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N. K.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über die Pharmakologie von Entzündungshemmern und deren Anwendung bei verschiedenen Erkrankungen auf Universitätsniveau. Sie behandeln Wirkstoffe wie Glucocorticoide, β2-Rezeptor-Agonisten und Leukotrien-Rezeptorantagonisten, deren Mechanismen, Halbwertszeiten und Metabolismus. Besonders relevant sind die Therapien bei Asthma und COPD, einschließlich der Hemmung von Mediatorfreisetzung und der Wirkung auf Rezeptoren. Medizinstudenten und Fachkräfte profitieren von den detaillierten Informationen zu Wirkstoffen, deren Anwendung und den zugrunde liegenden biologischen Prozessen.
Karten
161
Lernende
3
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
01.08.2016 / 26.07.2020

Cartes-fiches

Ciclesonid

Glucocorticoide für die pulmonale Applikation

Halogenfreie GC

Prednyliden

Halogenfreie Glucocorticoide

Methylprednisolon

Halogenfreie GC

Desonid

Halogenfreie GC

Deflazacort

Halogenfreie GC

Rimexolon

Halogenfreie GC

Übersicht GC für pulmonale Applikation: Strukturen

pulmonal meist Ketal oder Acetal, nicht zuu lipophil wg. H2O löslichkeit

Monofluorierte Prednisolon-Derivate mit zusätzlicher OH Gruppe an C16 und Ketalisierung

Monofluorierte Prednisolon-Derivate an C6 und C9

An C6 und C9 difluorierte Wirkstoffe

Chlorierte Glucocorticoide

Immunsuppression bei Langzeitanwendung kompliziert => Pilzinfekt., Wassereinlagerung vetc.

Basistherapeutika (Disease-modifying antirheumatic drugs = DMARDs): bei welchen Krankheiten, Auswirkung, WS-Klassen

hauptsächlich bei Rheuma, aber auch bei Colitis Ulcerosa und Morbus Crohn

• führen bei rheumatoider Arthritis mittelfristig:

- zur Remission der Grunderkrankung

- zur Reduktion der Gelenkdestruktion
• Angriff an versch. Stellen der Entzündungskaskade
• Wirkungseintritt erst nach mehreren Monaten; Wirkung hält nach Absetzen etwas an.
• bei längerer Anwendung: Nebenwirkungen Wirkstoffe
1. Immunmodulatoren

2. Diverse Wirkstoffe

3. Immunbiologika (Biologicals)

Was bedeutet Remission?

Remission bedeutet, dass die Krankheit heruntergefahren wird

Angriffspunkte der DMARDs

blau: 

CsA:Immunsuppressivum => Polypeptid bindet an Isomerase Cyclophyrin => Komplex -> kann Calcineurin mit dem zusammen hemmen
Calcineurin: NF-AT Transkription Faktor im inaktiven  Zustand phosph. => Calcineurin dephosphoryliert NF-AT => NF-AT bleibt inaktiv-> unterdrücken von Zytokin Genen insb. IL2

pink: verhindert Differenzierung T-Zellen

Immunmodulatoren: Targets und Wirkstoffe (Schaubild)

Gemeinsamer Wirkmechanismus: Hemmung der DNA-Synthese schnell proliferierender Lymphozyten

Methotrexat

DMARD, Immunsuppressivum, Zytostatikum

• Folsäureanalogon, Profilierung im Pteroinsäureteil und am N10.

• hemmt Dihydrofolat-Reduktase, Thymidylat-Reduktase, und weitere Enzyme
der Purinbiosynthese. → Wesentlich: kompetitive Hemmung der Dihydrofolat-Reduktase (Separate Vorlesung zu Krebs- und Krebstherapie!)
In niedrigen Dosen als DMARD, in hohen Dosen als Zytostatikum

CAVE: potentiell onkogen!

Wirkungsmechanismus des Methotrexats

Azathioprin: Bioaktivierung, Metabolismus

Immunmodulator

• Prodrug! Umwandlung in 6-Mercaptopurin (geringe Wasserlöslichkeit)

• Bioaktivierung des 6-Mercaptopurins: durch Phospho-Ribosylierung zu Thioinosinsäure

• Thioinosinsäure hemmt Enzyme der DNA-Biosynthese

• Metabolismus: über Xanthinoxidase (CAVE bei Allopurinol-Gabe: HWZ des 6-Mercaptopurins verlängert).

Leflunomid: Metabolismus, Applikation, HWZ, CYP

Immunmodulator

Prodrug! Aktiver Metabolit hemmt die Dihydroorotat-Dehydrogenase (Pyrimidinbasen-Biosynthese) und Enzyme der Glykolyse.
Geschwindigkeitsbestimmender Schritt bei der de‐novo‐Synthese von Uridin‐monophosphat und nachfolgender Pyrimidinnukleotid‐Biosynthese.
• Sehr gute Resorption nach peroraler Applikation: 82-95%
• Aktiver Metabolit unterliegt enterohepatischem Kreislauf => Eliminationshalbwertszeit: 14 Tage!
• Hemmer des CYP2C9! => CAVE: gleichzeitige Einnahme von Wirkstoffen, die CYP2C9 Substrate darstellen (z.B. Warfarin, Tolbutamid, Phenytoin)

Dihydroorotat-Dehydrogenase Funktion

DHODH

Leflunomid WM

Sulfasalazin: Indikation, Metabolismus, Applikation

Immunmodulator: DMARD

andere Bezeichnung: Mesalazin

• wird im Darm zu Sulfapyridin und 5-Aminosylicylsäure gespalten

• Wirkmechanismus unbekannt! Aber wahrscheinlich über COX-Hemmung

• mittelstark wirksam

• Gutes Nutzen-Risiko-Verhältnis

eher bei MC und Colitis Ulcerosa

topische Anwendung

D-Penicillamin: WM, Indikation

Immunmodulator: DMARD

• genauer Wirkmechanismus ist unbekannt!

• SH-Gruppe kann intramolekulare Disulfidbrücke von AP-1 spalten → verminderte Synthese pro-inflammatorischer Zytokine
• bildet stabile Komplexe mit 2- und 3-wertigen Kationen (Einsatz bei Vergiftungen!)

früher bei Schwermetallvergiftung, Anwendung bei Morbus Wilson (Kupferspeicherkrankheit) können das nicht ausscheiden

Aurothiomalat und Auranofin: Indikation, WM, HWZ, Wirkungseintritt

Immunmodulator: DMARD

• enthalten komplex-stabilisierte Gold (I)-Ionen (AU(I)-Halogenide in Wasser instabil)
• Wirkungsmechanismus unklar! -> oxidative Prozesse zu Gold 3 vermutet

• Reaktion mit SH-Gruppen: AP-1 und NFκB binden somit nicht mehr an Response-Elemente
• Hemmung der Phagozytose und Lymphozytenproliferation

Wirkung erst nach 2-4 Wochen
Aurothiomalat:

• wasserlöslich, i.m.-Injektion; sehr gute BV.

• starke Bindung von Gold-ionen an Albumin und Speicherung in Organen.

• Gold-Plasmahalbwertszeit: 5-6 Tage, Gesamteleminations-HWZ: 250 Tage

Auranofin:

• Gold-Thioglykose-Phosphin-Komplex => sehr starker Komplex

• lipophil! Orale Applikation!

• Plasma-HWZ: 17-25 Tage; Gesamteliminations-HWZ: 81 Tage

Ablagerung in Organen

Chloroquin und Hydroxychloroquin

Immunmodulator: DMARD

• Zufallsentdeckung bei Malariatherapie

• amphiphile Wirkstoffe: pH-Wert-abhängige (pH um 8 nötig) Interaktion mit Membranlipiden und Akkumulation in Lysosomen von Lymphozyten, Makrophagen, Granulozyten und Makrophagen (vgl. Lokalanästhetika) → Stabilisierung der Lysosomen und Hemmung der Freisetzung lysosomaler Enzyme (?)

antiinflammatorische Biologicals

TNFα-Antikörper (Angriff hier, da TNFα potentestes proinflammatorisches Zytokin)

Infliximab (erst 1999 auf Markt, TBC Erkrankungen aufgetreten(persistierende hptsl.), da auch Eingriff in Immunsystem durch TNFα Inhibition), Etanercept (Fusionsprotein: Teil d. Rezeptoren, an das TNFα bindet), Adalimumab
Anakinra: endogen vorkommender IL-1-Rezeptorantagonist

Salicylsäure-Synthese

ASS Synthese

Warum ist Acetylsalicylsäure (ASS) verträglicher als Salicylsäure? Erklärung anhand Struktur

NSAR WM

Nicht-steroidale Antirheumatika

NSAR wie Acetylsalicylsäure, Ibuprofen und Indometacin hemmen Cyclooxygenasen!


Cyclooxygenasen katalysieren die Umwandlung von Arachidonsäure (20:4) in Prostaglandine.


5-Lipoxygenase katalysiert die Umwandlung von Arachidonsäure in Leukotrien A4, welches über LTA4-Hydrolase zu LTB4 und über LTC4-Synthase zu Cysteinyl-Leukotrienen (Cys-LT) umgewandelt werden kann.
Sowohl Prostaglandine als auch Leukotriene sind sog. Gewebshormone.

Umwandlung von Arachidonsäure in Eicosanoide

Umwandlung von Arachidonsäure in Prostaglandine WM

Typ: je nach Art und Position des Substituenten

Index: Anzahl verbliebener Doppelbindungen

Wirkungen der Prostaglandine: Good Guys, Bad Guys

COX WM

Nebenwirkungen der NSAR (COX-1/2-Inhibitoren)

GI-Trakt: → COX‐1 (PGE2↓)

Ulzerationen, Blutungen, Perforationen, Erosionen, Dyspepsie

Niere: → COX‐1/2 (PGI2↓)

Na+‐ und Wasserretention, Blutdruckerhöhung, Ödembildung, Akutes Nierenversagen

Kardiovaskuläres System: → COX‐1 (TXA2 ↓)

erhöhte Blutungsneigung

→ größter Nachteil der NSAR: Ulzerationen und nephrotoxische Effekt bei chronischem Gebrauch

Einteilung der NSAR

1. selektive COX-1-Inhibitoren (ASS bei niedriger Dosierung)

2. unselektive COX-Inhibitoren (nahezu alle klassische NSAR)

3. COX-Inhibitoren mit leichter Präferenz für COX-2 (Diclofenac)

4. COX-2-selektive Wirkstoffe (Coxibe)

Strukturklassen der NSAR: Grundstrukturen, Beispiele

SAR der NSAR

Kinetik und Dynamik der NSAR

Resorption:

• als Säure im Magen weitgehend protoniert und damit lipophil

• in den oberen Dünndarmabschnitten (noch teilw. protoniert): gute Resorption


Plasmaproteinbindung:

• bei pH 7-7,4 weitgehend dissoziiert (neg. Ladung)

• als lipophile Säuren starke Plasmaproteinbindung

• CAVE: Kompetition mit anderen Wirkstoffen, die stark Plasmaprotein binden!
Anreicherung (als saure Substanzen) im entzündeten (sauren!) Gewebe.


Plasmaeleminationshalbwertszeit:

Strukturtyp A: kurz

Strukturtyp B: lang


Metabolismus:

• Glucuronidierung der Säurefunktion und renale Elimination

• Oft aktive Metaboliten

ASS: Bindung an COX, Resorption, HWZ

NSAR

einziges, das COX irreversibel hemmt

schnelle Resorption aber schnelle auch Hydrolyse zu Salicylsäure und Essigsäure

Plasma HWZ: 15-20 min
• Salicylsäure: hemmt ebenfalls COX-1

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