Einführung Geriatrie
zur Vorlesung vo m 03.05.2016
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Lernkarten
" ... " =
- Weltweit werden die Menschen immer älter.
- Diese Entwicklung ist nicht nur auf den Westen begrenzt.
demographischer Tsunami
Definition Altern
ist ein allgemeiner, mehrdimensionaler, progredienter, irreversibler(?), zeitabhängiger, multifaktoriell bedingter Prozess
Alterstheorien (2)
- Altern als Folge nicht gesteuerter, stochastischer Schädigung über die Zeit?
- Altern als genetisch determinierter Prozess?
Definition Progerie
Der Begriff Progerie beschreibt genetisch bedingte Erkrankungen, die zum vorzeitigen Altern von Geweben oder Organsystemen führt (sog. Vergreisung).
Synonyme: Progeria, Frühvergreisung
Werner-Syndrom
- zählt zu den Progerie-Syndromen
- Schaden der DNA-Helicase sorgen für eine Progerie mit altersassoziierten Symptomen bereits im Kindersalter
Hutchinson-Gilford-Syndrom
- zählt zu den Progerie-Syndromen
- Schaden im Lamin-A-Gen sorgen für eine Progerie mit altersassoziierten Symptomen bereits im Kindersalter
Alterns vs. Langliebigkeit
Altern
- als ein stochastisch beeinflusster Prozess.
- Schädigungen treten zufällig auf.
Langlebigkeit
- Prozess, der eine genetische Basis hat.
- Reparaturmechanismen sind genetisch gesteuert und führen zur Langlebigkeit.
Thermodynamik: Zusammenhang zwischen Alter und Entropie
Eine Zunahme der Entropie (Unordnung) begünstigt Fehlfunktionen und eine vermehrte Akkumulation von Fehlfunktionen bedeutet den Tod!
Irgendwann können die Reparaturmechanismen die Schädigungen nicht weiter auffangen und es kommt zum Tod
Telomertheorie
- Mit jeder Zellteilung verkürzen sich die Telomere (Chromosomenenden).
- Durch die Verkürzung der Telomere ist die Anzahl der Zellteilungen begrenzt.
- Die Anzahl der Zellteilungen ist dabei spezifische für die jeweilige Zellart
- Immortailität von Stammzellen und Tumorzellen durch das Enzym Telomerase
Klausur: Zentrale Eigenschaft des Alters
reduzierte Adaptationsfähigkeit
Ursache der reduzierten Adaptationsfähigkeit sind (2)
Abnahme von
- Organkapazität und
- Organreserve
Ohne Alterung wäre die Wahrscheinlichkeit zu sterben
Folgen der verminderten Adaptationsfähigkeit
in Bezug auf Erkrankungen (2)
- erhöhte Anfälligkeit gegenüber Erkrankungen
- erhöhte Warscheinlichkeit für Multimorbidität
Folgen der verminderten Adaptationsfähigkeit
in Bezug auf Funktion (1)
- erhöhte Anfälligkeit gegenüber Funktionseinbußen
Folgen der verminderten Adaptationsfähigkeit
in Bezug auf die Mortalität
- In welchem Alter ist die Mortalität am geringsten?
- Wie verhält sich die Mortalität mit zunehmenden Altern?
- erhöhte Wahrscheinlichkeit zu sterben
- geringste Mortalität mit 12 Jahren
- Durch den Alterungsprozess steigt die Mortalität mit zunehmendem Alter an, nach dem 80. Lebensjahr flacht der jährliche Mortalitätsanstieg jedoch ab.
Folgen der verminderten Adaptationsfähigkeit
Folgen der verninderten Organreserve (2)
Ältere Menschen zeigen schneller Symptome.
- schnellere Dekompensation, aber auch
- schnellere Rekompensation
Definition Dekompensation
auch: Entgleisung
Der Begriff Dekompensation bezeichnet in der Medizin das Versagen der körpereigenen Gegenregulations- und Reparaturvorgänge im Verlauf einer Erkrankung. Eine Dekompensation tritt ein, wenn der Körper die durch eine Erkrankung entstandenen Defekte nicht mehr ausgleichen kann.
Folgen der verminderten Adaptationsfähigkeit
in Bezug auf die Rekonvaleszenz (1)
- verlängerte Rekonvaleszenz = Dauer der Wiederherstellung der Gesundheit nach Krankheit
Folgen der verminderten Adaptationsfähigkeit
in Bezug auf medizinisches Handeln (1)
- erhöhte Anfälligkeit gegenüber iatrogenen Schäden
Folgen der verminderten Adaptationsfähigkeit
in Bezug auf Reisreaktion (1)
- verzögerte Reaktion auf externe Reize
geriatrische Abwährtspriale
Die Geriatrische Abwärtsspirale ist sehr gefürchtet, da sie zu einem Verlust der Selbstständigkeit und damit der Lebensqualität führt.
- Man kann an jedem Punkt der Spirale einsteigen.
- Der ADL-Score ist ein Verfahren zur Messung der Alltagskompetenz (Activities of Daily Living) von Patienten, die an degenerativen Erkrankungen wie Alzheimer, Parkinson oder Multiple Sklerose leiden. Er wird auch zur Bewertung der Pflegebedürftigkeit in der Geriatrie herangezogen.
weitere Merkmale des Alters
in Bezug auf die Gewebezusammensetzung
veränderte Gewebezusammensetzung
- Abnahme des Körperwassergehalts
- Zunahme des Körperfettanteils
weitere Merkmale des Alters
in Bezug auf das einzelne Induviduen gegenüber mehreren Individuen
Zunahme der Heterogenität zwischen den Individuen gleichen Alters
Wann beginnt Alter laut der WHO?
wichtigster Risikofaktor für viele Erkrankungen
Alter
Es ist abhängig von ..., ob ein Phänomen als Folge einer Krankheit oder als Folge des Alters eingestuft wird.
der Untersuchungsmethode
Eine Abnahme der Herzfunktion ... zum physiologischen Alterns bis zur ... Dekade.
plötzlicher Funktionsverlust
idR Folge einer Erkrankung
Abnahme der Funktionsreserve
idR bei Symptomlosigkeit Folge des Alters
Ursachen neu auftretender Beschwerden im Alter (4)
- Krankheit
- normaler Alterungsprozess
- psychosoziale Faktoren
- iatrogene Faktoren
Krankheit im höheren Alter (4)
- unspezifische Präsentation
- meist multikausal
- beeinträchtigen die Alltagsfähigkeiten
- führt eher zur Dekompensation
Man sollte bei geriatrischen Patienten nicht die Lokalisation der Symptome mit dem wahren Ort des Schadens gleichsetzen, denn
bei der unspezifischen Krankheitspräsentation reagiert unabhängig von der auslösenden Ursache das vulnerabelste Organsystem zuerst.
vulnerable Organsysteme und deren klinisches Bild (3)
- ZNS: Verwirrtheit
- muskuloskelettales System: Sturz, Immobilität
- Harntrakt: Inkontinenz
Synonym Altersforschung
Gerontologie
Definition Gerontologie
Wissenschaft, die sich mit Alterungsvorgängen in all ihren Aspekten befasst, darunter psychische, soziale, wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche.
Synonym Altersmedizin
Geriatrie
Definition Geriatrie
Griechisch: Geron (alt) und Iatros (Arzt)
Teilgebiet der Medizin, das sich mit körperlichen, psychischen, funktionellen und sozialen Problemen beschäftigt.
Der geriatrische Patient (3)
- Gebrechlichkeit
- Multimorbidität
- höheres Lebensalter
Hohes Lebensalter allein ist kein Kriterium, für eine Aufnahme auf eine geriatrische Station.
Vorrang hat die geriatrische Multimorbidität.
Anamnese bei geriatrischen Patienten (6)
- aktuelle Anamnese (z.B. Sturzhergang)
- soziale Anamnese („Wer kocht für Sie?)
- Medikamenten-Anamnese
- Fremdanamnese
- Fragen nach funktionellen Aspekten / Alltagsbewältigung / sozialer Struktur / Patientenverfügung / Bevollmächtigter
- Fragen nach geriatrischen Problemen: Stürze, Inkontinenz, Ernährung, geriatrische „i“ etc.