FS15 Mikrobiologie / Hygiene

Lernziele Mikrobiologie / Hygiene des Frühjahres 2015

Lernziele Mikrobiologie / Hygiene des Frühjahres 2015


V. G.
Diese Lernkarten behandeln grundlegende Konzepte der Mikrobiologie und Hygiene, geeignet für Fortgeschrittene. Sie decken Themen wie Zellen, Bakterien, Viren, Lebensmittelhygiene, Infektionen und die Wirkung von Antibiotika ab. Besonders relevant für Studierende und Fachkräfte in der Lebensmittelindustrie sowie im Gesundheitswesen, die ihr Wissen über Mikroorganismen, deren Wachstum und Vermehrung vertiefen möchten.
Karten
76
Lernende
29
Sprache
Deutsch
Kategorie
Biologie
Stufe
Andere
Erstellt / Aktualisiert
18.02.2015 / 25.11.2024

Cartes-fiches

7.2) Sie kennen die Definition von Reinigung.

Reinigung ist die "Entfernung unerwünschter Substanzen von Oberflächen, Räumen, Vorrichtungen und Geräten". Die Reduktion der Keimzahl auf der Oberfläche ist nur ein Nebeneffekt.

7.3) Sie kennen die Formel für Reinigungserfolg.

(Sinnersche Kreis)

Reinigung = Zeit x Mechanik x Konzentration der Reinigungslösung (Chemie) x Temperatur

7.4) Welche Reinigungsmitteln gibt es? Schreiben Sie auch für welche Rückständebeseitigung zuständig sind. (1:1)

- alkalische Bsp. Natronlauge (ph 9-12) -> organische Rückstände (Eiweisse)

- saure Bsp. Zitronensäure (ph1-5) -> anorganische Rückstände (Kalk)

- neutrale Bsp. Tenside (ph 5-8) -> organische Rückstände (Fette)

7.5) Sie kennen die Definiton von Desinfektion

Entfernung oder Abtöten von Mikroorganismen durch

- Hitze (Achtung: die Sterilisation ist eine Desinfektion)

- Chemische Stoffe

7.6) Sie kennen die Beispiele von chemischen und physikalischen mikrobioziden Effekten.

Chemisch: Desinfektionsmittel

Physikalish: Sterilisation, Bestrahlung

7.7) Sie kennen mindestens 4 Anforderungen eines Desinfektionsmittels.

- Keime abtöten oder inaktivieren

- möglichst breits Wirkungssprktrum

- schnell wirksam (Benetzungszeit mus zur Desinfektion ausreichen)

- nicht gesundheitsgefährdend oder allergen

- nicht oberflächenschädigend bzw. korrosiv

- keine Geruchsbelästigung

- nicht umweltgefährdend

- gute biologische Abbaubarkeit

- möglichst geringer Desinfektionsfehler (Seifen- , Eiweissfehler)

- Wirksamkeit in möglichst geringer Konzentration

- wirtschaftlich

7.8) Sie kennen die 4 wichtigsten Desinfektionsmittel.

- Alkohole

werden bevorzugt zur Haut-, Hände- und Flächendisinfektion eingesetzt. Die verwendete Konzentration liegt bei 60 - 70 Volumenprozent. Nachteilig ist, dass, wegen der starken Flüchtigkeit der Alkohole, das zu desinfizierende Objekt rasch trocknet, so dass nach dem Verdunsten zwar keine Rückstände, aber auch keine verbleibende Wirkung mehr feststellbar ist.

- Aldehyde

Aldehydhaltige Desinfektionswirkstoffe kommen immer weniger zum Einsatz. Einerseits besteht der beründete Verdacht, dass diese Stoffe krebserzeugende Wirkung besitzen, andererseits haben Aldehyde eine hohen Eiweissfehler. Konzentrationen von 1-5 ppm führen zu Atemstörungen, Husten, Brennen in der Nase und Rachen sowie Tränenfluss.

- Sauerstoffabspalter (Aktivchlorprodukte, Peroxide)

Zu den Sauerstoffabspaltern gehören Wasserstoffperoxid, Peressigsäure und Aktivchlorprodukte wie z.B. Eau de Javel. Sauerstoffabspalter haben ein breites Wirkungssprektrum gegen Bakterien, Pilze und Viren. Durch die Freisetzung von reaktivem Sauerstoff werden verschidenste Zellbestandteile irreersibel oxidiert und damit geschädigt.

- Tenside oder Detergentien

Tenside oder Detergentien wirken sowohl reinigend als auch desinfizierend. Für Reinigungszwecke werden verschiedenste Typen von Detergentien eingesetzt. In Desinfektionsreinigern werden dagegen am häufigsten sogenannte quaternäre Ammoniumverbindungen (QAV) verwendet. Sie verfügen über ein gutes mikrobiozides Potenzial.

7.9) Was sind QUV? Wie läuft ihre Wirkung gegen die Mikroorganismen ab?

In Desinfektionsreinigern werden am häufigsten sogenannte quaternäre Ammoniumverbindungen (QAV) verwendet. Sie verfügen über ein gutes mikrobiozides Potenzial. QAV stören die Struktur der Zellmembran oder lösen die Zellmembran ganz auf (Lyse), was mit dem Tod der Zelle gleichzusetzen ist. Quaternäre Ammoniumverbindungen haben einen hohen Seifenfehler.

9.1) Sie kennen die Definition von Verderb

Nachteilige Veränderungen von Lebensmitteln, die dazu führen, dass die Lebensmittel für den menschlichen Verzehr unbrauchbar sind.

9.2) Welche vier Arten von Verderb kennen Sie? Schreiben sie pro Art eine Ursache und ein Beispiel.

- chemisch: durch Sauerstoff und Licht -> ranziges Öl

- physikalisch: durch Temperatur -> Aufschnitt

- biochemisch: durch Enzyme in den Lebensmitteln -> braune Verfärbungen bei Äpfeln

- mikrobiologisch: durch Mikroorganismen auf Lebensmitteln -> Nassfäule von einer Karotte

8.3) Welche fünf Veränderungen bei den Lebensmitteln kommen vor, wenn der mikrobielle Verderb stattgefunden hat?

- Geschmack (Fäulnis, Gärun, Ansäuerung, Ranzigkeit, Muffigkeit)

- Geruch (Fäulnis, Gärun, Ansäuerung, Ranzigkeit, Muffigkeit)

- Aussehen (Schimmelbildung, Verfärbungen)

- Oberfläche (Schleimbildung, Erweichung, Verhärtung, Verflüssigung)

- Festigkeit (Schleimbildung, Erweichung, Verhärtung, Verflüssigung)

8.4) Erwähnen Sie die drei verderbseinflüssende Faktoren beim mikrobiellen Verderb.

- Vorhandene Mikroorganismen (Standortkeime; Kontaminationskeime)

- Eigenschaften des Lebensmittels (Inhaltsstoffe; pH-Wert; aw-Wert)

- Lagerbedingungen des Lebensmittels (Temperatur; Sauerstoffgehalt; Feuchtigkeit der Luft)

8.5) Sie kennen die sieben unterschiedlichen Arten des mikrobiellen Verderbs und kennen entsprechende Beispiele.

- Fäulnis -> Fleisch, Fisch ohne Kühlung

- Ansäuerung -> Milch, Sahne durch Ausscheidung von Säuren

- Verfärbung -> Fleisch, Fleischprodukte Bsp. Grünfärbung bei Brühwürsten wegen versch. Bakterien

- Schleimbildung -> Fleisch, Fleischprodukte - Biofilm von > 10 Millionen Bakterein pro cm2

- Gären -> Fruchtsäfte, Sirup durch Hefen, die CO2 und Alkohol produzieren

- Ranzigwerden -> Butter, Mayonnaise Mikroorganismen produzieren Aldehyde, Ketone, usw.

- Verschimmeln -> Früchte, Gemüse durch Schimmelpilze

10.1) Sie kennen die drei Gesundheitsgefahren: welche im Vergleich zu den anderen hat die grösste Bedeutung? Warum wird diese dynamisch definiert?

- Biologische (Krankheitserreger) -> Dynamisch ist am bedeutsamsten weil: sie können nicht mit Höchst- oder Grenzwerten kontrolliert werden und zeitlich sind sie auch hoch variabel.

Die Globalisierung der Märkte und die Ausweitung der Transportwege von Lebensmitteln können die Ausbreitung von Krankheitserregern erleichtern und beschleunigen. Über Nahrungsmittel, lebende Tiere oder reisende Menschen können Erreger, auch bislang unbekannte, innerhalb kurzer Zeit verbreitet werden.

- Chemische (Schadstoffe; Rückstände) -> Statisch

- Physikalisch (Fremdkörper) -> Statisch

10.2) Welche sind die mittelbare und die unmittelbare Ursachen bei einer Lebensmittelvergiftung?

- Mittelbare Ursachen: Lebensmittel

- unmittelbaren Ursachen: bestimmte Bakterien

10.3) Welche sind die zwei Voraussetzungen, die eine Lebensmittelerkrankung verursachen?

- Kontamination des Lebensmittels mit dem Keim

- Der Keim bleibt im Lebensmittel lebensfähig

10.4) Was versteht man unter Lebensmittelinfektion?

Erkrankungen nach Übertragung von Keimen über die Nahrung mit Vermehrung der Keime im Körper (aber nicht im Lebensmittel).

10.5) Was versteht man unter Lebensmittel-Intoxikation?

Erkrankung nach Aufnahme eines Lebensmittels, in dem ein Keim sich zuerst im Lebensmittel vermehrt und danach seine Toxine freigesetzt hat.

10.6) Was versteht man unter Toxi-Infektion?

Erkrankung nach Aufnahme eines Lebensmittels: der Keim vermehrt sich im Lebensmittel und wirkt im Körper ausgeprägt invasiv. Er setzt seine Toxine beim Absterben im Darm frei (eine Mischung aus Infektion und Intoxikation).

10.7) Sie können den Unterschied zwischen Lebensmittel-Intoxikaion und Lebensmittel - Toxi-Infektion mit einem Schema erklären.

siehe Abbildung

10.8) Sie kennen die Definition von Exotoxine.

Exotoxine sind Proteine, die bereits im Lebensmittel (z.B. durch Staphylococcus aureus) oder erst im Mensch (z.B. durch Clostridium perfringens) gebildet werden.

Der Angriffsort der meisten Exotoxine ist der Darmbereich, sie werden deshalb als Enterotoxine bezeichent.

Aufgrund der Proteinnatur sind Exotoxine in der Regel hitzeempfindlich und nur wenige sind hitzestabil.

10.9) Sie kennen die Definiton von Endotoxine.

Die bakteriellen Endotoxine sind hitzeresistente Lipopolysaccharide, die natürliche Komponenten der Zellwand gramnegativer Bakterien sind (z.B. Salmonella).

Beim Absterben der Zellen werden die Endotoxine freigesetzt.

Sie bewirken in geringer Konzentration Diarrhöen, Fieber, Blutdruckabfall und andere Effekt.

10.10) Sie kennen für die folgenden Bakterien ein Beispiel für ein von ihnen gefährdetes Lebensmittel:

Staphylococcus aureus, Bacillus cereus, Cloastridium botulinum, Clostridium perfringens, Entritis erregende Salmonellen, Salmonella typhi, EHEC, Campylobacter jejuni, Listeria monocytogenes.

Staphylococcus aureus -> Cremeschnitten

Bacillus cereus -> Reis

Clostridium botulinum -> Konserven, Fleisch/Wurst mit aneroben Bedingungen

Clostridium perfringens -> Grosse Fleischstücke im unteren Bereich des Behälters

Enteritis erregende Salmonellen -> Rohe Eier, Rohmilch (Tiramisu)

Salmonella typhi -> Wasser

EHEC -> Rindfleisch, Salat

Campylobacter jejuni -> Geflügel

Listeria monocytogenes -> Hackfleisch, (Hitzebehandelte und vakuumverpackte Lebensmittel)

11.1) Definieren Sie Fermentation

"fermentum" = Gährung

- Prozesse, die aerob oder anaerob mit Hilfe von Bakterien, Hefen, Pilzen und Enzymen kontrolliert oder spontan durchgeführt werden.

- Bei der Fermentation werden organische Substanzen durch die Stoffwechselaktivität von Bakterien, Pilzen und deren Enzyme umgesetzt.

11.2) Erläutern Sie die Vorteile der Fermentation

- Bessere Verdaulichkeit der Produkte

- Vitaminproduktion

- Abbau von Giftstoffen

- Aromastoffe

- Absenkung des pH-Wertes

- Erniedrigen des aw-Wertes

- Bildung antimikrobieller Stoffe

11.3) Was ist der Unterschied zwischen einer Spontangärung und einer geführten Geärung? Nennen Sie je 1 Produkt.

Gleitete Fermentation: Zugabe von Starterkulturen Bsp. alkoholische Getränke: Bier

Spontane Fermentation: Autochtone Flora führt die Fermentation Bsp. Sauerkraut

11.4) Welche Gärungen gibt es?

- Milchsäuregärung (Milchprodukte wie Joghurt)

- Alkoholische Gärung (Bier)

- Essigsäuregärung (Essigproduktion)

- Propionsäuregärung (Lochbildung im Emmentaler)

12.1) Definieren Sie Chemotherapeutika.

Ein antimikrobieller Wirkstoff, der eingenommen werden kann und der innerhalb des Körpers wirkt. Chemotherapeutische Wirkstoffe fallen in zwei allgemeine Kategorien, die synthetischen Agenzien und die Antibiotika.

12.2) Definieren Sie Sulfonamide.

Sulfonamide sind synthetisch antimikrobielle Medikamente, die spezifisch das Wachstum von Bekterien hemmen.

Sie waren die ersten breit eingesetzten chemischen Verbindungen, die das Wachstum von Bakterien verhinderten.

Sie schädigen gezielt nur Mikroorganismen, nicht aber den Menschen.

12.3) Warum können Sulfonamide die Bakterien schädigen? Wirken die Sulfonamide bakteriostatisch oder bekterozid? Warum?

Die Bakterien verwenden Sulfonamide anstelle eines anderen Stoffes und wollen damit lebenswichtige Folsäure herstellen, was nicht gelingt. Die Wirkung ist bakteriostatisch, weil sie nur die Folsäurebildung hemmen und die Zelle nicht aktiv zerstört wird.

12.4) Definieren Sie Antibiotika.

Antibiotika sind chemische Verbindungen, die von Mokroorganismen, z.B. Schimmelpilzen (Penicillium) oder Bakterien (v.a. Strptomyceten) gebildet werden und die gegenüber anderen Mikroorganismen ganz spezifisch animikrobiell wirken.

12.5) Sie kennen drei Antibiotika, die gezielt gegen Gram positive Bakterien, Gram negavien Bakterien und gegen Pilze wirken.

- Penicilline wirken gegen Gram positive Bakterien.

- Streptomycin wirkt gegen Gram negative Bakterien.

- Cycloheximid wirkt gegen Pilze.

12.6) Was verstehen Sie unter Antibiotika Resistenz?

Unter dem Begriff Antibiotikum-Resistenz werden Eigenschaften von Bakterien zusammengefasst, die es ihnen ermögliche, die Wirkung von antibiotisch aktiven Substanzen abzuschwächen oder ganz zu neutralisieren.

13.1) Was bedeutet nosokomiale Infektion?

Unter nosokomialer Infektion versteht man eine Infektion mit Mikroorganismen, die in direktem Bezug zu einem Krankenhausaufenthalt steht.

Krankenhausinfektionen werden als nosokomiale Infektion bezeichnet und treten bei etwa 5% der aufgenommenen Patienten auf, bei den Intensivstationen bis 10%.

13.2) Schreiben Sie vier Gründe, die die Häufigkeit der nosokomialen Infektionen erklärt. (1:1)

- Zunehmend ältere Patienten im Krankenhaus

- Immungeschwächte Patienten

- Koplexe Apparate mit der Möglichkeit der Keimübertragung

- Notwendigkeit der Antibiotikatherapie von schweren Infektionen

- Die nterbringung mehrerer Patienten in Zimmern und Stationen

13.3) Erläutern Sie zwei typische nosokomiale Infektionen.

- Harnweg (35%) vermutlich weil viele einen Katheter benötigen

- Operationswunde (17%) Infektion erflogt vermutlich während oder nach der Operation.

- Blut (14%) vermutlich bei Bluttransfusionen oder komplizierteren Geräten.

Study