Evolutionsbiologie und spezielle Zoologie
Martin-Luther Universität Evolutionsbiologie für Lehramt
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Cartes-fiches
Sexualvorgang bei Ciliaten, bei dem zwei Zellen verschmelzen und über eine Cytoplasmabrücke genetisches Material austauschen (=Form sexueller Fortpflanzung)
Balantidium coliParamecium caudatumEntodinium caudatum
z.B. im Dickdarm von Schweinen (auch Menschen) der zu ruhrähnlichen Durchfällen führen kann - nach bakterieller Sekundärinfektionen der Darmepithelien = Balantidose. Metzger und Landwirte besonders gefährdet.
als Vertreter der Gewässer-reinigenden Ciliaten und wichtigen Mikroprädatoren.
ein Beispiel für wichtige Endosymbionten im Pansen der Wiederkäuer- Bizarre Körperformen.
- Cercozoa- Polycystinea-- I____Retaria- Foraminifera_I
- Scheinfüße (dünne Pseudopodien mit Anastomosenbildung, "Retikulopodien, und mit Mikrotubuli)- Einzeller sezernieren vielkammeriges Gehäuse meistens aus Calciumcarbonat mit Poren- durch die Poren treten die Pseudopodien aus
Scheinfüße (dünne Pseudopodien = Filmpodien mit hoch geordneten Mikrotubulibündeln = Axopodien)Einzeller sezernieren Silikatskelett (Siliziumdioxid) aus Nadeln und regelmäßig perforierten Schalenintrazelluläre Zentralkapsel aus Mucoproteinen
Nackte Zellen (z.T. mit extrazellulärer Hülle) mit Pseudopodien (Scheinfüße) zur Fortbewegung und Nahrungsaufnahme ohne Mikrotubuli als stabilisierende Elementelappenförmig = Lobopodiendünne Plasmafäden = FilopodienProtoplasma ohne Mikrotubuli außer während der MitoseVermehrung durch ZweiteilungMitochondrien mit röhrenförmigen Cristae
Entstehung aus Zellteilungskolonien mit gemeinsamer extrazellulärer Matrix z.B. VolvoxEntstehung aus Aggregationskolonien durch gerichtetes Zusammenwandern z.B. Schleimpilze (Amoebozoa)Entstehung aus Zellbildung in einem vielkernigen Einzeller
Reduktion von PräädationEntwicklung aus einer Zelle reduziert genetischen KonfliktAusschluss von Cheatern = Nichtkooperationsbereiten
Vielzelligkeit mit ZellverbindungenTrennung von Körper- (=Soma) und Fortpflanzungszellenomnipotente ZellenDifferenzierung in unterschiedliche somatische ZelltypenBesitz von extrazellulärer Matrix aus Proteinen wie Kollagen und Elastin, die in ein Gel aus Polysacchariden und Proteoglykanen eingebettet sind.diploide Körperzellen, haploide Geschlechtszellen (Gameten)Eientwicklung (Oogenese) mit Bildung einer befruchtungsfähigen Eizelle und drei Polkörperchen an Stelle dreier Eizellen.Ontogenese aus einer Zygote (befruchtete Eizelle) durch mitmische Teilungen = Furchung. Bildung der Blastula (Blasenkeim)
Die extrazelluläre Matrix ist der Anteil tierischen Gewebes, der zwischen den Zellen im sogenannten Interzellularraum liegt. Sie umfasst die Gesamtheit der Makromoleküle, die sich außerhalb der Plasmamembran von Zellen in Geweben und Organen befinden.
(schwarz) erste Abzweigung, unten: Porifera; oben: Eumetazoa; erneute Abzweigung: unten: Cnidariaoben: Beginn der Bilateria. Abzweigung, unten: Beginn der Deuterostomia. Abzweigung, unten: Chordata, oben: Echinodermataoben: Abzweigung: Beginn der Protostomia,unten: Beginn der Lophorochozoa Abzweigung in 3 Teile:unten: Abzweigung, unten: Rotifera, oben: Plathelminthes mitte: Abzweigung, unten: Mollusca, oben: Annelidaoben: Bryozoaoben: Beginn der Ecdysozoa, unten: Arthropoda, oben: Nematoda
1. primitive Vielzeller2. nur im aquatischen Milieu (nur wenige im Süßwasser)3. benthische Lebensweise (sessil auf Hartböden verankert4. knapp unter Niedrigwasserlinie bis einige Kilometer Tiefe5. können sehr alt werden (ältester 10.000 Jahre alt)6. sessile, vielgestaltige, ungegliederte Tiere ohne Nervensystem, Sinnesorgane, Muskelzellen und andere echte Organe7. zwei epithelartige Schichten - äußeres "Dermallager" = Pinacoderm (Ektoderm), inneres Gastrallager = Choanoderm (Entoderm), das einen einfachen Hohlraum (Ascon-Typ) oder ein unterkammertes Hohlraumsystem (Sycon-, Leucon-Typ) umschließt. Dazwischen massige, bindegewebsartige Schicht "Mesohyl"8. Kragengeißelzellen (Choanocyten) im Gastrallager erzeugen Wasserströmung. Filtration von Mikroorganismen und Detritus. Produktion anorganischer Substanzen
1. im Schwammkörper System von Hohlräumen2. drei unterschiedliche Zelltypen: Pinacocyten, Choanocyten, Amoebocyten3. Stützfunktion: Skelettelement Spikula, oder nur Spongin4. keine Nerven- und Muskelgewebe, keine Organe, keine grundlegende Körpersymmetrie
- Archaeocyten- Porocyte- Pinacocyte- Choanocyte
Schwämme sind überwiegend FiltriererWenn Choanocyten gefüllt sind, findet ein Stofftransport in die übrigen Zellen durch Umwandlungsprozesse statt. Choanocyten werden zu Nährzellen --> intrazelluläre Verdauung
sexuellasexuell
1. männliche und weibliche Zellkörper produzieren Gameten (Eier und Spermien)2. Spermien werden zu Mio. in die Wassersäule entlassen (Wolken) und in die Schwämme geschwemmt.3. Dort werden die Eier befruchtet. Aus den Eiern entwickeln sich Larven, die durch Strömungen aus dem Elterntier in die Wassersäule geschwemmt werden.
1. Durch Fragmentierung oder durch das Ausbilden von Dauerknospen kann eine asexuelle Fortpflanzung erfolgen.2. Auch eine Art "Abschnürung" kann zu Jungschwämmen führen.3. Diese neu gebildeten Fragmente regenerieren und bilden - in Bezug auf das Elterntier - identische Zellkörper
1. Filtrierer, Gewässerreinigung, N2-Binder2. Bieten Habitat für viele Meeresbewohner3. Partner in vielen Symbiosen4. Nahrungsquelle
Verbände spezialisierter Zellen und Zeltprodukte, die bestimmt Funktionen ausüben - Epithelgewebe- Bindegewebe- Muskelgewebe- Nervengewebe
beinhaltet Epithelien und Drüsen (Drüsen bilden Sekrete)haben keine Gefäßebilden eine Schutzschicht, die Durchlässigkeit reguliertZellen sind oft polar
- physischer Schutz (Austrocknung, Verletzung)- Kontrolle der Durchlässigkeit- Resorption (Darmepithel)- Gasaustausch (Lunge, Haut)- Bewegung von Substraten (Flimmerepithel)- Reizaufnahme (Sinnesepithel)
1. dreischichtige Körperwand um einen zentralen Hohlraum,- Gastrovascularraum (Ort extrazellulärer Verdauung und Verteilersystem für Nährstoffe und Abbauprodukte)- einschichtige Ektodermis und Entodermis = 2 Keimschichten = diploblastische Eumetazoa- Mesogloea (primär azelluläre, gallertartige Matrix)2. Oft zwei Generationsformen: Polyp und Meduse Bauplan der Nesseltiere u.a. radiärsymmetrisch3. Nesselzellen (Cnidocyte) zur Ernährung und Verteidigung4. Gewebsbildung insbesondere a) Epithelmuskelzellenb) Nervenzellen z.T. Netze bildendc) Sinneszellen z.T. Sinnesorgane bildend5. Fortpflanzung: Generationswechsel Polyp-Meduse (nicht bei allen Nesseltieren)
- Nesseltiere sind carnivor, so konsumieren Hydra und Korallen Plankton, einige der Seeanemonen, sogar kleine Fische- nutzen Tentakel, um Beute zu fangen und diese in den Mund zu schieben. Nahrung im Gastrovascularraum durch Sekretionen von Drüsenzellen extrazellulär verdaut- Gastrovascularraum besitzt Öffnung zur Nahrungsaufnahme und Eliminierung der Reststoffe
Nesseltiere haben keine Organe, die diese Funktionen ausüben. Diese Prozesse finden durch Diffusion in den Zellen statt.
1. Triblastie = drei Keimblätter2. echte Organe3. Bilateralsymmetrie und cranialer Körperpol = Cephalisation4. gerichtete Körperbewegung
Organe sind spezifische Gewebe, die definierte Funktionen im Organismus ausüben. Sie gehen auf eine eigene Organ-Anlage zurück und durchlaufen eine spezifische Entwicklung (Organogenese)
Stamm Plathelminthes (Plattwürmer)- Klasse Turbellaria (Strudelwürmer)- Klasse Neudermata - Unterklasse Trematoda (Saugwürmer) - Unterklasse Cestoda (Bandwürmer) - Unterklasse Monogenea (Hakensaugwürmer)
ArtEndwirtZwischenwirtKrankheitPärchenegel (Schistosoma haematorium...)Mensch (Cercarien bohren sich in HautSchneckenBilharziose (weltweit ca. 250 Mio infiziert) Großer Leberegel (Fasciola hepatica)Wiederkäuer u.a. andere Wirbeltiere, selten MenschSchnecken (z.B. Lymnaea)Leberfäule v.a. D und GB, Verluste der LandwirtschaftKleiner Leberegel (Dicrocoelium dendriticum)Schafe1. Landschnecken2. Ameisen
1. Geschlechtsreifes Tier in den Gallengängen der Säugetierleber.2. Ei mit der Galle in den Darm und mit dem Kot nach außen transportiert.3. Miracidium, das als bewimpelte Larve in Wasserschnecke eindringt.4. Sporocyste in Atemhöhle der Schnecke. Die Redien enthalten blind endigenden Darm, Nervensystem, Mundsaugnapf.5. Cercarie = Larve der bisexuellen Generation mit Ruderschwanz in Wasser. Nach Abwerfen des Schwanzes kapseln sie sich ein6. Cyste. In dieser Form gelangen sie in den Darm des Endwirtes.
ArtEndwirtZwischenwirtKrankheitDiphyllobotrium latum (Fischbandwurm)Mensch, Raubtiere,(Befall: Darm)1. Ruderfußkrebt (Copepoda)2. FischDiphyllob.-Anämie (Ostasien)Taenia Solium (Schweinebandwurm)Mensch (Befall: Darm)SchweinMensch --> CystocercioseTaeniose, Infektion über Finnen in rohem Fleisch, in ME seltenEchinocactus granulosus (Hunebandwurm)Hund (Befall: Darm), Mensch (Fehlwirt, Leber und LungePferde, Rinder, Schafe, Schweineweltweit verbreitetTaenia saginata (Rinderbandwurm)Mensch (Befall: Darm)RindIn Mitteleuropa gelegentlich, 99% in TaeniosenEchinococcus multilocularis (Fuchsbandwurm)Fuchs, Polarfuchs, Coyote, Katze, Hund, Mensch ist FehlwirtMäusegefährlichster Wurmparasit des Menschen
1. Körpergliederung:a) Scolex mit vorderen Proglottidenb) weiter hinten liegende männliche Proglottidenc) noch weiter hinten liegende weibliche Proglottidend) abstoßungsreife hinterste Proglottiden. Uterus mit Eiern gefüllt2. Embryo in Embryonalschale3. Freigewordene, wimperlose Hakenlarve (Oncospaera) im Darm des Zwischenwirtes (Schwein)4. Finne in der Muskulatur des Zwischenwirtes5. Finne nach Ausstülpung des Scolex im Darm des Endwirtes (Mensch)6. Junger Bandwurm nach Abfallen der Finnenblase
Lophotrochozoa
Körper: Kopf, Rumpf, FußKopf: RäderorganRumpf: Lorca und Pseudocoelom- mit Verdauungs-- Exkretions- und- FortpflanzungsorganenFuß: AnheftungsdrüsenPseudocoelomata: Coelom nicht vollständig mit Mesoderm ausgekleidet; Funktion: hydrostatisches Skelett, Nahrungs- und GasaustauschTriploblastenvollständiges VerdauungssystemProtonephridien
Räderorgan (Corona)Mastax mit TrophiLorica
FortbewegungFiltration
Parthenogenese bei guten LebensbedingungenSexuelle Fortpflanzung bei ungünstigen Lebensbedingungen (Trockenheit, Frost, hohe Populationsdichte)Dauereier können ungünstigen Bedingungen widerstehen - Verbreitung