Empirische Methoden I PuK

Empirische Methoden I PuK Universität Zürich, VL Engesser

Empirische Methoden I PuK Universität Zürich, VL Engesser


P. F.
Diese Lernkarten behandeln empirische Methoden der Statistik auf Universitätsniveau, mit Fokus auf Beobachtungen, Befragungen und Inhaltsanalysen. Sie decken Themen wie Variablen, Stichproben, Hypothesen und Messmethoden ab, sowie Fehlerquellen und Regeln für Fragebögen. Ideal für Studierende, die sich mit empirischen Forschungsmethoden vertraut machen möchten, um fundierte Analysen durchzuführen und zu verstehen.
Flashcards
176
Students
3
Language
German
Category
Statics
Level
University
Created / Updated
05.12.2016 / 12.11.2019

Flashcards

Vorteile der Nicht-Standartisierung

• Anpassung an den Untersuchungsgegenstand möglich

• Grosse „Tiefenschärfe“ (hohe Validität, übertragung auf die Realität)

Nachteile der Nicht-Standrtisierung

• Hohe Analysekompetenz des Forschers erforderlich

• Aufwändige Datenerfassung

• Geringe Vergleichbarkeit der Ergebnisse mit anderen Forschungsergebnissen (geringe Reliabilität) 

Positivismussteit: Kritischer Rationalismus vs. kritische Theorie

  • quantitative Methoden im kritischen Rationalismus, Vertreter Popper, deduktiv, Lösung empirische Probleme 
  • qulitative Methoden in der kritischen Theorie, induktiv, Aufdeckung des Wesens der Gesellschaft

quantitative Methoden

  • Erhebung von hohen Datensätzen mit standartisierten Verfahren
  • Anwendung in bereits erforschtem Gebiet, zur falsifikation oder bestätigung von Hypothesen

qualitative Methoden

  • Nicht standartisiert
  • Es kann auf jeden einzelen Fall eingegangen werden
  • Eher geringere Zahl von Erhebungen, dafür ausführlich und individuell
  • Kommt meist zum Zug, bei wenig erforschter Materie
  • Bildung von Hypothesen, welche dann mit quantitativer Methode genauer betrachtet werden können

Methodische Trangulation

Forschungsproblem wird durch qualitative und quntiative Methoden untersucht und man kommt so auf genauere Resultate

Bsp. Arbeitlosen von Marientahl (Befragung zum Tagesablauf, qualitativ, Beobachtung der Gehpausen quantitativ

Bandura: Lernen am Modell (Inhalt und Aufbau der Studie)

  • Forschungsproblem: Nachahmung von Gewalt in Filmen durch Kinder
  • Theoretische Grundlage: Lernen am Modell
  • Untersuchungsaufbau: 3 verschiedene Stimuli (Reales Model, Zeichentrick Film, Film mit menschlichen Darstellern) Modell männlich oder weiblich, 96 Kindergartenkinder, welche den verschiedenen Stimuli ausgesetzt werden
  • Datenerhebung durch Beobachtung
  • Resultat: Kinder ahmen Gewalt nach, vorallem wenn es eine menschliche Person des gleichen Geschlechts ist und häufiger noch in einer realen Situation, aber auch wenn das Vorbild in einerm Film gezeigt wird

Galtung & Ruge: Nachrichtenwert (Inhalt und Aufbau der Studie) 

  • Forschungsfrage: Wie werden Ereignisse zu Nachrichten
  • Theoretische Grundlage: Wharnehmungspsychologie
  • Untersuchungsform: Vergleich von norwegischen Tageszeitung und 3 spezieifschen Politischen Krisen darin
  • Datenerhebung: qulitative Datenerhebung, Inhaltsanalsye

McCombes & Shaw: Agenda-Setting (Inhalt und Aufbau der Studie)

  • Forschungsprobelm: Wie wirken die Massenmedien auf das poliische Agendasetting? Wirkung der Medien im Wahlkampf
  • Theorethische Grundlage: Abgrenzung vom Persiasionsmodell, Hypothese des Agenda-Settings
  • Untersuchungsform: Chapel Hil im Präsidentschaftswahlkampf 1968
  • Datenerhebungsform: Inhaltsanalyse relevanter Medien und Befragung von entschlossenen Wählern
  • Ergebnis: Die Agenda der Medien stimmt fast völlig überein mit der Agenda der Bevölkerung

Aufzählung von Forschungsmotiven

• Weiterentwicklung der Theorie
• Lösung eines empirischen Problems
• Erfüllung eines Auftrags
• Ausbildung 

Aufzählung von Forschungszielen

• Erkundung (Exploration)
• Beschreibung (Deskription)
• Erklärung (Explanation)
• Bewertung (Evaluation) 

7 Eigenschaften von Theorien

  • Allgemeingültigkeit(→All-Satz)

  • Überprüfbarkeit(→Falsifizierbarkeit)

  • Brauchbarkeit(praktische und theoretische)

  • Widerspruchsfreiheit (innere und äußere)

  • Genauigkeit (→wissenschaftliche Sprache)

  • Einfachheit (→sparsame Sprache)

  • Gültigkeit (→ empirische Belege) 

6 Bestandteile von Theorien

  • Grundannahmen (= Prämissen)

  • Begriffe (= Konzepte)

  • Aussagen über Zusammenhänge (=Hypothesen)

  • Messgrößen (=Variablen)

  • Empirische Belege

  • Normative Aussagen (nicht in allen Theorein enthalten)

3 Funktionen von Theorien

• Beschreibung (=Deskription)
• Erklärung (=Explanation)
• Vorhersage (=Prognose)

Definition des Begriffs Konzept

Ein Begriff oder eine Formulierung, die eine Komplexe Idee umschreibt. Es ist der Grundbaustein jeglicher Überlegungen und Theorien in einer Forschung.

4 Eigenschaften eines Konzepts

• Abstraktheit
• Klarheit
• Operationalisierbarkeit (Messbarmachung)
• Genauigkeit 

Begirff Realdefiniton

Realdefinition ist eine behauptung über die Beschaffenheit eines Sachverhaltes oder eines Objekt. ("wahre Bedeutung")

Begriff Nominaldefiniton

Bestimmung eines Begriffs durch einen anderen Begriffe

Bsp. Schimmel = weisses Pferd

Hier besteht die Gefahr einer sich im Kreis drehenden Definiton

Begriff Operationale Definiton

Audruck einer Methode, mit der ein Begriff erfasst wird.

Bsp. Journalisten sind all jene, die im Branchenverzeichnis stehen

Definiton von Konzeptspezifikation

Die Konzeptspezifikation ist die theoretische und empirische Analyse eines Konzepts. Dabei wird das Konzept zunächst in meist weniger abstrakte Teilaspekte (= Dimensionen) zerlegt. Anschliessend werden konkrete Manifestationen (=Indikatoren) des Konzepts ermittelt, die eine empirische Messung des Konzepts ermöglichen.

6 Phasen der Konzeptspezfikation

  1. Benennung des Konzepts

  2. Literaturrecherche

  3. Untersuchung der empirischen Eigenschaften

  4. Konzeptionelle Definition

  5. Operationale Definition

  6. Datenerhebung 

Konzeptspezifikation am Beispiel Gewalt

Konzept : Gewalt

Dimensionen: gegen Personen/gegen Sachen, intentional/nicht intentional, physisch/psychisch

Indikatoren: Körperverletzung/Sachbeschädigung, Kriminalität/Unfall, Schläge/Beleidigungen

Definiton von Hyphothesen

ist eine in Form einer logischen Aussage formulierte Annahme, deren Gültigkeit man zwar für möglich hält, die aber bisher nicht bewiesen bzw. verifiziert ist

Eine Hypothese ist eine Aussage, von der man aus theoretischen Erwägungen annimmt, dass sie sich in einer empirischen Überprüfung als richtig erweisen wird und im Vergleich zum bisherigen Forschungsstand neue und bessere Erklärungen eines Sachverhalts liefert

3 Funktionen von Hypothesen

  • Bündlung und formulierung von Forschungsvermutungen, damit sie empirisch überprüft werden können
  • Genaue Definiton des Forschungsbereiches (Schutz sich selbst in der Theorie zu verlieren)
  • Werkzeug zur strukturierung und Planung einer Forschung

Begriff Deterministische Hypothese

postuliereneinen zwingenden Zusammenhang zwischen Variablen

(Wenn das, dann immer jenes)

Begriff Probabilistische Hypothese

postulieren einen Zusammenhang zwischen Variablen mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit

(Wenn das, dann wahrscheinlich jenes) sehr häufig in der Sozialwissenschaft, da man über das Verhalten von Menschen keine definitiven aussagen treffen kann

Begriff Individualhypothese

postulieren einen Zusammenhang zwischen Variablen, die sich auf ein Individuum beziehen

Bsp. Je häufiger eine Person das Internet nutzt, desto besser ist sie informiert.

Begriff Kollektivhypothesen

postulieren einen Zusammenhang zwischen Variablen, die sich auf ein Kollektiv(eine Gruppe von Menschen) beziehen

Bsp. Je weiter das Internet in einem Land verbreitet ist, desto grösser ist das politische Wissen der Bevölkerung.

Wenn-Dann-Hypothese 

postulieren einen Zusammenhang zwischen zwei dichotomen (genau zwei ausprägungen) Variablen 

Wenn man viel fern sieht, dann wird man doof.

Je-Desto-Hypothese

postulieren einen Zusammenhang zwischen zwei Variablen, die mindestens ordinal skaliert sind

Je mehr man fern sieht, desto dümmer wird man.

positiver und negativer Zusammenhang von Variablen

  • ein positiver zusammenhang ist eine streng monoton steigende Funktion
    (Je mehr, desto mehr oder Je weniger, desto weniger)
  • ein negativer Zusammenhag ist eine streng monoton sinkende Funktion
    (Je mehr, desto weniger oder Je weniger, desto mehr)

Immer im zusammenhang mit Je-Desto-Hypothesen

Ungerichtete Hypothese

postulieren einen Zusammenhang zwischen Variablen ohne Kausalrichtung. Das heisst man vermutet einen zusammenhang, sagt aber nicht aus in welche Richtung er deutet.

Bsp. Es besteht einen Zusammenhang von Training und sportlicher Leistung. Man sagt aber nicht, das training eine bessere sportliche Leistung hervor bringt.

Gerichtete Hypothese

postuliereneinen Zusammenhang zwischen Variablen mit einer bestimmten Kausalrichtung. Man sagt aus, dass es einen Zusammenhang gibt und in welche Richtung er zeigt.

Bsp. Trainig führt zu einer höheren sportlichen Leistungsfähigkeit

unabhängige Variable

Die erklärende Variable, (die Ursache) welche auf die abhängige Varibale Einfluss nimmt.

abhängige Variable

Die Wirkung, welche durch die unabhängige Variable hervorgerufen wurde

(Oft der zu untersuchende Gegenstand. (Bsp. abhängige Variable: Rassendiskriminierung, unabhängige Variable: Angst um Arbeitsstelle))

Scheinkorrelation

Man siht einen Zusammenhang zwischen zwei Variablen, der jedoch durch eine dritte Intervenierende Variable hervorgerufen wird, die man aber auser aucht lässt.

Bsp. Leute mit grossen Füssen, haben ein höheres Einkommen.
Hier ist die Intervenierende Variable das Geschlecht. Es besteht also nur eine Scheinkorrelation zwischen Einkommen und Grösse der Füsse

Intervenierende Variable

Variable die erklärend ist für eine Scheinkorrelation. Also die Drittvariable die wirkt, aber oft nicht direkt erkannt wird.

3 Eigenschaften von Modellen

  • Abbildung (Grafische Darstellung)

  • Vereinfachung (Kein Anspruch auf Vollständigkeit)

  • Brauchbarkeit (Wofür?) 

Definiton von Operationalisierung

Durch die Operationalisierung wird ein Konzept messbar gemacht. Dazu werden konkrete Manifestationen (=Indikatoren) des Konzepts und seiner Teilaspekte (=Dimensionen) ermittelt und dafür geeignete Messgrössen (=Variablen) erstellt.

Definiton Merkmalsträger

Ein Merkmlasträger ist der Gegenstand oder die Person, welche Variablen/Merkmalsausprägungen aufweist, welche man messen möchte.

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