Gehaltswesen

Gehaltswesen

Gehaltswesen


C. K.
Diese Lernkarten bieten eine Einführung in die Grundlagen des Gehaltswesens. Sie behandeln verschiedene Formeln zur Berechnung von Monatslöhnen, Lohnfortzahlungen bei Krankheit oder Unfall, sowie Besonderheiten bei Ferien und Feiertagen. Zudem werden Lohnsysteme, -politiken und -formen wie Stundenlohn, Leistungslohn und modulare Lohnsysteme erklärt. Die Karteikarten richten sich an Einsteiger, die ein Verständnis für die Berechnung und Verwaltung von Löhnen in Unternehmen erlangen möchten.
Karten
44
Lernende
19
Sprache
Deutsch
Kategorie
Finanzen
Stufe
Grundschule
Erstellt / Aktualisiert
14.12.2013 / 21.01.2023

Lernkarten

Beschreibung von Geldakkord

Unabhängig vom Zeitaufwand wird für eine bestimme Arbeitsmenge ein fester Geldbetrag ausgerichtet.


Beschreibung Gewinnbeteiligung?

Dem Mitarbeitenden wird eine prozentuale Beteiligung vom erwirtschafteten Gewinn ausbezahlt.

Beschreibung Provision?

Dem  Mitarbeitenden wird ein prozentualer Anteil am Wert des durch den Mitarbeitenden abgeschlossenen Geschäftes ausbezahlt.

Beschreibung Umsatzbeteiligung

Dem Mitarbeitenden wird gemäss Absatz von Waren oder Leistungen des Unternehmens ein prozentualer Anteil ausbezahlt.

Beschreibung Prämien

Dem Mitarbeitenden wird für eine überdurchschnittliche Leistung ein gewisser Betrag ausbezahlt.


Beschreibung Zeitakkord

Für eine bestimmte Arbeitsmenge innerhalb einer Vorgabezeit wird  ein fester Geldbetrag ausgerichtet.

Beschreibung Inkonvenzien

Dem Mitarbeitenden wird monatlich ein Geldbetrag für besondere Arbeitserschwernisse (Kälte, Hitze etc) ausbezahlt.

Beschreibung Naturallohn

Verpflegung und Unterkunft wird als Lohnbestandteil angerechnet.

Beschreibung Fringe Benefits

Nebenleistungen eines Unternehmens an seine Mitarbeitende, die freiwillig und ohne gesetzliche Verpflichtung erbracht werden. Diese Nebenleistungen stehen in keinem direkten Zusammenhang mit der Funktion / Qualifikation des Mitarbeitenden

Beschreibung Gesetzliche Zulagen

Entschädigungen, die der Arbeitgeber aufgrund gesetzlicher Rahmenbedingungen ausbezahlen muss (Überstunden)

Beschreibung Freiwillige Zulagen

Entschädigungen, die der Arbeitgeber zwar freiwillig bezahlt, aber seinem gesamten Personal zugestehen.

Beschreibung Stundenlohn

Entschädigung, die der Mitarbeitende pro Stunde erhält, unabhängig von seiner Leistung.

Was ist der Unterschied zwischen Zeitlohn und Leistungslohn?

Beim Zeitlohn ist eine Soll-Arbeitszeit zwischen AN und AG vereinbart, dies ist die Basis der Entlöhnung. Beim Leistungslohn wird die Leistung definiert, der Zeitaufwand ist unerheblich.

Maslovsche Bedürnispyramide besagt?

Es gibt verschiedene Stufen der Bedürfnisse:

1. Stufe: Physiologische Bedürfnisse (Grundbedürfnisse)

2. Stufe: Sicherheitsbedürfnisse

3. Stufe: Soziale Bedürfnisse

4. Stufe: Bedürfnis nach Anerkennung

5. Stufe: Bedürfnis nach Selbstverwirklichung

Welche Anforderungen an eine gerechte Lohnpolitik gibt es und mit welchen Instrumenten werden sie ermittelt?

L eistung - Qualifikation
A nforderung - Arbeitsplatzbewertung
M arktkonformität - Lohnvergleich
O rganisationsabsicht - Strategie
U nternehmensmöglichkeit - Bilanz, Erfolgsrechnung
R echt und Ethik - Gesetze, Grundwerte

Lohnformen: Zeitlohn Arten?

Stundenlohn (Aushilfen, unregelmässige Einsätze)
Wochenlohn (Temporärbüro, Schüler, Ferienjobs)
Monatslohn (Festangestellte)
Jahreslohn (Kader, Jahreszieleinkommen)

Lohnformen - Leistungslohn, Arten?


Akkordlohn ( Geld-Akkord und Zeit-Akkord)
 

Erfolgsvergütungen (Gewinnbeteiligung, Umsatzbeteiligung, Provision, Prämie, Gratifikation)

Welche Leistungen müssen im Lohnausweis nicht deklariert werden?

- Gratis abgegebene Halbtaxabonnemente
- REKA-Check-Vergünstigungen bis 600.-- jährlich (darüber sind sie zu deklarieren)
- Weihnachts-Geburtstag und ähnliche Naturalgeschenke bis Fr. 500.-- pro Ereignis
-Private Nutzung von Arbeitswerkzeugen
-Gutschriften von Flugmeilen
-Beiträge an Vereins- und Clubmitgliedschaften bis Fr. 1000.--
- Zutrittskarten für kulturelle, sportliche und andere gesellschaftliche Anlässe bis Fr. 500.-- pro Ereignis
etc.

NBU - Versicherung
Besonderheiten?

nur wirksam für Arbeitnehmer, deren wöchentliche Höchstarbeitszeit mindestens 8 Stunden beträgt. Es besteht keine Altersgrenze. Höchstgrenze versicherter Lohn 10'500.-- / Monat, Fr. 126'000.-- / Jahr

KTG- Versicherung
Besonderheiten?

freiwillige Versicherung, in der Regel hälftig durch Arbeitnehmer und Arbeitgeber getragen

AHV/IV/EO - Besonderheiten?

Beitrag 10.3 % (hälftig 5.15% AN und AG)

Beitragspflicht beginnt nach der Vollendung des 17. Altersjahres

Rentner (Frauen die das 64. Altersjahr und Männer die das 65, Altersjahr vollendet haben), können pro Arbeitsverhältnis einen Freibetrag von Fr. 1400.-- / Monat oder Fr. 16'800.-- Jahr abziehen (Freibetrag)

Verwaltungskosten der Ausgleichskassen werden zwingend durch AG und nicht durch AN bezahlt.

Was sind extrinsische Arbeitsmotive? (Motive, die nicht aus der Tätigkeit sondern aus deren Folgen befriedigt werden)

-Lohn
-Sicherheitsbedürfnis (Arbeitsplatzsicherheit, finanzielle Sicherheit)
-Geltungsbedürfnis (Ansehen, Prestige)
-Bedürfnis nach Anerkennung und Lob

Was sind intrinsische Motive? (Motive, welche durch die Arbeit selbst befriedigt werden)

-Leistungsmotivation (Zielerreichung)
-Wunsch nach Selbstverwirklichung und Sinngebung
-Kontaktbedürfnis
-Machtstreben
-Bedürfnis nach Energieabbau

Welche Einflussgrössen haben Auswirkungen auf die Lohnpolitik eines Unternehmens?

Externe Umweltsphären wie z.B. Branche, Kokurrenz, Standort, Konjunktur, Gesetze, Erwartungen der Aktionäre
 

Interne Einflüsse wie z.B. lohnpolitische Grundsätze, Zukunftsaussichten des Unternehmens, Fluktuation, Bildungsstand

Mit welchem Vorgehen wird der Schwierigkeitsgrad der Arbeit bestimmt bzw. der Wert einer Funktion ermittelt? Wie heissen die beiden Verfahren dazu?

Arbeitsplatzbewertung

analytisches Verfahren und summarisches Verfahren

Wann wird der eigene Lohn als gerecht und motivierend erlebt? Seitens Arbeitnehmer?

-attraktiv und marktkonform
-funktionsgerecht
-leistungsgerecht
-erfahrungsgerecht
-zeitgemäss

Was ist das summarische Verfahren und welche zwei Arten gibt es?
Vor- und Nachteile?

Erfassung und Bewertung der Gesamtanforderungen des Arbeitssystems an den Menschen

-Rangfolgeverfahren (Vergleich der Gesamtanforderungen und Einordnung der Arbeitsaufgaben in eine Rangfolge)
-Lohngruppenverfahren (Vergleich der Gesamtanfroderungen und Einordnung der Arbeitsplätze in Lohnklassen)

Vorteile: einfache Handhabung und leichte Verständlichkeit
Nachteile: nur für Unternehmen mit wenig Mitarbeiter (20-30), setzt umfassende Kenntnisse aller Stellen voraus, es sind nur pauschale Aussagen über den Wert der Arbeit möglich

Was ist das analytische Verfahren und welche zwei Arten gibt es?
Vor- und Nachteile?

Erfassung und Bewertung der einzelnen Anforderungsfaktoren an den Menschen

-Rangreihenverfahren (Vergleich der einzelnen Faktoren der Gesamtanforderungen und Einordnung in eine Rangreihe)
-Stufenwertverfahren (Bewertung der einzelnen Faktoren nach einem gewichtigen Schema)

Vorteile: bedeutend genauer als das summarische, Stufenwert-Verfahren ist sogar sehr präzis, fast keine Subjektivität möglich, transparent und Aufgaben können objektiv verglichen werden

Nachteile: sehr aufwändig und äusserst anspruchsvoll

Welche Lohnsysteme gibt es ?

-Lohnklassen (Lohn erhöht sich nach Dienstjahren basierend auf der Berufserfahrungen um einen festen Prozentsatz, Linien verlaufen also parallell)

-Lohnbänder (Die Lohnentwicklung erfolgt anfroderungs- und leistungsgerecht innerhalb von vorgegebenen Lohnbändern)

Was versteht man unter der individuellen Lohnerhöhung?

Die einzelnen Mitarbeiter erhalten eine ihren Leistungen, ihrer Zielerreichung, ihrem Verhalten etc. angepasste, individuelle Lohnanpassung

Was versteht man unter der generellen Lohnerhöhung?

Im Giesskannenprinzip werden jedes Jahr sämtliche Löhne im Unternehmen gleichermassen erhöht (z.B. Teuerung)

Formuliere drei mögliche Aussagen einer Lohnpolitik

-Entlöhnung ist Bestandteil der Führung
-Alle Mitarbeiter werden gleich behandelt
-Lohn muss marktkonform und konkurrenzfähig sein
-Lohn muss Funktion, Leistung und Erfahrung berücksichtigen
-Prämien für Innovationen bezüglich Qualität

Wie ist das modulare Lohnsystem aufgebaut?

1. das Basisgehalt, bestehend aus:
-Fester Anteil
-Arbeitsanteil
-Erfahrungswert

2. das variable Gehalt, bestehend aus:
-(individueller) Leistungsanteil
-Erfolg Organisationseinheit (Abteilung)
-Erfolg Gesamtunternehmen

3. der situative Anteil
-Sonderprämie
-Fringe Benefits
-Sozialanteil

Formel: Stundensatz

Bruttojahreslohn : (52 x Sollarbeitszeit Woche) = Stundensatz ( inkl. Anteil 13. ML)
Achtung bei Überzeit, in Prüfung immer x 125%

Formel 13. ML pro Rata

1/12 oder 8.33% Jahreslohn

Formel Ferien Monatslöhner

Monatslohn x 13 : 12 : 21.75 = Tagessatz x auszuzahlende Ferientage

Formel Ferien Stundenlöhner

(Anzahl Ferientage x 100) : (260-Anzahl Ferientage = Restliche Arbeitstage)

z.B. 4 Wochen Ferien (20 x 100) : (260-20) = 8.33%
z.B. 5 Wochen Ferien (25 x 100) : (260-25) = 10.64% 

260= Basis 52 Wochen à 5 Arbeitstage

Formel Feiertage Stundenlöhner

(Feiertage x 100) : (260-Ferien-Feiertage) = z.B. (8 x 100) : (260-20-8) = 3.45 %

Formel Pensionskasse, inkl. Besonderheiten?

Monatslohn x 13 = z.B. 65000 - 24570 (Koordinationsabzug) = 40430 : 12 = 3369.15 à PK-Satz

Besonderheiten:
max. Grenzbetrag 84'240.-- - 24570 = 59670 : 12= 4972.50 à PK-Satz
Eintrittsschwelle : 21'060.--, Mindest-Versicherter Lohn 3'510.--
Rentner nie PK!
Risikobeitrag ab dem 1. Januar des 17. Altersjahrs, ab  1. Januar des 24. Altersjahrs, Risiko- und Sparbeitrag!
Arbeitsverhältnis über drei Monate oder unbefristet (2 Monate befristet kein PK)
 

Satz ALV, Höchstgrenze und Formel bei Austritt?

ALV1 1.1% Höchstgrenze 10'500.--, total 2.2%, je hälftig durch AN / AG bezahlt


Beispiel Formel bei Austritt 31.5., Monatslohn 8'000.--, im Mai mit allen Auszahlungen 21'000
Berechnung = 10500 x 5 = 52500 - 32000 (4 x 8000) = 20500 (Höchstgrenze Ende Mai)
20500 à 1.1%
500 à 0.5%

Achtung, Rentner nie ALV! 

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