wichtigste Strukturformeln
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Flashcards
Levetiracetam
Antiepileptikum, unbekannter Wirkmechanismus
L: Linksdrehend
et: Ethyl
am: Lactam
• protektive Wirkung auf Epileptogenese
• strukturelle Ähnlichkeit mit Nootropikum Piracetam
• nur S-Enantiomer ist wirksam
• Wirkungsmechanismus ist unbekannt; Bindung an Vesikelprotein in Vesikeln
der präsynaptischen Nervenendigungen(?)
Vigabatrin
Antiepileptikum Inhibitor der GABA-Transaminase:
Vi steht fürVinyl
• Vinyl-Derivat der GABA
• als Racemat eingesetzt: S-Enantiomer hemmt GABA-Transaminase irreversibel via reaktive Vinyl-Gruppe (kovalente Bindung)
Reaktionsmechanismus:
1. Bildung eines Aldimins durch Kondensation der Aldehydgruppe des Pyridoxalphosphats (Vitamin B6) mit der Aminofunktion des Vigabatrins.
2. Umwandlung zur α,β-ungesättigten Aza-analogen Carbonylverbindung.
3. Nach Michael-artigen Reaktion mit Lysin des Enzyms entsteht Komplex aus GABA-Transaminase – Vigabatrin – Vitamin B6
• Wichtige Nebenwirkung: Gesichtsfeldausfälle
• Wird kaum metabolisiert!
Valproinsäure
Antiepileptikum
chemische Bezeichnung: 2-Propylpentansäure
Angriff: Na+- und Ca2+-Kanäle, GABA-Transaminase
Oxcarbazepin
Antiepileptikum
• Prodrug: cytosolische Ketoreduktase reduziert zum aktiven Monohydroxy-Derivat des Carbamazepins
• Angriff: Na+-Kanal, K+- und Ca2+-Kanal, Glutamatfreisetzung -> breites Wirkungsspektrum
• weniger NW als Carbamazepin => bei selektivem Angriff kann der Rest durch den Körper hochmoduliert wirden, weshalb mehr NW sind, wenn nur ein Rezeptor spezifisch angegriffen wird als wenn mehrere Targets angegriffen werden (multitarget)
Arsentrioxid
Zytostatikum
As2O3
•moduliert zahlreiche Signaltransduktionsprozesse: aktiviert Proteinkinasen und Caspasen → Apoptose!
• zur Therapie der APL (nur bei t(15;17)) (Akute Promyeloische Leukämie )
Tretinoin: Was ist das für eine Säure, Indikation
Zytostatikum: PML-RARα-Inhibitor
•Therapie der Akuten Promyeloischen Leukämie (APL)
•auch zur Akne-Therapie
• APL: Fusion des RARα mit PML = PML-RARα (t(15;17)
• PML-RARα hemmt die Expression von Genen für die Differenzierung myeloider Zellen (z.B. VD3-induzierte Zelldifferenzierung)
• Tretinoin führt zum Abbau des PML-RARα
•weitere APLs: Fusion des RARα mit PLZF: PLZF-RARα (t(11;17)
Temsirolimus: WM, Indikation
Zytostatikum: mTOR-Inhibitor
•bei fortgeschr. Nierenkarzinom
• mTOR-Hemmung:
a) führt zur Blockade der Translation von Cyklinen und unterdrückt damit Progression des Zellzyklus von G1- in S-Phase.
b) hemmt HIF-1 und -2α Expression. HIFs sind wichtige Transkriptionsfaktoren (VEGF-Bildung) bei Sauerstoffmangel und damit wichtig für Tumorzellproliferation unter hypoxischen Bedingungen.
Docetaxel
Zytostatikum: Mitoseinhibitor (Taxan)
gegenüb. Paclitaxel bevorzugt
•Bindung an Innenseite der Mikrotubuli: → steigert Mikrotubulipolymerisation → kein funktionsfähiger Spindelapparat → Apoptose
•Applikation: parenteral (allerdings schlecht wasserlöslich)
•Anreicherung in Zellinnern
•Indikation: verschiedene Krebsarten
• Substrate des P-Glykoproteins!
Etoposid: WM, Wasserlöslichkeit, Applikation, Metabolismus
Zytostatikum: Hemmstoffe der Topoisomerase-II (Podophyllotoxin-Derivate)
•hemmt via Interkalation die Topoisomerase-II (wie Anthracycline)
•bildet DNA-Etoposid-Topoisomerase Komplex, der die DNA-Wiederverknüpfung hemmt.
•bei Replikation wird kovalenter Spaltungskomplex zerstört und Doppelstrangbrüche induziert
• 4´-OH und Methoxyreste (Ring C): für Topoisomerase-Inhibition essentiell
•Zuckerrest: interagiert mit DNA (?)
•Ringe A, B und C: interagieren mit Topo-II(?)
•schlecht wasserlöslich und in Wasser instabil
• parenteral und peroral
• starke Glucuronidierung
Irinotecan: Struktur, Bioaktivierung, Indikation
Topotecan: Wasserlöslichkeit, BV, Applikation, Indikation
Camptothecin
Zytostatikum: Hemmstoff der Topoisomerase I
•interkaliert mit DNA und bildet ternären DNA-Topoisomerase-Camptothecin Komplex.
•Nur S-Enantiomer ist wirksam!
• 4-OH und N-6 sind für Bindung essentiell (Pfeile)
•Lactonring bei pH > 10 geöffnet
•Nachteile: schlecht wasserlöslich und erhebliche Nebenwirkungen
Hydroxyharnstoff: Struktur, HWZ, WM
Zytostatikum: Inhibitoren der Ribonukleotid-Reduktase
• komplexiert das Fe(III) in der Ribonukleotid-Reduktase: Fe(III) wird zu Fe(II) reduziert, welches dann nicht mehr in der Lage ist ein (stabiles) essentielles Tyrosinradikal zu bilden.
•Blockade des Übergangs G1 – S-Phase
• perorale Applikation, kurze HWZ
Pemetrexed
Zytostatikum/Anti-Rheumatikum: Folsäure-Analogon
Unterschiede zu Methotrexat:
•DHFR: 1000-fach schwächer gehemmt als bei Methotrexat.
•hemmt GARFT stärker
•parenteral!
•nichtkleinzelligem Bronchialkarzinom
Strukturunterschied zu Folsäure: Pyrrol statt Pyrazin, statt p-Aminobenzoesäure kein Stickstoff, sondern Methylenbrücke
Methotrexat: WM, Indikation, Dosierung, NW, Umgehung NW, PK, Metabolismus
Zytostatikum/Anti-Rheumatikum: Folsäure-Analogon
aufgrund des aromatischen Pyrimidinteils: hohe Affinität zur DHF-Reduktase (pseudoirreversibel), da auch lipophiler als Dihydrofolsäure
• zur Therapie der akuten lymphatischen Leukämie, Chorionkarzinom, Non-Hodgkin-Lymphom und Mammakarzinom.
• proliferierende Zellen mit höherem Bedarf an DNA-Synthese sind anfälliger
•Dosierung:
- hoch dosiert (1-20 g/Woche): Leukämie
- niedrig dosiert (5-10 mg/Woche, da auch immunsuppressive Eigenschaft): Rheumatoide Arthritis (wahrscheinlich wirksam durch Lymphozytenproliferation), Psoriasis (u.a. Autoimmunerkrankungen)
=> keine Dosisproportionalität der BV bei Zufuhr höherer Dosen, da die Absorption einem aktiven Transport unterliegt
häufige NW: Knochenmarksdepression, Blutbildveränderungen, Entzündungen derr Mund- und Darmschleimhäute oder Ulzerationen
•Umgehung von Nebenwirkungen: Gabe von Folinsäure (N(5)-Formyltetrahydrofolsäure) oder Tetrahydrofolsäure als „Antidot“ nach einigen Stunden= Rescue-Verfahren für die Thymidinsynthese -> Folinsäure als C-Gruppen-Donor für dUMP. (man hofft, dass sich normale Zellen leichter erholen als Krebszellen (höherer Umsatz). -> Folgen einer Blockierung der katalytischen Funktion der THF-abhängigen Coenyzem für gesunde Zellen gemindert werden
• perorale Gabe, BV 25-100%, aktiver Transport.
•überwindet die B/H-Schranke
•wird in Zellen als Polyglutamat angereichert: Polyglutamate sind selbst stärker wirksam (GARFT, Thymidylat-Synthase)!
• Polyglutamoylierung in Krebszellen schneller als in nicht-transformierten Zellen, Polyglutamate haben längere intrazelluläre HWZ
•HWZ = 8-12 h
•Elimination: via tubuläre Sekretion (Interferenz mit Penicillinen, Sulfonamiden, Salicylaten)
• kaum metabolisiert