wichtigste Strukturformeln
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Cartes-fiches
Amorolfin
Morpholin-Antimykotikum
• lokale Applikation (z.B. als Nagellack, in Aceton gelöst)
• wirksam bei Dermatophyten, Hefen und biphasischen Pilzen
• nicht generell bei Schimmelpilzen
• synergistische Wirkung durch Angriff an der Δ14-Reduktase und
der Δ8-Δ7-Isomerase
• protoniertes Amorolfin imitiert kationische Zwischenstufen bei der Ergosterol-Synthese
Caspofungin
Echinocandin-Antimykotikum
• zyklische, halbsynthetische Heptapeptide (Lipopeptide)
• aus Aspergillus-Arten
• bei Candida-Infektionen
• Wirkungsmechanismus: Hemmung des 1,3--D-Glucansynthase-Komplexes
→ Pilze verarmen an Glucanen, die für Zellwand (Chitin) essentiell sind
• Applikation: nur i.v.! (keine Aufnahme aus GIT)
• extreme hohe Plasmaproteinbindung!
Cyclopirox
Antimykotikum
• Applikation: lokal! Dringt gut in Hautschichten und Nägel ein
• Chelatiert mehrwertige Metallionen (z.B. in Peroxidasen und Katalase)
• Wirkmechanismus: unklar! A) Änderung des Membrantransports in Pilzen und
damit gestörte Aufnahme essentieller Substrate B) Anstieg an reaktiven
Sauerstoffspezies durch Peroxidase/Katalase-Hemmung.
Griseofulvin
Antimykotikum: Mykotoxin
- sehr schlecht wasserlöslich, wird in mikronisierter Form eingesetzt
- wirkt fungistatisch
- Wirkmechanismus: Destruktion der Mitosespindeln während der
Zellteilung, Hemmung der RNA- und Proteinbiosynthese
- lagert sich in keratogene Zellschichten von Haut, Nagelbett und
Haarwurzel ein (gut geeignet bei tiefliegenden Deramtomykosen)
- aus heutiger Sicht: OBSOLET
Flucytosin
Antimykotikum: Antimetabolit
• Appl.: parenteral, peroral und topisch
• Ind: Candida-Infektionen
• Hefe und Pilze nehmen 5-FC über die Cytosin-Permease auf, desaminieren 5-FC
mittels Cytosin-Desaminase zu 5-FU, und bauen in DNA und RNAs ein:
→ Hemmung der ribosomalen Proteinbiosynthese
• Mensch: sehr geringe Biotransformation des 5-FC zu 5-FU
Benzylpenicillin
Beta-Lactam-Antibiotika
• erstes breit angewandtes Penicillin
• hptsl. gegen grampositive Bakterien
• säurelabil
• Beta-Lactamasen-instabil
• enges Wirkspektrum (v.a. grampositiv)
• geringe Bioverfügbarkeit, kurze HWZ (30-40 min)
⇒ nicht oral verabreichbar, hohe Dosierung und häufige (mehrmals tgl.)
parenterale Applikation (meist als Infusion)
Oxacillin
Antibiotikum: Isoxazol-substituierte Penicilline
• Stabil gegen Staphyllokokken-Beta-Lactamasen, nicht aber gegen Typ V Beta-Lactamasen => sind auch bei MRSA Reserveantibiotikum, durch Isoxazol-Funktion sterische Hinderung der Beta-Lactamasen, Wirkungsintensität ist dadurch jedoch 10-100 fach geringer
• Einsatz nur bei Benzylpenicillin-resistenten Staphylokokken
• parenteral und oral!
Fosfomycin
Epoxid-Antibiotikum
i.d.R. nicht peroral verfügbar, aber mit Gegenion möglich, Selektivität gegeben, weil der Mensch es nicht aufnimmt
• eigentlich Reserveantibiotikum
• Hemmt die Biosynthese von N-Acetylmuraminsäure aus UDP-N-Acetylglucosamin und
Phosphoenolpyruvat und stellt somit einen Antimetaboliten des Phosphoenolpyruvats dar.
• Hemmt die Pyruvyltransferase irreversibel!
• Parenterale Applikation wegen schlechter Resorption, aber aktiver Transport in Mikroorganismus.
Bacitracin
Polypeptid-Antibiotikum
Wirkungsmechanismus:
• Hemmung der Membranverankerung der polaren
Mono- und Disaccharid-Peptid-Einheiten.
• Störung der Mureinbiosynthese
• Bacitracin hemmt die Pyrophosphatase, die am
Undecaprenyl-Pyrophosphat ein Phosphat abspaltet
• Damit kann der Undecaprenyl-rest nicht an
Peptidoglykan binden
Struktur
• Cyklische Struktur besteht aus sieben Aminosäuren:
• Lysin als trifunktionelle AS!
• Thiazolin-Ring: aus Cys und Ile
Nur topisch, da nephrotoxisch!
Vancomycin
Glykopeptid-Antibiotikum
Aminosäuren sind peptidartig verknüpft, Tyrosin-Reste, die auch miteinander verknüpft sind, sind sterisch fixiert
orale Gabe möglich, aber es erfolgt keine systemische Wirkung, da keine Resorption erfolgt => nur topische Wirkung im MD-Trakt
Binden Peptidketten, die im aminoterminalen Ende
mit D-Ala-D-Ala enden (auch Penicilline):
Hemmung von Transglykolasen und Transpeptidasen
durch Bindung des Substrats!
Gramicidin A
Peptid-Antibiotikum
• heteromeres Pentadeka-Peptid (15 Aminosäuren)
• oft in Augentropfen, in hohen Dosen nephrotoxisch
• alternierende D- / L-AS
• aliphatische AS oder Trp: lipophil
• aminoterminal: N-formyliert
• carboxyterminal: Hydroxyethyl-amid
• Ionenkanalbildner in bakteriellen Membran durch Kopf-Kopf-Helix über Formyl-Gruppen => Na strömt ein, K strömt aus
Cotrimoxazol
Antibiotikum
Kombination von Sulfamethoxazol mit Trimethoprim (beide Folsäure-Synthese-Hemmstoffe), einzeln bakteriostatisch, zusammen bakterizid
Cotrimoxazol: Sulfamethoxazol + Trimethoprim, 5:1.
• Effekt: erhöhte Wirkung, erweitertes Wirkspektrum, verzögerte Resistenzentwicklung
• Beide WS haben ähnliche pharmakokinet. Eigenschaften (Absorption, HWZ, Proteinbindung,
Eliminationswege)
• Empfindlichkeit gegenüber Erreger primär von Trimethoprim anhängig
• (Häufige) Resistenzen durch Mutationen der Targets.
Trimethoprim
Antibiotikum: Folsäuresynthese-Hemmer
hemmt Dihydrofolat-Reduktase
→ Defizit an C1-Einheiten für die Biosynthese von Purinen und Thymidin (Zellteilung),
die von der THF übertragen werden.
• hohe Selektivität für bakterielles Enzym (im Gegensatz zu Methotrexat)
• bei pH 7,2: amphiphiles Kation.
• HWZ: 8-11 h
• viele Resistenzen
Levofloxacin
Fluorchinolon-Antibiotikum
2. Generation: Levofloxacin (= (S)-Ofloxacin) ist Eutomer und 100-fach wirksamer als Distomer
Einführung eines Fluorsubst. Lipophilie erhöht, Gewebegängigkeit verbessert
CAVE:
• Komplexbildner mit mehrwertigen Kationen: nicht zusammen mit Mg- oder
Al-haltigen Antazida, sonst verminderte Resorption! Nicht mit Milch, Quark und Joghurt einnehmen! Da hier viel Ca etc vorhanden ist und Komplexe gebildet werden => schwerer löslich, wenig bioaktiv, schlechtere Bindung an Mg, gilt auch für Tetracycline
• Störung der Knorpelbildung: nicht bei Kindern vor Abschluss der Wachstumsphase
Moxifloxacin
Fluorchinolon-Antibiotikum
3. Generation:
Moxifloxacin: sehr breites Wirkspektrum, insb. für atypische Keime., auch bei anaeroben!
CAVE:
• Komplexbildner mit mehrwertigen Kationen: nicht zusammen mit Mg- oder
Al-haltigen Antazida, sonst verminderte Resorption! Nicht mit Milch, Quark und Joghurt einnehmen! Da hier viel Ca etc vorhanden ist und Komplexe gebildet werden => schwerer löslich, wenig bioaktiv, schlechtere Bindung an Mg, gilt auch für Tetracycline
• Störung der Knorpelbildung: nicht bei Kindern vor Abschluss der Wachstumsphase
Ciprofloxacin
Fluorchinolon-Antibiotikum
2. Generation: Levofloxacin (= (S)-Ofloxacin) ist Eutomer und 100-fach wirksamer als Distomer
Einführung eines Fluorsubst. Lipophilie erhöht, Gewebegängigkeit verbessert
CAVE:
• Komplexbildner mit mehrwertigen Kationen: nicht zusammen mit Mg- oder
Al-haltigen Antazida, sonst verminderte Resorption! Nicht mit Milch, Quark und Joghurt einnehmen! Da hier viel Ca etc vorhanden ist und Komplexe gebildet werden => schwerer löslich, wenig bioaktiv, schlechtere Bindung an Mg, gilt auch für Tetracycline
• Störung der Knorpelbildung: nicht bei Kindern vor Abschluss der Wachstumsphase
Nitrofurantoin
Antibiotikum: 5-Nitrofuran-Derivat
Wirkungsmechanismus:
In Bakterienzelle: Umwandlung zu hochaktiven Metaboliten durch spezielle Nitroreduktasen → kovalente Bindung an DNA → Störung der DNA-Funktion von obligaten Anaerobiern.
Reduktion der Nitrogruppe:
• Über Nitroradikal, Nitrosogruppe und Hydroxylamin zum Amin. Zwischenprodukte sind mutagen (Ames-Test).
• In menschlichen Zellen jedoch insgesamt nur geringe Aktivität der Nitroreduktasen.
• Bakterizid!
• Reserveantibiotikum bei Harnwegsinfektionen (schlecht löslich)
• schlecht verträglich.
• Gute Resorption und vollständige renale Elimination: 83% tubuläre Sekretion=> Wirkkonz. wird nur in ableitenden Harnwegen erreicht.
• Schwache Säure: Saurer Harn => starke Rückresorption in distalen Nephronabschnitten.
• Alkalisierung erhöht Konz. im Urin, aber Verlust an Wirksamkeit.
• In der Leber: 50% Metabolisierung und renale Ausscheidung => gelbbrauner Urin
• HWZ: 20-35 min
Metronidazol
Antibiotikum: 5-Nitroimidazol-Derivat
Wirkungsmechanismus:
In Bakterienzelle: Umwandlung zu hochaktiven Metaboliten durch spezielle
Nitroreduktasen → kovalente Bindung an DNA → Störung der DNA-Funktion von obligaten Anaerobiern.
Reduktion der Nitrogruppe:
• Über Nitroradikal, Nitrosogruppe und Hydroxylamin zum Amin. Zwischenprodukte sind mutagen (Ames-Test).
• In menschlichen Zellen jedoch insgesamt nur geringe Aktivität der Nitroreduktasen.
• Bakterizid!
• Wird zu Acetamid und N-(2-Hydroxyethyl)-oxamidsäure reduziert.
- • Wirkt zusätzlich entzündungshemmend und immunsuppressiv.
• Gute Gewebepenetration, ZNS-gängig
• HWZ: 6-10 Std.