Fütterung des Hundes
Tierernährung (01)
Tierernährung (01)
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Lernkarten
Fütterung des Hundes
Eigenmischung - BARF-Fütterung
Fütterung des Hundes
Eigenmischung - BARF-Fütterung
- Definition BARF
- bone and raw food
- biologically appropriate raw foods
- biologische artgerechte Rohfütterung
- Hintergrund
- natürliche Nahrung des Wolfs als Vorbild für den Hund
- Ernährungsweise
- "natürliche" Rohfütterung basierend auf Fleisch
- Rind, Huhn, Pute, Schaf, Ente, Kaninchen, Pferd, Eintagsküken, Wild
- Knochen
- Hühnerhälse, Hühnerrücken, Putenhälse, Brustbein, Beinscheiben
- Innerreien
- Hühnermagen, Leber, Psalter, Pansen, Herz, Gurgel, Schlund
- Ergänzung durch Gemüse, Obst, Öle, Kräuter
- "natürliche" Rohfütterung basierend auf Fleisch
- Vorteile
- sämtliche Bestandteile des Futters sind dem Tierbesitzer bekannt
- Kaubedürfnis des Hundes wird stärker befriedigt
- Zahnpflege wird unterstützt
- Ration kann bei bestimmten Erkrankungen bedarfsgerecht zusammengestellt werden
- z.B. FM-Allergie
- Nachteile
- Übertragung von Krankheitserregern
- Bakterien, Viren, Parasiten
- Gefahr für Kinder, Schwangere, ältere Menschen, chronisch Kranke
- Verletzung durch Knochenfütterung
- Zähne, GIT
- Verstopfung durch Knochenkot
- wenn der Rohaschegehalt zu hoch ist
- Fütterungsfehler
- Nährstoffmangel oder -überversorgungen
- Übertragung von Krankheitserregern
Fütterung des Hundes
Eigenmischung - BARF-Fütterung - häufige Fütterungsfehler
Fütterung des Hundes
Eigenmischung - BARF-Fütterung - häufige Fütterungsfehler
- Ca-Überversorgung
- überhöhte Knochenfütterung
- zu viel Knochenmehl
- Ca-Mangel
- unzureichende Ca-Ergänzung
- z.B. keine Knochenfütterung oder Ei-Schalen
- unzureichende Ca-Ergänzung
- Mangel an Spurenelementen (I, Zn, Cu)
- unzureichende Ergänzung, bzw. kein Mineralfutter
- z.B. kein Seealgenmehl, keine Leber
- unzureichende Ergänzung, bzw. kein Mineralfutter
- Vitamin A Überversorgung
- überhöhte Leberfütterung
- Mangel an Vitamin A und D
- unzureichende Ergänzung
- z.B. keine Leber, kein Lebertran
- unzureichende Ergänzung
- Sekundärer Cu-/Zn-Mangel
- drastisch überhöhte Ca-Aufnahme
- Empfehlung
- Rationsüberprüfung durch tierärztliche Ernährungsberatung
Fütterung des Hundes
Adulte Hunde - Fütterungsempfehlung
Fütterung des Hundes
Adulte Hunde - Fütterungsempfehlung
- Ernährungsbedarf
- Erhaltung (Zufuhrempfehlung Erhaltung)
- evtl. individuelle abweichender Bedarf
- Kastration (neigen eher zur Verfettung), Haltungsform, Erkrankungen (besonders des Endokrinums [Schilddrüse])
- evtl. Zuschläge für hohe Bewegungsleistung
- z.B. Laufbegleitung, Radbegleitung, ...
- Fütterungskonzept
- AFM oder Eigenmischung
- Futtermengen
- nach Zuteilungstabellen
- in Praxi
- Beurteilung der richtigen Futtermenge anhand Körperkondition (BCS), Gewichtskonstanz, Kotkonsistenz, äußerem Erscheinungsbild (Fellbeschaffenheit, Verhalten)
- Fütterungsfrequenz
- 1-2 Mz/Tag
- Fütterungstechnik
- fester Rhythmus
- Vermeiden von Betteln, Konditionierung der Verdauung
- stressfrei, ruhiger Ort, postprandiale Ruhepause, Fressnapf, getrennte Fressplätze bei mehreren Hunden
- fester Rhythmus
- Trinkwasser
- stets zur freien Verfügung
- v.a. in den ersten 3-4h nach der Fütterung
- stets zur freien Verfügung
Fütterung des Hundes
Junghunde - Fütterungsempfehlung - Ernährungbedarf, Ziel der Fütterung
Fütterung des Hundes
Junghunde - Fütterungsempfehlung - Ernährungbedarf, Ziel der Fütterung
- Ernährungsbedarf
- Deckung des Nährstoff- und Energiebedarfs des wachsenden Hundes
- Erhaltungsbedarf (siehe adulter Hund)
- Leistungsbedarf:
- Gewebezuwachs (Energieretention, Nährstoffretention)
- besonderes Augemerk gilt:
- ME-Gehalt (> 1,6 MJ ME/100g)
- vXP:ME-Relation (anfangs 15:1 Ende 10:1)
- Knochenmineralien (Ca, P, Mg)
- Ca:P-Realtion
- Spurenelemente
- Vitamine (Vitamin D)
- Deckung des Nährstoff- und Energiebedarfs des wachsenden Hundes
- Ziel der Fütterung
- Ermöglichung einer rassespeziefischen Entwicklung (rassespeziefischer Wachstumsverlauf)
- "Harmonisches Wachstum"
- optimale, aber nicht maximale Wachstumsraten (1x Wiegen/Woche)
- CAVE!!! Junghunde großer Rassen
- Überversorgung mit Energie
- schnelles Wachstum der Weichgewebe
- Fehlentwicklungen des Skeletts (Hüfftgelenksdysplasie, Osteochondrose) aufgrung ungenügender Mineralisierung
- Überversorgung mit Energie
Fütterung des Hundes
Junghunde - Fütterungsempfehlung - Fütterungskonzepte
Fütterung des Hundes
Junghunde - Fütterungsempfehlung - Fütterungskonzepte
- Alleinfuttermittel
- angepasst an Ernährungsbedürfnisse des Junghundes
- absetzen bis 6. oder 12. Monat (i.d.R.)
- 6. Monat bis Wachstumsende
- rassenspezifisch (klein, mittelgroß, groß, sehr groß)
- erhöhter Fettgehalt (12-20%) und Energiegehalt
- erhöhter Proteingehalt
- erhötes Protein-Energieverhältnis
- 15:1
- weites Ca:P-Verhältnis
- 1,4:1
- evtl. ernährungsphysiologische Zusätze
- Vitamin C, E β-Carotin, Selen, ω-3-Fettsäuren, Inulin
- angepasst an Ernährungsbedürfnisse des Junghundes
Fütterung des Hundes
Junghunde - Fütterungsempfehlung - Futtermengen, Fütterungstechnik
Fütterung des Hundes
Junghunde - Fütterungsempfehlung - Futtermengen, Fütterungstechnik
- Futtermengen
- nach Dosierungs-/Zuteilungstabellen
- In praxi
- Einschätzung der richtigen Futtermenge durch Vergleich des KG mit Wachstumskurven
- Erfassung der Körperkondition
- Beobachtung der Aktivität/Spielfreudigkeit
- Fütterungstechnik
- Fütterungsfrequenz
- bis 3 Monate: 3-4 Mz/d
- bis 6 Monate: 3 Mz/d
- bis 12 Monate: 2-3 MZ/d
- Restriktiv
- Futternapf nach 20-30 min wieder entfernen
- Futterwechsel stets langsam (3-4 Tage)
- Fütterungsfrequenz
Fütterung des Hundes
Ältere Hunde - Fütterungsempfehlung - Ernährungsbedarf
Fütterung des Hundes
Ältere Hunde - Fütterungsempfehlung - Ernährungsbedarf
- Erhaltungsbedarf
- Energiebedarf 0,42 x kg KM0,75
- Große Rassen ab 7. LJ
- Kleine Rassen ab 10. LJ
- Unter berücksichtigung altersbedingter Veränderungen
- geringere körperliche Aktivität
- ↓ Energiebedarf
- höherer Körperfettgehalt
- ↓ Energiebdearf
- Endokrine Erkrankungen (verminderte Schliddrüsenfunktion)
- ↓ Energiebedarf
- Tumorerkrankungen
- ↑ Energiebedarf → Kachexie
- Zahnerkrankungen (Zahnverlust, Zahnfleischerkrankungen)
- Dysphagie
- ↓ Energieaufnahme
- abnehmendes Geschmacksempfinden
- Futterakzeptanz und -aufnahme sinkt → ↓ Energieaufnahme
- Rückgang der Produktion von MAgensäure
- Verdauungsinsuffizienz → ↓ Energieaufnahme
- Hypomobilität des GIT
- Verstopfung, Flatulenz
- Schlechtere Nährstoffverwertung (Mikronährstoffe!)
- geringere körperliche Aktivität
Fütterung des Hundes
Ältere Hunde - Fütterungsempfehlung - Zufuhrempfehlungen, Fütterungstechnik
Fütterung des Hundes
Ältere Hunde - Fütterungsempfehlung - Zufuhrempfehlungen, Fütterungstechnik
- Zufuhrempfehlungen
- Energie
- i.d.R. reduzierte Futtermenge (-30% gegenüber Empfehlung für adulte Tiere)
- Ausnahme: kachektische Stoffwechsellage
- Eiweiß
- Zufuhr entsprechend Erhaltungsbedarf (Ausnahme: Restriktion bei Nieren-IS)
- Auf hohe BW der Proteinträger achten: Fleisch, Milchprodukte, Eiprodukte
- Ballaststoffe
- geeignete Quellen: Möhren, Trockenschnitzel
- mindestens 1,8% XF → Darmmotilität
- Mineralstoffe
- Zufuhr entsprechend Erhaltungsbedarf
- Restriktion von P bei Nieren-IS
- Restriktion von Na bei Ödemen, Hypertonie
- Vitamine
- Zufuhr verdoppeln im Vergelich zum Erhaltungsbedarf
- evtl. gabe vitaminähnlicher Stoffe (Cholin, Lezithin, Carnitin) wegen unzureichender Synthese
- Energie
- Fütterungstechnik
- tägliche Futtermenge in 2-3 Mz/d verabreichen
- größere Stücke zerkleinern
Fütterung des Hundes
Ältere Hunde - Fütterungsempfehlung - Fütterungskonzepte
Fütterung des Hundes
Ältere Hunde - Fütterungsempfehlung - Fütterungskonzepte
- Alleinfuttermittel: Senior-AFM
- geringerer Fettgehalt (<10%)
- erhöhter XF-Gehalt (3%)
- reduzierter Energiegehalt
- häufig mit "Anti-Aging"-Zusätzen
- L-Carnitin
- Vitamin C
- Taurin
Fütterung des Hundes
Trächtige Hündin - Fütterungsempfehlung
Fütterung des Hundes
Trächtige Hündin - Fütterungsempfehlung
- Ernährungsbedarf
- Erhaltung
- Trächtigkeit
- Fütterungskonzepte
- AFM oder Eigenmischungen
- bei Eigenmischungen
- hochwertige, hygienisch einwandfreie FM (keine Mykotoxine, Schwermetalle, ...)
- sollte bei allen Tieren sein, nur hier besonders drauf achten, dass man die Frucht nicht schädigt
- KH-reich
- Glukose: Fötus
- mind. 20%
- vXP-ME-Relation:
- mind: 10:1
- ausreichend Mikronährstoffe
- ausreichende Ballaststoffaufnahme (Möhrenschnitzel) zur Vorbeugung von Obstipationen
- bei Obstipationen
- abführende FM (Leber, Milch, Weizenkleie)
- Glaubersalz
- hochwertige, hygienisch einwandfreie FM (keine Mykotoxine, Schwermetalle, ...)
- Futtermengen und Fütterungsfrequenz
- 1. Hälfte
- 1-2 Mz/d
- Futtermenge wie im Erhaltungsstoffwechsel
- 2. Hälfte
- 2 Mz/d
- Futtermenge bei großen Würfen x 1,5 und bei kleinen Würfen x 1,3
- da das Fruchtwachstum erst in der 2. Hälfte beginnt
- 1. Hälfte
Fütterung des Hundes
Laktierende Hündin - Fütterungsempfehlung
Fütterung des Hundes
Laktierende Hündin - Fütterungsempfehlung
- Ernährungsbedarf
- Erhaltung
- Laktation
- Fütterungskonzepte
- AFM oder Eigenmischungen
- hohe Energiedichte
- ca. 1,8 MJ ME/100g TS
- vXP-ME Relation: 12:1
- hochwertige Eiweißträger
- mind. 10-20% Kohlenhydrate (für Milchzuckerbildung)
- auf ausreichende Mikronährstoffzufuhr achten
- stark erhöhter Bedarf an Ca, P, Mg
- ausreichend Trinkwasser
- Futtermengen und Fütterungsfrequenz
- Je nach Größe des Wurfes bis zu 4x dem Erhaltungbedarf
- 2-3 Mz/d
- aber die Energiedicht um 50-60% erhöhen denn bei großen Rassen ist der MDT zu klein um die große Menge an Futter aufzunehmen.
Fütterung des Hundes
Laktierende Hündin - Fütterungsempfehlung - beim Absetzen
Fütterung des Hundes
Laktierende Hündin - Fütterungsempfehlung - beim Absetzen
- Fütterung der Hündin beim Absetzen
- Ab der 5. Woche
- Drosselung der Futtermenge, da Beginn der Aufnahme von Beifutter durch die Welpen
- 1 Tag vor Absetzen kein Futter
- Absetztag 1/4 des Erhaltungsbedarfs
- 1. Tag nach dem Absetzen 1/2 des Erhaltungsbedarfs
- 2. Tag nach dem Absetzen 3/4 des Erhaltungsbedarfs
- 3. Tag nach dem Absetzen entsprechend Erhaltungsbedarf
- Ab der 5. Woche
Fütterung des Hundes
Zuchrüde - Fütterungsempfehlung
Fütterung des Hundes
Zuchrüde - Fütterungsempfehlung
- Ernährungsbedarf
- Erhaltungsbedarf
- Ziel
- Gute Deck- und Befruchtungseigenschaften
- normale Geschlechtsreife (im Alter zwischen 6-9 Monaten)
- ungestörte Hodenentwicklung
- gute Spermaproduktion und -qualität
- Empfehlungen
- Berücksichtigung des Erhaltungsbedarfs
- Energiezufuhr sollte nicht den Erhaltungsbedarf überschreiten
→ Deckleistung (fette Rüden werden deckträge) - ausreichende, aber nicht überhöhte EW- und AS-Zufuhr
- Mangel an für die Befruchtungseigenschaften bedeutsamen Mikronährstoffe vermeiden
- Vit A, Vit e, J, Zn und Se
- Belastung des Futters mit unerwünschten Stoffen (Mykotoxine, Schwermetalle) vermeiden
Fütterung des Hundes
Saugwelpen
Fütterung des Hundes
Saugwelpen
- Besonderheiten bei Saugwelpen
- gering entwickelter GIT (2-3% der KM), kleiner Magen, geringe HCL-Bildung
- enzymatischer Verdauungskapazität der Milchinhaltsstoffe sehr gut
- begrenzte Verdauungskapazität für Stärke und Saccharose
- Lebermasse sehr groß (7-10% der KM) → Glykogenspeicher
- geringer Körperfettgehalt → hohe Umgebungstemperatur (optimal 30°C)
- geringe renale Ausscheidungskapazität für harnpflichtige Stoffe und Wasser
- Kolostrum (bis 24h p.p.)
- IgG-Aufnahme
- Hund: intrauterin und kolostral
- passive Immunabwehr gegen milieuspeiefische MO
- hohe Konzentration an Vitaminen, Mineralstoffen, Hormonen, Wachstumsfaktoren
- IgG-Aufnahme
- Normale Milch
- Deckung des Energiebedarfs der Welpen bis zur 3. Woche
- Saugfrequenz
- 1. Woche 12x
- 2. Woche 8x
- 3. Woche 4-5x
- Gewichtskontrollen zur Überprüfung der normalen Ernährung und Entwicklung der Saugwelpen (Verdopplung des Geburtsgewicht nach 7-9d)
- Kritische Nährstoffe in der reifen Milch
- Fe Se, I, Vit. A, D, E und K
→ Fe-Mangelanämie (häufig) → Herzhypertrophie, ↑ Infektanfälligkeit
- Fe Se, I, Vit. A, D, E und K
Fütterung des Hundes
Absatzwelpen - Beifütterung
Fütterung des Hundes
Absatzwelpen - Beifütterung
- Absetzen
- normalerweise 5.-6. Woche (frühstens 3. Woche)
- Vorgehen
- 1x Saugen am Tag des Absetzens
- in den 3-4 Folgetagen Gabe von Beifutter in konstanter Menge (5-10g/kg KM)
- Anforderungen an der Beifutter
- hochverdaulich, gutverträglich, schmackhaft
- hochwertige Eiweißquellen (Fleisch, Quark, Eier)
- Konsistenz: flüssig-breiig
- Art des Beifutters
- Alleinfutter für Welpen (Baby, Puppy)
- Eigenmischungen:
- gut zerkleinerte Komponenten (Fleisch, Leber, Quark, Eier, Getreideflocken, Reis)
- vermischt mit Wasser
- Fütterungstechnik
- Beifuttermenge langsm steigern bis 20-30g/kg KM (8. Woche)
- GIT-Störungen (Durchfälle): reduzierung der Menge
- 3 Mz/d
- zusätzliche Bereitstellung von Trinkwasser
Fütterung des Hundes
Aufzucht mutterloser Welpen
Fütterung des Hundes
Aufzucht mutterloser Welpen
- Aufzuchtmöglichkeiten
- Ammentier
- Kommerzieller MAT oder selbsthergestellter MAT
- Fütterungsmenge des MAT
- 5-6x pro Tag, später 3x pro Tag
- nach Energiebedarf (1kJ ME/g KM)
- nach Befinden (Unruhe, GIT-Störungen)
- Fütterungstechnik
- Gabe mit Löffeln, Pipetten, Saugflaschen oder Sonden (per os)
- Beifütterung ab der 3. Woche
- spätestens nach der 4. Woche erfolgt die normale Aufzucht