Entzündung
fgren
fgren
-
- 1 / 161
-
Lernkarten
Basistherapeutika (Disease-modifying antirheumatic drugs = DMARDs): bei welchen Krankheiten, Auswirkung, WS-Klassen
hauptsächlich bei Rheuma, aber auch bei Colitis Ulcerosa und Morbus Crohn
• führen bei rheumatoider Arthritis mittelfristig:
- zur Remission der Grunderkrankung
- zur Reduktion der Gelenkdestruktion
• Angriff an versch. Stellen der Entzündungskaskade
• Wirkungseintritt erst nach mehreren Monaten; Wirkung hält nach Absetzen etwas an.
• bei längerer Anwendung: Nebenwirkungen Wirkstoffe
1. Immunmodulatoren
2. Diverse Wirkstoffe
3. Immunbiologika (Biologicals)
Was bedeutet Remission?
Remission bedeutet, dass die Krankheit heruntergefahren wird
Angriffspunkte der DMARDs
blau:
CsA:Immunsuppressivum => Polypeptid bindet an Isomerase Cyclophyrin => Komplex -> kann Calcineurin mit dem zusammen hemmen
Calcineurin: NF-AT Transkription Faktor im inaktiven Zustand phosph. => Calcineurin dephosphoryliert NF-AT => NF-AT bleibt inaktiv-> unterdrücken von Zytokin Genen insb. IL2
pink: verhindert Differenzierung T-Zellen
Methotrexat
DMARD, Immunsuppressivum, Zytostatikum
• Folsäureanalogon, Profilierung im Pteroinsäureteil und am N10.
• hemmt Dihydrofolat-Reduktase, Thymidylat-Reduktase, und weitere Enzyme
der Purinbiosynthese. → Wesentlich: kompetitive Hemmung der Dihydrofolat-Reduktase (Separate Vorlesung zu Krebs- und Krebstherapie!)
In niedrigen Dosen als DMARD, in hohen Dosen als Zytostatikum
CAVE: potentiell onkogen!
Azathioprin: Bioaktivierung, Metabolismus
Immunmodulator
• Prodrug! Umwandlung in 6-Mercaptopurin (geringe Wasserlöslichkeit)
• Bioaktivierung des 6-Mercaptopurins: durch Phospho-Ribosylierung zu Thioinosinsäure
• Thioinosinsäure hemmt Enzyme der DNA-Biosynthese
• Metabolismus: über Xanthinoxidase (CAVE bei Allopurinol-Gabe: HWZ des 6-Mercaptopurins verlängert).
Leflunomid: Metabolismus, Applikation, HWZ, CYP
Immunmodulator
Prodrug! Aktiver Metabolit hemmt die Dihydroorotat-Dehydrogenase (Pyrimidinbasen-Biosynthese) und Enzyme der Glykolyse.
Geschwindigkeitsbestimmender Schritt bei der de‐novo‐Synthese von Uridin‐monophosphat und nachfolgender Pyrimidinnukleotid‐Biosynthese.
• Sehr gute Resorption nach peroraler Applikation: 82-95%
• Aktiver Metabolit unterliegt enterohepatischem Kreislauf => Eliminationshalbwertszeit: 14 Tage!
• Hemmer des CYP2C9! => CAVE: gleichzeitige Einnahme von Wirkstoffen, die CYP2C9 Substrate darstellen (z.B. Warfarin, Tolbutamid, Phenytoin)
Sulfasalazin: Indikation, Metabolismus, Applikation
D-Penicillamin: WM, Indikation
Immunmodulator: DMARD
• genauer Wirkmechanismus ist unbekannt!
• SH-Gruppe kann intramolekulare Disulfidbrücke von AP-1 spalten → verminderte Synthese pro-inflammatorischer Zytokine
• bildet stabile Komplexe mit 2- und 3-wertigen Kationen (Einsatz bei Vergiftungen!)
früher bei Schwermetallvergiftung, Anwendung bei Morbus Wilson (Kupferspeicherkrankheit) können das nicht ausscheiden
Aurothiomalat und Auranofin: Indikation, WM, HWZ, Wirkungseintritt
Immunmodulator: DMARD
• enthalten komplex-stabilisierte Gold (I)-Ionen (AU(I)-Halogenide in Wasser instabil)
• Wirkungsmechanismus unklar! -> oxidative Prozesse zu Gold 3 vermutet
• Reaktion mit SH-Gruppen: AP-1 und NFκB binden somit nicht mehr an Response-Elemente
• Hemmung der Phagozytose und Lymphozytenproliferation
Wirkung erst nach 2-4 Wochen
Aurothiomalat:
• wasserlöslich, i.m.-Injektion; sehr gute BV.
• starke Bindung von Gold-ionen an Albumin und Speicherung in Organen.
• Gold-Plasmahalbwertszeit: 5-6 Tage, Gesamteleminations-HWZ: 250 Tage
Auranofin:
• Gold-Thioglykose-Phosphin-Komplex => sehr starker Komplex
• lipophil! Orale Applikation!
• Plasma-HWZ: 17-25 Tage; Gesamteliminations-HWZ: 81 Tage
Ablagerung in Organen
Chloroquin und Hydroxychloroquin
Immunmodulator: DMARD
• Zufallsentdeckung bei Malariatherapie
• amphiphile Wirkstoffe: pH-Wert-abhängige (pH um 8 nötig) Interaktion mit Membranlipiden und Akkumulation in Lysosomen von Lymphozyten, Makrophagen, Granulozyten und Makrophagen (vgl. Lokalanästhetika) → Stabilisierung der Lysosomen und Hemmung der Freisetzung lysosomaler Enzyme (?)
antiinflammatorische Biologicals
TNFα-Antikörper (Angriff hier, da TNFα potentestes proinflammatorisches Zytokin)
Infliximab (erst 1999 auf Markt, TBC Erkrankungen aufgetreten(persistierende hptsl.), da auch Eingriff in Immunsystem durch TNFα Inhibition), Etanercept (Fusionsprotein: Teil d. Rezeptoren, an das TNFα bindet), Adalimumab
Anakinra: endogen vorkommender IL-1-Rezeptorantagonist
NSAR WM
Nicht-steroidale Antirheumatika
NSAR wie Acetylsalicylsäure, Ibuprofen und Indometacin hemmen Cyclooxygenasen!
Cyclooxygenasen katalysieren die Umwandlung von Arachidonsäure (20:4) in Prostaglandine.
5-Lipoxygenase katalysiert die Umwandlung von Arachidonsäure in Leukotrien A4, welches über LTA4-Hydrolase zu LTB4 und über LTC4-Synthase zu Cysteinyl-Leukotrienen (Cys-LT) umgewandelt werden kann.
Sowohl Prostaglandine als auch Leukotriene sind sog. Gewebshormone.
Nebenwirkungen der NSAR (COX-1/2-Inhibitoren)
GI-Trakt: → COX‐1 (PGE2↓)
Ulzerationen, Blutungen, Perforationen, Erosionen, Dyspepsie
Niere: → COX‐1/2 (PGI2↓)
Na+‐ und Wasserretention, Blutdruckerhöhung, Ödembildung, Akutes Nierenversagen
Kardiovaskuläres System: → COX‐1 (TXA2 ↓)
erhöhte Blutungsneigung
→ größter Nachteil der NSAR: Ulzerationen und nephrotoxische Effekt bei chronischem Gebrauch
Kinetik und Dynamik der NSAR
Resorption:
• als Säure im Magen weitgehend protoniert und damit lipophil
• in den oberen Dünndarmabschnitten (noch teilw. protoniert): gute Resorption
Plasmaproteinbindung:
• bei pH 7-7,4 weitgehend dissoziiert (neg. Ladung)
• als lipophile Säuren starke Plasmaproteinbindung
• CAVE: Kompetition mit anderen Wirkstoffen, die stark Plasmaprotein binden!
Anreicherung (als saure Substanzen) im entzündeten (sauren!) Gewebe.
Plasmaeleminationshalbwertszeit:
Strukturtyp A: kurz
Strukturtyp B: lang
Metabolismus:
• Glucuronidierung der Säurefunktion und renale Elimination
• Oft aktive Metaboliten