wichtigste Strukturformeln

wichtigste Strukturformeln

wichtigste Strukturformeln


N. K.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über die wichtigsten Strukturformeln und Wirkmechanismen von Medikamenten, die im universitären Chemieunterricht behandelt werden. Sie konzentrieren sich auf die Wirkungen, Halbwertszeiten und Indikationen von Parasympatholytika, Spasmolytika, Antidementiva und Sympathomimetika, wobei auch Derivate und Rezeptorbindungen detailliert erklärt werden. Medizinstudenten und Pharmazeuten profitieren von dieser Sammlung, da sie die Struktur-Wirkungs-Beziehungen und Anwendungsgebiete der verschiedenen Wirkstoffe verständlich darstellt.
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Allemand
Catégorie
Chimie
Niveau
Université
Créé / Mis à jour
13.07.2016 / 01.10.2017

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Procain

Lokalanästhetikum

Proxymetacin

Lokalanästhetikum

in der Augenheilkunde angewandt

Oxybuprocain

Lokalanästhetikum

in der Augenheilkunde angewandt

Tetracain

Lokalanästhetikum

Procainamid

Lokalanästhetikum

• schwach lokalanästhetisch wirksam
• Antiarrhythmikum

Lidocain

Lokalanästhetikum

Bupivacain

Lokalanästhetikum

zyklische Etidocain-Derivate

Etidocain

Lokalanästhetikum

Ropivacain

Lokalanästhetikum

zyklische Etidocain-Derivate

Benzocain

Lokalanästhetikum

geringe Wasserlöslichkeit, nur topisch im Mund und Rachenraum

Polidocanol

Oberflächenanästhetikum

Distickstoff-Monoxid

Anästhetikum

Lachgas

• aufgrund der hohen Mesomerie: sehr stabil! (nicht brennbar)
• in verflüssigter Form
• geringe Löslichkeit im Blut
• hohe An- und Abflutungsgeschwindigkeit
• hemmt den NMDA-Rezeptor
• gute analgetische Komponente
• nicht muskelrelaxierend
• schwach narkotisierend
• keine Metabolisierung (wird abgeatmet)
• geringste Toxizität

Enfluran

Anästhetikum

Isofluran

Anästhetikum

Desfluran

Anästhetikum

Sevofluran

Anästhetikum

Halothan

Anästhetikum

Thiopental

Anästhetikum: Barbiturat

• bei Kurzzeitnarkosen, Wirkeintritt 5-8 min
• Thiopental: S-Enantiomer wirksamer als R-Enantiomer; angewandt wird Racemat
• Metabolisierung: N-Demethylierung von Methohexital (rasch, HWZ 1-2 h)),
Austausch des Schwefels bei Thiopental (rel. langsam, HWZ 6 h)
• atemdepressiv, negativ inotrop.

Midazolam

Hypnotikum, Benzodiazepin

• gute Steuerbarkeit
• Narkoseeinleitung und -Aufrechterhaltung
• VT: zur Unterbrechung der Narkose kann Flumazenil (Antagonist) gegeben werden
• Im Sauren: ringgeöffnetes, gut wasserlöslichen Kation (Injektionslösung)
• Im Neutralen (Blut): ringgeschlossene, lipophile Form (Penetriert leicht ins ZNS)

Etomidat

Ultrakurznarkotikum
• R-Enantiomer wird angewandt (S-Form unwirksam)
• schnelle Metabolisierung (Esterhydrolyse)
• Verteilungsvolumen: 41 l / kg
• schlecht wasserlöslich (Emulsion)
• Wirkungseintritt: ~1 min
• Wirkungsdauer: ~5 min

Propofol

Narkotikum

Missbrauchsgefahr

• Einleitung und Aufrechterhaltung der Narkose
• vermutliche Bindungsstelle am GABAA-Rezeptor ist die β-UE
• wasserunlöslich: Injektion einer O/W-Emulsion
• hohe Plasmaporteinbindung
• Wirkungseintritt: ~1 min
• Wirkungsdauer: 5–10 min (geschlechtsabhängig: Männer etwa doppelt so lang wie Frauen)
• Toxizität: Überdosierung/zu schnelle Injektion: Atemlähmung, Herzstillstand

4-Hydroxybuttersäure

Narkotikum

• bei Kaiserschnittgeburten
• missbräuchlich: K.O.-Tropfen (Liquid Ectasy)

Ketamin

Anästhetikum

• NMDA-Rezeptorantagonismus
• mit Tilidin verwandt
• stark analgetisch
• S-Enantiomer ist Eutomer mit kürzerer Aufwachzeit (Esketamin)
• Wirkungseintritt: ~1 min
• Wirkungsdauer: 10–15 min

Dopamin

Neurotransmitter, biogenes Amin, Catecholamin

- aus L-Tyrosin

fast immer C2-Kette bis NH2 bei allen biogenen Aminen

• peripher (Blutdruck und Niere) und zentral (Neurotransmitter) wirksam
• Mangel an Dopaminwirkung (verminderte Anzahl an funktionstüchtigen dopaminergen Neurone) führt zu Morbus Parkinson (Rigor und Tremor)
• Steuerung der Motorik und Milchproduktion
• Bindung an 5GPCR: D1- (Parkinson), D5-Gruppe (Gs, stimulatorisch) und D2-(Psychosen), D3-, D4-Gruppe (G0, inhibitorisch)
• Zuordnung zu physiologischen und pharmakologischen Wirkungen sind noch unklar

Noradrenalin

Neurotransmitter des Sympathikus und ZNS und Hormon, biogenes Amin, Catecholamin

- aus L-Tyrosin

fast immer C2-Kette bis NH2 bei allen biogenen Aminen

- In sympathischen Nervenendigungen gespeichert und bei neuronaler Erregung freigesetzt
• Aktivierung von α1, α2, β1  (kaum an β2, β3)

Adrenalin

Hormon, biogenes Amin, Catecholamin

- aus L-Tyrosin

- C2-Kette bis NH2

• peripher wirksam, Hormoncharakter, d.h. Bildung im Nebennierenmark und Freisetzung ins Blut

=> systemische Wirkung!
• Freisetzung bei Stress und körperlicher Belastung
• erhöht Herzfrequenz, steigert Blutdruck, erweitert Bronchien, Erhöhung der Bereitstellung der Energieträger (Glucose, Fettsäuren) 

=> erhöht Leistungsfähigkeit des Organismus
• Aktivierung von sog. α1, α2, β1, β2, β3 ( alles G-Protein-gekoppelte Rezeptoren mit unterschiedlichen G Proteinen)

Serotonin, andere Bezeichnung

Neurotransmitter, biogenes Amin

5-HT

- aus L-Tryptophan

- C2-Kette bis NH2

Depression! bei Mangel

• peripher (Thrombozyten, Darm) und zentral (Neurotransmitter) wirksam
• Bindung an 14 GPCR: HT-Rezeptoren (meiste im ZNS), davon 13 GPCR, 1 Ionenkanal
• vielfältige Wirkungen: Thrombozytenaggregation, lokale Vasokonstriktion, Agonisten zur Migränetherapie, wichtiger Schmerzregulator

Melatonin

Hormon der Epiphyse, biogenes Amin lt. Werz

- aus L-Tryptophan

- C2-Kette bis NH2

• Chemisches Dunkelsignal: Schlaf-Wach-Regulation, hohe Konz. in der Nacht, zirkadianer Rhythmus (kein Hypnotikum!)
• Produktion: Zirbeldrüse, Retina, Haut, Monozyten und Thrombozyten, GI-Trakt
• Rezeptoren: MT1 und MT2 (beides Gi-gekoppelte GPCR).
→ MT1: ZNS, Retina, Niere, Ovar, Herzgefäße, Lymphozyten.
→ MT2: ZNS und Retina.
• Funktionen auch im Immunsystem(?)

deutlich lipophiler als Serotonin, da keine ionischen Strukturen vorhanden

Histamin

Neurotransmitter und Hormon, biogenes Amin

- aus L-Histidin

- C2-Kette bis NH2

• peripher (Magenmukosa, allerg. Reaktionen in Haut und Lunge) und zentral (Schlaf/Wachrhythmus, Hormonsekretion) wirksam
• Bindung an 4GPCR: H1 (Allergie, Schlaf/Wach-Rhythmus -> deshalb tritt bei Einnahme von H1-Antihistaminika als NW Müdigkeit auf), H2 (Magensäure -> Ranitidin hemmt H2 -> weniger Magensäureproduktion), H3
(Epilepsie?), H4 (Entzündungen?)

wird bei Heuschnupfen freigesetzt

γ-Aminobuttersäure

Neurotransmitter (inhibitorisch), biogenes Amin

- aus L-Glutaminsäure


• Bindung an 3 Rezeptoren: GABAA-C

  • GABAA (EtOH bindet da dran) und GABAC = Chloridkanäle
  • GABAB = GPCR (meist im ZNS)

• komplexe Zusammensetzung des GABAA aus 16 verschiedenen UE
• GABAA: Target für Benzodiazepine (α-UE) und Barbiturate (β-UE): verstärken die GABA- Wirkung

Acetylcholin

Neurotransmitter insb. des parasympathischen Nervensystems
• Bindung an nicotinische (Kationenkanäle) und muscarinerge (GPCR) Rezeptoren
• als Transmitter in Ganglien von Sympathikus und Parasympathikus
• als Transmitter in Endigungen des Parasympathikus
• als Transmitter in neuromuskulären Endplatten

Adenosin

Neurotransmitter

• Adenosin kommt intra- und extrazellulär vor
• Als extrazellulärer Neurotransmitter: Bindung an GPCRs im ZNS
• Reguliert Schlaf-Wach-Zustand, Schmerzempfindung und Bewegungskontrolle


Adenosin-Rezeptoren:
- A1, A2A, A2B, A3; gehören zu den Purinrezeptoren
- alle im ZNS exprimiert
- A1 und A2A binden Adenosin hochaffin (Ki = 70-150 nM), A2B und A3 niederaffin (5000-6000 nM)

Anandamid

Neurotransmitter: endogenes Cannabinoid

AEA

- Arachidonsäure-Derivat (20:4), Ethanolamid

Partialagonist am CB1 und schwacher Agonist am CB2

Arachidonglycerol

Neurotransmitter, endogenes Cannabinoid

2-AG

- Arachidonsäure-Derivat (20:4)

Vollagonist an CB1 und CB2

Chlorpromazin

"klassisches" Phenothiazin-Neuroleptikum mit aliphatischer Seitenkette

Fluphenazin

Neuroleptikum: Phenothiazin-Derivate mit Piperazin-alkyl-Seitenkette

• basische tertiäre Di-Amine (N-Alky-Piperazin)

• zwar hohe D2 und D3-Präferenz, aber immer noch Affinität zu Histamin und Serotonin-Rezeptoren (NW!)
• OH-Gruppe: Ansatzpunkt für Veresterung => Prodrug und damit Verlängerung der Wirkdauer (s.u.)

deutlich höhere Potenz (15- und 40-fach) gegenüber CPZ

CF3 => erniedrigt die Redoxaktivität und somit die Biotransformation

Bei Perphenazin ist statt der CF3 Gruppe ein Cl

Haloperidol

Butyrophenon-Neuroleptikum

hochpotent!

• Haloperidol: am häufigsten angewandtes Neuroleptikum
• relativ selektiv für D2-Rezeptor
• freie OH-Gruppe: Derivatisierung zum Decanoat (Depot)

Chlorprothixen

Thioxanthen-Neuroleptikum

• Chlorprothixen ist weniger potent als CPZ
•rel. hohe Affinität zu Histamin- und Serotoninrezeptoren (Sedierung!)
• Z-Isomere sind affiner zum D2-Rezeptor und damit potenter als E-Isomere
• Hydrierung der Doppelbindung führt zum Wirkverlust
• Lichtempfindlich: Bildung von Chlorthioxanthen und Chlorthioxanthon

Clozapin

atypisches Neuroleptikum

keine EPMS- NW

4 Brückenatome bis zum basischen Stickstoff, Di-Benzodiazepin-Struktur

•am 5-HT2 gleich stark oder stärker wirksam als am D2-Rezeptor
• bessere Wirkung auf Minus-Symptome
•„Fast-Off-D2“: niedrige Aff. zu D2 und damit schnelle Dissoziation von D2 Rezeptor

NW: tödlich verlaufende Agranulozytosen

Metabolismus: durch CYP3A4, CYP2D6, CYP1A2

Sulpirid

atypisches Neuroleptikum

Aromat – 4 Brückenatome – basischer Stickstoff

•am 5-HT2 gleich stark oder stärker wirksam als am D2-Rezeptor
• weniger EPMS als typische Neuroleptika
• bessere Wirkung auf Minus-Symptome
•„Fast-Off-D2“: niedrige Aff. zu D2 und damit schnelle Dissoziation von D2 Rezeptor

ganz rechts: Pyrrolidin

Étudier