Geografie-PHZH | 12: Entwicklung und Umwelt
Entwicklung und Umwelt
Entwicklung und Umwelt
-
- 1 / 44
-
Lernkarten
Ursachen für Hunger
Die aktuelle Situation ist ein Ergebnis der Lebensmittel- und Treibstroffkrise von 2006 und 2007 - die Finanzkrise folgte diesen Ereignissen auf dem Fuss. Konflikte in den ärmsten Ländern und dadurch ausgelöste Fluchtbewegungen sowie die durch die Klimaveränderung bedingten Naturkatastrophen verschärften die ohnehin prekäre Ernährungssituation in den betroffenen Regionen.
Die sozioökonomischen Strukturen werden durch die epidemieartige Ausbreitung des HI-Virus destabilisiert: Junge, an Aids erkrankte Menschen sterben, zurück bleiben ältere Menschen und Waisen, deren Fähigkeit, sich selbst zu versorgen, limitiert ist.
Viele Länder des Südens befolgten die Entwicklungsstrategien der 60er-Jahre konsequent und stellten ihre Produktion radikal um: Statt auf Selbstversorgung setzte man auf Exportgüter wie Kaffee, Kakao, Erdnüsse oder Baumwolle. Als die Kurse einbrachen, verdienten die Kleinbauernfamilien fast nichts mehr - viele mussten ihr Land verlassen.
Verteilungsproblem
Beim Hungerproblem handelt es sich jedoch nicht nur um ein Produktions-, sondern vor allem um ein Verteilungsproblem.
Es werden vor allem jene Nahrungsmittel produziert, die von den vermögenden Regionen nachgefragt werden und die auf dem Weltmarkt hohe Preise erzielen. Fleisch etwa ist in den Industrieländern häufig auf dem Speisezettel, seine Produktion ist aber um ein Vielfaches ressourcenintensiver als pflanzliche Nahrung.
Zudem wurden in den vergangenen Jahren Anbauflächen, die traditionell der Nahrungsmittelproduktion dienten, für andere Produkte ausgeschieden. Besonders problematisch ist in diesem Zusammenhang die Zunahme der Flächen für Agrotreibstoffe.
Lösungsansätze für Hungersnot
• Bevölkerungskontrolle
• Grüne Revolution für Afrika
• Gentechnik
• Balance zwischen Intensivierung und Schonung der natürlichen Ressourcen finden
Welt Hunger Index (WHI)
Mehrdimensionaler Ansatz
• Anteil Unterernährte (ungedeckter Kalorienbedarf)
• Untergewichtige Kinder unter fünf Jahren
• Verstorbene Kinder unter fünf Jahren
• Zahlenwert: arithmetisches Mittel
• Skala von 0 bis 100 (je höher, desto schlechter)