Mineralien - ETHZ Erdw. Basisjahr 2015/2016
Alles rund um die Bestimmung/Erkennung von Mineralien für die Basisprüfung der ETHZ im Herbst 2016.
Alles rund um die Bestimmung/Erkennung von Mineralien für die Basisprüfung der ETHZ im Herbst 2016.
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Cartes-fiches
Definiere den Begriff Mineral.
Wie viele Mineralien sind heute ungefähr bekannt?
Ein Mineral ist ein natürlicher, anorganischer, makroskopisch homogener Festkörper mit einer charakteristischen chemischen und atomaren Struktur. Jedes Mineral ist durch einen bestimmten Stabilitätsbereich (Druck und Temperatur) gekennzeichnet. Mineralien sind Kristalle oder amorphe Substanzen.
ca. 4'500 Mineralien!
Definiere den Begriff Kristall, im Zusammenhang mit Mineralien.
Kristalle sind Festkörper, deren Bausteine (Atome, Ionen, Ionenkomplexe) dreidimensional periodisch geordnet sind.
Was bedeutet: "ein Mineral befindet sich im kristallinen Zustand"?
Sind alle Mineralien im “kristallinen Zustand“?
Es bedeutet: Die atomaren Bausteine im Mineral sind in einer mehr oder weniger festgelegten Weise räumlich zueinander geordnet.
Nein, z.B. Opal ist amorph (nicht kristallin) die atomaren Bausteine sind weitgehend ungeordnet.
Was ist Anisatrophie, im Zusammenhang mit Mineralien?
Welche Minerale zeigen dieses Verhalten?
Wie nennt man das Gegenteil von Anisatrophie? Wo kommt es vor?
Unterschiedliche chemische und physikalische Eigenschaften in unterschiedlichen Richtungen, aber immer gleiche Eigenschaften in gleicher Richtung. Solche Eigenschaften sind z.B. Lichtbrechung, Härte, Wachstumsgeschwindigkeit, Leitfähigkeit (thermisch od. elektrisch) etc.
Alle Kristalle zeigen Anisatrophie!
Isotropie! Findet man bei amorphen Mineralien und einzelnen Eigenschaften bei kristallinen Mineralien!
Nenne die verschiedenen Bindungsarten in Mineralien.
- kovalente Bindung - z.B. Diamant
- Ionenverbindung - z.B. Halit (NaCl)
- Metallbindung
- van der Waals Bindung
Wann spricht man von Symmetrie, im Zusammenhang mit Mineralien?
Welche Arten von Symmetrie gibt es?
Symmetrie ist die gesetzmäßige Wiederholung eines Motivs.
- Rotation: 2,3,4 und 6-zählige Drehachsen
- Punktspiegelung (=Symmetriezentrum =Inversion)
- Spiegelebene
Mikroskopische Definition des Kristalls: Was ist ein Translationsgitter und wie ist es Aufgebaut? Beispiel?
Translationsgitter = unendlich-periodische Parallelverschiebung der Elementarzelle (Kleinstmögliches Parallelpiped, das den gesamten Bauplan eines Kristalls enthält) in alle drei Raumrichtungen.
Beispiel: Struktur der regelmässigen Verteilung von Ca2+-Ionen und CO3- Anionengruppe in Calcit (Bild, Gitter = trigonal-rhomboedrisch)
Beschreibe die sieben Kristallsysteme (Name, Seiten, Winkel)
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Wie sieht die jeweilige Symmetrie aus?
–> Bild
Symmetrie:
- Triklin - Inversionszentrum (häufig nicht essentiell)
- Monoklin - 1 zweizählige Drehachse oder 1 Spiegelebene
- Trig. Rhomboedrisch - 1 dreizählige Drehachse
- Hexagonal - 1 sechszählige Drehachse oder Drehinversionsachse
- Orthorohmbisch - 3 senkrechte zweizählige Drehachsen
- Tetragonal - 1 vierzählige Drehachse oder Drehinversionsachse
- Kubisch - 4 dreizählige Drehachsen
Nenne Beispiel zu den sieben Kristallsystemen!
Nenne die acht Klassen zur Einteilung der Mineralien nach Anionen.
- Elemente (keine Anionen) - gediegene Elemente (Ag, Cu, Au, Fe, S, etc.)
- Oxide und Hydroxide (O2-)
- Sulfide (S2-, S-)
- Sulfate (SO42-)
- Karbonate (CO32-)
- Phosphate (PO43-)
- Halogenide (F, Cl, Br, I)
- Silikate (SiO4-)
Physikalische Eigenschaften der Minerale:
Was sind die wichtigsten makroskopischen Kriterien um Minerale zu untersuchen?
- Härte - Mohs'sche Härteskala
- Dichte ("Gewicht")
- Kristallformen (inklusiv Tracht und Habitus)
- Spaltbarkeit
- Farbe (Strichfarbe
- Glanz
- Zwillinge
- Geschmack / Geruch
- Magnetismus
Physikalische Eigenschaften der Minerale:
Was ist Tracht? Was ist Habitus?
Tracht: Gesamtheit der an einem Kristall entwickelten Formen (Kombination der Formen). z.B. Dipyramide, Würfel, Okraeder, Prisma usw., vergleichen mit Kleider-Tracht der Menschen.
Habitus/Ausbildung: Gesamtgestalt eines Kristalls bedingt durch Grössenverhältnisse der Flächen (Menschen: kurz, lang, dick...). Man unterscheidet drei Grundtypen: isometrisch, tafelig (plattig), säulig (länglich) –> Bild.
Physikalische Eigenschaften der Minerale:
Spaltbarkeit: Was ist wichtig bei Bruchflächen bei Mineralien? Welche Typen unterscheidet man?
Die Bruchflche eines Minerals kann uneben, splitterig oder muschelig sein. Die Spaltbarkeit bezeichnet die Tendenz eines Minerals nach bestimmten Ebenen zu brechen. Bei vollkommener Spaltbarkeit erkennt man die Kristallstruktur (z.B. Glimmer). Nicht bzw. schlecht spaltbare Mineralien zeigen immer die erwähnten Bruchflächen. Die WInkel zwischen Spaltbarkeitsebene sind charakteristisch für manche Mineralien (z.B. Pyroxene, Amphibole)
Silikatmineralien:
Wie lassen sich die Silikatminerlien einteilen? Welche Eigenschaften besitzen sie? Nenne sie zu jeder Gruppe die wichtigsten Gesteinsbildenden Silikaten.
Nenne die drei Bauprinzipien der Silikatmineralien.
- Gruppensilikate (Insel, Gruppe oder Ring von SiO4-Tetraedern) - Olivin, Granat, Alumosilikate (Andalusit, Disthen, Silimanit)
- Kettensilikate (ein- oder zweisträngig) - Pyroxen, Amphibol
- Schichtsilikat (2D) - Kaolinit (Tonmineral), Biotit, Muscovit
- Gerüstsilikat (3D) - Quarz, Kalifeldspat (Orhoklas, Adular), Plagioklas-Mischreihe (Anorthit, Albit)
Bauprinzipien: 1. über die starke kovalnete Si-O -Bindung; 2. über gemeinsame Tetraederecken; 3. Ladungsausgleich über Kationen
Zirkon Zr(SiO4); Inselsilikat, tetragonal, prismatischer bis pyramidaler Habitus, fast immer eingewachsen -> Bestimmung sehr alter Gesteine; Vorkommen: magmatisch und metamorph
Granat-Gruppe (Mg,Fe,Ca)3(Al,Fe)2(SiO4)3; Inselsilikat; KS: kubisch, Form: Rhombendodekaeder; Vorkommen: metamorph (selten magmatisch), Ultramafisch und mafische Gesteine
Häufig: Almandin Fe3Al2Si3O12 -> Bild
Staurolith (Fe2+, Mg2+, Zn2+)4Al18Si8O46(OH)2; Aluminiumsilikat; Inselsilikat; pseudorhombisch; breitstängelig bis langsäulig: Vorkommen: metamorph
Besonderes: oft zusammen mit Disthen; häufig Durchkreuzungszwillinge
Epidot Ca2Al2Fe3+Si3O12(OH), Gruppensilikat; monoklin, Prismen gestreckt und oft gestreift, strahlige Büschel,
Vorkommen: metamorph; häufig in Metabasika (v.a. in Grünschiefer)
Was sind die wichtigsten unterschiede zwischen der Pyroxengruppe und der Amphibolgruppe? Zu welcher Gruppe von Silikatminerlien gehören sie?
Glaukophan; Amphibolgruppe (Bild); Bändersilikat; monoklin; Vorkommen: metamorph (Indikator für hohen Druck)
Besonderes: Spaltwinkel 124°; hohe Dichte: 3,3; oft zusammen mit Granat / Omphazit
Doppelschicht (TOT): T = Tetraederschicht und O = Oktaederschicht
+ gekoppleter Austausch (z.B. Si4+ wird getauscht mit Al3+ –> dafür muss noch z.B. ein K+ in der Schichtlücke platziert werden (Ladungsausgleich) –> Bild)
Beispiele:
K Mg3 [AlSi3O10](OH)2 = Biotit (Dunkel-Glimmer)
K Al2 [AlSi3O10](OH)2 = Muskovit (Hell-Glimmer)
[] Mg3 [Si4O10](OH)2 = Talk
Biotit K Mg3 [AlSi3O10](OH)2; Glimmergruppe; Schichtsilikat; monoklin (pseudo-hexagonal); tafelig (blättrig bis schuppig); Vorkommen; metamorph, magmatisch (mit Kfsp und Quarz)
Besonderes: Phlogopit Mg-reiche Variante
Muskovit K Al2 [AlSi3O10](OH)2; Glimmergruppe (hell); Schichtsilikat; monoklin (pseudo-hexagonal); grosse Tafeln - (blättrig bis schuppig); Vorkommen: metamorph und magmatisch
Besonderes: Isoliermaterial
Serpentin Mg3Si2O5(OH)4; Sichtsilikat; mirkoklistalin (makroskopisch dicht); Vorkommen: metamorph
Besonderes: bildet oft nahezu monominerale Gesteinsmassen –> Serpentinite