Endokrinpharma

Endokrinpharma

Endokrinpharma


T. B.
Diese Karteikarten bieten einen Überblick über die Endokrinpharmazie auf Universitätsniveau. Sie behandeln die Wirkungen, Indikationen und unerwünschten Arzneimittelwirkungen von Hormonen und deren Analoga, wie Metformin, Cortisol und Basalinsulin, sowie deren Einsatz bei Diabetes, Osteoporoseprophylaxe und Menopause. Medizinstudierende und Pharmakologie-Interessierte profitieren von den detaillierten Informationen zu Hormonrezeptoren, Hemmstoffen und Therapieformen.
Flashcards
13
Students
1
Language
German
Category
Medical
Level
University
Created / Updated
13.01.2015 / 20.01.2015

Flashcards

Schilddrüsenhormone

Thyreostatika

Iodinations- und Freisetzungshemmstoffe

- hemmen den Iodtransport in die SD

Substanzen

- Natriumperchlorat

- kurze HWZ (4-6x täglich p.o.)

- Iodid

- kann in hoher Dosierung (>5mg/d) vorübergehend T3/4-Ausschüttung dämpfen

- rascher Effekt, maximaler Effekt nach 2 Wochen, bei fortgesetztem Einsatz Wirkungsverlust

Wirkung

- einwertige Anionen wie Perchlorat (ClO4-), Nitrat und Thiocyanat sind kompetetive Hemmstoffe des Iodidtransporters in der  Schilddrüse

Indikation

- Natriumperchlorat zur Prophylaxe und Therapie der iodinduzierten Hyperthyreose

- Iodid bei thyreotoxischer Krise und operationsvorbereitend bei Morbus Basedow

Diabetes mellitus

Insulinanaloga

- wird als inaktives, stabiles Hexamer in Vesikeln gespeichert

 

Normalinsulin

- liegt als Hexamer vor - verzögerte Resorption (30min warten bis Essen)

- Lispro

- Aspart

- Glulisin

Intermediärinsulin

- neutrales Protamin-Insulin Hagedorn

- Mischung von Protamin und Insulin verzögert die Aufnahme

- wird 3x täglich als Basalinsulin gegeben

- Glargin

- isoelektrischer Punkt von 7 -> bildet nach Injektion Präzipitate, die Resorption verzögern

- 1x abends als Basalinsulin

- Detemir

- myristoyliert -> führt zu reversibler Bindung von Insulin an Albumin, was Elimination verzögert

- 2x täglich als Basalinsulin

Therapieformen

Therapie mit Mischinsulin

- 2x täglich Kombination aus Basalinsulin Normalinsulin oder kurzwirksamen Insulin

- Anwendung insbesondere bei Typ II

- strikte Diät und festgelegte Injektionszeiten erforderlich

Intensivierte konventionelle Therapie

- Basalinsulin 1x abends (Glargin)

- zu Mahlzeiten Normalinsulin oder kurzwirksames Insulin

- Anwendung bei Typ I und zunehmend bei Typ II

Diabetes mellitus

orale Antidiabetika

Sulfonylharnstoffe und Biguanide

Sulfonylharnstoffe und Analoga

- Glibenclamid

- (Nateglinid, Mitiglinid, Tolbutamid, Glimepirid, Meglitinid, Repaglinid)

Wirkung

- verschließen KATP-Kanäle in B-Zellen -> Depolarisation und Insulinfreisetzung

- Blutzucker senkende Effekt geht oftmals nach einem Jahr verloren

UAW

- schwere, langanhaltende Hypoglykämie (schleichend)

- Gewichtszunahme

- gastrointestinale Störungen und allergische Reaktionen

Indikation

- nur bei normalgewichtigen Patienten oder wenn Metformin nicht gegeben werden kann

- kein Einsatz bei Typ-I-Diabetes, Schwangerschaft und bei schweren Nieren- und Leberfunktionsstörungen

Biguanide

- Metformin

Wirkung

- senkt die Glucoseabgabe der Leber durch Hemmung der Gluconeogenese

- setzt verzögert ein und tritt insbesondere bei Diabetikern auf - nicht beim Stoffwechselgesunden

- keine verstärkte Insulinfreisetzung aus B-Zellen (kein Hypoglykämierisiko)

- Erhöhung des HDL-Cholesterins und Senkung der VLDL-Triglyceride

- antithrombotischer Effekt

- Appetitzügelung

UAW
- häufig gastrointestinale Störungen

- selten B12-Aufnahme gestört

- sehr selten Lactacidose (50% Letalität)

- Vorsicht bei Bedingungen, die Lactacidoserisiko erhöhen: Alkohol, schlechte Durchblutung, Asthma,...

Diabetes mellitus

orale Antidiabetika

weitere orale Antidiabetika

Glitazone

- Pioglitazon

- Rosiglitazon

Wirkung

- Agonisten am Peroximone-Proliferator-aktivierten-Rezeptor (PPARγ)

- Besserung der Insulinresistenz, Blutglucosespiegel, Blutfettwerte

- Wirkung setzt mit Latenz von 2 Monaten ein

- 2. Wahl nach Metformin (allein oder in Kombi mit Metformin)

α-Glucosidasehemmstoffe

- Acarbose

- Miglitol

Wirkung

- Kohlenhydratstoffwechsel im Dünndarm wird gehemmt, so dass der Blutglucoseanstieg nach den Mahlzeiten gemildert wird

UAW

- gastrointestinale Beschwerden

neue orale Antidiabetika

- Dapagliflozin (Forxiga)

Wirkung

- Gliflozine hemmen SGLT-2 (resorbiert insulinunabh. Glukose aus proximalem Tubulus der Niere)

- senken dadurch Blutglukose

- 1x täglich bei Typ-2-Diabetes in Kombinatio mit anderen Antidiabetika

- kein Hypoglykämierisiko bei Monotherapie zu erwarten

- insulinunabh. Wirkung

- leichte Gewichtsreduktion, leichte Blutdrucksenkung

UAW

- Genitalinfektionen bei Frauen (höhere Glukose im Urin)

- bei eingeschränkter NIerenfunktion geht Wirkung verloren

GLP-1-Agonist

- Lixisenatid, Exenatid, Liraglutid

- Einsatz von Lixisenatid bei Typ-2 Diabetes 1x täglich als subkutane Injektion

- Kombination mit Metformin, Sulfonylharnstoff oder Basisinsulin

- Senkung des HbA1c

- Verdacht, dass Schilddrüsen- und Pankreaskarzinome gefördert werden

- gastrointestinale Beschwerden

Calciumstoffwechsel

Vitamin D

- Rachitisprophylaxe

- Osteoporoseprophylaxe (zusammen mit Ca 1g/d) und Basistherapie Osteoporose

Calcitriol, Alfacalcidiol, Dihydrotachysterol

- Niereninsuffizienz

- Hyperparathyreoidismus

- Hypoparathyreoidismus

Calcitriol

- Leberfunktionsstörungen

Cinacalcet

- senkt Parathormonfreisetzung über GPCR-Calciumsensor (allosterischer Verstärker)

- primärer und sekundärer Hyperparathyreoidismus

Teriparatid

- auf 34 AS verkürztes Parathormon (84 AS)

- bei Osteoporose nach Menopause und Männern mit hohem Frakturrisiko

- UAW: häufig Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Schwindel, Hypotonie

- 1x täglich als subkutane Injektion

Bisphosphonate

- Etidronat, Alendronat

- imitieren Pyrophosphat und werden zusammen mit Ca auf Knochenoberfläche abgelagert

- abgelagerte Substanzen werden von Osteoklasten phagozytiert und schädigen Zellen

- Etidronat und Analoga hemmen Mineralisation und Knochenabbau

- Alendronat und Analoga hemmen insbesondere Knochenabbau

- sind starke Säurn -> Schleimhautschäden (Speiseröhre, Reflux)

- UAW: gastrointestinale Beschwerden, Kiefernekrosen

- Wechselwirkung: Nahrungsmittel inkl. Mineralwasser, Antacida und Ca hemmen Resorption