E-Logistik

Klausurvorbereitung Logistik IT und Warehouse-Management-Systeme

Klausurvorbereitung Logistik IT und Warehouse-Management-Systeme


A. S.
Diese Lernkarten behandeln die Grundlagen und aktuellen Entwicklungen im Bereich der E-Logistik auf Universitätsniveau. Sie konzentrieren sich auf Ware, Lager und Systeme, insbesondere auf Warehouse-Management-Systeme (WMS), deren Funktionen und Integration in die Supply Chain. Die Karteikarten beleuchten auch die Anforderungen an moderne WMS, die Unterstützung von Prozessen wie Warenausgang und die Verwaltung von Gefahrstoffen. Sie richten sich an Studierende und Fachleute, die sich mit der Optimierung logistischer Prozesse und der Nutzung von WMS vertiefen möchten.
Flashcards
64
Students
2
Language
German
Category
Computer Science
Level
University
Created / Updated
15.05.2016 / 14.02.2023

Flashcards

Was ist unter dem Begriff „Cross-Docking“ zu verstehen?

Unter Cross-Docking versteht man die direkte Umlagerung vom Wareneingang zum Warenausgang ohne die Einlagerung der Ware im Lager.

 

Was versteht man unter einem Doppelspiel?

Doppelspiele ermöglichen eine Steigerung der Leistung im Lager. Durch einen kombinierten Ein-/Auslagerungsauftrag an das Regalbediengerät oder den Gabelstapler, bei dem die Ware zuerst eingelagert und anschließend direkt wieder ausgelagert wird, werden unnötige Leerfahrten vermieden.

Was passiert bei einer ABC-Analyse?

Bei der ABC-Analyse wird sichergestellt, dass die ABC-Klassifizierung der Artikel ständig aktuell gehalten wird und die Artikel in den passenden ABC-Zonen des Lagers priorisiert eingelagert werden.

 

Welche Basisfunktionalitäten werden im Bereich der Kommissionierung von allen gängigen WMS unterstützt?

Zu diesen Basisfunktionalitäten zählen die Prinzipien „Person zur Ware“ und „Ware zur Person“ sowie fast alle relevanten Bearbeitungsarten von Kommissionieraufträgen wie die einzonige, mehrzonig serielle und die mehrzonig parallele Kommissionierung.

Welche Kriterien werden von einem WMS bei der Kommissionierung auf ein LHM berücksichtigt?

Neben der exakten Zuordnung von Artikel und Menge je LHM müssen Packregeln (Schweres unten, Leichtes oben) und Zusammenpackverbote berücksichtigt werden. Manche WMS unterstützen auch die Generierung von Packschemata, welche die exakte Positionierung und Ausrichtung jedes einzelnen Packstücks auf der Palette beschreiben.

Beschreiben Sie die Vorteile einer „weichen FIFO-Strategie“ im Vergleich zur strikten FIFO.

Bei der weichen FIFO-Strategie wird eine zeitliche Toleranz zum Einlagerungsdatum berücksichtigt, womit sich eine höhere Flexibilität und eine bessere Wegeoptimierung erzielen lassen. Bei doppelt-/mehrfachtiefen AKL würden außerdem zahlreiche Umlagerungen entfallen.

Was versteht man unter einem zweigeteilten strikten FIFO?

Beim zweigeteilten strikten FIFO wird zwischen vollen Ladungsträgern und Anbrüchen unterschieden. Eine bereits angebrochene Palette, die sich schon länger im Lager befindet, wird bei Anforderung der Menge eines vollen Ladungsträgers trotz striktem FIFO nicht ausgelagert.

Welche Daten benötigt das WMS, um Prozesse im Warenausgang zu unterstützen?

Das WMS benötigt dafür verschiedene Informationen über die Versandeinheit. Zu den wesentlichen Daten gehören die Beladung, das Bruttogewicht und die Kundenauftragsnummer. Manche WMS unterstützen auch Informationen über die Stapelbarkeit von Paletten.

Wo liegt die konventionelle Trennlinie zwischen den Zuständigkeitsbereichen eines WMS und eines TMS?

Die Zuständigkeit eines WMS hört in vielen Fällen mit der Bereitstellung der Ware im Warenausgang auf. Die Funktionalität für daran anschließende Prozesse fällt in den Bereich eines TMS oder wird direkt vom Spediteur übernommen.

Warum ist die Rückverfolgbarkeit von Chargennummern wichtig?

Die Rückverfolgbarkeit von Chargen muss stets gewährleistet werden, um im Falle eines geforderten Rückrufs der Ware ohne Verzögerung die gesamte Charge ausfindig machen zu können.

Ein solcher Rücklauf erfolgt zum Beispiel dann, wenn eine Charge ein fehlerhaftes Produkt (abgelaufen, ungenießbar, defekt oder verseucht) enthält und die Möglichkeit besteht, dass weitere Produkte der gleichen Charge ebenfalls betroffen sein könnten.

In welchen Branchen gilt die Leergutverwaltung als unverzichtbarer Bestandteil eines WMS?

Die Leergutverwaltung ist in all jenen Betrieben elementar notwendig, deren Produktion entweder den Rücklauf bestimmter Transportmittel oder Behälter – sei es aus technischen oder gesetzlichen Gründen – voraussetzt (zum Beispiel die Getränkebranche mit Pfandware) oder zur Auslieferung

der Produkte auf Ladehilfsmittel angewiesen ist, die nicht in beliebiger Anzahl vorhanden sind (z.B. Automobilzulieferer, deren Ladehilfsmittel den Produkten entsprechend hergestellt werden und somit in der Herstellung sehr teuer sind).

Wie verbuchen die meisten WMS eingehende Retouren und wo besteht ggf. Nachbesserungsbedarf?

In den meisten Fällen wickelt ein WMS Retouren als „normale“ Anlieferungen ab. Verbesserungsbedarf besteht im Bereich der Retourenprognose, da diese eine wichtige Grundlage für die Verfügbarkeitsprognose eines Artikels, die Personaleinsatzplanung im Retourenbereich oder die Wareneingangskontrolle bzw. Qualitätssicherung darstellt.

Was versteht man unter Transportmittelsteuerung?

Die Transportmittelsteuerung berücksichtigt bei der Auftragsvergabe die Leistungsdaten des jeweiligen Transportmittels (z.B. maximale Beladung, Einsatzbereich etc.) und erteilt dem Transportmittel nur den Auftrag, den es zu erbringen vermag. Gleichzeitig optimiert die Transportmittelsteuerung die zurückzulegende Strecke und sorgt dafür, dass Aufträge vom beauftragten Transportmittel effizient und schnellstmöglich abgearbeitet werden können.

Was leisten Dock- und Yardmanagement und warum sind sie nur selten gefragte Zusatzfunktionen?

Während das Dockmanagement die Zuordnung der LKW zu bestimmten Docks oder Rampen verwaltet, organisiert das Yardmanagement die Verteilung ein- und/oder ausgehender Ware auf die vorhandenen Stellplätze auf dem „Hof“. Da dieses „Parken“ der Ware besonders bei großen Unternehmen schnell unübersichtlich werden kann, kommen derartige Funktionalitäten bevorzugt hier zum Einsatz. Bei kleineren Unternehmen ist die manuelle Zuweisung zumeist ohne Probleme möglich – der Einsatz einer teuren Automatisierung ist somit nicht erforderlich.

Welche zwei Bereiche der Ressourcenplanung gibt es und warum ist eine solche Zusatzfunktion trotz großen Bedarfs nur in einigen WMS vorhanden?

Man unterscheidet zwischen mitarbeiter- und transportmittelbezogener Ressourcenplanung. Das (relativ) seltene Vorhandensein solcher Funktionalitäten ist in der Komplexität der Ressourcenplanung begründet. Da die Ressourcenplanung mit „what if“-Szenarien arbeitet, muss sie ein Vielfaches der letztlich erfolgenden Materialbewegung berechnen und unter Einsatz verschiedener Variablen das Optimum herausfinden.

Welcher Aspekt lässt ein doppelt- oder mehrfachtiefes Lager effizient arbeiten und wie definiert das WMS ein Automatiklager für die eigenen Prozesse?

Ein doppelt- oder mehrfachtiefes Lager ist effizient, sobald das LVS des Lagertechnik-Anbieters durch ständige Umlagerung direkten oder wenigstens schnellstmöglichen Zugriff auf die nachgefragte Ware gewährt. Der genaue Artikelstandort ist nur im LVS zur schnellen Bereitstellung hinterlegt und wird vom WMS in der Regel nicht abgefragt. Das Automatiklager ist aus Sicht des WMS ein Lagerplatz ohne kapazitive Begrenzungen mit einer definierten Bereitstellungsdauer.

Was versteht man unter dem Begriff „Value-added-Services“ und welche drei Typen sind zu differenzieren?

Unter „Value-added-Services“ versteht man wertschöpfende Dienstleistungen, die innerhalb eines Lagers erfolgen. Durch die Bearbeitung der Ware wird im Lager eine zusätzliche Dienstleistung erbracht, die dem Kunden (neben der logistischen Leistung) in Rechnung gestellt wird. Zu unterscheiden sind die drei Service-Typen Etikettierung, Umpacken und Montage, deren Umfang vom Aufdruck des Preises bis hin zur Montage größerer Gerätschaften betragen kann.

Welche Möglichkeiten der Gefahrstoffverwaltung sind momentan verfügbar?

Da die meisten WMS keine ausreichende funktionale Unterstützung für echte Gefahrstofflager bieten, werden Gefahrstoffe derzeit meistens manuell verwaltet oder in separaten Lagern bzw. Lagerbereichen untergebracht, die vom WMS als eigenständige Lagerplätze ohne kapazitive Beschränkungen definiert werden.

Inwiefern gibt es aktuell eine Zoll-Unterstützung bei WMS-Systemen?

Aktuell bietet nur eine geringe Anzahl WMS-Anbieter eine umfangreiche Zoll-Unterstützung mit Berücksichtigung der verschiedenen Zolllager-Typen, Veredelungsverfahren und Schnittstellen zu staatlichen Zoll-Systemen.

Die meisten bieten lediglich eine Schnittstelle zu Zoll-Systemen wie z.B. Atlas.

Welche Veränderungen der Funktionen der WMS traten in den letzten Jahren auf?

In den vergangen Jahren wurden bei den Kernfunktionen neben den Prozessen der Auftragsbearbeitung und des Informationssystems zusätzliche Funktionalitäten im Bereich Inventur ergänzt, welche sich aber auf die Grundfunktionen beschränken. Vom Warenein- bis Warenausgang werden somit nahezu alle Prozesse unterstützt. Besonders die Bereiche Warenausgang und Lagersteuerung wurden merklich ausgebaut.

In Bezug auf die Zusatzfunktionen der WMS stellt man fest, dass sich hier der Umfang in den Bereichen Unterstützung und Verwaltung von Transportmitteln, Value-added-Services und der Ressourcenplanung vergrößert hat. Ebenfalls sind Materialflusssteuerung und Staplerleitsysteme von größerem Interesse als noch vor ein paar Jahren.

Welche Potenziale bestehen im Hinblick auf die Weiterentwicklungen der WMS?

Die Potenziale lassen sich in Kern- und Zusatzfunktionen unterteilen, wobei die größten Potenziale für Weiterentwicklungen der verschiedenen WMS bei den Zusatzfunktionen liegen. Im Vergleich zu den Kernfunktionen, wo vor allem Inventur, Bestandsführung und Lagersteuerung als wichtig für die Zukunft erachtet werden, bieten bei den Zusatzfunktionen Bereiche wie Ressourcenplanung, Materialflusssteuerung und Gefahrstoffverwaltung die meisten Möglichkeiten für Weiterentwicklungen. So gibt es auf Anwenderseite einen erhöhten Bedarf, was die Erweiterung des Funktionsumfangs und die Integration verschiedener, teilweise neuer Funktionsbereiche ins WMS betrifft. Für Anbieter besteht somit die Möglichkeit, sich durch die Umsetzung der Anwender-Anforderungen vom Wettbewerb zu differenzieren.

Auf welchem Stand befinden sich die WMS hinsichtlich ihrer Entwicklung?

Nahezu die gesamte Bandbreite der Prozesse wird mittlerweile von aktuellen WMS unterstützt. Bis auf wenige Ausnahmen, die eine individuelle Anpassung erfordern, können die meisten gewöhnlichen Aufgabenstellungen problemlos umgesetzt werden. Aus den Anforderungen der Anwender entstehen zudem immer neue Möglichkeiten für zukünftige Weiterentwicklungen. So ist es wenig verwunderlich, dass viele WMS-Anbieter einen großen Teil ihres Umsatzes in die Weiterentwicklung ihrer WMS reinvestieren.

Welche generellen Trends gibt es auf dem WMS-Markt?

Aufgrund der technologischen Entwicklung und steigender Kundenbedürfnisse sind viele WMS-Anbieter dazu gezwungen, alte Systeme durch neue zu ersetzen. Diese neuen Systeme sollen technologisch auf dem neuesten Stand, unabhängig und zudem flexibel sein. Neben den neuen Systemen werden allerdings die bestehenden Systeme noch durch entsprechende Service- und Support-Verträge unterstützt. Auf Anwenderseite erkennt man ebenfalls die Notwendigkeit für eine Ablösung der alten Systeme durch neuere WMS. In den Unternehmen mangelt es häufig am erforderlichen Know-how für den weiteren Einsatz, verursacht durch personelle Veränderungen. Zudem stoßen viele Systeme schlichtweg an ihre Grenzen und können nicht weiterentwickelt oder auf den aktuellen Standard angepasst werden. Ein anderer Trend geht in Richtung des Funktionsumfangs der WMS. So bilden sich immer mehr Suite-Anbieter, die durch verschiedene

Anbindungen und Schnittstellen ihre WMS deutlich verbessern können.

Auf diese Entwicklung reagieren die „puren“ WMS-Anbieter mit einer Verfeinerung ihres Funktionsumfangs, um damit für Anwendergruppen mit speziellen Funktionsanforderungen attraktiver zu werden. Eine andere Möglichkeit stellt die Integration von WMS-Modulen eines Suite-Anbieters in das Portfolio eines „puren“ WMS-Anbieters dar. Hierbei kann der „pure“ WMS-Anbieter bei Ausschreibungen beide Lösungen anbieten und im Bedarfsfall als Integrator der Suite-Lösung fungieren.

Welche Veränderungen traten im Vergleich zu den Vorjahren bei den Entwicklungsschwerpunkten auf? Welche Schwerpunkte werden zukünftig erwartet?

Generell ist festzustellen, dass sich die Entwicklungsschwerpunkte im Vergleich zu den Vorjahren nicht wesentlich geändert haben. Was sich aber sehr wohl geändert hat, ist die Priorisierung der einzelnen Schwerpunkte. Die RFID-Technologie hat an Stellenwert verloren und dafür haben andere Schwerpunkte zugenommen, wie die Unterstützung der gesamten Supply Chain und die Integration der WMS in ERP-Systeme. Lager-Visualisierung und Leitstandsfunktionalität sind ebenfalls zwei Bereiche, die aktuell Spitzenthemen in der Branche sind.  Andere Entwicklungsschwerpunkte, die vor einigen Jahren noch hohe Priorität besaßen, konnten mittlerweile umgesetzt werden. Bemerkenswert ist die Meinung der Unternehmen bzgl. Standardisierung bzw. Individualisierung. So planten die meisten Unternehmen 2008 noch damit, ihre Software standardisieren zu wollen, um Kosten zu sparen. 2010 hingegen geht der Trend hin zur individualisierten, maßgeschneiderten Kundenlösung. Im Bereich ASP hat sich der Stellenwert im Vergleich zu den Vorjahren nicht verändert, jedoch wird hier für die kommenden Jahre auf eine Etablierung am Markt und eine höhere Kundennachfrage gesetzt. Ebenso geht man davon aus, dass viele Dienste in Zukunft als „Cloud“-basierte Lösung angeboten werden.

Study