FIBU 1 und 2
Finanzen
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Lernkarten
Die Besteuerung der Waren an der Schweizer Grenze ist eine reine Schikane, die man weglassen könnte. Man kann ja denselben Betrag wieder als Vorsteuer zurückfordern. Erklären Sie den Irrtum.
Die Besteuerung an der Grenze hat zum Zweck, dass steuerpflichtige Leistungen, die in die Schweiz kommen, mehrwertsteuerbelastet sind. Wenn der Importeur nicht MWST-Subjekt ist, kann er die Vorsteuer nicht zurückfordern, ein MWST-Subjekt kann sie zurückfordern.
Inwiefern spielt die Mehrwertsteuer bei der Liquiditätsplanung von Unternehmen eine Rolle?
Unternehmen müssen berücksichtigen, dass genügend Liquidität vorhanden ist, um die quartalsweise fällige MWST-Schuld begleichen zu können.
Wie unterscheiden sich die Liquidität, Sicherheit und Rendite eines Unternehmens, wenn die MWST nach der Bruttomethode statt der Nettomethode verbucht wird?
Liquidität, Sicherheit und Rendite sind unabhängig von der gewählten Buchungsmethode, also bei beiden Methoden gleich hoch.
Wie unterscheiden sich die Liquidität, Sicherheit und Rendite eines Unternehmens, wenn die MWST nach der Bruttomethode statt der Nettomethode verbucht wird?
Liquidität, Sicherheit und Rendite sind unabhängig von der gewählten Buchungsmethode, also bei beiden Methoden gleich hoch.
Weshalb verlangt die ESTV, dass bei Wahl der effektiven Abrechnungsmethode erst nach drei Jahren zur Saldosteuersatzmethode gewechselt werden kann?
Damit z.B. Unternehmen in investitionsreichen Jahren nicht auf die effektive Methode wechseln (um die Vorsteuer geltend zu machen) und um durch einen erneuten Wechsel gleich wieder von den Vorteilen der Saldosteuersatzmethode zu profitieren.
Einstandswert eingekaufte Waren =
Saldo Konto Warenaufwand vor Bestandeskorrektur
Der Einstandswert der eingekauften Waren gibt an, wie viel die in der abgeschlossenen Rechnungsperiode eingekauften Waren gesamthaft gekostet haben.
Einstandswert verkaufte Waren =
Saldo Konto Warenaufwand
Der Einstandswert der verkauften Waren gibt an, wie viel die in der abgeschlossenen Rechnungsperiode verkauften Waren beim Einkauf gesamthaft gekostet haben.
Nettoerlös (Verkaufswert verkaufte Waren) =
Saldo Konto Warenertrag
Der Nettoerlös (Verkaufswert der verkauften Waren) gibt an, welcher Ertrag (zu Verkaufspreisen) in der abgelaufenen Rechnungsperiode durch den Verkauf der Waren erzielt worden ist.
Bruttogewinn =
Nettoerlös - Einstandswert verkaufte Waren (=Saldo WaEr - Saldo WaAu)
Mit dem Bruttogewinn werden die weiteren Aufwendungen (Lohnaufwand, Raumaufwand, usw.) gedeckt.
Weshalb wird bei Kreditverkäufen im Produktionsunternehmen, anders als beim Warenhandelsunternehmen, keine zweite Buchung für die Lagerentnahme nötig?
Weil das Konto unfertige und fertige Erzeugnisse als ruhendes Konto geführt wird (also nach der Methode ohne laufende Inventur), erfolgt bei Verkäufen keine Buchung über die Lagerabnahme.
Weshalb wird der Betrag im Konto Bestandesänderung unfertige und fertige Erzeugnisse als Minusertragsposten und nicht als Aufwand in die ER eingesetzt?
In der Produktions-ER werden den Erträgen der in der betrachteten Periode produzierten Menge die Aufwände der in derselben Periode produzierten Menge gegenübergestellt. Die Lagerabnahme beinhaltet aber Produkte, die in einer früheren Rechnungsperiode hergestellt worden sind. Die in diesen Produkten investierten Aufwände dürfen somit nicht dem Aufwand belastet werden (sonst werden nicht mehr die Aufwände der in der aktuellen Periode produzierten, sondern der verkauften Einheiten ausgewiesen).
Weshalb ist der Spread (Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs) bei Notenkursen höher als bei Devisenkursen?
Die Kosten der Bank für das Handling der Noten (z.B. Personalkosten, Bewirtschaftung) sind höher als bei Devisen; deshalb muss auch die Marge bei Notenkursen höher sein.
Aus dem Grundsatz der Vorsicht sind weitere Bewertungsgrundsätze ableitbar:
- Realisationsprinzip
- Niederstwertprinzip
- Imparitätsprinzip
Realisationsprinzip:
Gewinne dürfen erst ausgewiesen werden, wenn sie z.B. durch Verkauf realisiert worden sind. Gilt mit Ausnahme von OR Art. 960b
Niederstwertprinzip:
Stehen bei der Bewertung mehrere bewertungsrelevante Werte zur Verfügung, muss zum niedrigsten bilanziert werden. Gilt bei Vorräten und Anlagevermögen.
Imparitätsprinzip (Ungleichheitsprinzip):
Verluste müssen bereits verbucht werden, wenn sie voraussehbar sind. Gewinne hingegen dürfen erst ausgewiesen werden, wenn sie realisiert worden sind (siehe Realisationsprinzip).
Herstellungskosten:
Sich bei der Eigenherstellung von Gütern ergebender Wert als Summe aus Einzelkosten sowie Material- und Fertigungsgemeinkosten (also ohne Verwaltungs- und Vertriebsgemeinkosten).
Fortführungswert:
Wert eines Vermögenspostens unter der Annahme einer Weiterführung der Geschäftstätigkeit.
Was besagt das Vorsichtsprinzip und welche Grundsätze lassen sich daraus ableiten?
Nach dem Vorsichtsprinzip sind Aktiven eher zu tief und Verbindlichkeiten eher zu hoch auszuweisen. Die Konkretisierung erfolgt im Realisations-, Niederstwert- und Imparitätsprinzip.
In der internen Bilanz vor Gewinnverwendung sind:
- die am Ende der Rechnungsperiode vorhandenen Aktiven und Fremdkapitalposten zu internen (tatsächlichen) Werten einzusetzen
- die zu Beginn der Rechnungsperiode vorhandenen stillen Reserven unter dem Eigenkapital als Posten Stille Reserven aufzuführen (es handelt sich um nicht ausgewiesene Gewinnreserven)
- Gewinn bzw. Verlust um die Veränderung der stillen Reserven korrigiert auszuweisen
Beeinflussung durch stille Reserven - Liquiditätsgrad 2:
Wird extern immer zu tief ausgewiesen, falls liquiditätswirksame Konten betroffen sind. Die flüssigen Mittel, die kurzfristig gehaltenen Aktiven mit Börsenkurs bzw. die Forderungen (im Zähler der Formel) sind zu tief und/oder das kurzfristige Fremdkapital (Nenner) ist zu hoch.
Beeinflussung durch stille Reserven - Eigenfinanzierungsgrad:
Wird extern immer zu tief ausgewiesen.
Beeinflussung durch stille Reserven - Eigenkapitalrendite:
- In der Rechnungsperiode werden stille Reserven gebildet: Die Eigenkapitalrendite kann extern zu hoch oder zu tief sein. Begründung: Das Eigenkapital (Nenner) ist extern immer kleiner. Der Gewinn (Zähler) wird aber ebenfalls tiefer sein. Zur Bestimmung des internen Eigenkapitals zählen insbesondere auch die aus Vorperioden übernommenen stillen Reserven.
- In der Rechnungsperiode werden stille Reserven aufgelöst: Die Eigenkapitalrendite ist extern höher, da der Gewinn (Zähler) erhöht wird und das Eigenkapital (Nenner) extern kleiner ist.