn. Medikamentöse Therapie anspruchsvoll: Kontraindiziert sind Antipsychotika/Neuroleptika
Medikamentöse Therapie Fronto / temproale Demenz:
- Es gibt keine medikamentöse Therapie:
- hier sind die nicht medikamentösen Therapien bzw. die pflegerischen Interventionen sowie die Information und Unterstützung der Angehörigen angebracht.
Das NDB Modell und das STI: Serial Trial Interventionen:
- NDB Modell um Ursachen von herausforderndem Verhalten herauszufinden
- STI: Methode zur Einschätzung und Anwendung von Interventionen bei herausforderndem Verhalten
Tom kitwood:
- Englang (1937-1998)
- Studium der Sozialpsychologie
- Intensive Arbeit mit menschen mit einer Demenz und deren Betreuung
- Gründer und Leiter der Bradford Dementia Group
- Begründer des personenzentrierten Ansatzes im Umgang mit verwirrten Menschen
- Entwickler der Demenzia Care Mappings.
Wer wird in unserer Gesellschaft als Person betrachtet?
Definition nach Quinton 1973 zitiert in Kitwood 200
Person ist wer:
- Bewusstsein
- Rationalität
- Handeln
- Motalität
- Beziehungen
besitzt
=> Wenn dieser Ansatz des Personsein bei Menschen mit einer Demenz übernommen würde, würde dies bedeuten, dass Menschen mit einer Demenz keine Personen / keine Menschen mehr sind.
Mögliche Reaktionen der Gesellschaft (Demenz)
- Diskriminierung
- Ausgrenzung
- Ablehnung / Abwehr
- Soziale Ausgrenzung der Betroffenen
- Unzureichende Ausbilung derjenigen, die diese Menschen betreuen
- Angst davor selber an einer Demenz zu erkranken.
Kitwoods Sichtweise des Personseins:
In einer Welt leben, in der Bedeutungen miteinander geteilt werden. Personsein heisst Dazugehören, in Verbindung sein, mit den anderen interagieren
Interaktion bedeutet vorerst Erfassen der gesendeten Signale, durch Spiegelung, Reflexion, Antizipation, Erwartung und Kreativität.
Interaktion beteutet vor allem ungeteilte Aufmerksamkeit
=> in Beziehung stehen.
Mensch mit Demenz:
Personsein ist ein Stand oder Status, der dem einzelnen Menschen im Kontext von Beziehung und sozialem Sein von anderen verliehen wird. Er impliziert Anerkennung, Respeckt und Vertrauen.
Ziele der Pflege und Interventionen bei Menschen mit Demenz:
- Erhalt und Stärkung des Personseins
- Erhalt und Förderung von Wohlbefinden und Lebensqualität
Wichtigste psychische Bedürfnisse von Menschen mit Demenz. T.Kitwood
- Trost
- Identität
- Beschäftigung
- Einbeziehung
- Bindung
- LIEBE
Von Kitwood beobachtete maligne Interaktionsformen:
- Betrug: Formen von Täuschung, Manipulation oder zur Mitwirkung zwingen
- Zur Machtlosigkeit verurteilen: Vorhandene Fähigkeiten nicht nutzen, die Unterstützung beim Abschluss begonnener Handlungen versagen
- Infantisieren: Väterliche bzw. mütterliche Autorität einsetzen,
- Einschüchtern: Drohung oder körperliche Gewalt
- Etiketieren: Sie ist halt dement
- Stigmatisieren: Jemanden behandeln, als sei er ein verseuchtes Objekt, ein Alien oder Ausgestossener
- Überholen: Rasches, unangepasstes Handeln Informieren, der Betroffene gerät dadurch unter Druck
- Entwerten: Die subjektive Realität des Erlebens und vor allem die Gefühle einer Person nicht anerkennen.
- Zwang; Zur Handlung zwingen, Bedürfnisse nicht erulieren und einbeziehen und oder Wahlmöglichkeiten verweigern
- Zum Objekt erklären; Behandlung wie ein Klumpen tooter Materie (der gestossen, angehoben, gefüllt, aufgepumpt, oder abgelassen werden kann.
- Ignorieren; In jemandes Anwesenheit einfach in einer Unterhaltung oder Handlung fortfahren, als sei der betroffene nicht vorhanden.
- Verbannen; Jemanden fortschicken oder körperlich bzw. seelisch ausschliessen.
- Vorenthalten; Informationen verweigern, Befriedigung eines erkennbaren Bedürfnisses verweigern
- Unterbrechen: Plötzlich oder in störender Weise in die Handlung oder Überlegung von jemandem einbrechen, ein rohes Aufbrechen des Bezugsrahmen einer Person
- Lästern; Sich lustig machen, hänseln, erniedrigen, Witze auf Kosten des Menschen mit einer Demenz machen
- Herabwürdigen; Jemandem sagen, er sei inkompetent, nutzlos, wertlos, Botschaften, vermitteln die der Selbstachtung einer Person schaden.
- Anklagen; Vorwürfe machen.
Voraussetzung Erhalten des Personseins;
Menschen mit Demenz haben den gleichen Wert, die gleichen Bedürfnisse und die gleichen Rechte wie Menschen ohne eine Demenz.
Personenzentrierung heisst:
Verbesserung der Interaktions- und Kommunikationsfähigkeit der Umgebung durch ungeteilte Aufmerksamkeit.
Die Kunst des Handelns oder die 12 Interaktionsarten:
Interaktionen von Betreuenden;
- Anerkennen
- Verhandeln
- Zusammenarbeiten
- Spielen
- Timalation
- Feiern
- Entspannen
Psychotherapeutisch ausgerichtete Interaktionen von Betreuenden durchgeführt:
- Validation
- Halten
- Erleichtern
Der Mensch mit einer Demenz übernimmt die Führung:
- Schöpferisch sein
- Geben
Wirkung des Konzepts - Die Qualität:
Ein hohes Mass an Wohlbefinden des Menschen mit Demenz:
- Abnahme von Frustrationszeichen
- Zunahme der Konzentration
- Abnahme von Zeichen der Langeweile
- Zunahme von Zeichen der Entspannung und der Integration
- Abnahme von Zeichen des Rückzugs
- Zunahme von Kontakt und wechselseitiger Anteilnahme
- Signifikate Abnahme von herausfordernden Verhaltensweisen.
Anforderung an die Pflegenden; Demenz
Die Art des Seins:
- sich einlassen ( nicht nur einen Job erfüllen)
- präsentiert sein, freie Aufmerksamkeit, ohne Ablenkung. Ohne Vorurteile, ohne Projektionen = echte Begegnungen = das hilft und heilt
- Einfach nur da sein
- Weniger besorgt sein um Vergangenheit
- Weniger ängstlich wegen Zukunf
- Auf das vor Augen liegende zentriert
- Die Zwangshaftigkeit im Handeln loslassen.
- Oft schafft man das nicht, ist ein berufliche Rolle gefangen zu sein. Es ist nicht mehr möglich präsent/achtsam zu sein oder ungeteilt aufmerksam.
- Manchmanl steht zuviel vom eigenen emotionalen Ballast im Wege und man ist innerlich nicht mehr frei/offen
- Die Ausenandersetzung mit sich selbst, die Selbsterkenntnis und reflexion sind nicht mehr möglich
- Sich zu reflektieren würde bedeuten; Sich den eigenen möglichen Abwehrmechanismen wie Ekel, Scham, Distanznahme, Resignation, Schuld und damit des Verlustes der Selbstachtung bewusst zu werden.
- Oft schaft man das nicht, und bleib im Eigendünkel, in der beruflichen Rolle gefangen,
- Können nicht präsent sein, gehen keine freie Aufmerksamkeit ein.
- Manchmal zuviel vom eigenen emotionalen Ballast im Wege
- Man muss dem eigenen Ballast ins Auge sehen und sich damit auseinandersetzen.
Anforderung an Pflegende und an die Institution (Demenz):
Die Umsetzung hängt überwiegend ab von den äusseren Arbeitsbedingungen der versorgenden Organisation, welche das Wohlbefinden der Pflegekraft beeinfussen. d.h.
- Burn-Out Prophylaxe / genügend Erholung
- Eine Institution, die Ungewöhnliches zulässt
- Betriebsinternes Training der geforderten Interventionen / Schulung in der Grundausbildung
- Supervision / Fallbesprechung
- Teamarbeit
- Und die Art des Handelns 12 Interaktionsarten.
Dementia Care Mapping:
Ziel des DCM st die Steigerung des Wohlbefinden dementer Menschen durch die Verbesserung der Interaktionsfähigkeit und der Pflegequalität in einer Institution sowie des einzelnen Betreuenden durch
- Wahrnehmen, Beobachten und Aufzeichnen des Verhaltens, des Affekts, des Kontakts der demenzerkrankten Menschen sowie der personalen Aufwerter und der personalen Detraktion in der Interaktion der Betreuenden mit den Menschen mit einer Demenz.
- Weil diese nicht mehr konkret Auskunft geben können.
- Weil diese ihr Befinden mehrheitlich über Verhalten und Gefühlsäusserungen mitteilen.
Wichtiges zum Schluss: Demenz:
Arbeiten mit Menschen mit Demenz ist eine der anspruchvollsten Aufgaben, die dese Gesellschaft zu vergeben hat.
Die Pflegenden stellen sich dabei mit ihrer ganzen Person zur Verfügung und eben nicht als objektivierende, rationale, distanziert - sachliche Experten.
Multimorbidität:
Als Multimorbidität wird das gleichzeitige Vorliegen mehrerer Erkrankungen oder Gesundheitsproblemen (mindestens zwei oder mehr) bei einer Person bezeichnet.
Definition Komorbidität:
Kommorbidität bezeichnet das Auftreten zusätzlicher Erkrankungen zu einer Haupt- oder Indexerkrankung. Einer Grunderkrankung (Index Erkrankung) wird also eine führende Rolle zugeordnet. Andere hinzutretende Erkrankungen oder Beschwerden werden dieser Grunderkrankung untergeordnet.