Fütterung des Hundes
Tierernährung (01)
Tierernährung (01)
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Cartes-fiches
Fütterung des Hundes
Proteinbedarf - Erhaltung (adulter Hund)
Fütterung des Hundes
Proteinbedarf - Erhaltung (adulter Hund)
- Endogene N-Verluste (260mg N/kg KM0,75/d)
- renal (200)
- fäkal (50)
- cutan (10)
- Mindestbedarf an vXP
- x 6,25/0,7* = 2 - 2,25 g vXP/kg KM0,75/Tag
- 100% Sicherheitszuschlag
- Zufuhrempfehlung
- 5g vXP/kg KM0,75/Tag bzw. 10g vXP/1 MJ ME (12g XP)
- -> 10g vXP sollten pro MJ ME enhalten sein
Fütterung des Hundes
Proteinbedarf - Trächtigkeit und Laktation
Fütterung des Hundes
Proteinbedarf - Trächtigkeit und Laktation
- Gravidität (ab 2. Hälfte)
- Erhaltungsbedarf
- Bedarf (40kleine Rassen-70%große Rassen des Erhaltungsbedarfs) für
- Wachstum von Föten, Plazenta, Uterus
- Wachstum des Gesäuges
- Anlage von Reserven
- extragenitale Einlagerungen von Reserven = Superretention
- Laktation
- Erhaltungsbedarf
- Bedarf Milchproduktion
- 2-5 fach gegenüber Erhaltung
- in Abhängigkeit der Wurfgröße (-> Milchmenge)
- Proteingehalt der Milch: 84g/kg
(sehr hoch im vergleich zu anderen Tieren)
- Proteingehalt der Milch: 84g/kg
Fütterung des Hundes
Proteinbedarf - Dienst-, Schlitten-, Rennhund
Fütterung des Hundes
Proteinbedarf - Dienst-, Schlitten-, Rennhund
- Proteinbedarf pro kg KM ist nicht erhöht im Vergleich zur Erhaltung
- Erhöht ist lediglich der Energiebedarf und die Proteinversorgung sollte proportional zur zugeführten Energiemenge ansteigen (ca. 10g vXP/1 MJ ME)
- aufgrund der erhöhten Futteraufnahme auch erhöhte endogene N-Verluste auftreten und
- ausreichend AS für Gluconeogenese zur Verfügung stehen müssen
- überhöhte AS-Versorgung ist zu vermeiden wegen
- energieaufwendiger Harnstoffsynthese
- erhöhtem Wasserbedarf für renale Harnstoffexkretion
Fütterung des Hundes
Proteinbedarf - Wachstum
Fütterung des Hundes
Proteinbedarf - Wachstum
- Erhaltungsbedarf
- 5g vXP/kg KM0,75/Tag
- Wachstumsbedarf
- täglicher Proteinansatz/Verwertungsfaktor (0,7)
-> 2-1x Erhaltung
(1. bis 12. Monat immer abnehmend) - täglicher Proteinansatz
- Proteingehalt im Gewebe
- täglicher Gewebezuwachs
- täglicher Proteinansatz/Verwertungsfaktor (0,7)
- Protein(vXP) : Energie (ME) - Realtion
- 1. Lebensmonat 14:1
- 2. Lebensmonat 13:1
- > 3. Lebensmonat 10:1
Fütterung des Hundes
Empfehlungen zum Proteingehalt der Ration
Fütterung des Hundes
Empfehlungen zum Proteingehalt der Ration
- Erhaltung
- 8-10g vXP/MJ ME
- Garvidität 2. Hälfte
- 10g vXP/MJ ME
- Laktation
- 12g vXP/MJ ME
- Wachstum
- 1. Monat
- 15g vXP/MJ ME
- 2. Monat
- 14g vXP/MJ ME
- 3. Monat
- 13g vXP/MJ ME
- 4. Monat
- 12g vXP/MJ ME
- 5. - 6. Monat
- 10-12g vXP/MJ ME
- 7. - 12. Monat
- 8-10g vXP/MJ ME
- 1. Monat
- Proteinquellen unterschiedlicher biologischer Qualität
(AS-Zusammensetzung, Verdaulichkeit)- hoch
- Fleisch, Milchprodukte, Eiprodukte
- mittel
- Organe, Bindegewebe, Nebenprodukte
- niedrig
- Getreidekleber, Gemüse, Leguminosen
- hoch
- Praxistipp:
- hochwertige Proteinquellen während Wachstum, Reproduktion und bei Erkrankung
- pflanzliche Proteinquellen sind deutlich schlechter verwertbar und man muss immer mehr davon einsetzen, dass der Hund es auch verwerten kann
Fütterung des Hundes
Bedarf an essentiellen Fettsäuren
Fütterung des Hundes
Bedarf an essentiellen Fettsäuren
- Linolsäure (LA): C18:2 n-6
- mind. 2% der ME
- α-Linolensäure (ALA): C18:3 n-3
- mind. 0,4% der ME
- Alles sehr unerforscht aber die Werte sind hoch genug gewählt, dass sie definitiv genug sind
- Weizen und Sojaöl haben schon genau das richtige Verhältnis der 2 Säuren
- sind somit besonders gut geeignet
- wenn man andere Öle benutzt muss man Mischungen erstellen um das Richtige Verhältnis zu bekommen
Fütterung des Hundes
Menegenelementbedarf des Hundes
Fütterung des Hundes
Menegenelementbedarf des Hundes
- Bruttobedarf = (Nettobedarf/Verwertbarkeit in %) x 100
- Nettobedarf = Bedarf für Erhaltung + Nettoleistungsbedarf (Wachstum, Trächtigkeit, Laktation)
- Mengenelemente sind
- Kalzium, Phosphor, Magnesium, Natrium, Kalium, Chlorid
- Zufuhr:
- Gravidität ca 1,5x
- alle
- Laktation ca. 5x
- alle
- Wachstum ca 4x
- besonders die Knochenmineralien Kalzium und Phosphor
- Gravidität ca 1,5x
Fütterung des Hundes
Spurenelementbedarf des Hundes
Fütterung des Hundes
Spurenelementbedarf des Hundes
- Empfehlungen zur Spurenelementversorgung werden v.a. aus Wachstumsversuchen, Bilanzstudien und Dosiswirkungsversuchen abgeleitet
- Empfehlung = Optimalbedarf (optimale Leistung und Reserven) + Sicherheitszuschlag
- Spurenelemente sind:
- Eisen, Kupfer, Zink, Mangan, Kobalt, Jod, Selen
- Zufuhrempfehlung
- Gravidität
- besonders Eisen (5x)
- Laktation, Wachstum
- Eisen, Kupfer, Zink, Mangan erhöht
-> sind in de Milch entahlten und werden in das Gewebe eingebaut
- Eisen, Kupfer, Zink, Mangan erhöht
- Gravidität
- Cave
- Kupfer-Speicherkrankheit (ähnlich dem humanen Morbus Wilson), u.a. bei
- Bedlington Terrier (genetisch bedingt)
- Häufig sekundär
- West-Highland-White-Terrier, Dobermann-Pinscher, Deutscher Schäferhund, Cocker-Spaniel
- auf niedrige Cu-Gehalte im Futter achten aber der Bedarf sollte gedeckt sein
- Kupfer-Speicherkrankheit (ähnlich dem humanen Morbus Wilson), u.a. bei
Fütterung des Hundes
Vitaminbedarf des Hundes
Fütterung des Hundes
Vitaminbedarf des Hundes
- Vitamine
- A, D, E, K, B1, B2, B6, B12, Pantothensäure, Nikotinsäure, Biotin, Folsäure
- Vitaminmangel in praxi häufiger im Falle von:
- B1:
- Einseitige Verwendung B1-armer FM
- Wässern von FM und Entfernung des Wassers
- Verfüttern roher Süßwasserfische
- länger andauernde Zufuhr von Antibiotika
- B6
- einseitige Verwendung ungekochter Leinsamen (Linatin)
- Biotin
- Verfütterung roher Eier (Avidin)
- Avidin bildet Komplexe mit dem Biotin und verhindert so dessen Verwertung
- Verfütterung roher Eier (Avidin)
- Niacin
- Einseitige verwendung von Mais
- B1:
Fütterung des Hundes
Wasserbedarf des Hundes
Fütterung des Hundes
Wasserbedarf des Hundes
- Wasserbilanz = Differenz aus Wasseraufnahme und Wasserabgabe
- Wasserabgabe (ml/kg KM/Tag
- Harn (20-50)
- Milch (25-50)
- Atemluft (25)
- beim Hecheln wird noch mehr verbraucht durch vermehrte Speichelproduktion
- Haut (7-15)
- Fäzes (5-15)
- Schweiß (minimal)
- ggf. Krankhafte Verluste (Erbrechen, Diarrhö, Blutungen)
- Wasseraufnahme (ml/kg KM/Tag)
- Abhängig von Futter, Temperatur und Aktivität
- Temp. normal <20°C
- TF 40-50 / FF 5-10
- Temp. hoch > 20°C
- TF 50-100 / FF 20-50
- bei erhöhter Aktivität zusätzlich 50 ml/ kg KM/Tag
Fütterung des Hundes
"Bedarf" an Ballaststoffen beim Hundes
Fütterung des Hundes
"Bedarf" an Ballaststoffen beim Hundes
- Ballaststoffe = NDF
- NDF = ADF (XF bzw. Rohfaser) + Hemicellulose
- ADF = Cellulose + Lignin (ADL)
- Ballaststoffe = 2,5-3x Rohfasergehalt
- ist eine Faustzahl, die man fast immer anwenden kann
- Funktionen
- Füllungsdruck im Verdauungskanal ↑
- Peristaltik ↑
- Nahrungspassage ↑
- mikrobielles Gleichgewicht im Intestinum (Eubiose)
- optimale Kotkonsistenz
- Mindestgehalt im Futter
- ausgewachsene und ältere Hunde
- 1,5-1,8% der Futter-TS
- wachsende, laktierende, arbeitende Hunde
- 1-1,5% der Futter-TS
- ausgewachsene und ältere Hunde
- Maximalgehalt im Futter
- 3%, da Rückgang der VQOS des Futters
Fütterung des Hundes
Nährstoffe mit postuliertem leistungsstiegernden Effekt bei Gebrauchs- und Sporthunden
Fütterung des Hundes
Nährstoffe mit postuliertem leistungsstiegernden Effekt bei Gebrauchs- und Sporthunden
- Ascorbinsäure
- Reduktion von oxidativem Stress
- Regeneration nach Verletzungen, Operationen
- Carnitinsynthese
- Carnitin
- Förderung der Fettsäurenoxidation -> Ausdauerleistung
- Cholin
- Methylgruppendonator -> Lecithin -> Membranbildung
- Taurin
- Verbesserte Leistung des Herzmuskels
(Vorbeugung einer dilatativin Kardiomyopathie)
- Verbesserte Leistung des Herzmuskels
- n-3-Fettsäuren
- Erhöhung der Membranfluidität der Erythrozyten
- Natriumbicarbonat
- Azidosevorbeugung
- Erhöhung der anaeroben Kapazität
- Magnesium
- Stressdämpfung
- Chrom
- Verbesserung der Glukosetoleranz
- Pflanzenextrakte
- Oxidationsschutz
- Entzündungshemmung
Fütterung des Hundes
Fütterungskonzepte
Fütterung des Hundes
Fütterungskonzepte
- Alleinfuttermittel (AFM)
- Eigenmischung
- beides kann funktionieren aber man kann auch einiges falsch machen
Fütterung des Hundes
Strikte Fleischernährung für den Hund?
Fütterung des Hundes
Strikte Fleischernährung für den Hund?
- bietet für den Hund keine vollwertige Mahlzeit
- führt zu schwacher Skelettmuskulatur und auch einige Vitamine fehlen, da sie in Fleisch zu gering sind
Fütterung des Hundes
Alleinfuttermittel
Fütterung des Hundes
Alleinfuttermittel
- Fütterungskonzept bei ca. 75% aller Hunde
- Mischfuttermittel
- einfach, sicher
- bei kranken Tieren Diät-Alleinfuttermittel
- adipös, diabetisch, nierenkrank, ...
- Auswahlkriterien
- Trocken- oder Nassfutter
- alle Hunderassen oder rassenspeziefisch
- Akzeptanz des Futters (HUnd, Halter)
- Verträglichkeit des Futters
- Art, Qualität der enthaltenen Einzelfuttermittel
- Preis je 100g TS oder MJ ME
- Trockenfutter
- Vorteile
- leicht handhabbar
- gut lagerungsfähig
- i.d.R. preiwerter
- Nachteile
- häufig schlechtere Poteinqualität
- Konsistenz wenig artgerecht
- Vorteile
- Nassfutter
- Vorteile
- artgerechter
- gute Akzeptanz
- höhere Proteinqualität
- höhere Wasserzufuhr
- Nachteile
- evtl. zu proteinreich
- weicherer Kot
- teuer
- höherer Müllabfall
- Vorteile
Fütterung des Hundes
Diät-Alleinfuttermittel
Fütterung des Hundes
Diät-Alleinfuttermittel
- Decken einen besonderen Ernährungsbedarf der Tiere
- v.a. bei Verdauungs-, Resorptions- oder Stoffwechselstörungen
- müssen eine besondere Zusammensetzung aufweisen und sich hinsichtlich Merkmalen und Verwendungszweck von gewöhnlichen FM und von Tierarzneimittel unterscheiden
- müssen nachweisbar einem besonderen Ernährungszweck (indikation) dienen (wissenschaftlicher Nachweis vom Hersteller)
- Indikationen sind:
- Adipositas, Harn-/Nierensteine, Lebererkrankungen, Diabetes, Niereninsuffizienz, Futtermittelallergien, Obstipation, Herzinsuffizienz, Hypertonie, ...
- Indikationen sind:
- Einsatz kann prophylaktisch oder therapeutisch erfolgen
- Müssen im Handel frei verkäuflich sein
- ausschließlicher Vertrieb über Tierarztpraxen ist nichts rechtskonform
Fütterung des Hundes
Eigenmischung - BARF-Fütterung
Fütterung des Hundes
Eigenmischung - BARF-Fütterung
- Definition BARF
- bone and raw food
- biologically appropriate raw foods
- biologische artgerechte Rohfütterung
- Hintergrund
- natürliche Nahrung des Wolfs als Vorbild für den Hund
- Ernährungsweise
- "natürliche" Rohfütterung basierend auf Fleisch
- Rind, Huhn, Pute, Schaf, Ente, Kaninchen, Pferd, Eintagsküken, Wild
- Knochen
- Hühnerhälse, Hühnerrücken, Putenhälse, Brustbein, Beinscheiben
- Innerreien
- Hühnermagen, Leber, Psalter, Pansen, Herz, Gurgel, Schlund
- Ergänzung durch Gemüse, Obst, Öle, Kräuter
- "natürliche" Rohfütterung basierend auf Fleisch
- Vorteile
- sämtliche Bestandteile des Futters sind dem Tierbesitzer bekannt
- Kaubedürfnis des Hundes wird stärker befriedigt
- Zahnpflege wird unterstützt
- Ration kann bei bestimmten Erkrankungen bedarfsgerecht zusammengestellt werden
- z.B. FM-Allergie
- Nachteile
- Übertragung von Krankheitserregern
- Bakterien, Viren, Parasiten
- Gefahr für Kinder, Schwangere, ältere Menschen, chronisch Kranke
- Verletzung durch Knochenfütterung
- Zähne, GIT
- Verstopfung durch Knochenkot
- wenn der Rohaschegehalt zu hoch ist
- Fütterungsfehler
- Nährstoffmangel oder -überversorgungen
- Übertragung von Krankheitserregern
Fütterung des Hundes
Eigenmischung - BARF-Fütterung - häufige Fütterungsfehler
Fütterung des Hundes
Eigenmischung - BARF-Fütterung - häufige Fütterungsfehler
- Ca-Überversorgung
- überhöhte Knochenfütterung
- zu viel Knochenmehl
- Ca-Mangel
- unzureichende Ca-Ergänzung
- z.B. keine Knochenfütterung oder Ei-Schalen
- unzureichende Ca-Ergänzung
- Mangel an Spurenelementen (I, Zn, Cu)
- unzureichende Ergänzung, bzw. kein Mineralfutter
- z.B. kein Seealgenmehl, keine Leber
- unzureichende Ergänzung, bzw. kein Mineralfutter
- Vitamin A Überversorgung
- überhöhte Leberfütterung
- Mangel an Vitamin A und D
- unzureichende Ergänzung
- z.B. keine Leber, kein Lebertran
- unzureichende Ergänzung
- Sekundärer Cu-/Zn-Mangel
- drastisch überhöhte Ca-Aufnahme
- Empfehlung
- Rationsüberprüfung durch tierärztliche Ernährungsberatung
Fütterung des Hundes
Adulte Hunde - Fütterungsempfehlung
Fütterung des Hundes
Adulte Hunde - Fütterungsempfehlung
- Ernährungsbedarf
- Erhaltung (Zufuhrempfehlung Erhaltung)
- evtl. individuelle abweichender Bedarf
- Kastration (neigen eher zur Verfettung), Haltungsform, Erkrankungen (besonders des Endokrinums [Schilddrüse])
- evtl. Zuschläge für hohe Bewegungsleistung
- z.B. Laufbegleitung, Radbegleitung, ...
- Fütterungskonzept
- AFM oder Eigenmischung
- Futtermengen
- nach Zuteilungstabellen
- in Praxi
- Beurteilung der richtigen Futtermenge anhand Körperkondition (BCS), Gewichtskonstanz, Kotkonsistenz, äußerem Erscheinungsbild (Fellbeschaffenheit, Verhalten)
- Fütterungsfrequenz
- 1-2 Mz/Tag
- Fütterungstechnik
- fester Rhythmus
- Vermeiden von Betteln, Konditionierung der Verdauung
- stressfrei, ruhiger Ort, postprandiale Ruhepause, Fressnapf, getrennte Fressplätze bei mehreren Hunden
- fester Rhythmus
- Trinkwasser
- stets zur freien Verfügung
- v.a. in den ersten 3-4h nach der Fütterung
- stets zur freien Verfügung
Fütterung des Hundes
Junghunde - Fütterungsempfehlung - Ernährungbedarf, Ziel der Fütterung
Fütterung des Hundes
Junghunde - Fütterungsempfehlung - Ernährungbedarf, Ziel der Fütterung
- Ernährungsbedarf
- Deckung des Nährstoff- und Energiebedarfs des wachsenden Hundes
- Erhaltungsbedarf (siehe adulter Hund)
- Leistungsbedarf:
- Gewebezuwachs (Energieretention, Nährstoffretention)
- besonderes Augemerk gilt:
- ME-Gehalt (> 1,6 MJ ME/100g)
- vXP:ME-Relation (anfangs 15:1 Ende 10:1)
- Knochenmineralien (Ca, P, Mg)
- Ca:P-Realtion
- Spurenelemente
- Vitamine (Vitamin D)
- Deckung des Nährstoff- und Energiebedarfs des wachsenden Hundes
- Ziel der Fütterung
- Ermöglichung einer rassespeziefischen Entwicklung (rassespeziefischer Wachstumsverlauf)
- "Harmonisches Wachstum"
- optimale, aber nicht maximale Wachstumsraten (1x Wiegen/Woche)
- CAVE!!! Junghunde großer Rassen
- Überversorgung mit Energie
- schnelles Wachstum der Weichgewebe
- Fehlentwicklungen des Skeletts (Hüfftgelenksdysplasie, Osteochondrose) aufgrung ungenügender Mineralisierung
- Überversorgung mit Energie
Fütterung des Hundes
Junghunde - Fütterungsempfehlung - Fütterungskonzepte
Fütterung des Hundes
Junghunde - Fütterungsempfehlung - Fütterungskonzepte
- Alleinfuttermittel
- angepasst an Ernährungsbedürfnisse des Junghundes
- absetzen bis 6. oder 12. Monat (i.d.R.)
- 6. Monat bis Wachstumsende
- rassenspezifisch (klein, mittelgroß, groß, sehr groß)
- erhöhter Fettgehalt (12-20%) und Energiegehalt
- erhöhter Proteingehalt
- erhötes Protein-Energieverhältnis
- 15:1
- weites Ca:P-Verhältnis
- 1,4:1
- evtl. ernährungsphysiologische Zusätze
- Vitamin C, E β-Carotin, Selen, ω-3-Fettsäuren, Inulin
- angepasst an Ernährungsbedürfnisse des Junghundes
Fütterung des Hundes
Junghunde - Fütterungsempfehlung - Futtermengen, Fütterungstechnik
Fütterung des Hundes
Junghunde - Fütterungsempfehlung - Futtermengen, Fütterungstechnik
- Futtermengen
- nach Dosierungs-/Zuteilungstabellen
- In praxi
- Einschätzung der richtigen Futtermenge durch Vergleich des KG mit Wachstumskurven
- Erfassung der Körperkondition
- Beobachtung der Aktivität/Spielfreudigkeit
- Fütterungstechnik
- Fütterungsfrequenz
- bis 3 Monate: 3-4 Mz/d
- bis 6 Monate: 3 Mz/d
- bis 12 Monate: 2-3 MZ/d
- Restriktiv
- Futternapf nach 20-30 min wieder entfernen
- Futterwechsel stets langsam (3-4 Tage)
- Fütterungsfrequenz
Fütterung des Hundes
Ältere Hunde - Fütterungsempfehlung - Ernährungsbedarf
Fütterung des Hundes
Ältere Hunde - Fütterungsempfehlung - Ernährungsbedarf
- Erhaltungsbedarf
- Energiebedarf 0,42 x kg KM0,75
- Große Rassen ab 7. LJ
- Kleine Rassen ab 10. LJ
- Unter berücksichtigung altersbedingter Veränderungen
- geringere körperliche Aktivität
- ↓ Energiebedarf
- höherer Körperfettgehalt
- ↓ Energiebdearf
- Endokrine Erkrankungen (verminderte Schliddrüsenfunktion)
- ↓ Energiebedarf
- Tumorerkrankungen
- ↑ Energiebedarf → Kachexie
- Zahnerkrankungen (Zahnverlust, Zahnfleischerkrankungen)
- Dysphagie
- ↓ Energieaufnahme
- abnehmendes Geschmacksempfinden
- Futterakzeptanz und -aufnahme sinkt → ↓ Energieaufnahme
- Rückgang der Produktion von MAgensäure
- Verdauungsinsuffizienz → ↓ Energieaufnahme
- Hypomobilität des GIT
- Verstopfung, Flatulenz
- Schlechtere Nährstoffverwertung (Mikronährstoffe!)
- geringere körperliche Aktivität
Fütterung des Hundes
Ältere Hunde - Fütterungsempfehlung - Zufuhrempfehlungen, Fütterungstechnik
Fütterung des Hundes
Ältere Hunde - Fütterungsempfehlung - Zufuhrempfehlungen, Fütterungstechnik
- Zufuhrempfehlungen
- Energie
- i.d.R. reduzierte Futtermenge (-30% gegenüber Empfehlung für adulte Tiere)
- Ausnahme: kachektische Stoffwechsellage
- Eiweiß
- Zufuhr entsprechend Erhaltungsbedarf (Ausnahme: Restriktion bei Nieren-IS)
- Auf hohe BW der Proteinträger achten: Fleisch, Milchprodukte, Eiprodukte
- Ballaststoffe
- geeignete Quellen: Möhren, Trockenschnitzel
- mindestens 1,8% XF → Darmmotilität
- Mineralstoffe
- Zufuhr entsprechend Erhaltungsbedarf
- Restriktion von P bei Nieren-IS
- Restriktion von Na bei Ödemen, Hypertonie
- Vitamine
- Zufuhr verdoppeln im Vergelich zum Erhaltungsbedarf
- evtl. gabe vitaminähnlicher Stoffe (Cholin, Lezithin, Carnitin) wegen unzureichender Synthese
- Energie
- Fütterungstechnik
- tägliche Futtermenge in 2-3 Mz/d verabreichen
- größere Stücke zerkleinern
Fütterung des Hundes
Ältere Hunde - Fütterungsempfehlung - Fütterungskonzepte
Fütterung des Hundes
Ältere Hunde - Fütterungsempfehlung - Fütterungskonzepte
- Alleinfuttermittel: Senior-AFM
- geringerer Fettgehalt (<10%)
- erhöhter XF-Gehalt (3%)
- reduzierter Energiegehalt
- häufig mit "Anti-Aging"-Zusätzen
- L-Carnitin
- Vitamin C
- Taurin
Fütterung des Hundes
Trächtige Hündin - Fütterungsempfehlung
Fütterung des Hundes
Trächtige Hündin - Fütterungsempfehlung
- Ernährungsbedarf
- Erhaltung
- Trächtigkeit
- Fütterungskonzepte
- AFM oder Eigenmischungen
- bei Eigenmischungen
- hochwertige, hygienisch einwandfreie FM (keine Mykotoxine, Schwermetalle, ...)
- sollte bei allen Tieren sein, nur hier besonders drauf achten, dass man die Frucht nicht schädigt
- KH-reich
- Glukose: Fötus
- mind. 20%
- vXP-ME-Relation:
- mind: 10:1
- ausreichend Mikronährstoffe
- ausreichende Ballaststoffaufnahme (Möhrenschnitzel) zur Vorbeugung von Obstipationen
- bei Obstipationen
- abführende FM (Leber, Milch, Weizenkleie)
- Glaubersalz
- hochwertige, hygienisch einwandfreie FM (keine Mykotoxine, Schwermetalle, ...)
- Futtermengen und Fütterungsfrequenz
- 1. Hälfte
- 1-2 Mz/d
- Futtermenge wie im Erhaltungsstoffwechsel
- 2. Hälfte
- 2 Mz/d
- Futtermenge bei großen Würfen x 1,5 und bei kleinen Würfen x 1,3
- da das Fruchtwachstum erst in der 2. Hälfte beginnt
- 1. Hälfte
Fütterung des Hundes
Laktierende Hündin - Fütterungsempfehlung
Fütterung des Hundes
Laktierende Hündin - Fütterungsempfehlung
- Ernährungsbedarf
- Erhaltung
- Laktation
- Fütterungskonzepte
- AFM oder Eigenmischungen
- hohe Energiedichte
- ca. 1,8 MJ ME/100g TS
- vXP-ME Relation: 12:1
- hochwertige Eiweißträger
- mind. 10-20% Kohlenhydrate (für Milchzuckerbildung)
- auf ausreichende Mikronährstoffzufuhr achten
- stark erhöhter Bedarf an Ca, P, Mg
- ausreichend Trinkwasser
- Futtermengen und Fütterungsfrequenz
- Je nach Größe des Wurfes bis zu 4x dem Erhaltungbedarf
- 2-3 Mz/d
- aber die Energiedicht um 50-60% erhöhen denn bei großen Rassen ist der MDT zu klein um die große Menge an Futter aufzunehmen.
Fütterung des Hundes
Laktierende Hündin - Fütterungsempfehlung - beim Absetzen
Fütterung des Hundes
Laktierende Hündin - Fütterungsempfehlung - beim Absetzen
- Fütterung der Hündin beim Absetzen
- Ab der 5. Woche
- Drosselung der Futtermenge, da Beginn der Aufnahme von Beifutter durch die Welpen
- 1 Tag vor Absetzen kein Futter
- Absetztag 1/4 des Erhaltungsbedarfs
- 1. Tag nach dem Absetzen 1/2 des Erhaltungsbedarfs
- 2. Tag nach dem Absetzen 3/4 des Erhaltungsbedarfs
- 3. Tag nach dem Absetzen entsprechend Erhaltungsbedarf
- Ab der 5. Woche
Fütterung des Hundes
Zuchrüde - Fütterungsempfehlung
Fütterung des Hundes
Zuchrüde - Fütterungsempfehlung
- Ernährungsbedarf
- Erhaltungsbedarf
- Ziel
- Gute Deck- und Befruchtungseigenschaften
- normale Geschlechtsreife (im Alter zwischen 6-9 Monaten)
- ungestörte Hodenentwicklung
- gute Spermaproduktion und -qualität
- Empfehlungen
- Berücksichtigung des Erhaltungsbedarfs
- Energiezufuhr sollte nicht den Erhaltungsbedarf überschreiten
→ Deckleistung (fette Rüden werden deckträge) - ausreichende, aber nicht überhöhte EW- und AS-Zufuhr
- Mangel an für die Befruchtungseigenschaften bedeutsamen Mikronährstoffe vermeiden
- Vit A, Vit e, J, Zn und Se
- Belastung des Futters mit unerwünschten Stoffen (Mykotoxine, Schwermetalle) vermeiden
Fütterung des Hundes
Saugwelpen
Fütterung des Hundes
Saugwelpen
- Besonderheiten bei Saugwelpen
- gering entwickelter GIT (2-3% der KM), kleiner Magen, geringe HCL-Bildung
- enzymatischer Verdauungskapazität der Milchinhaltsstoffe sehr gut
- begrenzte Verdauungskapazität für Stärke und Saccharose
- Lebermasse sehr groß (7-10% der KM) → Glykogenspeicher
- geringer Körperfettgehalt → hohe Umgebungstemperatur (optimal 30°C)
- geringe renale Ausscheidungskapazität für harnpflichtige Stoffe und Wasser
- Kolostrum (bis 24h p.p.)
- IgG-Aufnahme
- Hund: intrauterin und kolostral
- passive Immunabwehr gegen milieuspeiefische MO
- hohe Konzentration an Vitaminen, Mineralstoffen, Hormonen, Wachstumsfaktoren
- IgG-Aufnahme
- Normale Milch
- Deckung des Energiebedarfs der Welpen bis zur 3. Woche
- Saugfrequenz
- 1. Woche 12x
- 2. Woche 8x
- 3. Woche 4-5x
- Gewichtskontrollen zur Überprüfung der normalen Ernährung und Entwicklung der Saugwelpen (Verdopplung des Geburtsgewicht nach 7-9d)
- Kritische Nährstoffe in der reifen Milch
- Fe Se, I, Vit. A, D, E und K
→ Fe-Mangelanämie (häufig) → Herzhypertrophie, ↑ Infektanfälligkeit
- Fe Se, I, Vit. A, D, E und K
Fütterung des Hundes
Absatzwelpen - Beifütterung
Fütterung des Hundes
Absatzwelpen - Beifütterung
- Absetzen
- normalerweise 5.-6. Woche (frühstens 3. Woche)
- Vorgehen
- 1x Saugen am Tag des Absetzens
- in den 3-4 Folgetagen Gabe von Beifutter in konstanter Menge (5-10g/kg KM)
- Anforderungen an der Beifutter
- hochverdaulich, gutverträglich, schmackhaft
- hochwertige Eiweißquellen (Fleisch, Quark, Eier)
- Konsistenz: flüssig-breiig
- Art des Beifutters
- Alleinfutter für Welpen (Baby, Puppy)
- Eigenmischungen:
- gut zerkleinerte Komponenten (Fleisch, Leber, Quark, Eier, Getreideflocken, Reis)
- vermischt mit Wasser
- Fütterungstechnik
- Beifuttermenge langsm steigern bis 20-30g/kg KM (8. Woche)
- GIT-Störungen (Durchfälle): reduzierung der Menge
- 3 Mz/d
- zusätzliche Bereitstellung von Trinkwasser
Fütterung des Hundes
Aufzucht mutterloser Welpen
Fütterung des Hundes
Aufzucht mutterloser Welpen
- Aufzuchtmöglichkeiten
- Ammentier
- Kommerzieller MAT oder selbsthergestellter MAT
- Fütterungsmenge des MAT
- 5-6x pro Tag, später 3x pro Tag
- nach Energiebedarf (1kJ ME/g KM)
- nach Befinden (Unruhe, GIT-Störungen)
- Fütterungstechnik
- Gabe mit Löffeln, Pipetten, Saugflaschen oder Sonden (per os)
- Beifütterung ab der 3. Woche
- spätestens nach der 4. Woche erfolgt die normale Aufzucht